Donkey Kong (kurz DK; jap.: ドンキーコング, Donkī Kongu) ist eine populäre Videospielfigur der Firma Nintendo, die titelgebender Held mehrerer, zum Teil höchst erfolgreicher Videospiele ist. Die Donkey-Kong-Spiele bilden die dritterfolgreichste Videospielreihe des Unternehmens (nach Super Mario und Pokémon) und werden – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur von Nintendo vertrieben. Donkey Kong stellt einen ausgewachsenen Gorilla mit braunem Fell dar.
1994 wurde die Figur Donkey Kong vom britischen Entwicklerstudio Rare für das Super Nintendo Entertainment System-Spiel Donkey Kong Country neu designt. Das von Nintendo vertriebene Spiel wurde durch seine für damalige Verhältnisse revolutionären CGI-Grafiken ein großer Erfolg und bis heute mehrfach fortgesetzt.
Nach zahlreichen Auftritten in verschiedenen Spielen, häufig zusammen mit Super Mario, einigen Merchandising-Artikeln und einer Fernsehserie zählt Donkey Kong heute zu den beliebtesten und kommerziell erfolgreichsten Figuren der Videospielewelt.
Daraufhin wurde Miyamoto beauftragt, ein Spiel auf der Grundlage seiner eigenen Ideen zu entwerfen. Das von ihm entwickelte Spiel Donkey Kong handelt von einem Gorilla, der die Freundin Pauline seines Herrn Jumpman (später Mario) entführt hat. Es ist Aufgabe des Spielers, Jumpman durch vier verschiedene Levels zu steuern, ihn Fässern und anderen Objekten ausweichen und Leitern erklimmen zu lassen, um Donkey Kong schließlich einzuholen und die Freundin zu retten. Die vier zweidimensionalen Spielabschnitte von der Größe eines Bildschirms werden von der Seite dargestellt. Per Joystick erfolgt die Steuerung der Spielfigur nach rechts, links sowie bei Leitern nach oben und unten, auf Tastendruck wird ein Sprung ausgeführt. Damit war Donkey Kong das erste Jump'n'Run-Spiel überhaupt. Den Namen Donkey Kong habe Miyamoto deshalb gewählt, weil er den Gorilla als eine sture, eigensinnige Figur erdacht hatte und diese Eigenschaften allgemein mit Eseln (Esel englisch „donkey“) assoziiert werden. Dieser Name allein ließ einige NoA-Mitarbeiter bereits am Erfolg des Spiels zweifeln, das nach dem Misserfolg mit Radarscope die letzte Hoffnung für das junge Tochterunternehmen darstellte. Ungeachtet dessen wurde Donkey Kong mit 65000 verkauften Automaten zum meistverkauften Arcade-Spiel nach Pac-Man und brachte NoA den ersehnten Durchbruch. Es folgten mehrere Nachahmungen des Arcade-Automaten wie Donkey King und Crazy Kong. Im 1982 erschienenen Nachfolger Donkey Kong Junior übernimmt der Spieler die Kontrolle über Donkey Kongs Sohn Junior, der seinen Vater aus Marios Gefangenschaft befreien muss. Während Steuerung und Aufteilung in vier zweidimensionale Levels aus dem Vorgänger übernommen wurden, liegt der Schwerpunkt bei diesem Spiel weniger auf dem Springen als auf dem Klettern. Es ist Juniors Aufgabe, Schlüssel zu DKs Käfig aufzusammeln und in ihre Schlösser einzusetzen, indem er an Lianen entlang klettert und dabei Hindernissen ausweicht.
1983 erschien mit Donkey Kong 3 das dritte und letzte Arcade-Spiel der Reihe. In diesem Spiel steuert der Spieler den Gewächshausgärtner Stanley, der Donkey Kong mit seiner Sprühpistole ein Gewächshaus hinauf treiben muss, während dieser unentwegt Insekten aufscheucht, die Stanley angreifen. Durch die Sprühpistole enthält das Spiel Shoot-'em-up-Elemente, konnte jedoch nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen.
