Als die Drei Reiche von Korea werden die Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla bezeichnet, die 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. weite Teile der koreanischen Halbinsel und der Mandschurei beherrschten. Dieser Zeitraum vom Untergang Go-Joseons bis zu Sillas Sieg über Goguryeo wird deshalb in der koreanischen Geschichtsschreibung auch als Zeit der drei Königreiche beschrieben.
Berichte über diese Zeit stützen sich hauptsächlich auf die Samguk Sagi (Chronik der drei Königreiche), die älteste noch erhaltenen Schrift über die Geschichte Koreas. Inwieweit deren Angaben der Wahrheit entsprechen, ist fraglich, da der Autor an vielen Stellen versucht, die vermeintliche Überlegenheit des später dominanten Königreichs Silla herauszustellen.
Nachweisbar ist, dass sich die drei Königreiche zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert n. Chr. als einflussreiche Staaten herausgebildet hatten.
Alle drei Königreiche besaßen eine ähnliche Kultur und Sprache, die durch die engen Beziehungen zu China stark vom Konfuzianismus und Taoismus geprägt wurde. Sie alle führten um das 4. Jahrhundert n. Chr. den Buddhismus als Staatsreligion ein.
Goguryeo gelang es bald, große Teile der Mandschurei zu erobern und wurde dadurch zum größten der drei Königreiche. Nachdem des 313 n. Chr. die chinesische Kommandantur Lolang besiegt hatte, verlegte es seine Hauptstadt nach Rakrang (Hangeul: ), das sich auf dem Gebiet des heutigen Pjöngjang befand. Im 5. Jahrhundert n. Chr., am Zenit seiner Macht, besetzte Goguryeo die chinesische Halbinsel Liaodong und das Gebiet um das heutige Seoul. Nachdem in China die Sui-Dynastie 581 China wiedervereinigt hatte, wendete sich das Blatt gegen Goguryeo und es war wiederholt Angriffen chinesischer Truppen ausgesetzt, die auch mit der nachfolgenden Tang-Dynastie weiter gingen.
Baekje übernahm in großem Maße die chinesische Kultur und Technologie. Als Seemacht spielte es eine besondere Rolle im Handel und den Beziehungen zu Japan.
Die Hauptstadt von Silla war Seorabol (vermutlich das heutige Gyeongju). Ausgrabungen lassen darauf schließen, dass Sillas Kultur stärker durch nomadische Stämme im Norden geprägt wurde und der Einfluß der chinesischen Kultur entsprechend geringer war.
siehe auch: Liste der Herrscher Koreas
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