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Ein Drachenboot ( oder ) ist ein besonders langes Paddelboot, das durch Bemalung bzw. Schnitzarbeiten und einen dekorativen chinesischen Drachenkopf und -schwanz einen stilisierten Drachen darstellt. Drachenboote sind offene Boote, deren Rumpf typischerweise ohne Spannten und Luftkästen gebaut ist.

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Drachenboote stammen ursprünglich aus China, sind heute aber weltweit als Sportboote oder bei Veranstaltungen in Gebrauch. Je nach Bootstyp werden Drachenboote durch 10 bis über 50 Paddler mit Stechpaddeln angetrieben. Ein Trommler sorgt mit seinen Schlägen für einen gleichmäßigen Takt, ein Steuermann im Heck steuert das Boot mit einem Langruder.

Boote und Zubehör


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Boote

Drachenboote sind offene Boote mit einem langen leicht gekrümmten Kiel, deren Rumpf typischerweise ohne Spannten und Luftkästen gebaut ist und deren Antrieb durch Paddel erfolgt. Drachenboote sind so gestaltet, das sie durch Bemalung bzw. Schnitzarbeiten und einen dekorativen chinesischen Drachenkopf und -schwanz einen stilisierten Drachen darstellen.

Folgende Bootstypen können grob unterschieden werden: Traditionelles chinesische Drachenboot, Hong Kong Drachenboot, Singapur Drachenboot, Internationales Renn-Standard Drachenboot und Europäisches Standard Drachenboot.

Traditionsboote: Die traditionellen chinesischen Drachenboote sind genauso wie das Hong Kong Drachenboot und das Singapur Drachenboot schwere, aus massivem Teak-Holz gearbeitete Kunstwerke. Ihre Erbauer schmücken Sie mit kunstvollen, großen und farbenprächtigen Drachenköpfen und Schriftzeichen, die die besonderen Vorzüge eines Boots zeigen. Traditionsboote können bis zu 25 Meter lang sein.

Sportboote: Das international genormte Renn-Standard Drachenboot und das Europäische Standard Drachenboot haben nur noch wenig mit einem altchinesischen Drachenboot gemein. Die genormten Drachenboote sind ohne Kopf und Schwanz des dekorativen Drachens 12,49 m lang, 1,16 m breit, 250 kg schwer (Europa-Norm). Der Rumpf wird üblicherweise aus GFK gefertigt. Drachenkopf und -schwanz am Boot sind bei allen Booten gleich, abnehmbar und werden üblicherweise nur zu Veranstaltungen am Boot angebracht. Ein genormtes Boot hat zehn Sitzbänke für maximal 20 Paddler.

Paddel

Die Stechpaddel bestehen aus Paddelblatt, Schaft und Knauf. Die Paddelblätter übertragen die Kraft des Paddlers ins Wasser. Die Blätter unterscheiden sich in der Länge und Breite sind aber bei Drachenbootrennen genormt. Der Schafft verbindet das Blatt mit dem Knauf. Der Knauf am oberen Ende des Schaftes dient als Handgriff; hier unterscheidet man zwei Griffarten; den Spatengriff (T-Griff) und den Palmgriff. Die Palette der beim Stechpaddel verwendeten Materialien reicht vom konventionellen Holz bis hin zu modernen Materialien wie Aluminium/Kunststoff oder Carbon. Im Wettkampfsport ist die Länge der Paddel genauso reglementiert wie die Form und Breite des Paddelblatts.

Langruder

Das Langruder ist in der Regel am Steuerblock fixiert und ragt meistens backbord ins Wasser. Genauso wie die Paddel besteht das Langruder aus Blatt, Schafft und Knauf.

Besatzung


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Die Besatzung eines Drachenbootes besteht aus Paddlern, die paarweise auf Bänken neben einander sitzen und mit Stechpaddeln das Boot vorwärts bewegen. Ein Trommler im Boot nimmt den Rhythmus des vordersten Paddlerpaares ("Schlagreihe") auf, sorgt mit seinen Schlägen für einen gleichmäßigen Takt aller Paddler im Boot und motiviert die Paddler durch Rufen ihr Bestes zu geben. Der Steuermann steht im Heck und steuert das Boot mit einem Langruder. In manchen Rennen gehört zur Mannschaft der sogenannte "Flag Catcher".

