Die Drückjagd ist eine Form der Gesellschaftsjagd, bei welcher das Wild aufgescheucht wird, und versucht wird es zu den stehenden Jägern zu bringen.
Die Drückjagd unterscheidet sich von der normalen Ansitzjagd darin, dass in der Regel mehrere Jäger, bis zu vier Treiber und mehrere frei stöbernde Jagdhunde teilnehmen. Bejagt werden dabei vor allem Rehwild, Rotwild, Schwarzwild (=Wildschwein)und Fuchs, aber auch Damwild, Sikawild, Gemsen,und Hase.
Die Drückjagd sollte nicht mit der Treibjagd verwechselt werden. Ziel der Drückjagd ist, durch nur wenige Störung im Jahr, also an einem Tag, den Schalenwildabschuß zu gewährleisten und damit dem Wild dauernde Störung zu ersparen und den Wald vom Verbiss zu entlasten. Bei einer Treibjagd wird, im Gegensatz zur Drückjagd, auf Niederwild gejagt.
Wird Rotwild im Jagdgebiet vermutet, so erfolgt das Durchdrücken zuerst in Form des "Anrührens" ohne großen Lärm. Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine Hunde eingesetzt. Die Hunde werden dann erst später freilaufend eingesetzt. Bei Rehwilddrückjagden dagegen werden die Hunde üblicherweise schon zu Beginn der Jagd zu einem vereinbarten Zeitpunkt geschnallt(=von der Leine gelassen).
Das Wild wird dabei von Hunden und Drückern (Treiber) in seinem Tagesversteck aktiv gestört und verlässt dieses, wenn die Hunde allzu lästig werden. Erlegt wird das Wild von Jägern, die an günstigen Plätzen warten, während das Wild versucht, sich in eine andere Dickung zu schleichen, um den lästigen Hunden und Treibern zu entgehen. Die Hunde können dabei das Wild im unübersichtlichen Gelände meist nicht sehen, sondern verfolgen mit ihrer feinen Nase die Duftspur des vor Minuten durchgeschlichenen Wildes.
Für diese Jagdmethode besonders geeignete Hunderassen sind beispielsweise Bracken, Jagdterrier, Wachtelhund, Spaniel, Dackel und einige spurlaute Vorstehhunderassen. Erfahrene Jäger wissen: je mehr Hunde frei und selbstständig jagen, desto erfolgversprechender ist die Jagd. Dabei ist es aber auch vom Revier und der Witterung abhängig, welches die geeigneste Hunderasse dafür ist. Haben diese Hunde eine frische Wild-Duftspur in der Nase, so verfolgen sie diese, bellen dabei lang anhaltend und weisen so die Jäger darauf hin, wo demnächst Wild aus der Dickung kommen könnte. Man spricht dabei von spurlauten Hunden. Drückjagden auf Rehwild und Wildschweine ohne die Beteiligung von Hunden sind meist zum Scheitern verurteilt, da sich diese Wildarten von Treibern kaum aus größeren Dickungen treiben(drücken)lassen.
Die Drückjagd findet im Winterhalbjahr und anders als die Ansitzjagd nur bei hellem Tageslicht statt. Bejagt werden Waldflächen von etwa 20 bis über 1000 Hektar. Eine Faustregel zur Teilnehmerzahl lautet: 5-15 Jäger je 100 Hektar. Aufgabe der Treiber ist die Führung einiger Hunde von einer Dickung zur nächsten. Die Anzahl der Treiber und Hunde richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Als Faustregel sollte gelten, je mehr geeignete Hunde, desdo besser ist der Jagderfolg. Die Anzahl der Treiber unterliegt keiner Beschränkung. Eine Ausnahme ist im Bundesland Bayern, hier dürfen nicht mehr als 4 Treiber pro Drückjagd durchgehen. So soll sichergestell werden, dass im Verlauf der zwei- bis fünfstündigen Jagd alle Dickungen auf der bejagten Waldfläche von Hunden durchstöbert werden.
Sind Wildschweine in den Dickungen, so stellen sich diese häufig den Hunden zum erbitterten Kampf, verletzen diese nicht selten tödlich und tragen selber Bißwunden davon. Rehe dagegen suchen stets ihr Heil in der Flucht, es kommt nicht zum Kampf mit Hunden, und trotzdem lehnen traditionelle Jäger die Rehdrückjagd aus Gründen des Tierschutzes ab, ohne aber gegen Wildschweindrückjagden ähnliche Bedenken zu haben.
Die Drückjagd kann sehr schnell scheitern, weil man eine gut organisierte Jägergruppe braucht. So sind falsch plazierte Schützen und solche, die zögern oder ungeübt sind, oft ein Grund für erfolglose Jagden. Ebenso sind genügend gute Hunde(10je100Hektar), die das Wild aufstöbern, vonnöten, weil ansonsten nur wenig Wild zum Verlassen der Deckung bewegt wird. Des weiteren sind komplizierte Abschußfreigaben durch den Organisator eher hinderlich als hilfreich, da sich die Schützen sonst auch bei passenden Stücken nicht zu schießen trauen und gute Gelegenheiten ungenutzt lassen.
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