Unter Dualismus (von lateinisch duo = zwei) versteht man die These von der Existenz von zwei einander ausschließenden Typen von Entitäten. In der traditionellen Philosophie wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um materielle und immaterielle Typen handelt. Der klassische philosophische Dualismus ist daher die ontologische These von der Existenz immaterieller Entitäten bzw. Substanzen. Daneben gibt es jedoch auch eine etwa in den Kulturwissenschaften übliche Verwendung des Begriffs, der alle sprachlichen Systeme dualistisch nennt, die nur zwei, sich ausschließende Allgemeinbegriffe zulassen. In diesem Sinne ist etwa die Gegenüberstellung der Begriffe „Frau“ und „Mann“ dualistisch. Dem Dualismus steht zum einen der Monismus und zum anderen der Pluralismus gegenüber. Descartes mind and body.gif
Der Begriff „Dualismus“ stammt vermutlich von Thomas Hyde (1636 - 1703), der darunter die religiöse Überzeugung verstand, dass es ein gutes und ein böses übernatürliches Wesen gibt.Thomas Hyde; De Vetere Religione Persarm, Oxford 1700 Während auch noch Gottfried Wilhelm Leibniz den Begriff im Sinne von Hyde verwendet, definiert Christian Wolff: „Dualisten heißen diejenigen, die die Existenz materieller und immaterieller Substanzen annehmen.“Zitiert nach Historisches Wörterbuch der Philosophie, Artikel „Dualismus“
Ausgehend von der Wollfschen Definition lassen sich dualistische Überzeugungen bis in die griechische Antike zurückverfolgen. Schon der Nousbegriff von Anaxagoras scheint durch entsprechende Überzeugungen motiviert zu sein. Sicherlich stellt jedoch Platons Gegenüberstellung von Ideenwelt und materieller Welt und seine Argumentation für die Unsterblichkeit der Seele eine ausgearbeitete Version des Dualismus dar Platon:Phaidon. Platon hielt Ideen für immaterielle Objekte, die materiellen Körper sollten lediglich unvollkommene Repliken bzw. Abbilder der Ideen sein. Wahre Erkenntnis ist nach Platon daher immer Erkenntnis der Ideen; vgl. Ideenlehre.
Doch auch wenn sich in Antike und Mittelalter offensichtlich dualistische Gedankengebäude finden lassen, geht die klassische Formulierung des Dualismus auf René Descartes Unterscheidung zwischen res cogitans und res extensa zurück René Descartes: Meditationes de prima philosophia, 1641. Nach Descartes existiert eine ausgedehnte materielle und eine nicht-räumliche geistige Substanz.
Obwohl ein so verstandener Substanzdualismus bis heute von Philosophen vertreten wird, haben ihn doch die meisten Philosophen etwa seit Immanuel Kant abgelehnt. Im Gegensatz zum Substanzdualismus steht der Subtanzmonismus, der verschiedene Formen annehmen kann. Zum einen ist ein materialistischer Monismus möglich, der behauptet, dass alle Gegenstände, die es gibt, physische Gegenstände seien. Dem materialistischen steht der idealistische Monismus gegenüber, der erklärt, dass es in Wirklichkeit nur Bewusstseinszustände gebe. Eine dritte Form ist der neutrale Monismus, der behauptet, dass es eine Substanz mit verschiedenen Qualitäten oder Eigenschaften gibt. Eine solche Position, die schon von Baruch de Spinoza formuliert wurde, kann jedoch auch als ein Dualismus angesehen werden, da sie akzeptiert, dass es irreduzible physische und mentale Eigenschaften gibt.
Dualismen unterscheiden sich nicht nur in der Antwort auf die Frage, welche Entitäten als immateriell gelten sollen. Es gibt zudem verschiedene Möglichkeiten, die immateriellen Entitäten ontologisch zu beschreiben. Zum einen ist ein Substanzdualismus möglich, der von materiellen und immateriellen Gegenständen ausgeht. Zum anderen kann jedoch auch ein Eigenschaftsdualismus vertreten werden, der in Bezug auf Gegenstände monistisch ist. Eigenschaftsdualistische Positionen haben in der aktuellen Philosophie des Geistes eine hohe Popularität, während klassische Substanzdualismen dort mittlerweile eher selten anzutreffen sind.
