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Der Begriff Dotcom-Blase ist ein durch die Medien geprägter Kunstbegriff für das Platzen einer Spekulationsblase im März 2000, die insbesondere die so genannten Dotcom-Unternehmen betraf und vor allem in Industrieländern zu Vermögensverlusten für Kleinanleger führte.
Die Boom-Phase
Aufgrund des Internetbooms kam es in der Zeit ab
1995 zu einer Vielzahl von Neugründungen von Unternehmen und durch die anfangs hohen Umsätze vermehrt zu Börsengängen. Im Vertrauen auf einen weiteren Anstieg investierten Anleger verstärkt in die Aktien dieser Unternehmen, was innerhalb von 1,5 Jahren ab Mitte 1999 zu einer Vervielfachung der Kurse einiger Unternehmen und somit zu einer unkontrollierten Überbewertung der Aktien führte. Verstärkt wurde dieser Effekt zudem durch einen zum großen Teil blinden Expansionsdrang vieler Unternehmen. Die durch die Börsengänge erzielte Liquidität wurde in den Aufkauf weiterer, nicht selten sanierungsbedürftiger Unternehmen gesteckt. Diese Werte waren jedoch nicht durch materielle Gegenwerte gedeckt, da das Kapital eines IT-Unternehmens weniger in materiellen Gütern als vielmehr in der geistigen Leistung seiner Mitarbeiter zu finden ist. Oftmals bestand der
Buchwert der Unternehmen in nicht vielmehr als ein paar Gebäuden und einer mittelmäßigen IT-Infrastruktur und die zugekauften Unternehmen schrieben meist rote Zahlen. Gesunde Unternehmen waren in dieser Zeit für eine Übernahme entweder unerschwinglich oder betätigten sich am Markt ebenfalls als Käufer. Dies trieb die Preise der Übernahmekandidaten ebenfalls in die Höhe.
Der Absturz
Als im März 2000 die Kurse zu sinken begannen und vermehrt Verkäufe getätigt wurden, brach der Markt in sich zusammen. Verstärkt wurde dieser Effekt durch eine Vielzahl von unerfahrenen Kleinanlegern, die nur die jahrelangen Kurssteigerungen im zweistelligen Bereich betrachteten und in Hoffnung auf weitere Kursanstiege ihr Geld verstärkt in diese Papiere investierten. Der Kursverfall war absehbar, und daher zogen erfahrene Börsianer schon bei ersten Anzeichen ihr Kapital aus diesem Markt ab. Durch den Fall der Kurse gerieten die Kleinanleger in Panik und verkauften "um jeden Preis", um die Verluste in Grenzen zu halten, was den Kursverfall in einen Kurssturz verwandelte.
Die unmittelbaren Folgen
Die noch vor einigen Jahren teuer zugekauften Tochterunternehmen waren meistens Sanierungsfälle und daher in dieser Phase unverkäuflich, so dass nur der Gang in die Insolvenz übrig blieb. Einige Unternehmen haben durch unüberlegtes Aufkaufen die gesamte Liquidität nach dem Börsengang auf diese Art und Weise verloren und viele wurden selbst zum Insolvenzkandidaten. Bei einigen Unternehmen fiel der Kurs tiefer als der Buchwert und dies führte zu einer massiven Unterbewertung der Aktie. Die Folge war in einigen Fällen, dass diese Unternehmen aufgekauft wurden mit dem Ziel der Liquidierung, um die Buchwerte (z. B. Bürogebäude und Patente) gewinnbringend verkaufen zu können. Der verwöhnte Arbeitsmarkt im IT-Bereich, der aufgrund von Fachkräftemangel im Jahr 1999 sogar noch IT-Fachkräfte aus Indien anwarb, musste sich innerhalb eines Jahres mit dem Begriff der Arbeitslosigkeit vertraut machen.
Die Spätfolgen
Das Vertrauen in die Werte der IT-Branche ist seither gestört. Noch heute sind einige Unternehmen unterbewertet und als Spätfolge werden immer noch Stellen abgebaut, auch wenn in der IT-Branche Anzeichen der Erholung spürbar sind. Überlebt haben insbesondere große Unternehmen - die vormals feine Granularität und die daraus resultierende Vielfalt des Marktes ist beinahe verschwunden. Die von den Entlassungen betroffenen Mitarbeiter - aufgrund des Arbeitskräftemangels in der Boom-Phase oftmals Quereinsteiger aus anderen Branchen - hatten und haben es schwer, wieder unterzukommen.
Darüberhinaus erschütterte das Platzen der Spekulationsblase das Vertrauen der Kleinanleger in den Aktienmarkt nachhaltig.
Wertpapiere und Börse
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