| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Dorsten.png | Lage der Stadt Dorsten in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Münster |
| Regionalverband Ruhr | |
| Kreis: | Recklinghausen |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 27-122 m ü. NN |
| Fläche: | 171 km² |
| Einwohner: | 79 807 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 477 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 46282 / 46284 / 46286 |
| Vorwahl: | 02362 / 02369 / 02866 |
| Kfz-Kennzeichen: | RE |
| Gemeindekennzahl: | 05 5 62 012 |
| Stadtgliederung: | 11 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Halterner Straße 5, 46284 Dorsten |
| Website: | www.dorsten.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung@dorsten.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Lambert Lütkenhorst (CDU) |
Dies spiegelt sich auch im Stadtbild wieder: Vor allem in den nördlichen Stadtteilen wie Lembeck und Rhade ist die Landschaft von Weideland und Äckern geprägt. In den südlicheren Stadtteilen - vor allem in Hervest - nahm die Industrie und der Bergbau eine bedeutende Stellung ein. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bildet die Altstadt südlich der Lippe und des Wesel-Datteln-Kanals. Zwischen den Stadtteilen liegen große Wälder wie "Der Hagen" und die "Emmelkämper Mark" die zum Naturpark Hohe Mark gehören.
Das Stadtgebiet wird über der Lippe entwässert, ihr fließen die Bäche Hambach, Wienbach und Schölzbach zu. Der größte See ist der Blaue See im Stadtteil Holsterhausen.
Die höchste Erhebung ist der Galgenberg nordöstlich von Wulfen-Barkenberg mit 122 m über Normalnull, der niedrigste Punkt befindet sich mit 22 m über Normalnull an der Stelle, wo die Lippe das Stadtgebiet nach Schermbeck verlässt.
Etwa 5 % des Stadtgebietes (853,2 ha = 8,532 km²) sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die größten Schutzgebiete sind die Lippeauen (421,8 ha) und die Rhader Wiesen (204 ha).
Reken (Kreis Borken), Haltern am See und Marl (beide Kreis Recklinghausen) sowie Gelsenkirchen (Kreisfreie Stadt), Gladbeck (Kreis Recklinghausen), Bottrop (Kreisfreie Stadt) Schermbeck (Kreis Wesel) und Raesfeld (Kreis Borken).
Die Siedlung villa Durstine wächst vor allem, da sich hier zwei wichtige Fernhandelswege, Essen–Lippe und Recklinghausen–Lippe, kreuzen. Das Dorf gehört etwa ab dem 12. Jahrhundert zum Vest Recklinghausen welches dem Erzbistum Köln unterstellt ist. 1251 verleiht der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden Dorsten das Stadtrecht. 1260 ist die Befestigung von etwa 3,5 ha Stadtgebiet mit Graben- und Erdwallanlagen sowie einem hölzernen Palisadenzaun auf der Wallkrone abgeschlossen. 1275 wird in Dorsten eine Münzstätte eingerichtet, die „Dorstener Pfennige“ – 1,35 g schwere Silbermünzen – prägt. Die Stadt wächst durch den Zuzug von Umlandbewohnern aus Kirchhellen, Erle, Hervest und Lippramsdorf, die den Schutz und Privilegien der Stadt suchen. Etwa 1334 entsteht die erste wirkliche Stadtmauer die etwa 11,8 ha einfriedet. Das Franziskanerkloster wird 1488 gegründet.
Durch die Lage an der Lippe wird die Stadt im 14. Jahrhundert Mitglied der Hanse. Der Handel und der Schiffbau lassen die Kassen der Bürger, Kaufleute und der Stadtherren klingeln. 1567 wird die Stadtwaage am Marktplatz erbaut.
Dorsten belagerung 1641.jpg Während der Religionskriege zum Ende des 16. Jahrhunderts und vor allem während des Dreißigjärigen Krieges geraten Handel und Verkehr ins Stocken, die Hanse zerbricht. 1642 wird das Gymnasium Petrinum errichtet. 1699 gründet sich das Ursulinenkloster mit angeschlossenen Mädcheninternat. Dorsten wird bis ins 18. Jahrhundert immer wieder von verschiedenen Seiten belagert. 1816 wird Dorsten preußisch und als Bürgermeisterei Dorsten Teil des neugebildeten Kreis Recklinghausen, der im wesentlichen dem Gebiet des Vest Recklinghausen und der Herrlichkeit Lembeck entspricht.
Das Städtebauprojekt Neue Stadt Wulfen wurde in den 70er Jahren entwickelt und teilweise gebaut.
1978 werden große Teile der Altstadt zur Fußgängerzone ausgebaut.