Die Qualität der verschiedenen Konsolenversionen ist sehr unterschiedlich. Zwar stellte die Colecovision-Version von Donkey Kong die bis dahin beste Umsetzung eines Arcade-Spiels dar, jedoch fehlt eines der ursprünglich vier Levels. Selbst in der NES-Version, die dem Arcade-Original am nächsten kommt, ist dies der Fall, während die Intellivision- und Atari 2600-Versionen darüber hinaus noch deutliche technische und spielerische Defizite aufweisen. Dies ist auch bei den entsprechenden Donkey Kong Jr.-Umsetzungen der Fall; die NES-Version hingegen enthält alle vier Levels und kommt dem Original auch sonst sehr nah. Die NES-Version von Donkey Kong 3 kommt ebenfalls ohne größere Abstriche aus.
Nach einem erfolgreichen Jahr, in dem der britische Spieleentwickler Rareware zahlreiche Spiele für Nintendo-Systeme entwickelt und sich als einer der wichtigsten Entwickler für Nintendo etabliert hatte, zog sich das Team um die Brüder Chris und Tim Stamper 1992 für zwei Jahre aus der aktiven Spieleentwicklung zurück, um eine Technologie zu entwickeln, die das Aussehen von Spielen verändern sollte. Damit war es möglich, Spiele mit 24-Bit-Grafiken auf einer Silicon Graphics-Workstation zu entwickeln und diese anschließend in zweidimensionale Grafiken zu konvertieren, die problemlos von Nintendos 1991 veröffentlichter 16-Bit-Konsole Super Nintendo Entertainment System dargestellt werden konnten. Während andere Entwicklerfirmen in ihren Spielen noch auf comicähnliche Grafik in Form von Sprites zurückgriffen, war Rare nun in der Lage, auf High-End-Workstations vorgerenderte Grafiken zu verwenden. Während Chris Stamper weiter an der Technologie feilte, entwickelte Tim ein Box-Spiel, um ihr Potential zu demonstrieren. Anschließend lud man Genyo Takeda, einen von Nintendos Spitzentechnikern, zu einer Demonstration im Rare-Sitz nach Twycross ein. Beeindruckt von der neuen Technologie kehrte dieser nach Japan zurück, um Hiroshi Yamauchi Bericht zu erstatten. Auf die Nachfrage Nintendos, was für ein Spiel Rare entwickeln wolle, antwortete Tim Stamper, er wolle ein Spiel mit Donkey Kong entwickeln. Yamauchi und Donkey Kong-Erfinder Miyamoto willigten ein, und Stamper machte sich mit seinem Design-Team an die Arbeit. Wissend, dass dieser Titel sehr wichtig für die lukrative Feriensaison sein würde, legte Rare großen Wert auf seine Qualität. Ein hauseigener Musiker schrieb mehrere Begleitthemen, und Miyamoto schickte Konzeptzeichnungen, um das Grafikdesign zu inspirieren, allerdings war das Team befugt, das Design nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Für die Spielgrafik wurden 3D-Objekte aus Polygonen zusammengesetzt und anschließend mit Farben und Texturen bedeckt. Um alles realistisch wirken zu lassen, bediente man sich bei der Umgebung des alten ländlichen Gebäudes, in dem Rare seinen Sitz hatte. Wurden beispielsweise Texturen für Bäume benötigt, pflückte man Blätter von Bäumen. Wurden Texturen für ein rostiges Fass benötigt, wurde eine alte Schaufel gescannt.
Das 1994 fertig gestellte Spiel Donkey Kong Country (Super Donkey Kong in Japan) ist ein Side-Scrolling-Jump'n'Run mit flüssig animierten, dreidimensional wirkenden Figuren und teilweise britisch angehauchtem Humor in Form von Wortspielen, comicartigen Animationen und Slapstick-Einlagen. Der mit diesem Spiel eingeführte "neue" 3D-Donkey Kong mit roter DK-Krawatte lebt im Dschungel auf der Affeninsel, und es ist Aufgabe des Spielers, ihn durch die Jump'n'Run-Levels zu steuern, dabei Bananen zu sammeln und Gegner zu besiegen, um schließlich den vom niederträchtigen Krokodil King K. Rool und seiner Kremling-Bande entwendeten Bananenvorrat zurückzuholen.
