Die
Dornbirner Ache ist ein Fluss, der die
österreichische Stadt
Dornbirn (
Vorarlberg) durchquert. Bis zur
Rheinregulierung mündete die Dornbirner Ache bei
Fußach in den Bodensee und hieß daher auch Fuss Ach. Heute fließt der rund 30 km (29.904,35 m) lange Fluss bei Hard parallel zum
Rhein in den Bodensee.
Geografie
Flusslauf
Sie entspringt im so genannten Valorsertal, an der Nordwestflanke des Hohen Freschens, nahe der kleinen Bergortschaft
Ebnit, wo sie noch den Namen Ebniterach trägt. Der erste Flussabschnitt ist geprägt von tiefen Schluchten und bedeutsamen Einschnitten in die Berglandschaft Dornbirns. Mehrere Zuflüsse, wie etwa die Kobelache oder die Gunzenache schließen sich der Dornbirner Ache im oberen Flusslauf an. Schon nach der "Schaufelschlucht" wird diese dann zum
Staufensee aufgestaut, welcher nach dem Berg
Staufen, der sich darüber erhebt, benannt ist. Anschließend durchquert sie die - im Laufe von Jahrtausenden eingeschnittene und als Ausflugsziel ausgebaute -
Rappenlochschlucht, ehe sie nach ca. 14,5 km Flusslaufs im Gütle an den Fabriksanlagen einer ehemaligen Textilfabrik vorbeiführt. Dieses Einflussgebiet von ca. 51,1 km² der Dornbirner Ache bis zum Talaustritt im Gütle gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten Vorarlbergs. Schließlich erreicht sie als Grenzfluss zwischen den zwei dornbirner Stadtteilen Hatlerdorf und Oberdorf beziehungsweise später Markt bewohntes Gebiet. An verschiedenen Bauwerken, wie etwa dem
Krankenhaus, dem Gymnasium oder der Landessportschule vorbei führt sie schließlich wieder als Grenzfluss zwischen den Bezirken Schoren und Rohrbach in die als Naherholungsgebiet bekannten Achauen. Inmitten dieser Laubbewaldung links- und rechtsseitig der Ache findet sich eine ganz besondere Übergangsmöglichkeit über den Fluss, eine beschrankte
Furt. In zahlreichen
Mäandern schlängelt sich der Fluss unterhalb dieser durch das Dornbirner bzw.
Lauteracher Ried, wo der Koblacher Kanal einmündet, bevor die Dornbirner Ache parallel zum
Alpenrhein bei
Hard in den
Bodensee fließt.
Zuflüsse
Dornbirn_Gütle.jpg
Von den zahlreichen links- und rechtsseitigen Zuflüssen der Dornbirner Ache haben nur die wenigsten einen Namen. Deshalb seien hier auch nur die größten und geläufigsten genannt. Als einer der ersten fließt der
Kugelbach linksseitig im Bereich der Unteren Wäldlealpe der - in diesem Flussabschnitt noch als Ebniterache bezeichneten - Dornbirner Ache zu. Viele Bäche zT ohne, oder nur mit regional bekannten Namen speisen in diesem frühen Flussabschnitt den Fluss beidseitig. Der nächste wichtige linksseitige Zufluss ist der
Bruderbach, welcher als
Ebniter Dorfbach gilt, da er die Grenzen des Dorfes klar festlegt. Erst im Bereich der
Alplochschlucht fließt ein weiterer wichtiger Bach - der
Spätenbach - der Ache zu. Im Bereich des darauf folgenden Staufensees fließen sowohl rechts als auch links zahlreiche Bäche zu, diese sind jedoch kaum länger als 1 km. Der wohl bedeutendste Zufluss der Ebniter Ache ist zugleich die Grenze, ab welcher man von der Dornbirner Ache spricht, die
Kobel Ache. Diese fließt über weite Teile parallel zur Ebniter Ache und heißt zuvor
Gunzen Ache. Weiters fließen der Kobel Ache der
Laubach-,
Rudach- und
Tintelsbach zu, bevor sie im Gütle der Dornbirner Ache zufließt. Über eine Strecke von ca. 3 km fließen der Ache nun nur noch linksseitig Flüsse zu. Erst bei der Talstation der
Karrenseilbahn fließt rechts der
Gechelbach zu. Innerhalb des nun folgenden Gemeindegebiets von Dornbirn fließen keine weiteren Bäche zu. Erst in den Achauen und dem Gebiet des Dornbirner und Lauteracher Rieds fließen wieder kleinere Entwässerungs- und Landgräben zu. Der nächste Bedeutsame Zufluss ist der
Fischbach, welcher aus mehreren Flüssen im Ortsgebiet (z. B.
