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Die Drei-Punkte-Regel wurde zur Saison 1995/96 vom Fußballweltverband (Fifa) weltweit eingeführt, um die nationalen Ligen interessanter zu gestalten. Der Beschluss wurde von der FIFA 1994 getroffen. In der deutschen Fußball-Bundesliga und in der Schweizer Nationalliga wurde die Regelung ab der Saison 1995/96 umgesetzt, während in verschiedenen anderen europäischen Ligen bereits vorher nach der Drei-Punkte-Regel gezählt wurde.

Die Neuerung war, dass ein Sieg mit drei statt bisher zwei Punkten gewertet wurde, ein Unentschieden nach wie vor mit einem Punkt.

Ein weiterer Unterschied bestand im speziellen bei der deutschen Fußball-Bundesliga darin, dass nur noch Pluspunkte zählten. Zuvor gab es für ein Spiel zwei Plus- und zwei Minuspunkte, wobei der Verlierer zwei Minuspunkte, der Sieger zwei Pluspunkte bekam und bei einem Unentschieden sich beide Mannschaften die Punkte teilten.

Diese Regelung ist nicht auf Fußball beschränkt; auch in anderen Mannschaftssportarten ist die Drei-Punkte-Regel inzwischen eingeführt. Bei Sportarten, deren Spiele eher selten oder nie Unentschieden enden, wird nach wie vor nach der Zwei-Punkte-Regel gespielt (z. B. Basketball, Handball, Volleyball).

Ziel


Die Drei-Punkte-Regel sollte erreichen, dass die Mannschaften stärker auf Sieg spielen sollten, weil der Lohn, ein Spiel zu gewinnen, damit größer ist. Tatsächlich ist dieses Ziel nicht erreicht worden. Die Anzahl an Spielen, die Unentschieden enden, ist nicht zurückgegangen. Eine Erklärung dafür ist, dass es für eine Mannschaft auch lohnend ist, wenigstens einen Punkt zu sichern, statt bei einem Spiel auf Sieg ein Nullpunkte-Ergebnis hinnehmen zu müssen. Auch kann es rein destruktiv sinnvoll sein, drei Punkte für den Gegner zu verhindern.

Praktische Auswirkungen in Deutschland


Die praktischen Auswirkungen in Hinblick auf den Tabellenstand sind eher gering, die Ligatabellen unterscheiden sich im Vergleich nur minimal, da bei der Drei-Punkte-Regel diejenigen Mannschaften begünstigt werden, die am häufigsten gewinnen. In der Regel stehen diese Mannschaften auch bei der alten Regelung höher. Die immer gerne aufgestellte Behauptung, es hätten nie die Meisterschaft entscheidenden Tabellenänderungen stattgefunden, ist jedoch nicht richtig.

Drei-Punkte-Regel vor 1995

Die Drei-Punkte-Regel hätte Werder Bremen eine zusätzliche Meisterschaft beschert, dem VfB Stuttgart eine weniger: In der Saison 1982/83 wären die Bremer mit 75 Punkten Meister geworden, nicht der HSV, der es nur auf 72 Punkte gebracht hätte. Die Hamburger wären allerdings in der darauf folgenden Saison mit 69 Punkten Meister geworden. Der Meister Stuttgart (nur 67 Punkte) wäre noch hinter Mönchengladbach auf den dritten Platz zurückgefallen. Änderungen auf den Abstiegsplätzen:
  • 1981/82 hätte nicht Bayer Leverkusen, sondern Fortuna Düsseldorf als Drittletzter die Relegation gegen Kickers Offenbach um den Verbleib in der Liga gespielt. Leverkusen blieb jedoch erstklassig.
  • 1985/86 hätte Eintracht Frankfurt anstelle von Borussia Dortmund in die Relegation ziehen müssen. Der Gegner Fortuna Köln, der in der Relegation scheiterte, wäre jedoch bei der Drei-Punkte-Regel als Tabellenzweiter der 2. Liga direkt aufgestiegen. Die Relegation hätte der damalige Tabellenzweite (und Aufsteiger) Blau-Weiß 90 Berlin spielen müssen.
  • 1988/89 wäre eine größere Anzahl von Mannschaften betroffen gewesen. Es waren auf den Plätzen 14-17 vier Mannschaften punktgleich: Der 17. und Absteiger Stuttgarter Kickers wäre auf Platz 14 gelandet und in der Liga verblieben. Abgestiegen wäre als 17. dafür Eintracht Frankfurt. Frankfurt spielte tatsächlich die Relegation gegen Saarbrücken und gewann. Nach neuer Regel hätte als Tabellendritter der 2. Liga allerdings nicht Saarbrücken, sondern (der Tabellenzweite und Aufsteiger) FC Homburg die Relegation spielen müssen. Nach Drei-Punkte-Regel wäre zudem Fortuna Köln, der nur Vierter wurde, als Zweiter direkt aufgestiegen. Saarbrücken wäre Tabellenvierter geworden.
  • 1992/93 wäre nicht der VfL Bochum, sondern Dynamo Dresden abgestiegen.

Zwei-Punkte-Regel nach 1996

In den Meisterschaftsentscheidungen hätte sich ebenfalls etwas geändert, wäre man bei der alten Punktevergabe geblieben.
  • 1999/2000 wäre Bayer Leverkusen Meister geworden, Bayern München nur Zweiter.
  • In der Folgesaison wäre Schalke nicht nur Meister der Herzen geworden. Sie wiesen ein besseres Torverhältnis als der tatsächliche Meister Bayern München auf (bei Punktgleichheit von 44:24).
Auf den Abstiegsplätzen hätte sich folgendes verändert:

Diese Auswirkungen sind trotzdem nur theoretischer Natur. Eine andere Punkteregelung hätte in vielen Punkten zu vollkommen anderem Spielverhalten geführt, insbesondere dort, wo ein anderes Ergebnis zum Erreichen des Ziels notwendig gewesen wäre. Eine abstiegsbedrohte Mannschaft hätte z. B. nicht auf Unentschieden gespielt, wenn es zum Klassenerhalt nicht gereicht hätte.

Auch im Saisonverlauf können gelegentlich Auswirkungen zu erkennen sein. Eine Mannschaft, die ein Spiel gewinnt, klettert in der Tabelle schneller nach oben. Mannschaften, die oft Unentschieden spielen, verlieren dadurch eher Tabellenplätze als bei der 2-Punkte-Regel.

In der 1. deutschen Fußball-Bundesliga - bei drei Absteigern von insgesamt 18 Mannschaften - hätten früher theoretisch ausnahmslos Unentschieden für den Klassenerhalt ausgereicht. Eine Mannschaft hätte nach 34 Spielen 34:34 Punkte erzielt und damit im Mittelfeld gestanden. Nach der neuen Regel führen 34 Unentschieden (und damit 34 Punkte) fast sicher zum Abstieg, da sich in der Praxis bisher herausgestellt hat, dass üblicherweise erst 38 Punkte zum Klassenerhalt ausreichen.

Fußball | Spielregeln

 

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