1997 demonstrieren die Bergarbeiter von „Fürst Leopold“ mit wochenlangen Mahnwachen für den Erhalt des Bergwerks. Die Förderung in Dorsten wird 2001 schließlich eingestellt, bis 2005 wird jedoch weiter unter Altendorf-Ulfkotte und der Feldmark Kohle abgebaut und auf „Westerholt“ zu Tage gefördert.
Seit dem Ende der 90er prägt der Strukturwandel die Stadt. Die Stadt versucht dabei ihr touristisches Profil als „Kleine Hansestadt an der Lippe“ und „Brücke zwischen Münsterland und Ruhrgebiet“ zu stärken. Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung wie das interkommunale Industriegebiet „Industriepark Dorsten/Marl“ bündelt die städtische Gesellschaft „WINDOR“.
1929 werden die Ämter Lembeck (Lembeck, Hervest und Wulfen) und Altschermbeck (Holsterhausen, Hardt und Rhade) zum Amt Hervest-Dorsten vereinigt. Die Altstadt wird 1937 unter Wahrung ihrer bisherigen Stadtrechte in das Amt eingegliedert. 1975 wird das Amt Hervest-Dorsten in Zuge der kommunalen Neugliederung aufgelöst und durch die Stadt Dorsten ersetzt.
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit hatte Dorsten nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung sank durch die vielen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder. So verlor Dorsten bei den Pestepidemien von 1350, 1459, 1587 und 1599 zahlreiche Bewohner. Auch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatte der Ort Einwohnerverluste zu beklagen. Erst durch die Industrialisierung und zahlreiche Eingemeindungen im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum.
Nach der 1943 erfolgten Eingliederung von Hervest (8.454 Einwohner 1939) und Holsterhausen (6.225 Einwohner 1939) stieg die Einwohnerzahl von Dorsten von 10.000 im Jahre 1939 auf 25.000 im Jahre 1945. Die Eingemeindung zahlreicher Orte am 1. Januar 1975 brachte einen Bevölkerungszuwachs um 25.000 Personen auf 65.000 Einwohner. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Dorsten nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 79.807 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1818 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1250 | 90 |
| 1270 | 280 |
| 1432 | 800 |
| 1548 | 1.800 |
| 1600 | 2.000 |
| 1700 | 1.800 |
| 1818 | 2.304 |
| 1. Dezember 1828 ¹ | 2.406 |
| 1. Dezember 1840 ¹ | 2.866 |
| 3. Dezember 1843 ¹ | 2.888 |
| 3. Dezember 1849 ¹ | 3.051 |
| 3. Dezember 1855 ¹ | 3.105 |
| 3. Dezember 1858 ¹ | 3.265 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dezember 1871 ¹ | 3.232 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 3.379 |
| 1. Dezember 1885 ¹ | 3.336 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 3.654 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 4.234 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 5.103 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 5.875 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 7.073 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 8.506 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 10.319 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 10.332 |
| 31. Dezember 1945 | 24.577 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 24.707 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 13. September 1950 ¹ | 27.945 |
| 25. September 1956 ¹ | 32.527 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 36.323 |
| 31. Dezember 1965 | 39.044 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 39.671 |
| 31. Dezember 1975 | 65.718 |
| 31. Dezember 1980 | 70.287 |
| 31. Dezember 1985 | 72.945 |
| 25. Mai 1987 ¹ | 73.744 |
| 31. Dezember 1990 | 78.035 |
| 31. Dezember 1995 | 80.735 |
| 31. Dezember 2000 | 81.063 |
| 30. Juni 2005 | 79.807 |
Zwischen 1934 und 1945 setzte die NSDAP den Bürgermeister ein.
¹hauptamtlicher Bürgermeister
Derzeitiger hauptamtlicher Bürgermeister ist Lambert Lütkenhorst (CDU). Er wurde bei der Kommunalwahl 1999 erstmals gewählt und bei der Kommunalwahl 2004 mit 64,3 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Das Kreuz steht für die frühere Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln. Der goldene Schlüssel ist Zeichen des Apostels Petrus, dem Patron der Kölner Kirche. Diese beiden Symbole finden sich auch im Stadtwappen der Kreisstadt Recklinghausen und im Wappen des Kreis Recklinghausen.
Das Heimatmuseum Dorsten befindet sich im Dachgeschoss des Schloss Lembeck und zeigt ärchäologische Funde sowie Spuren des Arbeitslebens aus Handwerk, Landwirtschaft und Schiffbauerkunst.
Die fast 400 Jahre alte Tüshaus-Mühle in Deuten ist ein technischen Kulturdenkmal und verfügt über ein kleines Museum.