Steinebach oder
Haselstauderbach) gespeist wird und erst knapp vor dem
Rickenbach und dem anschließenden, markanten Knick im Flusslauf der Dornbirner Ache zufließt. Der letzte wichtige Fluss, der sich der Ache vor ihrem Einfluss in den Bodensee anschließt ist der
Kobelacher Kanal, offiziell
Rheintal-Binnekanal genannt. Dieser entwässert große Teile des unteren
Rheintals und ist neben dem
Rhein wohl einer der bedeutendsten Flüsse, die in Süd-Nord Richtung im vorarlberger Rheintal verlaufen.
Historisches
Dornbirner_Ache_Old_Map.jpg
Der frühere Name Fuss Ach ist vermutlich Germanischen Ursprungs, er stammt aus einer Zeit, bevor Vorarlberg unter römische Herrschaft (
Provinz Raetia) fiel. Die Ortschaft
Fußach wurde nach dem Fluss benannt, der die Grenze zu Hofsteig bildete und das Dorf in zwei Hälften teilte. Schon recht früh bildete die Dornbirner Ache für die, in der Region ansässigen Bauern ein natürliches Hindernis, das es zu bewältigen galt, um die
Alpwirtschaft im Dornbirner Firstgebiet aufrecht zu erhalten. In späteren Jahren wurde der Fluss zum Holztriften verwendet, allerdings war die Schwankung der Wassermenge, die man mit 1:1000 angibt immer schon ein Problem. Erst
1830 wurde durch steinerne Begrenzungen die Hochwassergefahr für beide Achseiten gebannt, geplant wurde dieses Bauvorhaben vom Ingenieur
Alois Negrelli, welcher auch für den Bau des
Suezkanals verantwortlich war. Ebenfalls im
19. Jahrhundert erkannten die kaiserlichen Militärstrategen die verteidigungstechnischen Möglichkeiten der Dornbirner Ache. So wurden Umfangreiche Verteidigungspläne unter Bezugnahme der Dornbirner Ach entworfen, dabei sollte vor allem der - für die
Bodenseeschifffahrt wichtige - Fußacher Hafen geschützt werden. Im Jahr 1899 wurde im Auftrag der Textilfabrik Hämmerle ein Wasserkraftwerk mit
Stausee - heute als Kraftwerk Ebensand und
Staufensee bekannt - gebaut. Dieses Kraftwerk sollte das Wasser der Dornbirner Ache zur Gewinnung von
elektrischem Strom für die Spinnerei im Gütle (siehe Foto) verwenden, heute befindet es sich im Besitz der
VKW. Mit dem Fußacher Durchstich im Jahr
1900 - im Zuge der Regulierung des Alpenrheins - wurde dann die Dornbirner Ache in ein neues Flussbett geleitet und mündet heute noch bei
Hard in den
Bodensee.
Nutzung
Rappenlochschlucht1.jpg in Dornbirn.]]
Wurde die Dornbirner Ache noch im frühen
20. Jahrhundert von der in Dornbirn aufblühenden
Textilindustrie als Energielieferant genutzt, so verliert sie zusehends an wirtschaftlicher Bedeutung. Lediglich das Kraftwerk Ebensand, das zweitälteste Kraftwerk in Vorarlberg, welches sich im Besitz der
VKW befindet, nutzt mit dem
Staufensee-Stausee die Wasserkraft des Flusses noch zur Energiegewinnung. Aufgrund von erlaubten Wasserabfassungen im Bereich des Waldbads Enz für die industrielle Verwendung (als Müllerbach bekannt) liegt die Dornbirner Ache theoretisch an 218 Tagen im Jahr trocken. Praktisch gesehen wird allerdings weitaus weniger Wasser als die erlaubten 1800 Liter pro Sekunde entnommen, um den Fluss zu schützen. Außerdem wird im oberen Flussabschnitt dem Nebenfluss
Kobelache in einem
Kieswerk Gestein in geringen Mengen entnommen. Weitaus wichtiger ist die Dornbirner Ache als Naherholungs- und Tourismusgebiet. Hier ist es vor allem die - weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannte -
Rappenlochschlucht, die jährlich Touristen aus aller Welt anzieht. Vielen Dornbirnern ist der untere Flussabschnitt, im Bereich der Achauen als
Naherholungsgebiet bekannt. Besonders im Sommer sind die steinigen Ufer im künstlichen Bachbett unterhalb der Sägerbrücke von erholungssuchenden Stadtbewohnern bevölkert. Auch der von der Stadt Dornbirn geschaffene Fitnessparcour und die Reit- und Spazierwege in den Achauen sind ein Magnet für die knapp 45.000 Einwohner der Messemetropole. Auch wird man an der Dornbirner Ache immer wieder auf
Fischer treffen, die mit entsprechender Lizenz an den Ufern des Flusses ihre
Angelruten auswerfen.
Weblinks
Fluss_in_Vorarlberg | Dornbirner_Ach