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Drachenwald
 

Ein Drachen (nicht: Drache) ist ein Spiel- und Sportgerät, das mit Wind betrieben wird. In Deutschland wird er dennoch als Luftfahrzeug gesehen, gehört luftrechtlich aber nicht etwa zu den Luftsportgeräten, sondern bildet eine eigene Luftfahrzeugklasse. Er besteht in der einfachsten Ausführung aus einem Segel, das in der Regel durch ein Gestänge aufgespannt wird und einer am Gestänge befestigten Leine, die vom Drachensteigenden (im Drachensport oft: Pilot) gehalten wird. Der Drachen wird so in den Wind gestellt, dass durch die Anströmung der Luft gegen das Drachensegel Auftrieb entsteht und der Drachen nach oben steigt.

Es gibt auch ein Drachenfliegen ohne Wind, bei dem die Luftanströmung durch Fortbewegung des Piloten erzielt wird. Auf diese Weise kann draußen bei Windstille oder in Hallen geflogen werden.

Zur besseren Unterscheidung von Drache und Drachenfliegen wird (vor allem in der Kiting-Szene) der Drachen mit dem englischen Begriff Kite bezeichnet, das „Drachen steigen lassen“ mit Kiting. Lenkdrachen in Tunesien.jpg

Geschichte


Ursprung der Drachen

Der Ursprung der Drachen ist heute nur noch schwer feststellbar. Es gibt Hinweise, dass die Drachen bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. erfunden wurden. Die erste geschichtliche Erwähnung von Drachen als Flugobjekt wurde aber erst im 5. Jahrhundert v. Chr. in China offiziell bestätigt. Jüngste Funde im indonesischen Raum lassen jedoch die Möglichkeit offen, dass Drachen als Flugobjekt noch wesentlich älter sein können.

Drachen im China des 5. Jahrhundert v. Chr.

1O20.jpg Die ersten Drachen, die in China im 5. Jahrhundert v. Chr. auftauchten, bestanden hauptsächlich aus Bambusstäben und Seide. Durch die Verwendung dieser damals schon teuren Materialien verbreitete sich der Drachen nur langsam. Dies änderte sich, als das erste Papier entwickelt wurde. Man vermutet, dass die Drachen durch buddhistische Missionare und über den Handel mit Papier im 2. Jahrhundert v. Chr. schließlich auch Japan und Korea erreichten. Die Menschen im alten China und Japan glaubten, dass sie durch die Drachen ihre Wünsche und Bitten zu den Göttern tragen könnten. So entstanden im Laufe der Zeit viele Volksfeste, in denen Drachen eine zentrale Bedeutung erhielten. Ein Beispiel ist hier das japanische Neujahrsfest.

Auch in Afghanistan spielen Drachen insbesondere im Herbst und in Wintermonaten eine große Rolle. Doch der Höhepunkt des Drachensteigens ist während des traditionellen Neujahrfestes, Nauroz, das seit Urzeiten am Frühlingsanfang zelebriert wird.

Drachen im Westen

Carl Spitzweg Drachensteigen.jpg: Drachensteigen, um 1880–1885]] Die Römer ließen zu besonderen Anlässen wie militärischen Siegen oder Volksfesten bunt verzierte Windsäcke fliegen. Die „echten“ Drachen kamen aber erst im 16. Jahrhundert über holländische, portugiesische und englische Kaufleute, die Handel mit Fernost betrieben, nach Europa. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Drachen schließlich als Kinderspielzeug im ganzen Westen verbreitet. Jetzt erst erkannte die Wissenschaft, welche forschungstechnischen Möglichkeiten der Drachen bot. Die Experimente konzentrierten sich zu Beginn auf meteorologische Untersuchungen. So untersuchten z. B. Thomas Melvill und Alexander Wilson mit einem Drachen Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Höhenlagen. Das berühmteste Experiment dieser Zeit wurde von dem amerikanischen Diplomaten und Wissenschaftler Benjamin Franklin durchgeführt. Franklin untersuchte mit Drachen die Wirkung elektrischer Blitze. Der am Himmel schwebende Drachen trug in dieser Zeit auch stark zum beständigen Wunsch der Menschheit bei, fliegen zu können und beeinflusste so auch maßgeblich die Entwicklung der ersten Flugmaschine.