Gegen den interaktionistischen Dualismus wurde immer wieder eingewandt, dass er empirisch unplausibel sei, da die Neurowissenschaften keinen derartigen Interaktionsort zwischen Geist und Gehirn finden konnten. Vielmehr ließe sich für jeden neuronalen Prozess eine neuronale Ursache finden, so dass nirgendwo eine Notwendigkeit des Eingriffs des Geistes bestünde. Man kann diesen Einwand gegen den interaktionistischen Dualismus auch allgemeiner fassen: Wenn eine derartige Position wahr wäre, so müsste die Idee der kausalen Geschlossenheit der Welt aufgegeben werden. Damit ist die These gemeint, dass es für jedes physische Ereignis auch eine rein physische Ursache gibt. Dies muss ein interaktionistischer Dualist bestreiten, da er die Auffassung vertritt, dass einige physische Ereignisse erst durch immaterielle Ereignisse verursacht sind. Nun wird allerdings von Nichtdualisten argumentiert, dass die kausale Geschlossenheit der Welt nicht nur eine plausible Annahme, sondern auch empirisch recht gut belegt sei.
Karl Popper und John Eccles, die bekanntesten Vertreter des interaktionistischen Dualismus im 20. Jahrhundert, versuchten diesem Einwand zu entgehen, indem sie die Interaktion zwischen Geist und Gehirn auf eine subatomare Ebene verlegten. Karl Popper, John Carew Eccles: Das Ich und sein Gehirn. 8. Aufl. Piper, München u.a. 2002, ISBN 3-492-21096-1 Heute ist es eine verbreitete Strategie von interaktionistischen Dualisten, die kausale Geschlossenheit der Welt mit Verweis auf Quantenphänomene zu bestreiten. Doch auch wenn eine derartige Argumentation Erfolg haben sollte, bleibt für den interaktionistischen Dualisten noch immer das Problem, zu erklären, wie eine kausale Interaktion zwischen materiellem Körper und immateriellem Geist überhaupt funktionieren soll. Diese Probleme mit der Interaktion zwischen materiellen und immateriellen Gegenständen haben einige Dualisten dazu geführt, die Interaktion von Geist und Gehirn ganz oder zum Teil abzulehnen.
Eine nichtinteraktionistische Variante des Substanzdualismus wurde von Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelt, der behauptete, dass Geist und Körper in keiner Weise aufeinander einwirken.Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie, lat. 1737, frz. 1840 Diese Theorie, der psychophysische Parallelismus, hat allerdings das Problem, erklären zu müssen, wie die Zusammenhänge zwischen geistigen und materiellen Zuständen zustande kommen. Schließlich hat etwa der geistige (bzw. besser seelische) Zustand des Durstes in der Regel das physische Ereignis des Trinkens zur Folge, was jedoch unerklärbar erscheint, wenn der Geist nicht auf den Körper einwirken kann. Leibniz versuchte diesen Einwand mit einer Analogie zu entkräften. Er erklärte, dass sich Geist und Körper wie zwei parallelparallele Uhren zueinander verhalten. Das Geschehen ist perfekt aufeinander abgestimmt, auch wenn keine kausale Interaktion besteht. Nun kann man aber fragen, warum eine solche Parallelität besteht. Leibniz erklärte, dass dies eine Einrichtung Gottes sei.
Eine verwandte metaphysische Position, der Okkasionalismus, stammt von Nicolas MalebrancheNicolas Malebranche: Von der Erforschung der Wahrheit, 1674/75. Dem Okkasionalismus zufolge haben Geist und Körper kein kausalen Einfluss aufeinander. Allerdings werden die Veränderungen von Körper und Geist von Gott registriert, der die entsprechenden geistigen oder körperlichen Prozesse auslöst. Der Okkasionalismus wird, wie auch der psychophysische Parallelismus, heute kaum noch vertreten.
