Der Ductus choledochus (ductus=Gang, choledochus=Galle aufnehmend) ist die Vereinigung des Ductus hepaticus communis mit dem Ausführungsgang der Gallenblase (Ductus cysticus) und dient dem Transport der Gallenflüssigkeit in das Duodenum (Zwölffingerdarm). Bei Säugetieren, denen eine Gallenblase fehlt (z. B. Pferde), wird die Vereinigung von rechtem und linken Lebergang als Ductus choledochus bezeichnet.
Nach dem Essen kehrt sich der Fluss im Gallenblasengang um. Die Gallenblase zieht sich zusammen, entleert die Galle in den Zwölfingerdarm.
Die Fließgeschwindigkeit im Gang ist zu langsam, um mit einem Ultraschalldopplergerät erfasst zu werden. Geschätzt beträgt sie 0,1–1 Zentimeter pro Sekunde. Die verschiedenen Fließrichtungen werden durch Schließmuskel und durch Hormone, insbesondere das Cholezystokinin gesteuert.
Der Verschluss des Ductus choledochus kann durch einen Gallenstein (Choledocholithiasis), einen Gallengangstumor oder durch Kompression von außen (beispielsweise Pankreaskopftumor) entstehen. Nach einer Gallenblasenoperation kann eine versehentliche Verletzung oder Abklemmung (Op-Clip) zu einem vollständigen Verschluss führen.
Entzündungen des Ductus choledochus können in Form einer bakteriellen Cholangitis (sekundär sklerosierenden Cholangitis) oder als Autoimmunerkrankung (primär sklerosierende Cholangitis) auftreten. Die dadurch entstehenden Einengungen des Gallengangs finden sich jedoch meist im Bereich der intrahepatischen Gallenwege
Eine Atresie kann als angeborene Fehlbildung auftreten.
Die früher übliche indirekte Darstellung des Ganges mittels gallegängiger Kontrastmittel wird heute kaum mehr angewendet, da der Ultraschall und die ERCP eine schnellere und bessere Aussage liefern.
Der Ductus choledochus tritt in der Leberpforte mit der Arteria hepatica (Leberarterie) und der Pfortader ein. Er verläuft parallel zur Pfortader und wird von der Arteria hepatica mehrfach gekreuzt. Eine Differenzierung zwischen Pfortader und Gallengang gelingt insbesondere bei erweitertem Ductus choledochus ohne Verwendung eines Dopplers nicht immer. Der Ductus choledochus verläuft aus der Leber kommend von rechts oben schräg nach links unten und biegt im Pankreaskopf nach kaudal ab.
Der Zwölffingerdarm ist meist voll Luft und erschwert die Darstellung des Ductus choledochus. Insbesondere der Übergang in den Pankreaskopf ist dann nicht mehr so gut verfolgbar. Trotzdem kann man versuchen, den Gang im Pankreaskopf von medial her darzustellen. Hilfreich für die Untersuchung des Ductus choledochus ist ein guter Farbdoppler, der den Blutfluss in der Vena cava inferior, der Pfortader und in der Arteria hepatica erkennen lässt. Im Ductus choledochus selbst ist kein Farbdopplerfluss nachweisbar.
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"Ductus choledochus".
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