Militärischer Einsatz

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass der Drachen bei seinem großem Verwendungsspektrum auch Anwendung in militärischen Bereichen fand. Im alten Japan verwendeten Heerführer Drachen zur psychologischen Kriegsführung. Sie befestigten Apparaturen zur Geräuscherzeugung an den Drachen und ließen sie nachts über den feindlichen Truppen steigen. Die Krieger glaubten so, sie würden von bösen Geistern attackiert. Es gibt auch Aufzeichnungen über riesige Drachen, die Bogenschützen trugen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts experimentierte der Amerikaner Samuel Franklin Cody mit seinem „Man Lifting System“ – bekannt geworden und 1903 patentiert als Cody's Mankite – für die britische Armee. Ziel der Experimente war es einen Drachen zu konstruieren, der sich eignete um einen Menschen erfolgreich in die Lüfte zu heben.

Im Zeitraum der Weltkriege fanden Drachen hauptsächlich in Bereichen der Luftüberwachung ihren Einsatz, wurden aber bald durch neuere Technologien ersetzt. Eine besondere Erwähnung verdient der im 2. Weltkrieg eingesetzte Gibson Girl. Er war Teil der Seenotrettungsausrüstung für Flugbesatzungen, die notwassern mussten.

Der Drachen trug eine dünne Notantenne in den Himmel, die mit einem Funkgerät verbunden war. Ein handbetriebener Generator erlaubte der Flugbesatzung, SOS zu funken. Der Gibson Girl trug so zur Rettung vieler Flugbesatzungen bei.

Zivile Verwendung

Neben der Verwendung als Kinderspielzeug können Drachen auch zum Transport verwendet werden. Ein Beispiel hierfür ist Skysails, ein computergesteuertes Drachensystem zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs von Schiffen. Dabei wird ein Lenkdrachen mit einer Fläche von bis zu 5000 m² an einem Schiff befestigt. Gelenkt wird der Drachen durch ein Computersystem. Drachen können auch für die Realisierung eines Antennenträgers größerer Höhe verwendet werden. So ist es möglich, dass die Drachenschnur in Form eines Kabels ausgeführt ist und somit als Antenne für Längstwelle (VLF), Langwelle (LW) oder Mittelwelle (MW) dient. Auch kann der Drachen eine Antenne tragen, die über ein in der Drachenschnur befindliches Kabel gespeist wird. Eine solche Anwendung des Drachens wurde früher gelegentlich bei militärischen Dienststellen verwendet. Heute wird sie noch gelegentlich von Amateurfunkern verwendet.

Seit ca. 100 Jahren bekannt ist eine Art der Fotografie, bei der die Zugkraft eines Drachens genutzt wird, um eine Kamera zu heben. Dies wird international als Kite Aerial Photography (kurz KAP) bezeichnet.

Viele Jahre wurden Drachen auch für die meteorologische Untersuchung der Atmosphäre benutzt. Am Aeronautischen Observatorium in Lindenberg (bei Beeskow) wurde am 1. August 1919 der noch heute gültige Höhenweltrekord für Drachen von 9740 m unter dem Aufstiegsleiter Stüve erreicht. Dabei wurde eine Drachenkette aus acht Schirmdrachen verwendet.

Drachentypen


Typischer Aufbau eines Drachens

Ein Drachen besteht aus einem Gestänge, das mit Tuch bespannt ist.

Als Gestänge können zum Beispiel Bambus-Spaltstäbe, Holz, Aluminium, glasfaser-- oder kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (Latten, Rundprofile, Rohre, konische Streben) als Baumaterial verwendet werden.

Als Segel/Bespannung können Papier, Segeltuch (aus Nylon oder Polyester), Baumwoll-/Hanftuch, Naturmaterialien (Blätter, Leder), Folien aus Polyester oder Aluminium u.a. dienen.

Die Drachenwaage, kurz auch Waage genannt, verbindet Lenkschnur und Drachen miteinander. Die Waage ist für die Stellung/Neigung des Drachens zum Wind verantwortlich, d.h. ob er bei weniger oder mehr Wind fliegt und welche Flugeigenschaften er hat. Es gibt verschiedene Waagetypen, die sich durch unterschiedliche Verstellmöglichkeiten und Anwendungszwecke auszeichnen.

Das Einstellen der Waage ist der Schlüssel zum Erfolg beim Drachenfliegen. Grundlegend stellt man die Waage entweder flacher oder steiler ein, d.h. der Waagepunkt (Anknüpfpunkt der Halteleine an den Drachen) wandert in Richtung Drachennase bzw. Leitkante, oder aber er wandert zum Drachenheck bzw. zur Schleppkante. Steil und Flach bezeichnen dabei die Neigung oder den Anstellwinkel des Drachens zum Wind. Wird ein Drachen steiler gestellt, so wird der Winkel zwischen Segelebene und Windrichtung vergrößert. Wird er flacher gestellt, so wird er verringert. Dieser Anstellwinkel ist kleiner 90°. Ist er gleich, oder größer 90°, hebt der Drachen nicht ab, da kein Auftrieb erzeugt wird.