Eine weitere Variante des Dualismus ist der Epiphänomenalismus, der etwa von Thomas Henry Huxley vertreten wurde. Epiphänomenalisten glauben, dass körperliche Zustände zwar auf geistige kausal einwirken können, aber geistige Zustände nicht auf körperliche. Eine solche Position ist mit der Idee der kausalen Geschlossenheit der Welt verträglich und kann trotzdem erklären, wie die Zusammenhänge von Geist und Körper zustande kommen. Diese Merkmale haben dazu geführt, dass auch noch heute eingeschränkte Varianten des Epiphänomenalismus vertreten werden. Allerdings sind diese Positionen meistens eigenschaftsdualistische Epiphänomenalismen.Frank Jackson: Epiphenomenal Qualia, in Philosophical Quartaly, 1982 Sie behaupten also die Existenz von immateriellen, kausal wirkungslosen Eigenschaften und nicht die Existenz derartiger Gegenstände bzw. Substanzen. Auch gegen den Epiphänomenalismus sind zahlreiche Einwände erhoben worden. Peter Bieri: Trying out Epiphenomenalism, in: Erkenntnis, 1992. So ist etwa zweifelhaft, wie man von mentalen Zuständen überhaupt wissen kann, wenn sie keine Wirkung haben. Auch wurde immer wieder argumentiert, dass die Idee von kausal vollkommen wirkungslosen Entitäten gar nicht kohärent sei.
Eigenschaftsdualistische Positionen haben in der heutigen philosophischen Debatte eine höhere Popularität als Substanzdualismen. Eigenschaftsdualisten argumentieren, dass eine Person nicht aus zwei Substanzen (Geist und Körper) zusammengesetzt ist. Vielmehr behaupten sie, dass es nur ein Objekt (die Person) gebe, die jedoch körperliche und geistige Eigenschaften habe. Oft werden von Eigenschaftsdualisten die Qualia, also die subjektiven Erlebnisgehalte, als nichtmaterielle Eigenschaften angesehen, da bei diesen die Reduzierbarkeit auf körperliche oder physische Zustände zweifelhaft bleibt.
In der heutigen Philosophie des Geistes werden vor allem die eigenschaftsdualistischen Argumente von David ChalmersDavid Chalmers: The conscious Mind, Oxford, Oxford University Press, 1997, ISBN 0195117891 und Frank Jackson diskutiert, doch die historischen Wurzeln dieser Position reichen viel weiter zurück. Schon Baruch de Spinozas neutraler Monismus ging von einer Substanz aus, die materielle und geistige Qualitäten hat FEHLT im Abschnitt #Eigenschaftsdualismen, zweiter Absatz. Im 19. Jahrhundert wurde eine analoge Position etwa durch Ernst Haeckel populär gemachtErnst Haeckel: Die Welträthsel, 1899.
Der Eigenschaftsdualismus hat allerdings mit ähnlichen Problemen wie der Substanzdualismus zu kämpfen, da auch er die kausale Wirksamkeit von mentalen Zuständen, die mentale Verursachung, erklären muss. Sollten die mentalen Eigenschaften einen kausalen Einfluss auf die materielle Welt haben, so scheint der Eigenschaftsdualist die kausale Geschlossenheit der Welt abstreiten zu müssen, was, wie oben beschrieben, zu Problemen führt. Sollte der Eigenschaftsdualist hingegen auf die kausale Wirksamkeit mentaler Eigenschaften verzichten, so muss er eine Form des Epiphänomenalismus vertreten. Nicht alle Eigenschaftsdualisten akzeptieren allerdings, vor einem derartigen Dilemma zu stehen. Manche argumentieren, dass die Welt kausal geschlossen ist, es für jedes physische Ereignis also eine physische Ursache gibt, und mentale Eigenschaften dennoch kausal wirksam sind. Solche Philosophen müssen erklären, dass einige Ereignisse von physischen und gleichzeitig von mentalen Eigenschaften verursacht werden.