Der mittelalterliche Marktplatz in der Altstadt wird dominiert durch die Stadtwaage (Altes Rathaus) und die dahinter liegende St.-Agatha-Kirche. 1962 wurde an der Ostseite des Marktplatzes an der Stelle einer ehemaligen Pferdetränke ein von der Künstlerin Tisa von der Schulenburg gestalteter Brunnen aufgestellt. Auf etwa 30 steinernen Reliefs erfährt man die Geschichte Dorstens in Wort und Bild. An der Westseite steht seit 1998 ein vom Künstler Bonifatius Stirnberg geschaffener Brunnen, der mit beweglichen Figuren vier Stationen der Stadtgeschichte erzählt.
Die mittelalterliche Stadtmauer ist entlang der Straßen Westgraben, Südgraben und Ostgraben teilweise noch erhalten. Die Wassergräben der Graben- und Wallanlagen sind zwischen Ostgraben und Südgraben 2002 beziehungsweise 2005 wieder errichtet worden und werten das Stadtbild rund um den Platz der Deutschen Einheit (Recklinghäuser Tor) auf. Der einzige noch bestehende Wehrturm steht am Westgraben und dient als Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten seit dem Dreißigjährigen Krieg bis zum 2. Weltkrieg.
Das 1699 erbaute Ursulinenkloster wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, aber nach dem Krieg wieder aufgebaut und in den 1980-er Jahren wurde ein Neubau angebaut. Leider sind heute nur noch Reste im Kloster und der Schule zu bewundern.
Unmittelbar an der Fußgängerzone liegt das Franziskanerkloster mit der St. Annakirche. Das Franziskanerkloster hat in Dorsten eine lange Geschichte. Hier nur einige wichtige Stichpunkte:
1488 gegründet 1633 Vertreibung der Franziskaner von den Hessen 1641 Rückkehr 1642 Gründung einer Lateinschule (heute: Gymnasium Petrinum) 1945 durch Bomben vollständig zerstört 1976 Abriss des nach dem Krieg wiederaufgebauten Klosters für ein Kaufhaus!(oft kritisiert) und Neubau des heutigen Klosters
Zwischen Lembeck und Wulfen liegt das Wasserschloss Lembeck mit einem großen Rhododendronpark.
DSC00277.JPG Auf der Hardt steht das St.-Elisabeth-Krankenhaus, die evangelische Friedenskirche und die katholische Kirche St. Nikolaus.
Die Damenmannschaft des Basketballvereins "BG Dorsten" spielt in der Damenbundesliga DBBL. Sie gewann 2004 die Deutsche Pokalmeisterschaft und verfehlte im selben Jahr nur knapp die Bundesliga-Meisterschaft.
Die Ruderer des Ruderverein Dorstens gewannen von 1988-1996 6 Weltmeistertitel im Deutschlandachter und erreichten darüber hinaus Silber, Bronze und einen 4. Platz bei olympischen Spielen. Wolfgang Klapheck, Dirk Balster und Thorsten Streppelhof gewannen darüber hinaus in Renngemeinschaften 14 Titel bei Deutschen Meisterschaften.
In Dorsten-Hervest befindet sich zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal der "Dorstener-Motor-Yacht-Club e.V. 1973" (siehe: www.DMYC.de), der neben den zwei vorhandenen Marinas den einzigen Yachthafen am Wesel-Datteln-Kanal stellt und mit viel Engagement, wie Bootsparaden, Kutterfahrten, Vorführungen, etc., schon zahlreiche Veranstaltungen der Stadt Dorsten begleitet hat.
Seit 1931 ist der Luftsportverein Dorsten e.V. in Dorsten ansässig. Auf dem Segelfluggelände am Wesel-Datteln-Kanal in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern findet alle zwei Jahre ein Flugtag statt. Der Flugplatz ist in Dorsten beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Die Deutsche Bahn sowie die Prignitzer Eisenbahn unterhalten den regionalen SPNV auf den Strecken RE 14 Der Borkener, RB 43 Emschertalbahn, RB 44 Der Dorstener und RB 45 Der Coesfelder. Der Bahnhof östlich der Innenstadt verbindet den Schienenverkehr mit den Buslinien der Vestische Straßenbahnen GmbH, die am ZOB halten. Außer dem Bahnhof Dorsten gibt es auch in den Stadtteilen Hervest, Deuten, Rhade, Lembeck und Wulfen Bahnhöfe.
Der Wesel-Datteln-Kanal verbindet mit einem kleinen Hafen und einer Schleuse Dorsten mit dem Rhein und dem Wasserstraßenkreuz Datteln.
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