Grundsätzlich wird mit der Waage das Verhältnis von Zugkraft zu Auftriebskraft beim Aufteilen der Windkraft bestimmt. Je steiler der Drachen steht, umso mehr wird in Zugkraft verwandelt, je flacher, umso mehr in Auftriebskraft. Es ist allerdings eine Wissenschaft für sich, die optimale Waageeinstellung für einen Drachen bei einem gegebenen Wind heraus zu finden.

Drachenleinen

Drachenleinen von Lenkdrachen werden heute üblicherweise aus Dyneema / Spectra oder (verpönt, da durch seinen hohen Schmelzpunkt als „Leinenkiller“ verschriehen) Kevlar hergestellt. Moderne Hochleistungsmaschinen benötigen rund 24 Stunden um 100 Meter gebrauchsfertiger Leine zu flechten. Im Gegensatz zu den Leinen ungelenkter Drachen wird kein Reck gewünscht, darum wird Nylon nicht verwendet, weil sich dieses unter Zug zu sehr längt, was den Drachen schwer steuerbar machen würde.

Für die Leinen von einleinigen, ungelenkten Drachen verwendet man das elastischere Nylon oder Polyester. Es längt sich unter Zug, was dazu führt, dass die Leine Windschwankungen ausgleichen kann. Traditionell fanden Flachs- und Hanfkordeln Verwendung.

Drachenleinen können durch ihren geringen Durchmesser, verbunden mit der starken auf ihr lastenden Zugkraft, schneidend wirken. Deswegen dürfen sich keine Zuschauer in der Viertelkugel (auch: Windfenster), die Drachen und Piloten zusammen mit den Leinen beschreiben können, aufhalten; selbst die Drachenlenker vermeiden es mit bloßen Händen unter Zug stehende Leinen zu halten. Schon ein unsachgemäßer Knoten könnte die teuren Leinen zerstören, die üblicherweise nur mittels Spleiß und in einem Schutzmantel mit den Halteösen verbunden werden.

Viele Gebietskörperschaften haben Regelungen, die die Länge der Drachenleinen begrenzen. Üblich sind dabei Grenzen zwischen 60 m und 100 m. Lenkdrachen werden üblicherweise mit Leinenlängen von etwa 30 Meter je Leine geflogen.

Da die meisten Drachenschnüre elektrischen Strom leiten, ist es bei Blitzgefahr und in der Nähe von Hochspannungsleitungen nicht ratsam, einen Drachen steigen zu lassen.

Einleinerdrachen

Einleinerdrachen sind die Grundform der Drachen. Sie sind üblicherweise ungelenkt. In Europa sind deltoide Flachdrachen der verbreitetste Typ.

Kampfdrachen

Kampfdrachen sind einleinige Lenkdrachen.

Wird die Leine locker gelassen, bricht der Drachen seitlich aus. Durch Ziehen an der Leine stabilisiert er seine Flugbahn in einen Geradeausflug. Durch die Gestängekonstruktion (Querstrebe in der Mitte dicker als außen) werden die Segelflächen durch den höheren Winddruck nach hinten gebogen, so dass durch die starre Mittelstrebe ein sogenannter Kiel entsteht, welcher den Drachen stabilisiert.

Der Bau des einleinigen Lenkdrachen ist ein etwas schwierigeres Unterfangen, da der Drachen perfekt austariert sein muss. Die Handhabung ist ebenfalls eine Übungssache und erfordert Geschick und Reaktionsschnelligkeit.

Weitere Typen von Einleinerdrachen
Kastendrachen, Roloplan (entwickelt von der Fa. Steiff; er ist einer der klassischen deutschen Drachenkonstruktionen des 20. Jahrhunderts), Gleitdrachen, Cody Mankite, Saul's Barrage Drachen, Rokkaku, OKD (Open Keel Delta - ein Delta mit einem offenen Kiel), Tangens-Delta, Sled, Cross-Deck,...