Paddler

Die je nach Bootstyp zwischen 10 und 50 Paddler sitzen in Fahrtrichtung, im Gegensatz zu Ruderern, welche mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen. Sie paddeln mit einem Stechpaddel entweder auf der rechten oder linken Bootsseite, abhängig von ihrer Sitzposition auf der mit je zwei Paddlern besetzten Bank. Die Paddler auf der ersten Bank werden auch Schlagleute genannt, sie geben den Takt vor und bestimmen in einem Rennen die Renntaktik. Alle anderen Paddler im Boot paddeln synchron mit ihnen auf Schlag, den der Trommler von den Schlagleuten aufgreift.

Steuermann

Der Steuermann steht hinten im Drachenboot und steuert das Boot mit einem Langruder, das durch einen am Heck befestigten Steuerblock geführt wird. Ein guter Steuermann kann das Boot mit minimalen Steuerbewegungen auf geradem Kurs halten. Durch Gewichtsverlagerung des Steuermannes wird die Krängung des Drachenbootes um die Längsachse ausgeglichen. Da der Steuermann auch für die Sicherheit des Bootes mit der gesamten Mannschaft verantwortlich ist, muss er sich gut mit den Sicherheitsregeln und mit den lokalen Bedingungen hinsichtlich Wetter, Vorfahrtsregeln, Strömung, Wellen, Untiefen etc. auskennen. Der Steuermann kann durch laute Instruktionen, Kommandos und Motivationsrufe wesentlich zum Erfolg eines Rennens beitragen. Häufig ist der Steuermann das erfahrenste Mitglied des Teams.

Trommler

Der Trommler sitzt bei den meisten Bootstypen vorne im Boot. Der Trommler sitzt auf einem speziellen Sitz, mit Blick gegen die Fahrtrichtung. Er übernimmt den Takt der auf Schlag sitzenden Paddler und schlägt in diesem Takt mit einem Holz auf die vor ihm angebrachte Trommel. Er beobachtet aufmerksam den Rennverlauf und das eigene Team und stimmt die Renntaktik mit den Schlagleuten ab. Bei der Zieldurchfahrt einiger traditioneller Drachenbootrennen muss eine Glocke auf der Ziellinie angeschlagen werden. Diese Aufgabe übernimmt der Trommler oder eine andere Person vorne im Boot. Bei großen Drachenbooten mit bis zu über 50 Paddlern ist der Trommler in der Bootsmitte platziert und gibt den Rhythmus mit Hilfe eines Messing-Gongs vor.

Flag Catcher

In manchen Rennen gehört zur Mannschaft der sogenannte "Flag Catcher". Seine Aufgabe ist es im Ziel eine Fahne von einer Boje zu reißen. Werden Rennen mit Flag Catcher ausgetragen, hat die Mannschaft gewonnen deren Flag Catcher als erstes die Fahne in der Hand hält.

Organisation


Sowohl international als auch national ist der Drachenbootsport parallel in zwei Sportverbänden organisiert: International in der International Dragon Boat Federation (IDBF) und dem Internationalen Kanu-Verband (ICF). IDBF und ICF konnten sich bisher noch nicht über einen Vertretungsanspruch des Drachenboot-Sports auf internationaler Ebene, unter anderem gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der General Association of International Sports Federations (GAISF) einigen.

In Deutschland ist der Drachenbootsport seit 1990 in dem Deutschen Drachenboot Verband (DDV) und seit 2004 auch dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) organisiert. Der DDV ist Mitglied der European Dragon Boat Federation (EDBF), der DKV in dem Internationalen Kanu-Verband.

Neben den im Verein organisierten Drachenbootfahrern nehmen - vor allem im Rahmen von sommerlichen Volksfesten - oft auch nicht in Drachenboot-Vereinen organisierte Betriebsmannschaften oder andere Sportgruppen in großer Zahl an Regatten teil.