Trotz dieser Probleme haben Vorstellbarkeitsargumente weiterhin eine gewisse Popularität, auch weil sie durch Saul Kripke auf eine neue Weise formuliert worden sindSaul Kripke, Naming and Necessity, Blackwell Pub., Oxford, 1981 ISBN 0631128018. Kripkes Ziel ist es, zu zeigen, dass Vorstellbarkeit Möglichkeit impliziert, was Descartes Argumentation wieder plausibel machen würde. Ein solches Implikationsverhältnis wirkt zunächst unwahrscheinlich, da Verhältnisse vorstellbar scheinen, die nicht möglich sind. So mag es vorstellbar scheinen, dass Wasser und H20 nicht identisch sind. Man kann etwa das Gedankenexperiment entwerfen, dass die frühen Chemiker bei der Untersuchung von Wasser nicht auf H20 sondern eine andere Verbindung XYZ gestoßen sind. Dies scheint das Vorstellen einer Situation zu sein, in der Wasser und H20 nicht identisch sind. Dennoch ist diese Situation offensichtlich nicht möglich, da Wasser und H20 eben identisch sind. Und wenn zwei Phänomene A und B identisch sind, dann kann nie A ohne B oder B ohne A auftreten.
Kripke behauptet nun, dass das Gedankenexperiment gar nicht zur Vorstellung einer Situation führe, in der Wasser nicht H20 ist. Vielmehr stelle man mit dem Gedankenexperiment einen Fall vor, in dem eine Substanz, die die gleichen Makroeigenschaften wie Wasser (flüssig, durchsichtig, geruchslos, bei 100°C kochend etc.) hat, nicht H20 ist. Diese Substanz sei aber eben kein Wasser, da Wasser mit H20 identisch ist, sondern eine andere, dem Wasser ähnliche, Substanz. Kripke hält dieses Ergebnis für generalisierbar: Immer wenn eine Situation vorstellbar, aber nicht möglich scheint, so kann dieser Eindruck durch eine Analyse der Bezugsrelationen wegerklärt werden. Stimmt Kripkes Diagnose, so gibt es keinen Fall, in dem X vorstellbar aber nicht möglich ist. Wenn es also vorstellbar ist, dass der Geist ohne den Körper auftritt, dann ist dies auch möglich und dann können sie nicht identisch sein. Allerdings sind auch gegen Kripkes Argument Einwände möglich. So kann man etwa bestreiten, dass es überhaupt vorstellbar ist, dass der Geist ohne den Körper auftrete.
Viele zeitgenössische Argumente für den ontologischen Dualismus basieren auf dem Phänomen der Qualia. Qualia nennt man die subjektiven Erlebnisgehalte von mentalen Zuständen, also etwa das Blauerleben, das mit der Wahrnehmung eines blauen Gegenstandes einhergeht. Nun wird häufig argumentiert, dass die Qualia immaterielle Eigenschaften seien, da sie sich nicht auf physische - etwa neuronale - Eigenschaften reduzieren ließen. Materialisten halten dem verschiedene Argumente entgegen. Während manche auf die Reduzierbarkeit der Qualia setzten, erklären nichtreduktive Materialisten, dass die Qualia materielle, aber nichtreduzierbare Eigenschaften sein können.
Dualisten haben die Qualiaargumente auf verschiedene Weisen weiterentwickelt. Eine populäre Version kommt von dem australischen Philosophen Frank Jackson, der ein Gedankenexperiment mit einer Superwissenschaftlerin namens „Mary“ formulierte: Mary ist eine auf Farbensehen spezialisierte Physiologin, die seit ihrer Geburt in einem schwarz-weißen Labor gefangen ist und noch nie Farben gesehen hat. Sie kennt alle physischen Fakten über das Sehen von Farben, weiß jedoch nicht, wie Farben aussehen. Jacksons Argument gegen den Materialismus ist nun recht kurz: Mary kennt alle physischen Fakten über das Sehen von Farben. Sie kennt dennoch nicht alle Fakten über das Sehen von Farben. Also gibt es nicht-physische Fakten. Also ist der Dualismus wahr.
