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Die Sackpfeife, umgangssprachlich Dudelsack, ist ein Selbstklingendes Unterbrechungs-Aerophon (Rohrblattinstrument), dessen Luftzufuhr aus einem Luftsack über eine Windkapsel erfolgt. Sie wird von einem Sackpfeifer gespielt. dudelsack.png

Aufbau


Das Instrument hat eine Spielpfeife, manche Formen auch mehrere, mit der Melodien gespielt werden können und meist ein oder mehrere Bordunpfeifen (auch Brummer) oder einfach Bordune, die einen andauernden Ton spielen. Die Töne in den Pfeifen werden durch je ein Rohrblatt (einfach oder doppelt) erzeugt. Dieses wird aus Arundo Donax, einer Grasart, oder in neuerer Zeit auch aus Plastik oder Metall hergestellt. Die Luftzufuhr zu allen Pfeifen erfolgt aus einem Luftsack aus abgedichtetem Leder oder Synthetik-Material, der vom Spieler mit dem Mund durch ein Anblasrohr oder durch einen Blasebalg aufgeblasen wird (z. B. bei den Uilleann Pipes, dem böhmischen Bock oder einigen französischen Sackpfeifen). Der Luftvorrat im Sack ermöglicht die Erzeugung eines vom Atem unabhängigen dauernden Tons.

Herkunft und Verbreitung


Gesichertes Wissen über die Sackpfeife vor der Zeit um 1000 gibt es nicht. Einige Wissenschaftler vermuten, die Sackpfeife stamme aus Kleinasien und habe ihren Ursprung bei den Thrakern. In Übersetzungen eines Textes des römischen Historikers Sueton der überliefert, dass Kaiser Nero die tibia utricularis gespielt hat, wird tibia utricularis als ein Rohrblattinstrument mit Ledersack übersetzt und als Sackpfeife gedeutet.

Im Mittelalter verbreitete sich die Bordunmusik und damit auch der Dudelsack in ganz Europa und Teilen Asiens. Die ältesten Belege in Deutschland finden sich in zwei Urkunden aus dem Kloster St. Blasien aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Die mittelalterlichen Dudelsäcke sind nicht im Original überliefert, aber durch viele Beispiele in der Kunst erschließbar. Bis ins 15. Jahrhundert waren es überwiegend einbordunige, mundgeblasene Sackpfeifen.

Im Frankreich des 18. Jahrhunderts war die Sackpfeife in Form der Musette de Cour wichtiges Instrument der höfischen Musik, viele Originalkompositionen für das Instrument sind dort in dieser Zeit Entstanden. In Schottland hat die Sackpfeife eine besondere Tradition als Instrument am Hof. Nach dem britischen "disarming act" nach der Schlacht bei Culloden wurde die schottische Tradition großteils untersagt. Die Sackpfeife lebte als Militärinstrument weiter und wird oft als schottisches Nationalinstrument bezeichnet. Auch in Südosteuropa wird das Instrument verbreitet gespielt, eine ungebrochene Tradition hat auch die Zampognia in Süditalien. In Nordwestspanien sind in den lokalen Escuolas de Gaita, Musikschulen mit Sackpfeifenunterricht, zehntausende Sackpfeifenschüler registriert. In Deutschland gewinnt die Sackpfeife durch zahlreiche mittelalterliche Feste und Märkte wieder an Bedeutung.

Dudelsackblaeser.jpg

Arten


Sackpfeifen, die heute in der traditionellen Musik, in der Alten Musik und im Folk verwendet werden, sind u. a.:

Es gibt europaweit nach Schätzungen von Experten heute etwa hundertachtzig verschiedene regionale Sackpfeifenformen.

Mittlerweile sind auch elektrische Sackpfeifen (E-Pipe), die Midi-gesteuert an einen Verstärker bzw. an einen Computer angeschlossen werden können, auf dem Markt. Erfinder war der asturische Musiker José Angel Hevia zusammen mit dem Computerprogrammierer Alberto Arias und dem Techniker Miguel Dopico.

Weitere Windkapselinstrumente: Krummhorn, Rauschpfeife

Literatur


  • Boulanger, Bernard: Dudelsack spielen. Vlg. der Spielleute, ISBN 3-927240-59-1
  • Ege, Reinhold: MacEges Handbuch für den schottischen Dudelsack. Vlg. der Spielleute, ISBN 3-927240-68-0
  • Ege, Reinhold: MacEges Lehrbuch für den schottischen Dudelsack. Vlg. der Spielleute, ISBN 3-927240-08-7
  • Ege, Reinhold: Tonarten und Stimmung des schottischen Dudelsacks. Selbstverlag MacEge's
  • Rezny, Josef: Skola hry na ceské dudy (mit deutschsprachiger Zusammenfassung). Budejovice, 1981

Weblinks


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