'Die Dramaturgie' (von griechisch dramaturgein „ein Drama verfassen“ bezeichnet:
Dramaturgie bezeichnet auch den Arbeitsbereich des Dramaturgen am Theater.
Heute wird der Begriff oftmals inflationär auf Bereiche übertragen, die nichts mit den darstellenden Künsten zu tun haben.
Der Bereich der Dramaturgie im heutigen Theaterbetrieb umfasst mehrere Aufgaben, die je nach Theater wiederum unterschiedlich gewichtet werden. Wesentliche Punkte sind
Neben diesen spezifischen Aufgaben sind Dramaturgen meist in Entscheidungsprozesse der Theaterleitung auf vielen Gebieten eingebunden, auf der anderen Seite in vielen Fragen auch Ansprechpartner für die Mitglieder des Ensembles
Die Forderung nach dramaturgischer Mitarbeit formulierte erstmals Johann Elias Schlegel. Gotthold Ephraim Lessing übte das Amt als Dramaturg am Hamburger Nationaltheater aus und benannte seine Tätigkeitsfelder auch erstmals in der Hamburgischen Dramaturgie. Er betonte dabei die Beschäftigung mit dramatischer Literatur und ästhetischen Theorien, den Entwurf eines aktuelle bezogenen Spielplans und die Reflexion über das Theater an sich. In gewissem Sinn kann man auch Goethe und Schiller als Dramaturgen bezeichnen; wie Lessing schrieben beide Dramentexte, entwickelten aber auch programmatische Überlegungen über das Theater. Erste Dramaturgen waren neben Lessing Joseph Schreyvogel, Ludwig Tieck, Karl Immermann, später Heinrich Laube und Otto Brahm.
Im Zuge der Entwicklung der Regie diversifizierten sich die oben aufgeführten Aufgaben des Dramaturgen seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer weiter. Mit Brechts Arbeit am Berliner Ensemble wurde die produktionsbezogene Arbeit des Dramaturgen eingeführt, die schließlich nach 1968 allgemein Einzug an deutschen Theatern hielt. Gleichzeitig fand eine Verwissenschaftlichung des Berufs statt; Aufgabe des Dramaturgen ist dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen für den schöpferischen Prozess der Entstehung von Theater zugänglich und nutzbar zu machen. Auch in diesem Sinn gewann die Aufgabe der Produktionsbetreuung an Bedeutung.
Das Berufsbild ist von zunehmender Komplexität gekennzeichnet, was besonders im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem auch für Theater immer wichtiger werdenden Marketing in letzter Zeit zur Ausgliederung klassischer Arbeitsfelder des Dramaturgen (z.B. an PR-Agenturen) geführt hat. Andererseits führt der Trend weg vom Ensembletheater mit einem großen Repertoire hin zu Event-betonten Theaterformen (im Musiktheater z.B. das Stagione-Prinzip, allgemein gesprochen die immer zahlreicher werdenden Festivals) dazu, dass Dramaturgie im engeren Sinn an Bedeutung verliert.
Als Besonderheit ist anzumerken, dass Dramaturgie ein Berufsfeld ist, das kaum in anderen als den deutschsprachigen Ländern anzutreffen ist. Dies ist sicherlich auf die hochrangige Stellung deutschsprachiger Theatertheoretiker zurückzuführen.
Lessing, G.E.: 'Hamburgische Dramaturgie', Stuttgart: Alfred Kröner Verlag (267)
Auswahl drehbuchtheoretischer Standardwerke für Film und Theater:
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