Geschichte


Antike

  • ca. 500 v. Chr. In China dienen Drachenboote als Fortbewegungsmittel.
  • ca. 280 v. Chr. Rettung des chinesischen Nationaldichters Qu Yuan vor dem Ertrinken

Neuzeit

In den 1970er Jahren beschloss die "Hong Kong Tourist Association" (heute: Tourist Board) ein Drachenboot-Festival als Werbung für Hong Kong zu organisieren. Das "1. Hong Kong International Dragonboat Race", als Beginn der modernen Drachenboot-Geschichte gilt, fand 1976 mit zehn Mannschaften statt. Von da an entwickelte sich das Festival zu einer publikumswirksamen, jährlich stattfindenden internationalen Regatta. 1991 kam es dann zur Gründung der International Dragon Boat Federation (IDBF) in Hongkong.

In Deutschland fand 1987 das erste Drachenboot-Rennen im Rahmenprogramm der Kanu-Weltmeisterschaft in Duirsubrg statt. Bereits zwei Jahre später wurde in Hamburg anlässlich des 800. Hafen Geburtstags in Hamburg eine kleine Regatta veranstaltet, auf die 1990 die Gründung des Deutschen Drachenboot Verbandes in Hamburg folgte. In den Folgejahren wurde der Drachenboot-Sport im Deutschland immer populärer, was sich sowohl in der Zahl der Regatten als auch in der Zahl organisierter Sportler widerspiegelt.

  • 1976 1. Hong Kong International Dragonboat Race
  • 1987 Drachenboot-Schaurennen in Deutschland als Rahmenprogramm der Kanu-Weltmeisterschaft in Duisburg
  • 1989 Drachenboot-Rennen in Deutschland als Teil des 800. Hafen Geburtstag in Hamburg
  • 1990 Gründung des Deutschen Drachenboot Verband e.V. in Hamburg
  • 1990 Gründung der European Dragon Boat Federation (EDBF) in London
  • 1991 Gründung der International Dragon Boat Federation (IDBF) am 24. Juni in Hongkong
  • 1991 1. Deutsche Drachenboot Meisterschaften in Dresden
  • 1992 Gründung der Asian Dragon Boat Federation (ADBF)
  • 1995 1. World Championships der IDBF in Yueyang, Hunan province, China
  • 2005 7. Internationale IDBF Drachenboot Weltmeisterschaft in Berlin mit 17 Nationen
  • 2005 1. ICF Drachenboot Club-Weltmeisterschaften in Schwerin
  • 2005 Drachenboot ist Demonstrationssportart bei den World Games in Duisburg

Mythologie


Drachenbootrennen sind Teil des Drachenbootfestes oder auch Duanwu-Festes, das am fünften Tag des fünften Mondmonats nach dem chinesischen Mondkalender stattfindet. Angeblich erinnert das Drachenbootfest an den Versuch, den chinesischen Nationaldichter Ch'u Yuan im Jahre 277 v.Chr. vor dem Ertrinken zu retten.

Das Duanwu-Fest gab es allerdings schon, bevor Qu Yuan geboren war. Das Duanwu-Fest ist das Fest der Wuyue, einem alten Volksstammes dessen Totem der Drache war. Die Wuyue brachten an diesem Tag Opfer zu Ehren des Drachen.

Technik


Drachenbootfahren gehört zu den zyklischen Sportarten, d. h. es gehen gleichartige Bewegungen im fließenden Wechsel ineinander über. Schlag oder Schlagzyklus nennt man den aus zwei Phasen, Haupt- und Zwischenphase (auch Antriebs- und Freilaufphase genannt), bestehenden Bewegungsablauf. Das Wasserfassen und das Ausheben sind die beiden Phasen verbindenden Übergänge, die man zur Zwischenphase rechnet. Die Schlagfrequenz beträgt in einem Rennen zwischen 70 und 80 Schlägen pro Minute.

