Das E-Gas-System bzw. Drive-by-Wire ist die Bezeichnung für (zumindest partielles) Fahren oder Steuern von Fahrzeugen ohne mechanische Kraftübertragung der Bedienelemente zu den entsprechenden Stellelementen. Es kann zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führen, z.B. wenn ein Elektromotor nur während der Lenkbewegung arbeiten muss. Werden mehrere Systeme elektrisch betrieben, steigt der Stromverbrauch, was zur Folge hat, dass grössere Generatoren und Batterien benötigt werden. Die Folge sind ständig schwerere Fahrzeuge. Entsprechend dem Namen bestehen keine mechanischen Verbindungen, sondern die Steuerung von Funktionen, Lenkbewegungen etc. geschieht über elektrische Leitungen. Der Name ist abgeleitet aus der für Flugzeuge analogen Bezeichnung Fly-by-Wire.
Die aktuelle Entwicklung im Kraftfahrzeugbau tendiert dazu, alle Fahrzeugführerbefehle nur noch elektrisch weiterzuleiten. Systeme wie das Brake-by-Wire und Steer-by-wire sind zur Zeit Gegenstand ausgiebiger Untersuchungen und haben noch nicht Großserienreife erreicht.
Nachteil: Beispielsweise führt ein Ausfall der elektrischen Versorgung zu totaler Unlenkbarkeit. Auch ist ein Abbremsen des Fahrzeuges nicht möglich. Im Weiteren hat sich gezeigt, dass elektrische Lenkungen in grösseren Fahrzeugen sehr schwer werden und diesbezüglich der hydraulischen Lenkunterstützung weit unterlegen sein können.
In der Luftfahrt ist Fly-by-Wire längst Realität. Die Luftfahrt ist Vorreiter von "by-Wire"-Systemen. Diese haben sich dort durchgesetzt. Bei Flugzeugen sind diese Systeme in mehrfacher Ausführung vorhanden, was zu immensen Kosten führt. Im Weiteren besteht eine Wartungs- und Prüfungspflicht. Kostengünstige "by-Wire"-Systeme für Großserienfahrzeuge sind für die Hersteller eine grosse Herausforderung. Künftig werden solche Systeme in Kraftfahrzeugen auch Wartungs- und Prüfungspflichtig. Die kompliziertere Technologie wird als Mechatronik bezeichnet.
Aus Sicherheitsgründen muss sichergestellt werden, dass die Daten schnell ("in Echtzeit") übertragen werden und über mehrere getrennte Leitungen redundant übertragen werden können. Üblicherweise wird in Fahrzeugen über einen CAN-Bus vernetzt.
Ein Beispiel für konsequenten Einsatz der Drive-by-Wire Technik ist das Hybridfahrzeug Toyota Prius, sowie das aktuelle Modell der Yamaha R6.
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