Drebach ist eine Gemeinde im Mittleren Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Die Gemeinde gehört zum Verwaltungsverband Grüner Grund mit Sitz in Scharfenstein.
Geografie
Geografische Lage
Das 5 km lange
Waldhufendorf Drebach liegt in einem Nebental der
Zschopau in einer südwest-nordöstlichen Richtung. Der Ortsteil Scharfenstein liegt im Zschopautal.
Höchster Punkt des Ortes ist liegt bei 600 m an der Grenze zu
Ehrenfriedersdorf und der niedrigste Punkt ist die Zschopau bei 340 m.
Nachbargemeinden
Im Osten der Gemeinde liegt
Großolbersdorf im Südosten und Süden
Wolkenstein, im Süden
Thermalbad Wiesenbad und im Westen
Ehrenfriedersdorf und
Thum
Geschichte
Drebach
Am
8. April 1386 wird Drebach erstmals urkundlich als „Dretebach“ erwähnt. In den Jahren
1518 bis
1587 bringt der Silberbergbau eine reiche Ausbeute. Mit der Reformation
1539 bleibt Drebach eigenständige Parochie mit den Orten Grießbach, Herold und
Venusberg.
1588 wird der erste Kirchschullehrer erwähnt und
1600 wird die Kirchschule erbaut. Die Kirche wird
1614 neu errichtet. In den Jahren
1648 bis
1703 ist der Arzt und Heilpraktiker David Rebentrost als Pfarrer in Drebach tätig. Er legt den Grundstein für die
Krokuswiesen mit einer Fläche von derzeit 8 ha.
1746 wird im Heidelbachtal ein Kalkwerk angelegt. Die ersten Strumpfwirker werden
1785 erwähnt. In den Jahren
1825/
1826 erfolgt der Wiederaufbau der bei einem verheerenden Brand am
12. Mai 1823 zerstörten Kirche, des
Rittergutes und der Kirchschule.
1866 wird die mittlere Schule, ab
1915 Gemeindeamt, gebaut.
1877 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die erste Telefonstation wird
1884 errichtet.
1889/
1900 werden die Obere und die Untere Schule gebaut.
1896 wird der Rittergutsbezirk mit der Gemeinde vereinigt. Das Kalkwerk wird
1901 stillgelegt.
1909 wird ein Elektrizitätswerk errichtet.
1919 wird mit dem Aufbau einer Straßenbeleuchtung begonnen.
1926 beginnt die Verlegung von Gas- und Wasserleitungen. Die Gasversorgung wird
1928 aufgenommen. In der Nacht zum
15. Februar 1945 werden bei anglo-amerikanischen Bombenabwürfen 11 Häuser zerstört oder beschädigt sowie 5 Einwohner getötet.
1959 wird ein Landkino eröffnet.
1967 wird eine Schule für den gesamten Ort fertiggestellt. Die Schulsternwarte wird
1969 eingeweiht. Am
1. Juni 1986 wird die um ein
Zeiss-Planetarium erweiterte Sternwarte eröffnet.
1994 wird der Verwaltungsverband „Grüner Grund“ gegründet.
Scharfenstein
Die Burg Scharfenstein wird um
1250 von den Herren von Waldenburg auf Wolkenstein errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung von Schafenstein erfolgt am
31. Dezember 1349.
In den nächsten Jahren wird die Burg wiederholt verpfändet. Am
26. Januar 1492 kauft Heinrich von Einsiedel die Burg Scharfenstein sowie die dazugehörigen Dörfer Grießbach,
Großolbersdorf, Grünau, Hohndorf, Hopfgarten und Scharfenstein.
Mit der Reformation
1536 gehört Scharfenstein zur Filialkiche Großolbersdorf der Parochie Wolkenstein.
1575 wird Großolbersdorf eigenständige Parochie.
1834 bis
1839 wird eine Spinner errichtet. Das Gebäude mit 8 Stockwerken bietet bis zu 600 Arbeitern Beschäftigung.
1837 wird eine Fabrikschule eröffnet. Um
1850 wird die „Alte Zschopauer Straße“ oberhalb des Zschopautales errichtet.
1865 bis
1866 wird die Bahnstrecke der
Zschopautalbahn erbaut. Das Schulgebäude wird in den Jahren
1901/
1902 errichtet.
1907 wird die obere hölzerne Straßenbrücke durch eine steinernes Bauwerk ersetzt. Die Spinnerei brennt
1915 vollständig aus. Das Feuer fordert 9 Tote und 22 Verletzte. Am
1. Juni/
2. Juni 1921 brennt der gesamte Wohnflügel und ein Teil des Gesellschaftsflügels der Burg aus. Bis
1923 wird die Burg nach historischen Vorbildern wieder aufgebaut.
1926 wird die auf dem Spinnereigelände entstandene Fabrik von den Zschopauer Motorenwerken J. G. Rasmussen AG (
DKW) übernommen und ab
1931 erfolgt hier unter der Bezeichnung DKK die Produktion von Kühl- und Kraftmaschinen, sowie später von Kühlschränken.
1927 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1931 muss der Gesamtbesitz des letzten Burgeigentümers Kurt Haubold Alexander von Einsiedel zwangsversteigert werden.
1934 wird ein Wehr errichtet und
1937 sind sämtliche Haushalte an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Auf der Burg wird
1951 ein Spezialkinderheim für schwererziehbare Jungen eingerichtet,
1967 wird es in einen Jugendwerkhof für schwererziehbare Jugendliche umgewandelt.
1993 wird die Burg vom Freistaat Sachsen - Sächsische Schlösserverwaltung übernommen. In der Folgezeit wird die Burg denkmalgerecht saniert und zum Museum umgebaut.
1995 erfolgt die Eröffnung der verschiedenen Ausstellungen. Erstmals seit
1945 ist die Burg wieder für die Öffentlichkeit zuständig. Durch das
Augusthochwasser 2002 kommt es auch in Scharfenstein zu Schäden. In den Jahren
2002 bis
2004 wird die
Zschopautalbahn grundlegend saniert. Am
6. Februar 2005 wird durch den Landesbischof
Jochen Bohl das evangelische Gemeindezentrum in Scharfenstein eingeweiht.
Eingemeindungen
Am
1. Januar 2005 wurde die Gemeinde Scharfenstein nach Drebach eingemeindet.
Städtepartnerschaften
Partnergemeinde in Frankreich ist
St. Valérien
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Planetarium
Die Volkssternwarte in Drebach zählt mit ihrer
Planetariumstechnik (Projektor Zeiss ZKP 3 Skymaster) von
Carl Zeiss zu den modernsten
Sternwarten Deutschlands. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 11 m und bietet Platz für 70 Zuschauer.
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Naturdenkmäler
Im März und April sind die
Drebacher Krokuswiesen mit Tausenden von
Krokus-Blüten ein touristischer Anziehungspunkt für Besucher nicht nur aus Sachsen.
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Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
In Scharfenstein befindet sich eine Haltestelle der
Erzgebirgsbahn
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Weblinks
Ort in Sachsen | Erzgebirge