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Die Drehleiter ist das häufigste und bekannteste Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr. Heute verfügt sie meist über einen Korb, der am sogenannten Leiterpark fest montiert ist oder (bei etwas älteren Fahrzeugen) in diesen eingehängt werden kann.
Aufgaben der Drehleiter
- Rettung von Personen. Bei Drehleitern mit Korb können die geretteten Personen im Korb sicher nach unten befördert werden.
- Löschangriff von außen. Hierzu können an den meisten Drehleiterkörben Wasserwerfer montiert werden. Hiermit kann entweder direkt von außen das Feuer bekämpft werden oder der Angriffstrupp kann vom Leiterkorb aus über den Balkon oder durch ein Fenster ins Gebäude eindringen. Dann wird vom Wasserwerfer, bei Dreleitern Wenderohr genannt, aus eine weitere Schlauchleitung ins Innere des Gebäudes verlegt.
- Beleuchtung. Am Leiterkorb können Scheinwerfer oder Beleuchtungsballone zur Ausleuchtung einer Einsatzstelle befestigt werden.
- Verletztenrettung. An vielen Leiterkörben kann eine Halterung für eine Krankentrage montiert werden. Dann ist es möglich, einen auf der Trage liegenden Verletzten schonend aus einer hochgelegenen Wohnung zur Erde zu transportieren. Aber man kann die Drehleiter auch zur Rettung von Verletzten aus Tiefen benutzen.
Kurzbezeichnungen
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Wie bei allen Feuerwehrfahrzeugen (in Deutschland) werden auch bei Drehleitern die Haupteigenschaften in einer Kombination aus Buchstaben und Zahlen beschrieben. Hierbei bedeuten
- DL = Drehleiter
- DLK = Drehleiter mit Korb
- nur eine Zahl = Länge des ausgefahrenen Leiterparks in Metern (heute nicht mehr verwendet)
- erste Zahl = Nennrettungshöhe in Metern
- zweite Zahl = Nennausladung in Metern
- nB = niedrige Bauart
- SE = Soforteinstieg
- CC = Computer Controlled
- CS = Computer Stabalized
- PLC = Program Logic Control
- HZL = Hinterachszusatzlenkung
Normung
Seit Januar 2006 gelten für Drehleitern zwei neue Normen. DIN EN 14043 für vollautomatische Drehleitern und die DIN EN 14044 für halbautomatische (sequenzielle) Drehleitern. Die halbautomatischen Drehleitern können nur eine Bewegung zur Zeit, vollautomatische Drehleitern alle Bewegungen gleichzeitig ausführen.
Die beiden Normen ersetzen die DIN 14701 in allen drei Teilen.
Die Bezeichnung für eine automatische Drehleiter der 30 Meter Klasse nach neuer Norm ist DLA (K) 23/12. Nach alter Norm wäre die Drehleiter als DLK 23-12 bezeichnet worden.
Beispiele
- DL 18-12 = Drehleiter mit 18m Nennrettungshöhe bei 12m Nennausladung
- DLK 23-12 nB = Drehleiter mit Korb mit 23m Nennrettungshöhe bei 12m Nennausladung in niedriger Bauart.
- DL 25 = Drehleiter mit 25m Leiterlänge (dies ist die frühere, seit 1978 nicht mehr benutzte Norm-Bezeichnung)
Technik
Technischer Aufbau
Der Leiterpark besteht aus mehreren ineinanderliegenden Leitersegmenten, die motorisch ausgefahren werden. Er ist mit einem
Drehkranz auf dem Fahrzeugfahrgestell befestigt, der sich um 360° drehen lässt. Zur Bedienung des Leiterparks befindet sich auf dem Drehkranz neben der Leiter ein Steuerstand. Dieser wird i.d.R. vom Maschinisten bedient. Bei vielen Modellen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Leiter vom Leiterkorb aus zu steuern.
Um für den Betrieb der Leiter einen stabilen Stand zu schaffen und ein Umkippen zu verhindern, werden seitliche Abstützungen ausgefahren. Hier sind Waagerecht-Senkrecht-Abstützungen und Schräg-Abstützungen bekannt.
Drehleiter_Magirus_Deutz_Adam_Opel_Werksfeuerwehr.jpg Fahrgestell (älteres Modell)]]
Drehleitern gibt es an sich seit
1904. In jenem Jahr stellte die Firma
Magirus® das erste Leiterfahrzeug vor, bei welchem der Fahrzeugmotor auch für den Leiterbetrieb genutzt werden konnte. Alle zuvor entwickelten Fahrzeuge hatten stets auf mechanischen Prinzipien zum Auszug der Leiter beruht.
Besatzung
Drehleitern sind üblicherweise für eine Truppbesatzung (1+2) ausgelegt. Drehleitern mit Staffelbesatzung (1+5) gab es früher und sie werden heute nur noch von wenigen Feuerwehren mit besonderem Bedarf neu beschafft.
