Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e.V. (Abkürzung: DISS) DISS ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung. Das Institut erstellt Analysen zur gesellschaftliche Entwicklung für eine politische, pädagogische und/oder journalistische Praxis. Das Institut wurde 1987 gegründet und arbeitet finanziell unabhängig. Geforscht wird nach den Konstitutionsprozessen, die zur Entwicklung von Rechtsextremismus, Militarisierung, Nationalismus, Biopolitik / Biotechnologie, Abbau von Sozialleistungen und Ausgrenzung von Minderheiten führen. Gearbeitet wird vorwiegend nach diskurstheoretischer und –analytischer Methode (s. Diskursanalyse). Gegner sehen im Handeln des DISS linksextremistische Zielsetzungen.
Kritiker ordnen das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung dem linksextremen Spektrum zu. Die Arbeitsweise wird in diesem Zusammenhang als scheinwissenschaftlich beschrieben; vielmehr versuche das Institut stark ideologisch geprägte Standpunkte in einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu bringen. Durch diese Vorgehensweise sollen, laut Kritik, Meinungen zu forschungsbedingten Erkenntnissen, die einer hierfür notwendigen, wissenschaftlichen Methodik entbehren, verwandelt werden.
Mittels "diskursanalytischer und ideologiekritischer Untersuchungen" (DISS) stehen andere Meinungen unter dem generellen Verdacht mit rechtsextremen Gedankengut zu sympathisieren oder dieses zumindestens zu tolerieren und sind somit vermeintlich nicht vertretbar. Im Fokus liege bei diesem Verrfahren nicht nur das politisch tatsächlich rechtsextrem gerichtete Spektrum, sondern auch sämtliches politisches Handeln abweichender Positionen. Gegener sehen darin ein extremistisches Agieren und gründen ihre Eindordnung darauf, dass das DISS auf diese Weise den pluralistischen Grundsätzen der freiheitlich demokratischen Vorstellung misstrauisch gegenübersteht.
Die Ankündigung Anfang des Jahres 2006 der "Sprachfibel gegen Rassismus", die das DISS in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und der "Initiative Journalisten gegen Rassismus" erarbeiten will, sorgte für Kontroversen in den Medien: Die Kampagne gegen die "Diskriminierung durch Sprache und Bilder in den Medien“ (DJV) fiel nicht durch ihre Ziel- vielmehr ihrer Umsetzung auf: Die Fibel solle Journalisten helfen diskriminierend Begrifflichkeiten aus ihren Schriften zu beseitigen und durch eine vorgeschlagene Sprachregelung zu ersetzen bzw. sei der Journalist selbst dazu aufgerufen durch redaktionelle Vorschläge mittels eines Formblattes tätig zu werden. Gegenstimmen sahen in einem derartig weit gefassten Begriff der Diskriminierung eine unverhältnismäßige Generalverdächtigung; in dem Vorstoss einen empfindlichen Eingriff in die Pressefreiheit und einen Versuch abweichende gesellschaftliche Konzepte Abseits der gesellschaftlichen Mitte rücken zu wollen, folglich zu tabuisieren. So führen Krititker immer wieder das in der Sprachfibel als diskriminierend aufgeführte Wort "Gutmensch" an.
Pressemitteilung des DJV *
kritische Pressestimmen:
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 32. März 2006 "Sprache vom Amt?": *
Neue Zürcher Zeitung (NZZ) vom 7. April 2006 "Reinigungsaktion - Fibel der rassistischen wörter geplant": *
Die Welt vom 18. Mai 2006 "Statt Bundesliga nun Postbankliga - das klingt wie der doppelte Schalterbeamte": *
Yahho Deutschland Online Nachrichten Karikatur "Rechtschreibreform, zweiter Teil" vom 31.03.2006: *
Größere Buchveröffentlichungen erscheinen seit 2004 in der Edition DISS beim Unrast Verlag. * Zuvor wurden sie im Eigenverlag publiziert.
Die Institutszeitung DISS-JOURNAL erscheint zweimal im Jahr. *
Für Grundlagentexte und einige Publikationen stellt das DISS eine Internetbibliothek zur Verfügung: DISS Internetbibliothek *
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