Mit diesem Spiel wurden neue Figuren eingeführt: Der alte Cranky Kong (einigen Anspielungen nach ist er der "alte" Donkey Kong) hilft mit Hinweisen aus, Funky Kong verschafft Zugang zu neuen Bereichen auf der Übersichtskarte, und bei Candy Kong kann der Spielstand gesichert werden. Der kleine und flinke Schimpanse Diddy Kong, Donkeys bester Kumpel, begleitet ihn durch das gesamte Spiel und ist ebenfalls vom Spieler steuerbar. Wird einer der Affen von einem Gegner verletzt und scheidet aus, übernimmt der Spieler die Steuerung des anderen. Erst wenn er ein Fass mit der Aufschrift DK findet und den Kameraden daraus befreit, sind wieder beide Affen verfügbar.
Getreu dem Arcade-Vorgänger spielen Fässer eine zentrale Rolle. Es gibt nicht nur Fässer, die auf Gegner geworfen werden können, sondern auch "Kanonenfässer", die Donkey und Diddy durch die Luft schleudern. Ebenfalls vorhanden sind Kisten, aus denen sich verschiedene Reittiere befreien lassen, wie beispielsweise Rambi das Nashorn oder Enguarde der Schwertfisch. Auf der Consumer Electronic Show 1994 der Öffentlichkeit vorgestellt, stellte Donkey Kong Country selbst Spiele für 32-Bit-Konsolen in den Schatten und demonstrierte die technischen Möglichkeiten des vermeintlichen 16-Bit-Auslaufmodells SNES. Es wurde nicht nur zum meistverkauften Spiel des Jahres, sondern vom Magazin TIME auch zum zweitinnovativsten Produkt des Jahres gewählt. Insgesamt verkaufte es sich rund 6 Millionen Mal.
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 1995 kam der Nachfolger Donkey Kong Country 2: Diddy's Kong-Quest auf den Markt. In diesem Spiel brechen Diddy und seine Freundin Dixie Kong auf, um Donkey Kong aus den Fängen von Kaptain K. Rool zu befreien. Donkey Kong Country 2 entspricht technisch und spielerisch dem Vorgänger, jedoch gibt es neben neuen Nebenfiguren wie Wrinkly Kong und Swanky Kong auch neue Aktionsmöglichkeiten für die Spielfiguren: Dixie kann ihren Pferdeschwanz wie einen Propeller zum Schweben einsetzen und die beiden Affen können sich gegenseitig Huckepack nehmen und werfen, um etwa neue Bereiche zu erschließen.
Der dritte Teil der Reihe, Donkey Kong Country 3: Dixie Kong's Double Trouble erschien 1996. Dieses Mal gilt es, Donkey und Diddy zu befreien, sodass der Spieler die Steuerung von Dixie und ihrem Cousin Kiddy Kong übernimmt. Technisch und spielerisch auf den Vorgängern basierend, bietet das Spiel einige Neuerungen. So sind einige Nebenaufgaben vorhanden, deren Lösung den Spieler mit Extras wie Spieltipps oder zusätzlichen Levels belohnt. Auch sind verschiedene Minispiele enthalten.
Anfang 2005 veröffentlichte Nintendo zuletzt das vom neu gegründeten Entwicklerstudio Nintendo Tokyo entwickelte Spiel Donkey Kong Jungle Beat. Es handelt sich um ein 2D-Jump'n'Run mit 3D-Grafik, das ebenfalls zur Steuerung mit dem Bongo-Controller vorgesehen ist. Schlägt der Spieler auf die rechte oder linke Trommel, bewegt sich Donkey Kong in die entsprechende Richtung. Werden beide gleichzeitig geschlagen, führt er einen Sprung aus, während ein Händeklatschen des Spielers Donkey Kong einen Schlag oder eine andere Aktion ausführen lässt.