Bilder von Einleinerdrachen

Bild:Kite_Genki_DoPeRo_Fotodrachen.de.JPG|Flachdrachen für leichten Wind: DoPeRo und Genki auf dem Drachenfest Hannover 2005 Bild:Pakpao3060.jpg|traditioneller Kampfdrachen Pakpao aus Thailand

Mehrleinige Drachen (Lenkdrachen)

Ein Lenkdrachen ist ein Drachen, der sich lenken lässt. Er hat gewöhnlich zwei Leinen, an denen unterschiedlich stark gezogen werden kann. Jeweils eine Leine ist mit einem Teil des Drachens verbunden. Meist gibt es einen linken und einen rechten Teil, von dem jeweils eine Leine abgeht. Damit sich nicht nur in Flugrichtung (nach oben) lenken lässt, sondern auch ein Stillstand und Gegenrichtung (also nach unten) möglich wird, ist ein weiteres Leinenpaar erforderlich. Der Pilot lenkt dabei mit viel Übung seinen Vierleiner mit jeweils links und rechts gehaltenen Griffhanteln.

Da gute Drachen die Eigenschaft haben, bei genügend Wind von allein aufzusteigen, kann, wenn z. B. an der rechten Leine stärker gezogen wird, in diesem Fall der linke Teil des Drachens schneller aufsteigen. Folglich dreht er sich in diesem Fall um seinen rechten Teil, vom Piloten aus gesehen im Uhrzeigersinn. Dabei stehen sich der Vektor der Windkraft und der Vektor der Zugkraft nicht genau gegenüber. Folglich verdreht sich der linke Teil des Drachens leicht nach hinten (nach Lee), so dass der Drachen aus Sicht des Piloten weiter nach rechts zeigt. Das hat zur Folge, dass der Drachen auch weiter nach rechts fliegt.
Mit dem Zug an der linken Leine verhält es sich spiegelsymmetrisch.

Piloten können mit geschickt ausbalanciertem Zug an den Leinen bei einiger Übung den Lenkdrachen Loopings, Schrauben, Winkel und andere Figuren fliegen lassen. Je nach Leinen sind bis zu 15 Loopings und somit Verdrehungen der Steuerleinen nach einer Seite möglich. Das funktioniert auch als Mannschaftssport, üblicherweise vier Piloten bilden eine Crew und fliegen in Wettkämpfen gemeinsame Figuren.
Fliegt man zu viele Loopings nach einer Seite, blockieren die Leinen aufgrund der Reibung und der Drachen wird unsteuerbar.

Deltadrachen
Der Deltadrachen ist der klassische Lenkdrachen. Er wurde neben dem Rhombusdrachen als erster als Lenkdrachen eingesetzt.

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Der Delta besteht aus einem V-förmigen Segel, das durch ein etwas schmaleres V in der Stabkonstruktion aufgespannt wird. Der Wind wölbt die Segelflächen nach oben und bildet das Profil aus. Bei etwa einem Drittel der Stablänge des V und bei rund zwei Dritteln wird je eine Waagenleine befestigt. Eine dritte Leine wird an das untere Ende der Mittelstrebe geführt (Dreipunktaufhängung). Damit erhält man zwei Befestigungspunkte für die Steuerleinen.

Kougar.jpeg Deltadrachen gibt es in vielen Ausführungsvarianten. Beim rechts abgebildeten Exemplar wird die Segelfläche durch kleine Ständer, so genannte Stand-Offs, vorgespannt.

Beim links abgebildeten Exemplar wird die Segelfläche nicht vorgespannt, dafür sind die Flügelenden breiter und haben eine zusätzliche Versteifungsrippe.

Grundsätzlich gilt, dass kleine Drachen schneller in ihren Bewegungen sind, große dagegen langsamer und dabei deutlich höhere Zugkräfte entwickeln können.

Mattendrachen
Mattendrachen (auch: Airfoils, Parafoils oder einfach Matte genannt) sind stablose Drachen, ähnlich einem Gleitschirm, die nur durch den Wind in Form gebracht werden.

Die Matte besteht aus der Segelfläche und den sie stabilisierenden Luftkammern. Die Matten werden meist aus zwei gleichen Segelflächen mit den sie verbindenden Kammern hergestellt. Die Kammern sind untereinander verbunden, damit Druckunterschiede im Innern ausgeglichen werden können.
Der eingefleischte Kiter braucht so auf Reisen selbst im knappen Fluggepäck nicht auf sein Hobby zu verzichten.

