Die Drina ist ein Fluss, der sich an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien befindet. Sie bildet das längste hydrologische System des Dinarischen Gebirges und ist mit der Tara, einem der beiden Quellflüsse, fast 500 km lang. Die Drina ist der größte Nebenfluss der Save und gehört über die Donau zum Einzugsgebiet des Schwarzen Meeres.
Vom Zusammenfluss der beiden sie speisenden Flüsse bis zu ihrer Mündung ist sie 346 km lang. Wegen ihres grünlich schimmernden Wassers wird der Fluss auch Zelenka (bosnisch für Die Grüne) genannt.
Besonders in ihrem Oberlauf fließt die Drina stark mäandernd durch Schluchten und enge Gebirgstäler, weswegen sie als einer der schönsten Flüsse auf dem Balkan gilt.
Die beiden Quellflüsse der Drina, Piva und Tara liegen im nordwestlichen Montenegro. Die 141 km lange Tara entspringt im Komovi, einem Bergstock des Prokletije, auf ca 2.000 m Höhe. Ebenso wie die Tara ist auch die im Morača-Gebirge entspringende 91 km lange Piva ein typischer Karstfluss mit wenigen Nebenflüssen die steile Canyons ins Karsthochland Nordmontenegros erodiert haben.
Die Drina ist für die Stromerzeugung der wichtigste Fluss des Westbalkans. Mehrere Stauseen und Wasserkraftwerke finden sich im Mittelteil der Drina. Darüber hinaus ist auch die Piva aufgestaut. Planungen die Tara ebenso aufzustauen sind bisher am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.
Zwischen Višegrad und Peručac fließt das Wasser der Drina auf etwa 50 km Länge durch den Peručačko-Stausee. Die Höhe des Staudamms bei Peručac beträgt dabei 93 m. Weiter nördlich durchfließt es den Zvorničko-Stausee, dessen Stauwerk bei Zvornik steht.
Historisch stellte die Drina lange Zeit die natürliche Grenze zwischen dem Weströmischen und dem Oströmischen Reich dar, woraus später auch die Grenze zwischen dem orthodoxen und dem katholischen Glauben entstand. Diese Vergangenheit, verbunden mit dem Einfluss des Islam während der osmanischen Herrschaft prägten und prägen bis in die Gegenwart die gesellschaftlichen Verhältnisse entlang der Drina. Neben vielen Jahrhunderten multikulturellem Zusammen- und Nebeneinanderlebens gab es auch immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. So fanden hier während des Ersten Weltkriegs 1914/15 heftige Schlachten zwischen den österreichisch-ungarischen und den serbischen Truppen statt. Während des Bürgerkriegs in Bosnien 1992 bis 1995 gelangten dann die als UN-Schutzzonen definierten Städte Foča und Goražde zu trauriger Berühmtheit.
In seinem Werk Die Brücke über die Drina (im Original Na Drini ćuprija) hat der in Višegrad aufgewachsene serbische Schriftsteller und Nobelpreisträger Ivo Andrić dem Fluss, der Stadt und seinem Land ein künstlerisches Denkmal gesetzt.
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