Ein Downburst ist eine „schwere Fallböe“, die meist bei Gewittern auftritt, aber auch bei Schauern vorkommen kann. Hierfür sind zwei verschiedene Mechanismen verantwortlich, die aber auch kombiniert auftreten können. Im Fall der eigentlichen thermischen Downbursts wird der Abwind so stark beschleunigt, dass eine konzentrierte Böe wie ein „Sack“ aus dem Niederschlagsbereich ausfällt und am Boden divergiert, wobei die Windgeschwindigkeit mit zunehmender Entfernung vom Auftreffpunkt wieder abnimmt. Ursache für die Beschleunigung ist hier meist eine trockene Luftschicht im mittleren Wolkenniveau, in welcher einfallender Niederschlag verdunstet und die Luft durch Verdunstungskälte abkühlt und somit den Abwind beschleunigt. Zur Kühlung trägt ferner schmelzender kleiner Hagel bei. Der zweite Mechanismus führt zu dynamischen Downbursts, indem durch konvektive Umlagerung ein Starkwindfeld in größerer Höhe bis in Bodennähe heruntergemischt wird. Dieser sogenannte Impulstransport tritt vor allem auf der Rückseite winterlicher Sturmtiefs im Bereich hochreichend labil geschichteter Kaltluftmasse auf.
Downbursts sind häufig für schwere Schäden verantwortlich, die lokal jene von mäßig starken Tornados erreichen können, aber in ihrer Gesamtsumme diese noch übertreffen, da die geschädigte Fläche größer ist.
Die erste Beschreibung von Downbursts geht auf Tetsuya Theodore Fujita zurück, der sie 1974 entdeckte und 1978 nachweisen konnte.
Downbursts sind zusätzlich je nach Wirkungsbereich und Dauer unterteilt in Microbursts (0,4 bis 4 km, 5 bis 15 min) und Macrobursts (mehr als 4 km, bis 60 min). Der Starburst stellt eine Spezialform dar und kann tornadische Fallmuster erzeugen.
Im Zweifelsfall einer Schadensanalyse ohne Augenzeugen ist der Fall eines Downbursts eher anzunehmen als der eines Tornados, da sie weitaus häufiger vorkommen. Downbursts und Tornados werden jedoch häufig verwechselt.
Downbursts können überall auftreten, wo es hochreichende Feuchtekonvektion gibt. In den mittleren Breiten findet man einen Tagesgang, welcher dem der Gewittertätigkeit folgt, also mit einem Maximum am frühen Abend. Im Jahresgang ist für Mitteleuropa ein Hauptmaximum in den Sommermonaten zu verzeichnen, das vermutlich von thermischen Downbursts dominiert ist. Im Winterhalbjahr findet sich ein zweites schwächeres Maximum, welches mit den durch die dann verstärkt auftretenden Sturmzyklonen in Verbindung gebracht werden kann und vorzugsweise dynamischer Genese (Impulstransport) ist.
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