Das Ziel des Spiels ist es, die unterschiedlichen Levels zu durchqueren, dabei möglichst viele Bananen zu sammeln, und diverse Bossgegner zu bezwingen, die Donkey Kong den Titel des Königs der Affen streitig machen wollen.
Auf der E3 2006 wurde ferner das Rennspiel DK Bongo Blast angekündigt, das ebenfalls die DK-Bongos unterstützen wird.
1995 folgte mit Donkey Kong Land eine den technischen Möglichkeiten der tragbaren 8-Bit-Konsole angepasste Game-Boy-Umsetzung von Donkey Kong Country, die wie das SNES-Vorbild von Rare entwickelt wurde. Mit Donkey Kong Land 2 erschien 1996 eine entsprechende Umsetzung von Donkey Kong Country 2: Diddy's Kong Quest, 1997 gefolgt von Donkey Kong Land 3.
2001 wurde Donkey Kong Country für den Game Boy Color umgesetzt, und kommt dem SNES-Original aufgrund der technischen Überlegenheit des GBC gegenüber dem Game Boy deutlich näher als Donkey Kong Land. Zusätzlich enthält das Spiel Game-Boy-Printer--Unterstützung und einen Zweispielermodus.
2003 folgte eine noch bessere Umsetzung von Donkey Kong Country für den Game Boy Advance mit zusätzlichen Minispielen. Donkey Kong Country 2: Diddy's Kong Quest wurde 2004 für den GBA umgesetzt.
Ebenfalls 2004 erschien mit Mario VS Donkey Kong ein Geschicklichkeitsspiel für den GBA im Stile des ersten Game-Boy-Donkey-Kong. Hier ist es Marios Aufgabe, die von Donkey Kong entwendeten Spielzeug-Marios zurückzuerlangen.
Anfang 2005 veröffentlichte Nintendo mit DK: King of Swing ein Geschicklichkeitsspiel für den GBA, in dem das Schwingen im Vordergrund steht. Durch Drücken der Schultertasten kann Donkey Kong sich an verschiedenen Oberflächen festhalten, loslassen und sich so durch die Levels schwingen.
Im November 2005 erschien schließlich auch eine GBA-Umsetzung von Donkey Kong Country 3, die um einen neuen Spielabschnitt mit zusätzlichen Levels erweitert wurde.
Die geplanten GBA-Titel Donkey Kong Coconut Crackers und Diddy Kong Pilot erschienen nach dem Verkauf der Rare-Aktien an Microsoft unter dem Vertrieb von THQ unter anderen Namen ohne Donkey Kong-Charaktere.
Für den Nintendo DS wurden auf der E³ 2006 Donkey Kong: King of Swing 2 und Mario VS Donkey Kong 2 - March of the Minis als Nachfolger der Game-Boy-Advance-Spiele vorgestellt. Erscheinungstermine sind noch nicht bekannt.
Von 1998 bis 2000 strahlte der US-Sender Fox Family 40 Folgen einer computeranimierten Donkey Kong Country-Serie aus, von denen 14 in Deutschland auf Super RTL unter dem Titel Donkey Kongs Abenteuer gesendet wurden.
Der Erfolg von Donkey Kong Country wurde schließlich wieder von einer Reihe von Merchandising-Artikeln, zum Beispiel Plüschfiguren, zum „neuen“ Donkey Kong begleitet, die vereinzelt bis heute verkauft werden.
Später forderte Coleco seine geleisteten Tantiemen zurück, ebenso wie Atari, der Hersteller der VCS-Version von Donkey Kong, und auch Ruby Spears, die Produktionsfirma der Donkey Kong-Zeichentrickserie, machte Entschädigungsansprüche geltend. Nintendo erreichte 1985 in einer Gegenklage eine Entschädigungszahlung von 1,8 Millionen Dollar für entgangene Gewinne aus Lizenzverträgen. Tigers King Kong-Spiel erschien für das VCS und als Handheld-Spiel.
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