Ad-Din Rumi.jpeg Dschalal ad-Din Muhammad Rumi oder Dschalal ad-Din Mohammad Balchi, , (* 30. September 1207 in Wachsch, einer kleinen Stadt unter der Oberhoheit von Balkh im mittelalterlichen Khorasan im damaligen Persien und heute in Tadschikistan; † 17. Dezember 1273 in Konya in der heutigen Türkei) war einer der bekanntesten persischen und islamischen Mystiker (siehe auch Sufismus) und gilt als Gründer der Mevlevi-Tariqa (Mevlevi-Derwischorden). Von seinen Derwischen und auch späteren Anhängern wird er Mowlana (persisch "mein Führer") oder auch Mevlana (türk. Abwandlung, "unser Meister") genannt. Zu Zeiten Rumis wurde Anatolien von den Rum-Seldschuken regiert. Rum (Römer) bezieht sich auf das damalige Oströmische Reich. Im Türkischen werden heute noch Griechischstämmige als Rum bezeichnet.
Im Anschluss an die Pilgerfahrt (Hadsch) nach Mekka machte sich die Familie auf den Weg nach Anatolien. Während eines Aufenthalts in Larnada heiratete der nun 21-jährige Rumi Dschalal Gawhar, die Tochter eines der Freunde seines Vaters.
In den Sufismus wird er von einem Murschid namens Sayyid Burhanuddin Muhaqqiq Tirmidhi eingeführt. Gemeinsam reisen sie nach Aleppo und Damaskus, wo sie Ibn Arabi von Spanien (Murcia), einem der einflussreichsten Sufi-Meister aller Zeiten begegneten.
Als gewöhnlicher Professor erlangte Dschalal ad-Din Rumi große Berühmtheit, und er lebte und handelte, wie es sich für einen gestandenen und hochangesehenen Gelehrten traditionellerweise gehörte. Erst als er im Jahr 1244 in Konya auf den Derwisch Schams-i Tabrizi (auch bekannt als Schamsuddin Tabrizi) traf, änderte sich sein Leben von Grund auf. Schams-i Tabriz war selber ein Schüler von Haci Bektas Veli, der zur gleichen Zeit lebte. Dieser war eine starke Persönlichkeit, die mit großen spirituellen Fähigkeiten ausgestattet war. Die spirituelle Bindung zwischen den beiden Freunden wurde so stark, dass Rumi seine Familie, Freunde und Studenten sehr vernachlässigte.
Schließlich entschloss man sich in Rumis Verwandtschaft und seinem alten Freundeskreis, Schams-i Tabrizi loszuwerden, um die ursprüngliche Normalität wieder herzustellen. Dies gelang zunächst, indem man ihn überredete, nach Syrien zu gehen. Rumis Trauer war daraufhin so groß, dass es Schams erlaubt wurde, wieder nach Konya zurückzukehren. Vermutlich weil die Situation wieder ebenso unerträglich wurde wie vorher, verschwand Schams für immer. Es ist umstritten, ob er ermordet wurde oder wieder überzeugt worden war, Konya zu verlassen. Alternativversion: Sems-i Tebrizi wurde vom Sohn Mevlanas getötet. Als Mevlana dies herausfindet, spricht er jahrelang nicht mit ihm. An seinem Sterbebett sagt er noch: "Er (mein Sohn) soll nicht an mein Grab kommen!".
Ein weiteres Hauptwerk Rumis ist der Diwan-i Schams-i Tabriz (Der Diwan von Shams von Tabriz; Schams-ad Din = Sonne des Glaubens), der 35.000 Zeilen enthält. Dieser entstand in einem Zeitraum von 30 Jahren, vom Verschwinden Schams bis zu Rumis Tod im Jahr 1273 in Konya. Verglichen mit dem eher nüchternen Mathnawi gibt der Diwan deutlicher das Gefühl der mystischen Trunkenheit wieder.
Vergleichbar mit dem Mathnawi ist die Prosasammlung Fihi ma fihi (Über das Sein und nicht Sein). Es handelt sich hierbei um Vorträge, die Rumi seinen Schülern hielt; genauso wie Madschalis-i Sab’a (Sieben Sitzungen), die er vor seinem Zusammentreffen mit Schams vor der Öffentlichkeit hielt.
Von ausschließlich historischer Bedeutung ist sein letztes Werk Makatib (Briefe), zum größten Teil sind es Empfehlungsschreiben in persischer Sprache an Prinzen und Adlige zugunsten von Freunden und Schülern.
Da Persisch Rumis Muttersprache war, ist Persisch auch die Sprache seiner bekanntesten Werke. Einen sehr kleinen Teil seiner damals nicht zu einem Werk zusammengefassten Liebeslyrik schrieb Rumi jedoch in Türkisch und Griechisch.
Der Mensch, der als ein Teil dieses harmonischen Ganzen geschaffen ist, kann die Harmonie mit sich selber und dem Universum nur dann erreichen, wenn er lernt, Gott zu lieben. Seine Liebe zu Gott wird ihn dann dazu befähigen, nicht nur seine Mitmenschen, sondern auch alle Dinge, die von Gott geschaffen sind, lieben zu können.
Gott durch Liebe näher zu kommen ist für Rumi, genau wie für die meisten Sufis, der Weg zur wahren Erfüllung im Leben. Der Grund für Rumis Berühmtheit ist, dass er die Fähigkeit besaß, diese Lehre in einer Poesie von unübertrefflicher Schönheit wiederzugeben. Er beschrieb mit derselben Eloquenz die Freude, Gott näher zu kommen, wie die Trauer, von Gott getrennt sein zu müssen. Wie auch andere mystische Dichter bezeichnete er Gott als den Geliebten und die menschliche Seele, die auf der Suche nach Gott ist, als den Liebenden.
Mystiker | Sufi | Islamischer Philosoph | Person des Islam | Autor | Literatur (13. Jh.) | Literatur (Persisch) | Lyrik | Perser | Mann | Geboren 1207 | Gestorben 1273
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