Kraftwerk Heimbach03.jpg | Phasenspannungen.JPG
Als Dreiphasenwechselstrom oder Drehstrom (umgangssprachlich auch Starkstrom oder Kraftstrom) wird in der Elektrotechnik ein System von drei miteinander verketteten Wechselströmen bezeichnet.
Werden in einen Generator drei Spulen gleichmäßig im Kreis versetzt angeordnet, entstehen drei zeitlich ebenso versetzte Wechselspannungen, die ihre Amplituden in unterschiedlichen Phasen erreichen.
Die Summe der Spannungen aller drei Spulen ist in jeder Phase Null. Wenn eine Spannung ihre Amplitude erreicht, sind die beiden anderen Spannungen umgekehrt gerichtet und halb so groß. Wenn eine Spannung den Wert Null hat, sind die beiden anderen Spannungen entgegengesetzt gerichtet und gleich groß.
Eine solche Verbindung wird als Sternpunkt und dort angeschlossene Leiter als Neutralleiter bezeichnet. Wenn die Widerstände unterschiedlich sind, fließt im Neutralleiter nur der Strom, um den sich die Ströme in den anderen Leitern, den Außenleitern, unterscheiden. Bei Drehstrommotoren ist gewährleistet, dass die Widerstände gleich sind, so dass der Neutralleiter überflüssig ist.
Durch diese sogenannte Sternschaltung kann also die dreifache Leistung eines einzelnen Wechselstromsystems ab einem Mehraufwand an Material von nur 50% übertragen werden.
Die Formel zur Berechnung einer einzelnen Wechselspannung in einem Dreiphasenwechselstromnetz lautet mit U als Leiterspannung zwischen den Außenleitern und U0 als Strangspannung zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter:
In Drehstromnetzen wird meistens der Neutralleiter geerdet. Hierbei werden im Niederspannungsbereich Vierleitersysteme, im Hochspannungsbereich über 1000 Volt Dreileitersysteme verwendet. Im Niederspannungsbereich und in Höchstspannungsnetzen ist der Sternpunkt starr geerdet, in Mittelspannungs- und Hochspannungsnetzen ist dieser häufig induktiv über eine Drosselspule/Erdschlusslöschspule geerdet.
Mit Drehstrom angetriebene moderne Schienenfahrzeuge haben eine interne Drehstromversorgung, die mit Stromrichtern aus dem Einphasenwechselstrom der Oberleitung generiert wird. Bei früheren Bahn-Drehstromantrieben wie in Italien wurde eine der Drehstromphasen indirekt geerdet durch Verbindung mit der Schiene. Damit konnte die Oberleitung in einer praktischeren zweipoligen statt einer dreipoligen Version ausgeführt werden. Die letztere Version wurde lediglich bei Versuchsfahrten wie auf der Preußischen Militäreisenbahn um 1903 verwendet.
Das reine Dreileiter-System ohne separate Rückleiter wird verwendet, wenn die nahezu symmetrische Belastung annähernd erreicht werden kann und für begrenzte Ausgleichs- und kapazitive Ladeströme der Leitung die Erde als Rückleitung ausreicht, wie z. B. in Hochspannungs-Freileitungs-Netzen von z. B. 6 bis 400 kV (regionales Übertragungs-Netz der Netzbetreiber – vom Kraftwerk zum Umspannwerk).
Die Bezeichnungen der Außenleiter (Phasen) mit R, S und T sind teilweise noch in Gebrauch. Sie sind jedoch veraltet. Die aktuell üblichen Bezeichnungen sind L1, L2 und L3. 'L' steht dabei für 'Line'.
Bei Aufteilung des Dreiphasenwechselstrom-Systems in einzelne Wechselstromleitungen, zum Beispiel in Haushalten, ist jedoch eine gleichmäßig verteilte Entnahme nicht mehr gewährleistet. Hier wird dem Dreileiternetz ein zusätzlicher Ausgleichsleiter zugefügt, über den die Ausgleichsströme zum Sternpunkt des Versorgungssystems zurückfließen. Dieser Neutralleiter ist wie die Außenleiter ein sogenannter aktiver Leiter des Drehstromsystems, der im Gegensatz zu einem zusätzlichen Schutzleiter im normalen Betrieb Strom führen kann.
Three-phase electric power | Kolmivaihevirta | Triphasé | 三相交流 | Trefassystem | 三相電
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