Dornrindentinte, auch Dornentinte genannt, war eine der am häufigsten verwendeten Tintenarten des Mittelalters.
Sie vereint die Lichtechtheit und Haltbarkeit der Rußtinte mit der Wasserfestigkeit der Eisengallustinte, ohne deren Nachteile zu besitzen. Die Tinte hat eine rotbräunliche Färbung.
Die Herstellung von Dornrindentinte beschreibt der Mönch Theophilus um 1100 in einem seiner Bücher wie folgt:
Man schneidet Dornenzweige von Schlehen (Anm.: prunus spinosa) im April oder Mai kurz vor dem Ausschlagen und läßt diese einige Tage liegen. Dann wird die Rinde abgeklopft und mit Wasser angesetzt. Dieser Ansatz bleibt ebenfalls einige Tage stehen. Wenn das Wasser rotbraun verfärbt ist, wird die Mischung aufgekocht und mit der Rinde versetzt. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis die Rinde völlig ausgelaugt, also von allen farbgebenden Bestandteile gelöst ist. Die so entstandene Brühe wird zum Schluß mit Wein eingekocht und in einem Pergamentsäckchen an der Sonne getrocknet. Zum Schreiben löst man die pulvrige Substanz in warmem Wein.
Dieses pulverige Konzentrat war nahezu unbegrenzt haltbar.
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