- | Yang | Yin | - | männlich oben warm vorwärts aufwärts Expansion Aufsteigen Feuer hell Energie Bewegung Aktiv | weiblich unten kalt rückwärts abwärts Kontraktion Absinken Wasser dunkel Materie Stillstand Passiv |
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Für das Zustandekommen sprachlicher Dualismen gibt es verschiedene Erklärungen. Zum einen ermöglichen sie eine schnelle und einfache Kategorisierung der Phänomene. Da Menschen dazu gezwungen sind, die Vielfalt der Phänomene vereinfachend unter Allgemeinbegriffe zu bringen und ihnen dabei nur begrenzte kognitive Fähigkeiten zur Verfügung stehen, bieten sich dualistische Beschreibungen oft an. Zudem wird von Theoretikern auch oft die Tendenz zu dualistischen Beschreibungen auf metaphysische Hintergrundannahmen, wie etwa den ontologischen Dualismus, zurückgeführt. Sie argumentieren, dass derartige philosophische Überzeugungen dazu geführt hätten, die Welt allgemein mit dualistischen Kategorien zu beschreiben.
Dabei müssen die metaphysischen Hintergrundannahmen nicht die der westlichen Metaphysik - also etwa die von Platon oder Descartes - sein. Auch in vielen Religionen oder außereuropäischen Philosophien werden dualistische Ordnungsmuster der Welt postuliert. Ein bekanntes Beispiel war der Manichäismus, der von zwei sich diametral gegenüberstehenden Mächten ausging. Auch die Ordungsprinzipien des Yin und Yang sind Beispiele für derartige dualistische Prinzipien, mit denen die Welt beschrieben werden soll. Allerdings ist die Gegenüberstellung von Yin und Yang fließend, lässt also auch Zwischenstufen zu und ist damit kein echter Dualismus. Ein solcher Dualismus mit gradualistischen Elementen findet sich in vielen, aber nicht allen, sprachlichen Dualismen.
In vielen aktuellen Debatten werden sprachliche Dualismen skeptisch betrachtet. Dies gilt auch für einige philosophische Zusammenhänge, wie den Poststrukturalismus oder die feministische Philosophie.Judith Butler: Gender Trouble, Routledge, 1990 ISBN 0415924995 Zum einen wird eingewandt, dass dualistische Kategorien die Vielfalt real existierender Phänomene verschleiern und so zu einer verzerrten Wahrnehmung der Welt führten. Zum anderen wird argumentiert, dass dualistische Beschreibungen oft normativ konnotiert seien und so als Macht- oder Ausgrenzungsinstrument dienten.
Weite Teile der modernen Kritik sprachlicher Dualismen haben sich an der Unterscheidung zwischen Mann und Frau entzündet. Diese Kritik kann auch gut die oben genannten Einwände illustrieren. Zum einen wird eingewandt, dass diese Kategorien eine klare sprachliche Grenze an einer Stelle aufbaut, wo es in der Natur keine klare Grenze gibt. Schließlich treffen die Kriterien für „männlich“ und „weiblich“ auf unterschiedliche Personen in verschiedener Weise zu und bei einigen Menschen, den Intersexuellen, ist oft gar keine Entscheidung möglich Anne Fausto-Sterling: Sexing the Body: Gender Politics and the Construction of Sexuality, Perseus Books, 1999, ISBN 0465077137. Zudem wird argumentiert, dass die Kriterien für das Begriffspaar kontingent seien und man sich durchaus andere, nichtdualistische Kategoriesierungsysteme oder den Verzicht auf eine geschlechtliche Kategoriesierung vorstellen könne. Zudem wird von feministischer Seite auf die normative Färbung des Begriffspaars „Mann“ - „Frau“ hingewiesen. So werden dem Begriff des Mannes oft positive Prädikate zugeschrieben, wie „mutig“, „stark“ oder „rational“, während der Begriff der Frau mit den gegenüberstehenden negativen Begriffen assoziiert ist, also etwa „ängstlich“, „schwach“ oder „irrational“.
Literatur zu Einzelthemen und -positionen in den Quellen.
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