Dorothy Leigh Sayers (* 13. Juni 1893 in Oxford; † 17. Dezember 1957 in Witham, Essex) war eine englische Schriftstellerin und Übersetzerin. Ihre Kriminalromane, die scharfsinnige, einfühlsame Milieuschilderungen der 1930er Jahre enthalten, haben weltweit ihren nach wie vor hervorragenden Ruf als eine der "British Crime Ladies" begründet.
Dorothy Sayers wurde 1893 in Oxford geboren, wo ihr Vater, Reverend Henry Sayers, Kaplan und Direktor der Chor-Schule des Christ Church College war.
Sie studierte am Somerville College in Oxford klassische und moderne Sprachen und machte ihren Abschluss mit "summa cum laude". Sayers war eine der ersten Frauen überhaupt, die an dieser "altehrwürdigen" Institution zugelassen wurde und sich durchsetzte. Später arbeitete Sayers als Lehrerin und später als Werbetexterin in einer Werbeagentur (Bensons) in London. Das gab ihr wertvolle Einblicke in die Werbebranche, die sie in ihrem Roman "Mord braucht Reklame" (Murder Must Advertise) verarbeitete.
Noch unverheiratet bekam sie 1924 ein Kind und arrangierte dessen Unterbringung und Erziehung bei ihrer Cousine Ivy Amy Shrimpton. Zwei Jahre später - sie schrieb bereits ihre Krimis - heiratete sie Oswald Arthur "Mac" Flemming, einen Journalisten. Später adoptierten sie ihren Sohn, der jedoch nie in Sayers' Haushalt lebte.
Dorothy L. Sayers (sie bestand auf dem "L." und sprach ihren Namen wie "Ssährs" aus) ist weltweit bekannt für ihren Amateurdetektiv Lord Peter Wimsey. Dieser englische Aristokrat ist Protagonist einer Reihe von Kriminalromanen und Kurzgeschichten von hohem literarischem Rang. Einige dieser Kriminalromane wurden von der BBC mit Ian Carmichael als Lord Peter Wimsey verfilmt.
In einigen Wimsey-Krimis stellt Sayers ihrem Helden die Kriminalschriftstellerin und bald ebenfalls Amateurdetektivin Harriet Vane zur Seite, die den damals noch schwer durchsetzbaren, verpönten Anspruch des weiblichen Geschlechts auf Gleichberechtigung verkörpert. Im Laufe mehrerer Romane entwickelt sich eine Beziehung zwischen Vane und Lord Peter, die schließlich zur Hochzeit der beiden führt.
Sayers gehörte 1928 zu den Gründungsmitgliedern des Detection Club, einer Vereinigung zur Förderung des klassischen Kriminalromans. Mitglieder mussten sich zur Einhaltung bestimmter Regeln verpflichten, die vor allem die Fairness gegenüber dem Leser gewährleisten sollten. Andere prominente Mitglieder waren z.B. Agatha Christie und G. K. Chesterton.
Sayers selbst befand ihre Übersetzung von Dantes Göttlicher Komödie ins Englische als ihre beste Arbeit.
Sie schrieb auch religiöse Essays und Schauspiele. Am bekanntesten ist wohl die Hörspielreihe "Zum König geboren" (The Man Born to Be King), die im Auftrag der BBC entstand.
Weltanschaulich gilt sie als eine christliche Humanistin.
Jill Paton Walshs Roman A Presumption of Death, 2002 (Mord in mageren Zeiten; auch "Lord Peters allerletzter Fall") basiert auf den Figuren und den während des zweiten Weltkriegs in der Londoner "Times" erschienenen "Wimsey Papers" von Dorothy L. Sayers.
siehe auch englischer Wiki-Beitrag
zusammen mit Robert Eustace
Frau | Brite | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch) | Kriminalliteratur | Religiöse Literatur | Übersetzung (Literatur) | Geboren 1893 | Gestorben 1957
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