Ausgangsposition

Der Paddler sitzt auf der Bank im Drachenboot mit einer Beckenseite an der Außenwand des Bootes. Das Stechpaddel wird mit der inneren Hand oben am Griff gehalten. Die wasserseitige Hand greift ungefähr eine Schulterbreite tiefer am Schaft an. Das wasserseitige Bein wird Standbein genannt und sollte bei möglichst horizontalem Oberschenkel fest zwischen Bootswand und -boden verkeilt werden. Die Beckenachse steht senkrecht zur Bootsachse, d.h. quer zur Fahrtrichtung. Der Oberkörper ist über dem festgestellten Beckengürtel zur Zugseite optimal eingedreht und leicht nach vorne gebeugt. Der Zugarm, d. h. der Arm auf der Wasserseite, ist gestreckt, der Druckarm leicht gebeugt, die Druckhand befindet sich leicht über und vor dem Kopf des Sportlers.

Wasserfassen

Das Paddel wird möglichst weit vorne (ungefähr auf der Höhe der Sitzbank des übernächsten Vordermanns) ohne Pause ins Wasser getaucht. Hierfür drückt die Zughand über den gestreckten Arm mit Hilfe der Druckhand das Paddelblatt schnell und spritzerlos vollständig ins Wasser.

Durchzug

Erst wenn das Paddelblatt ganz ins Wasser getaucht ist, wird das Paddel dicht an der Außenwand des Drachenbootes vorbeigeführt und dabei möglichst senkrecht zur Mittelachse des Bootes und dem Wasserspiegel gehalten. Der Durchzug erfolgte explosiv und mit steigender Geschwindigkeit durch Rückdrehung und gleichzeitigem Aufrichten des Oberkörpers koordiniert mit der Zugbewegung des Zugarmes. Der Druckarm und die Druckhand leisten statische Haltearbeit und wirken als Gelenk und Führungselement für das Stechpaddel. Beckengürtel und Beine sichern durch Beibehaltung der Grundhaltung die Übertragung des durch den Paddelschlag erzeugten Kraftimpulses auf das Boot.

Ausheben

Nachdem die Zughand den Oberschenkel des Standbeines erreicht hat, heben Zug- und Druckhand das Paddel zügig und möglichst spritzerlos gerade nach oben aus dem Wasser. Das Ausheben des Stechpaddels aus dem Wasser sollte auf Höhe des Beckens des Sportlers beendet sein.

Umsetzen

Die Zughand führt das Paddel in leichtem Bogen in Fahrtrichtung zum Bug, das Blatt bleibt etwa 5 bis 8 cm über der Wasseroberfläche. Die Druckhand führt den Paddelknauf ganz leicht ins Boot und nach vorne oben vor den Kopf in die Ausgangsstellung. In zeitlicher und räumlicher Koordination zwischen Zug- und Druckarm unterstützt der Rumpf das Vorbringen durch eine optimale Drehung des Schultergürtels zur Zugseite mit einer entsprechenden Krümmung des gesamten Oberkörpers gegenüber dem Beckengürtel. Der Unterköper wirkt als Widerlager und soll möglichst fest stehen und die Kraftübertragung auf das Boot sichern. Der Kopf wird in Verlängerung der Wirbelsäule gehalten, der Blick ist schräg auf den vor einem sitzenden Paddler gerichtet.

Wettkampfsport


Der in den Verbänden organisierte Wettkampfsport verzeichnet seit den 1990er Jahren eine zunehmende Professionalisierung und Reglementierung. Dieser Prozess wurde insbesondere durch die Gründung von Vereinen und deren Organisation in Verbänden vorangetrieben.

In Deutschland haben sowohl der Deutsche Drachenboot Verband (DDV) als auch der Deutschen Kanu-Verband (DKV) eigene Wettkampfbestimmungen verabschiedet, die die Durchführung von Wettkämpfen innerhalb des jeweiligen Verbandes reglementieren. Beide Verbände organisieren eigene Welt-, Europa-, Deutsche- und Landesmeisterschaften.

Ziel der Wettkämpfe ist es, eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich zu bewältigen. Als Streckenlängen haben sich 250m (Sprint), 500m (Mittelstrecke) und 1000m (Langstrecke) etabliert. Bei Breitensportveranstaltungen und Traditionsrennen sind die Strecken in der Regel nicht normiert. Wettkämpfe werden häufig auf den bereits existierenden Regattastrecken ausgetragen.

Weblinks


Verbände national

Verbände international

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