Drehleitermaschinisten werden an den Landesfeuerwehrschulen oder Schulen der Berufsfeuerwehren ausgebildet. Wichtig ist neben dem eigentlichen Betrieb und der Bedienung der Drehleiter, vor allem die Einsatztaktik. Hier hat sich als Standardtaktik bei vielen Feuerwehren die HAUS-Regel bewährt.
Feuerwehrtechnische Beladung
Die feuerwehrtechnische Beladung von Drehleitern ist meist gering. Eine Pumpe und ein Wassertank sind nicht an Bord. Ein wichtiger Bestandteil der Beladung ist ein Schlauch, der so lang ist, wie die voll ausgefahrene Leiter. Mit ihm wird der Wasserwerfer im Leiterkorb mit Wasser versorgt. Zusammengekuppelte Schläuche können hierfür nicht verwendet werden, da der Schlauch auf den Leitersprossen liegt und eine Kupplung sich beim Ein- oder Ausfahren der Leiter sofort verhaken würde.
Häufigste Bauform
Am häufigsten sind in Deutschland Drehleitern der Bauart DLK 23-12 bei den Feuerwehren zu finden, da damit an allen Gebäuden unterhalb der Hochhausgrenze angeleitert werden kann. Bei Hochhäusern ist zur Menschenrettung ein zweiter baulicher Rettungsweg oder ein Sicherheitstreppenraum erforderlich.
Aus diesem Grund sind
- größere Drehleitern als die DLK 23-12 in Deutschland in der Regel nicht erforderlich und werden nur in seltenen Ausnahmefällen von Großstadt-Feuerwehren beschafft.
- kleinere Drehleitern wie beispielsweise die DL(K) 18-12 oder DL(K) 12-9 auch nicht weit verbreitet, weil beim Bau von mehrgeschossigen Büro- und Wohnhäusern die Architekten häufig die 22m-Grenze ausschöpfen, um ein gutes Kosten-/Nutzenverhältnis zu erreichen.
Sonderformen
Einige Drehleitern verfügen über ein Gelenk im Leiterpark, welches das Abknicken des obersten Teils der Leiter ermöglicht. Hierdurch können beispielsweise Dachflächenfenster und Dachgauben besser erreicht werden. Die von Magirus® aufgebauten Fahrzeuge führen das zusätzliche Kürzel "GL" in der Typenbezeichnung.
In engeren Straßen können viele moderne Drehleitern auch bei unterschiedlich weit ausgefahrenen Stützen sicher eingesetzt werden. (Vario Abstützung)
Drehleitern neuerer Bauart führen häufig zusätzliche Bezeichnungen nach der Klassifizierung, die auf eine Computerüberwachung hinweisen z.B. CS für Computer stabilized oder PLC für Program Logic Control (z.B. DLK 23-12 CS).
Leiterbühnen (LB) besitzen einen im Vergleich zur Drehleiter größeren Korb, werden aber heute nicht mehr gebaut.
Drehleitern bei Feuerwehren in den USA
In den Vereinigten Staaten von Amerika (
USA) kommen vielfach Drehleitern zum Einsatz, die auf wesentlich schwereren Fahrgestellen aufgebaut sind als im deutschsprachigen Raum. Die sogenannten
Ladder Trucks in den größeren Städten der USA haben oftmals eine bedeutend höhere maximale Rettungshöhe, was durch die dortige, höher aufragende Bebauung begründet ist. Anzutreffen sind dort im Gegensatz zu den Standards Mitteleuropas auch Drehleiterfahrzeuge, die auf der Basis eines
Sattelschleppers entwickelt wurden und bei denen der Leiterpark mit der Spitze entgegen der Fahrtrichtung abgelegt wird.
Drehleitern der DDR
Siehe auch: Feuerwehrfahrzeuge der DDR
- DL18 - Robur LO 1801,
- DL22 - S4000-1,
- DL 25 - S 4000-1
- DL32 - N7
- DL30 - W50 Doppelkabine
- DL30 K - W50 Doppelkabine mit Rettungskorb
- DL30.01 - W50 Serienfahrerhaus, Rettungskorb und Sprungpolster
Ausbildung
Die Fahrer von Drehleitern sind so genannte Drehleitermaschinisten und werden in speziellen Lehrgängen an
Landesfeuerwehrschulen ausgebildet.
Eine recht neue und einprägsame Einsatz-Taktik ist die HAUS-Regel, die bei vielen Feuerwehren mittlerweile in die Drehleiter-Ausbildung und den Einsatzdienst integriert wurde.
Siehe auch
Weblinks
Feuerwehrfahrzeug | Hebezeug
Drejestige | Turntable ladder | Grande échelle