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'Die Dramaturgie' (von griechisch dramaturgein „ein Drama verfassen“ bezeichnet:

Dramaturgie bezeichnet auch den Arbeitsbereich des Dramaturgen am Theater.

Heute wird der Begriff oftmals inflationär auf Bereiche übertragen, die nichts mit den darstellenden Künsten zu tun haben.

Dramaturgie am Theater


Der Bereich der Dramaturgie im heutigen Theaterbetrieb umfasst mehrere Aufgaben, die je nach Theater wiederum unterschiedlich gewichtet werden. Wesentliche Punkte sind

  • Lektüre und Auswahl von geeigneten Werken für den Spielplan
  • Autorenförderung, Zusammenarbeit mit Komponisten
  • Suche nach Regisseuren, Bühnenbildnern etc.
  • Bearbeitung und Übersetzung von Dramentexten; im Musiktheater Einrichtung von Opern oder Libretti (Strichfassung = Festlegung von Kürzungen)
  • Erschließung von Hintergrundwissen und -material für das Regieteam und die Darsteller
  • Betreuung der Probenarbeit (im Rahmen der Produktionsdramaturgie)
  • Redaktion des Programmheftes und anderer Publikationen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Einführungsveranstaltungen, Publikumsgespräche

Neben diesen spezifischen Aufgaben sind Dramaturgen meist in Entscheidungsprozesse der Theaterleitung auf vielen Gebieten eingebunden, auf der anderen Seite in vielen Fragen auch Ansprechpartner für die Mitglieder des Ensembles

Geschichte


Die Forderung nach dramaturgischer Mitarbeit formulierte erstmals Johann Elias Schlegel. Gotthold Ephraim Lessing übte das Amt als Dramaturg am Hamburger Nationaltheater aus und benannte seine Tätigkeitsfelder auch erstmals in der Hamburgischen Dramaturgie. Er betonte dabei die Beschäftigung mit dramatischer Literatur und ästhetischen Theorien, den Entwurf eines aktuelle bezogenen Spielplans und die Reflexion über das Theater an sich. In gewissem Sinn kann man auch Goethe und Schiller als Dramaturgen bezeichnen; wie Lessing schrieben beide Dramentexte, entwickelten aber auch programmatische Überlegungen über das Theater. Erste Dramaturgen waren neben Lessing Joseph Schreyvogel, Ludwig Tieck, Karl Immermann, später Heinrich Laube und Otto Brahm.

Im Zuge der Entwicklung der Regie diversifizierten sich die oben aufgeführten Aufgaben des Dramaturgen seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer weiter. Mit Brechts Arbeit am Berliner Ensemble wurde die produktionsbezogene Arbeit des Dramaturgen eingeführt, die schließlich nach 1968 allgemein Einzug an deutschen Theatern hielt. Gleichzeitig fand eine Verwissenschaftlichung des Berufs statt; Aufgabe des Dramaturgen ist dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen für den schöpferischen Prozess der Entstehung von Theater zugänglich und nutzbar zu machen. Auch in diesem Sinn gewann die Aufgabe der Produktionsbetreuung an Bedeutung.

Das Berufsbild ist von zunehmender Komplexität gekennzeichnet, was besonders im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem auch für Theater immer wichtiger werdenden Marketing in letzter Zeit zur Ausgliederung klassischer Arbeitsfelder des Dramaturgen (z.B. an PR-Agenturen) geführt hat. Andererseits führt der Trend weg vom Ensembletheater mit einem großen Repertoire hin zu Event-betonten Theaterformen (im Musiktheater z.B. das Stagione-Prinzip, allgemein gesprochen die immer zahlreicher werdenden Festivals) dazu, dass Dramaturgie im engeren Sinn an Bedeutung verliert.

Als Besonderheit ist anzumerken, dass Dramaturgie ein Berufsfeld ist, das kaum in anderen als den deutschsprachigen Ländern anzutreffen ist. Dies ist sicherlich auf die hochrangige Stellung deutschsprachiger Theatertheoretiker zurückzuführen.

Schriften


Lessing, G.E.: 'Hamburgische Dramaturgie', Stuttgart: Alfred Kröner Verlag (267)

Literatur


Auswahl drehbuchtheoretischer Standardwerke für Film und Theater:

  • Peter Rabenalt: Filmdramaturgie. 2004, ISBN 3-891-58245-5
  • Lajos Egri, Kerstin Winter: Dramatisches Schreiben. 2003, ISBN 3-932-90958-5
  • Robert McKee: STORY. Die Prinzipien des Drehbuchschreibens. 2000, ISBN 3-895-81045-2
  • Linda Seeger: Von der Figur zum Charakter.
  • Syd Field: Screenwriter's Problemsolver.
  • Michaela Krützen: Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt am Main: Fischer, 2004 ISBN 3-596-16021-9

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