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Drenthe ist eine niederländische Provinz, gelegen im Nordosten des Landes. Die Hauptstadt ist Assen. Andere wichtige Orte sind Emmen und Hoogeveen. Sie grenzt im Süden an die Provinz Overijssel, im Westen an Friesland, im Norden an Groningen und im Osten an Deutschland. Die Provinz ist ländlich geprägt und wird im Osten von Moorgebieten beherrscht.
Geologie
Grob betrachtet weist die Provinz die Form eines umgedrehten ovalen Tellers auf. Die Ränder liegen tief und die übrigen Teile der Provinz befinden sich auf einem lang gestreckten
Plateau. Diese besteht zu weiten Teilen aus
Kiesablagerungen, die fast überall mit sandigen Böden überdeckt sind. Die Höhe dieses Plateaus bewegt sich zwischen 10 und 20 m ü. NN. Einschnitte werden einzig durch Seen und Flüsse hervorgerufen. Erhebungen stammen zumeist von Streifendünen und Aufschüttungen in Baugebieten. Zwischen den Städten Emmen im Südosten und Groningen im Norden verläuft der niederländische
Hunsrück, der
Hondsrug (Hunderücken), eine leichte Erhebung aus eiszeitlichen Sanden und Ablagerungen. Dort liegt mit 32 m der höchste natürliche Punkt der Provinz. Im Dorf Wijster in der Gemeinde Midden-Drenthe befindet sich die höchste Stelle der Provinz, es ist die Spitze einer Mülldeponie. Die tiefsten Punkte der Provinz liegen im Nord- und Südwesten unterhalb des
Meeresspiegels.
In dem Dorf Schoonebeek in der Gemeinde Emmen wurde vor kurzen ein Erdölvorkommen entdeckt. Man vermuten zudem Erdgasvorkommen.
Vorgeschichte
52 der 53 in den Niederlanden beheimateten und erhaltenen Hünengräber (niederl. Hunebedden) liegen (durchnummeriert) in der Drenthe, das andere liegt in der Provinz Groningen. Sie werden nach niederl. Terminologie in Ganggraf (Ganggrab), Portalgraf (Portalgrab) unterschieden. Trapgraf (D13 in Gieten Eext) - eine im Rundhügel eingesenkte Kammer mit treppenartigem Zugang und das Langgraf (D43 in Emmen) sind für die Niederlande untypische Einzelobjekte. D43 ist ein 40 m langes vollständiges Hünenbett mit zwei querliegenden Kammern (Dolmen). Die größte
Megalithanlage des Ganggrabtyps in der Drenthe liegt am Weg zwischen Borger und Bronneger. Die Anlage (D27) besteht aus 47 Steinen und ist 21 m lang. Der schwerste Einzelstein wiegt 21 t. Somit war die Provinz bereits in der Steinzeit eine Siedlungskammer wovon später auch Grabhügel (niederl. Grafheuvel) und der Moortempel von Barger-Oosterfeld zeugen.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der Drenthe geht auf das Jahr 820 zurück. Dort wird von der so genannten Pago Treanth, was für Landschaft Drenthe steht, gesprochen. In den Jahren 1024 und 1025 wird die Grafschaft Drenthe erwähnt. 1046 wird diese Grafschaft durch Kaiser Heinrich III. dem Bischof Bernoldus von Utrecht geschenkt. 1528 tritt Bischof Heinrich II. von Bayern das Oberstift Utrecht, zu der das Gebiet der heutigen Provinz Drenthe gehörte, an Kaiser Karl V. ab und 1536 wird Drenthe eine eigene Herrschaft innerhalb der Habsburgischen Niederlanden. Als sich die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande für unabhängig erklären wird Drenthe ein Teil des Landes, wird aber nicht als eigenständige Provinz anerkannt und wird wieder Bestandteil der Provinz Overijssel. Erst als sich 1839 die Niederlande in der heutigen Form bilden, wird Drenthe eine eigenständige Provinz.
Landschaft
In der Provinz lassen sich drei Landschaftstypen unterscheiden. Die Heide im Westteil, die
Moorgebiete im Ostteil und die
Kanallandschaften.
Heide
Die Mitte der Provinz, auch als
Alt Drenthe bezeichnet, weist hauptsächlich Sandboden auf. Dieser Bereich wird durch
Heidegebiete mit
Weiden und
Ackerbau geprägt, die von Grünlandstreifen entlang der Flüsse und Bäche unterbrochen wurden. In der Landwirtschaft herrschte früher vielfach die
Schafzucht vor, wobei die Schafe den Sommer in der Heide verbrachten. Durch den Einsatz von
Kunstdünger ab dem
19. Jahrhundert verlor die Schafzucht an Bedeutung und weite Teile der Heide wurden in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Andere Teile der Heide wurden durch die staatliche Forstverwaltung aufgeforstet um den steigenden Holzbedarf zu decken. Das Grünland entlang der Flüsse wurde hauptsächlich als Weideland genutzt, wobei etliche
Auengebiete trocken gelegt wurden. Das Aussehen der Ackerflächen hat sich zudem durch
Flurbereinigungen geändert.
Somit ist von der ursprünglichen Heidelandschaft nicht mehr viel übrig geblieben. Größere Flächen findet man nur noch im Nationalpark Drentschen Aa nordöstlich von Assen.
Moorlandschaft
Der östliche Bereich der Provinz wird von Mooren geprägt. Hier findet schon seit langer Zeit intensiver
Torfabbau statt. Weite Teile werden von Entwässerungskanälen durchzogen um den Abbau zu ermöglichen. In den Gebieten in denen die Torfvorkommen erschöpft sind, hat sich Landwirtschaft angesiedelt. Von den Mooren sind heute nur noch zwei größere erhalten, das
Bargerveen im äußersten Südosten der Provinz und das
Fochteloërveen im Nordwesten an der Grenze zu
Friesland.
Kanallandschaften
Da die meisten Flüsse in der Provinz für die Schifffahrt zu klein waren, wurden zahlreiche Kanäle angelegt. Die bedeutendsten sind der
Drentsche Hoofdvaart, der
Noord-Willems-Kanaal, der
Hoogeveense Vaart und der
Oranjekanaal. Durch den zunehmenden Verkehr auf den Straßen haben die Kanäle vielfach stark an Bedeutung verloren.
Wirtschaft
Im Vergleich mit dem
BIP der
EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Provinz einen Index von 98.6 (EU-25:100) (
2003).
[Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25* ]
Sprache
Die ursprünglichen Dialekte sind
niedersächsischer Herkunft.
Gliederung
In der Provinz Drenthe existieren zwölf Gemeinden (Einwohner am 31. Dezember 2005).
Quellen
Niederländische Provinz
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