Eine Matte muss immer mit Zug an den Leinen geflogen werden. Wird sie drucklos, klappt sie zusammen. Deshalb werden beim Kite-Surfen häufig Drachen mit aufblasbarer Vorderkante (sog. Tubes) eingesetzt. Diese Konstruktion verhindert das Zusammenfallen bei fehlendem Zug. Ein ähnliches Prinzip wie bei den Tube-Kites findet man bei den „Flexifoils“ und ihren Nachfolgern den Airfoils. Anstatt des Tubes ist ein sehr biegsamer Gfk-Stab verbaut, welcher die Matte auch bei geringer Anströmung aufspannt. Ein Vorteil der Flexifoils/ Airfoils ist, dass diese Schirme problemlos „gestackt“ werden können, d.h. aneinandergehängt werden können. Mit dem sogenannten „stacker6“ der Firma Flexifoil wurde der Geschwindigkeitsrekord mit sagenhaften 180 km/h aufgestellt.

Matten werden sowohl als „Zwei-“ als auch als „Vierleiner“ konstruiert, manche wahlweise fliegbar. Zweitere werden im sportlichen Einsatz wegen der exakteren Lenkbarkeit und Dosierbarkeit der Zugkräfte durch den Einsatz der hinteren „Bremsleinen“ bevorzugt.

Vierleiner
Die Steigerung des Lenkdrachens findet sich im Vierleinerdrachen wieder. Beim Vierleiner werden die beiden üblichen Steuerleinen durch zwei weitere an der hinteren Segelkante angebrachte „Bremsleinen“ ergänzt. Durch diese beiden Leinen lässt sich der Anstellwinkel der beiden Segelflächen variabel einstellen. Damit lassen sich die Drachen auch rückwärts fliegen, auf der Stelle stehen oder drehen (Propellerspin) und sanft auf den Boden aufsetzen.

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Zugdrachen
Zugdrachen sind in der Regel vierleinige Mattendrachen (s. o.) oder mehrleinige so genannte Tubekites (Kitesurfen), Ausnahmen sind hier zweileinige, große Deltadrachen und als Zugdrachen verwendete zweileinige Mattendrachen. Moderne Zugdrachen werden mit hohem technischen Aufwand gefertigt, für das Design und die Konstruktion fließen Erkenntnisse aus dem Paragliding mit ein.

Zugdrachen werden für verschiedene Drachensportarten verwendet, zum Beispiel beim Kitesailing. Kitesailing ist der Oberbegriff für Sportarten wie:Kitesurfen, Snowkiting, Kitebuggyfahren oder Powerkiting. Im Bereich der Schifffahrt gibt es Systeme um Zugdrachen als Antriebsunterstützung einzusetzen (Skysails), diese haben allerdings noch keine weite Verbreitung erlangt.

Weitere typische Lenkdrachen
  • Nasa Wing „Powerkite / Zugschirm“
  • Vierleiner-Ballettdrachen
  • Rhombusdrachen, Eddy-Lenkdrachen

Der sportliche Aspekt


Yokaichi01.jpg | Fengzheng.JPG Meist wird der Drachen einfach nur steigen gelassen. Als neudeutsches Wort hat sich für das Drachen steigen lassen der Anglizismus kiting verbreitet, insbesondere für die sportliche Variante. Je nach Wind können Drachen solche Kraft entfalten, dass sie den Piloten mitschleifen oder sogar in die Luft ziehen können. Das bewusste Spiel mit den Kräften des Drachens wird Powerkiting genannt. Anfänger sollten im Gefahrenfall den Drachen loslassen. Da dann kein Leinenzug mehr herrscht, sinkt der Drachen zu Boden.

Weitere Formen des sportlichen Drachenfliegens ist das Kitesailing. Kitesailing beinhaltet das Fahren mit einem Buggy (Kitebuggyfahren), das Kitesurfen, das Kiteskiing und das Kitesnowboarding. Hierbei lässt man sich in der Regel von großen zugstarken Matten ziehen.

Trickflug

Weit verbreitet ist der Trickflug oder Ballettflug. Mit Deltadrachen werden in einer Choreographie bestimmte Tricks, die von dem Schwierigkeitsgrad bestimmt werden, nachgeflogen. Zur Zeit gibt es ca. 155 offizielle Manöver (Figuren, s.u. STACK e. V.), die bei Wettbewerben geflogen werden. Die Wettbewerbsfelder haben definierte Größen, die sich wie folgt darstellen: Die Fläche zwischen den markierten Grenzen soll mindestens den unten wiedergegebenen Abmessungen entsprechen, sollte aber größer sein:
  • Für Team- und Paardisziplinen: 110m x 110m ( 360 Fuß )
  • Für Einzelpiloten Zweileiner - Disziplinen: 90m x 90m ( 295 Fuß )
  • Für Einzelpiloten Mehrleiner - Disziplinen: 75m x 75m ( 245 Fuß )

Siehe auch


Hängegleiter, Windfenster, Art Kite Museum

Weblinks


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