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Dromedary
 

Dromedar
Dromedare.jpg
: Höhere Säugetiere (Eutheria)
: Laurasiatheria
: Paarhufer (Artiodactyla)
: Schwielensohler (Tylopoda)
: Kamele (Camelidae)
: Altweltkamele (Camelus)
: Dromedar
Wissenschaftlicher Name Camelus dromedarius Linnaeus, 1758 Dromedar_freie_Wildbahn.jpg | Dromedary_at_Tierpark_Berlin.jpg Dromedar_Kopf.jpg

Das Dromedar (Camelus dromedarius, von gr. , dromás „laufend“) ist eine Art der Gattung der Altweltkamele und gehört damit zur Familie der Kamele. Es verfügt im Gegensatz zum Trampeltier nur über einen Rückenhöcker. Das Dromedar ist in seiner Wildform ausgestorben.

Aussehen


  • Kopf-Rumpflänge: 220 bis 340 cm
  • Schulterhöhe: 230 bis 250 cm
  • Schwanzlänge: 50 cm
  • Gewicht: 450-650 kg
  • Alter: 40-50 Jahre
  • Geschlechtsreife: Ab dem 6. Lebensjahr

Das Dromedar hat nur einen Höcker. Es ist meist sandfarben, es kommen jedoch auch andere Farbschläge von weiß bis extrem dunkelbraun vor. Scheitel, Nacken, Hals und Rumpf sind mit längerem Haar bedeckt. Die Oberlippe ist gespalten und die verschließbaren Nasenlöcher schlitzförmig. Die Lider tragen sehr lange Wimpern. Diverse Hornschwielen befinden sich auf dem Brustbein, an Ellenbogen, Handwurzel, Ferse und Knie.

Es gibt verschiedene Rassen, die meist entweder als Reittiere oder robuste Tragetiere gezüchtet werden. Man unterscheidet

  • Reitdromedar
  • Renndromedar
  • Lastdromedar
  • Bergdromedar
  • Flachlanddromedar (Wüste oder Flachland)
  • Zwischenformen

Lebensweise


Dromedare ernähren sich von Gras und anderen Pflanzen. Seine Anpassung an trockenes Klima ermöglicht es dem Dromedar, in wüstenhaften Gebieten zu leben. Es hat die Fähigkeit, lange ohne Wasser auszukommen, da es sehr viel Wasser im Körper speichern kann. Der Rückenhöcker enthält Fettvorräte, die das Tier verbrennen kann, um Energie und Flüssigkeit zu gewinnen. Zwar legt das Dromedar in seinem Höcker keinen Wasservorrat an, jedoch kann es dies in seinem Magen. Die Nieren resorbieren einen Großteil der Flüssigkeit, indem sie den Urin stark konzentrieren. Auch dem Kot wird vor der Ausscheidung die meiste Flüssigkeit entzogen.

Die Körpertemperatur von Dromedaren sinkt während der Nacht sehr stark ab, so dass tagsüber der Körper sich nur langsam aufwärmt und das Tier lange Zeit nicht zu schwitzen braucht. Während einer Trockenperiode kann ein Dromedar bis zu 25% seines Körpergewichts verlieren, ohne zu verdursten. In zehn Minuten kann es durch Wasseraufnahme sein durch Schwitzen verlorenes Körpergewicht wieder erreichen. Nur alle zwei Jahre kann ein Weibchen ein Junges nach einer Tragezeit von 365-440 Tagen gebären! Dabei zieht es sich von der Herde zurück, um das Junge allein zu gebären.

Nach etwa einem Tag kehrt die Mutter mit dem Jungtier zur Herde zurück. Obwohl das Fohlen circa ein Jahr lang gesäugt wird, beginnt es schon unmittelbar nach der Geburt, selbst Nahrung aufzunehmen. Im Alter von 2 Monaten ernährt es sich schon zum Teil von Pflanzen.

Verbreitung


Das Dromedar ist in ganz Nordafrika und dem vorderen Orient bis nach Indien verbreitet. Es wurde auch auf dem Balkan, in Südwestafrika und den Kanarischen Inseln ebenso wie in Australien eingeführt, wo es wild in den Zentralregionen lebt.

Geschichte


Das Dromedar existiert heute nur noch in seiner domestizierten Form. Früher lebte das Dromedar wahrscheinlich in Arabien. Wann das Dromedar gezähmt wurde, ist heute noch nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Zweifellos fand dies auf der arabischen Halbinsel, wohl im 3. Jahrtausend v. Chr. statt.

Die erste Erwähnung von Kamelreitern findet sich auf einer assyrischen Stele, die ein Kontingent von 1.000 arabischen Kamelreitern in der Schlacht von Karkara 853 v. Chr. erwähnt. Abbildungen solcher Kamelreiter finden sich auf Reliefs aus Nimrud aus der Zeit Assurbanipals (661-631 v. Chr.). Hier sitzen jeweils zwei mit Bögen bewaffnete Reiter auf einem Kamelhengst, der vordere scheint vor allem mit dessen Lenkung beschäftigt, während sich der hintere umwendet und auf die assyrischen Fußsoldaten schießt. Das Kamel trägt eine Art von Zügeln, wird aber, wie auch heute, mit einem Stock gelenkt. Mit Riemen um Brust und Schwanz ist eine Art Satteldecke befestigt.

Das Dromedar verbreitete sich erst recht spät in Afrika, wohl kaum vor der zweiten Hälfte des vorchristlichen Jahrtausends. Seit der Zeitenwende dehnt sich sein Verbreitungsgebiet jedoch auch aufgrund der zunehmenden Desertifikation stetig, oft auf Kosten von Hausrindern, aus.

Die Wildform ist schon lange Zeit ausgestorben, der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Außerhalb Australiens gibt es keine wildlebenden Dromedare. Die dortigen etwa 500 000 Dromedare stammen von domestizierten Dromedaren ab, die von etwa 1840 bis 1907 zunächst als Nutztiere importiert wurden. Seit den 1920er Jahren, als Kraftfahrzeuge immer mehr die Dromedare ersetzten, entließ man viele Dromedare einfach in die Freiheit.

Weblinks


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