Die Druiden waren wahrscheinlich eine Art kultischer und geistiger Elite in der keltischen Gesellschaft. Ob es allerdings Druiden in der im folgenden beschriebenen Form gegeben hat, lässt sich historisch nicht belegen. Die heutzutage vorliegenden Erkenntnisse stammen aus nicht neutralen römischen, christlich-mittelalterlichen, später esoterischen neo-keltischen Quellen.
Die Herkunft des Wortes druid ist bis heute umstritten. Eine verbreitete Annahme ist die Herleitung von der indogermanischen Wurzel *dru-wido-. Der erste Teil dru kann sowohl „Eiche“ bezeichnen als auch Eigenschaften wie „dicht, kräftig, prall, viel“. Im Keltischen kann er auch als Verstärkungswort verwendet werden. Der zweite Teil geht auf die indogermanische Wurzel *weid- zurück und steht so mit dem griechischen eidon („ich erblickte/erkannte“), dem lateinischen video („ich sehe“) und letztlich auch dem deutschen wissen in einer Reihe. Eine Druide wäre demnach ein besonders weit "Sehender" oder besonders viel "Wissender".
Abgeleitete Worte in keltischen Sprachen finden sich z.B. im Altirischen in der Form drui („Zauberer“) oder im Walisischen dryw („Zauberer, Seher“)
Man kann der keltischen religiösen Klasse allerdings grob drei verschiedene Funktionen zuteilen, wobei die Funktionen auch übergreifend wirkten:
Es muss insbesondere zwischen den Druiden der antiken Kelten (etwa bis zum Ende unabhängiger keltischer Kulturen, gegen Anfang des Mittelalters) und den Druiden der Neuzeit unterschieden werden. Erstere gingen unter, ohne Aufzeichnungen oder Nachfolger zu hinterlassen, letztere entstanden in Wales und Irland nach Ideen der Neuzeit, die alte Überlieferungen mit neuzeitlichen Vorstellungen, Nationalismus und Romantik verknüpften.
Direkte Überlieferungen von den Druiden der Antike sind uns nicht bekannt. Der Grund dafür ist aber nicht, dass diese Analphabeten gewesen wären, sondern dass die Druiden ihr Wissen ausschließlich mündlich an ihre Schüler weitergaben. Es existieren etliche frühmittelalterliche Texte aus Wales, Irland und Schottland, die mit druidischer Überlieferung in Verbindung gebracht werden. Jedoch handelt es sich dabei zumeist um mythologische Themen, die bereits christlich beeinflusst sind und nur sehr bedingt Rückschlüsse auf das antike Druidentum erlauben.
Von Plinius dem Älteren überliefert ist die Tradition des weißgekleideten Druiden, der mit der goldenen Sichel Mistelzweige in Eichen schneidet; daneben berichtet Plinius vom Stieropfer, dem der Druide vorstand. Die Mistel wurde von den Druiden als heilige Pflanze geschätzt. Auch wenn als Grund dafür immer wieder ihre Wirkung als Heilpflanze angeführt wird, ist dies als alleiniger Grund eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher war es die Beobachtung, dass die Mistel auch im Winter, wenn alles andere pflanzliche Leben erstorben zu sein scheint, noch grün auf den Bäumen wächst.
Schon zuvor hatte Julius Caesar im „Gallischen Krieg“ Druiden erwähnt; dieser Bezug weist Parallelen zu einer Darstellung des Poseidonius (135-51 v. Chr.) auf, der ein hellenistisch idealisiertes Bild der Druiden als Philosophen malt. Die Aufzeichnungen des Julius Caesar und auch der meisten anderen älteren Autoren sind allerdings insofern kritisch zu beurteilen, als diesen die keltische Kultur fremd war.
Mit der Eroberung keltischer Länder (Iberien, Gallien, Britannien) durch das römische Reich schwand der Einfluss der Druiden. Eine letzte Hochburg auf der nördlich von Wales gelegenen Insel Anglesey (Ynys Môn) wurde im Jahre 60 n. Chr. von den Römern zerstört. Letzte historische Berichte aus dem Irland des frühen Mittelalters sind christlich gefärbt; sie dämonisieren die Druiden als Gegner der Kirche.
Aus diesen Angaben entsteht das Bild des Druiden in angesehener gesellschaftlicher und politischer Stellung. Er war verantwortlich für religiöse Opfer und galt als Mittler zwischen Menschen und Göttern. Gleichzeitig sprach er in Rechtsangelegenheiten, hatte Aufgaben in der Lehre und war in der Geschichte und Kultur der Kelten bewandt. Auch der keltische Barde hatte vortragende Aufgaben; dass Barden und Druiden verschiedene Ränge einer speziellen Organisation seien, lässt sich nicht belegen.
Diese Bewegung ging in Irland und Wales einher mit einer Rückbesinnung auf eine eigenständige, von England unabhängige Geschichte mit keltischen Wurzeln und gewann im Zuge nationaler Bewegungen Zulauf. Gleichzeitig waren die neuen Druiden aufgrund ihrer Geheimhaltung (in einer Blütezeit von Geheimbünden) attraktiv. Das heutige Druidentum, eine allgemein unter Neopaganismus oder Heidentum eingeordnete Religion, entstand aus neuzeitlichen Druiden, sieht sich aber in direkter Nachfolge der historischen Druiden.
Von den Idealen der Aufklärung und romantischer Naturverbundenheit beeinflusst, wurde 1781 in England der Druiden-Orden gegründet, eine der Humanität, Toleranz und Menschenwürde verpflichtete Logenvereinigung. In der geistigen Führungsschicht der Kelten sahen die Ordensgründer Wissenschaft, Kunst und Lebensweisheit verkörpert (vgl. Deutscher Druiden-Orden).
Die bekannteste literarische Figur eines Druiden ist Miraculix aus den Asterix-Comics von René Goscinny und Albert Uderzo. Seine weiße Kleidung, die Goldsichel und das Schneiden von Misteln in Eichen beruhen offensichtlich auf den (oben genannten) historischen Quellen. Auch seine gesellschaftlich hohe Stellung - als Kenner der Geschichte und Berater des Häuptlings - folgt historischen Vorstellungen. Allerdings spielt er hier keine religiöse Rolle.
Druiden werden auch in den Romanen von Marion Zimmer Bradley literarisch verarbeitet. In „Die Nebel von Avalon“ wird die Artussage aus Sicht der Frauen erzählt. Die Druidin Morgaine erzählt darin als Schwester von Artus die Sage aus Sicht der Druidinnen.
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