Die Donauschwaben ist ein Sammelbegriff für die im 18. Jahrhundert nach Ostmitteleuropa und Südosteuropa ausgewanderten Deutschen. Der Begriff wurde erst 1920 geschaffen, um die vielen sogenannten Schwaben zu beschreiben, die im südlichen Donauraum (Ungarn, Jugoslawien, und Rumänien) lebten, aber keine Österreicher, Siebenbürger Sachsen, oder Landler waren. Die Donauschwaben bestehen also aus den Ungarndeutschen, Sathmarer Schwaben, Banater Schwaben, und Jugoslawiendeutschen (bis auf die in Slowenien). Schon seit ihrem ersten Ankommen nennen sie sich „Schwaben“, und der Namen wird auch von den anderen Volksgruppen der Region verwendet. Nach der Teilung ihrer Siedlungsgebiete und ihrem Auftritt in der Außenpolitik Deutschlands brauchte man einen Modifikator, um sie von den Schwaben Deutschlands zu unterscheiden.
Die meisten Donauschwaben wurden als Folge des zwischen den Alliierten geschlossenen "Potsdamer Abkommen" nach Deutschland oder Österreich vertrieben. Noch während der Endphase des Krieges flüchteten viele vor der Roten Armee oder wurden zwischen 1945 bis 1948 vertrieben.
In ganz Rumänien, Ungarn und Jugoslawien zählte die deutschsprachige Minderheit 1918 etwa 1,5 Millionen Menschen. Davon wurde - grob gesprochen - ein Drittel um 1945 vertrieben (vor allem aus Jugoslawien, weniger aus Rumänien); je ein Sechstel wanderte um 1920 und (teilweise gegen "Kopfgeld") 1960 bis ca. 1995 in westliche Länder aus, ein Drittel blieb.
In Jugoslawien war ihr Schicksal vielleicht am grausamsten. Häufig wurden Donauschwaben der Kollaboration mit Nazi-Deutschland bezichtigt, was in einigen Fällen auch zutraf. Die "ethnische Säuberung" lief zumeist nach dem gleichen Muster. Zunächst floh ein großer Teil der Bevölkerung, während oder kurz nach dem Abzug der deutschen Truppen aus der Region aus Angst vor Gewalttaten jugoslawische Partisanen, die ihnen durch Berichte bereits Flüchtender zugetragen wurden. Ein Teil der Bevölkerung blieb zurück. Kurz darauf erreichten jugoslawische Partisanen die Ortschaften, besetzten diese und verhängten eine Ausgangssperre über die Ortschaft. Zumeist am nächsten Tag begannen in Bürgermeisterämtern oder kirchlichen Gemeindehäusern gewaltsame Befragungen von Einwohnern mit dem Ziel, die führenden Personen des Ortes zu ermitteln. Nach Durchführung dieser Maßnahme wurden zumeist in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages die gesamte geistige und vorher ermittelte Elite der Ortschaft außerhalb dieser an Abwassergräben oder alten Bombentrichtern erschossen. Danach wurde die restliche Bevölkerung der Ortschaften in einem kleinen häufig mit Stacheldraht abgegrenzten Bereich der Ortschaften zusammengefasst. Während der gesamten Zeit kam es immer wieder zu schweren Übergriffen jugoslawischer Partisanen, insbesondere zu fortgesetzten Vergewaltigungen. Die Häuser der Ortschaften wurden häufig geplündert. Die zusammengefasste Ortsbevölkerung musste unter Bewachung noch die um die Ortschaft vorhandenen Felder abernten. Kurz darauf wurden diese Kleinlager aufgelöst und deren Insassen in eine Reihe größerer Zwangsarbeitslager wie z.B. Rudolfsgnad (Knićanin) oder andere überführt. Diese Lager wurden bis 1947/48 betrieben und dann auf Druck des Roten Kreuzes aufgelöst. Die überlebenden Lagerinsassen wurden teilweise nach Deutschland bzw. Österreich abgeschoben und teilweise zur Zwangsarbeit verpflichtet. Nach Schätzungen sind während des gesamten Prozesses der Vertreibung der Donauschwaben aus Jugoslawien mindestens 80'000 von ehemals ca. 500'000 Donauschwaben in Jugoslawien ermordet worden. Eine juristische und moralische Aufarbeitung dieser Nachkriegsverbrechen hat bis heute nicht stattgefunden, wenn es auch in jüngster Zeit ermutigende Äußerungen von wichtigen serbischen Politikern gibt und selbst die Enteignungen inzwischen überprüft werden.
Die Deutschen in Ungarn (oder Ungarndeutsche) wurden in dem Zeitraum von 1945 bis 1948 enteignet und nach Deutschland vertrieben. Die Dagebliebenen wurden von der Magyarisierung betroffen, aber seit den 80er Jahren kämpfen sie für den Erhalt der deutschen Sprache und Kultur.
Die Deutschen in Rumänien wurden nicht vertrieben, dagegen viele von ihnen innerhalb Rumäniens deportiert. Sie verließen Rumänien weitgehend ab 1970 bis 1990 und kamen in die Bundesrepublik, da die Auswanderung der Rumäniendeutschen noch bis 1989 gefördert wurde. (Siehe auch In Rumänien unten)
Vor allen nach der Vertreibung, aber auch bereits ab 1920 wanderten viele Donauschwaben in die USA, nach Brasilien, Kanada und Australien, und sogar Argentinien aus. Die donauschwäbischen Rückwanderer pflegen in vielen Vereinen Sprache und Brauchtum, und in Brasilien (z. B. in Guarapuava/Entre Rios_(Guarapuava)) gibt es donauschwäbische Dörfer.
Ihr Wappen zeigt die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und die donauschwäbischen Stammesfarben Weiß-Grün. Die Donau als Schicksalsstrom, auf dem die Ahnen mit Ulmer Schachteln abwärts fuhren, auf beiden Seiten ihres Mittellaufes. Das Wappen zeigt die Festung Temeschburg inmitten fruchtbaren Ackerlandes, das die Donauschwaben mit der Pflugschar urbar gemacht haben - ein Symbol der kaiserlichen, deutschen Wehranlage und Militärgrenze gegen die Türken. Sie wird flankiert vom Halbmond, dem weltlichen Symbol des Islam - Zeichen der im 17./18. Jahrhundert zurückweichenden türkischen Bedrohung des Abendlandes - und von der aufgehenden strahlenden Sonne: Weiß ist Symbol der friedlichen Gesinnung der Donauschwaben, grün als Farbe der Hoffnung für das zur Kornkammer gewordene Neuland ihrer Heimat.
In Rumänien blieb fast nur die ältere Generation. Wer sich aber im Banat, dem Grenzgebiet zu Ungarn und Serbien mit der Hauptstadt Temesvar, umsieht, kann ihre Spuren nicht übersehen. In kleinen Orten trifft man Leute, die rasch von Deutsch auf Rumänisch oder Serbisch wechseln können und mit EU-Politik vertraut sind. Am Stuck von manchem renoviertem Haus ist der deutsche Familienname bemalt, und von den drei Kirchen kleiner Orte ist die katholische nur selten verfallen.
Rumänien spürt den Aderlass von 800.000 auf 75.000 Deutsche sehr - und bedauert Ceausescus "2. Welle" längst. Die Aussiedler- und Vertriebenenverbände wollen helfen, unterliegen aber Sparplänen des deutschen Kulturministers. Er wollte etwa das Siebenbürger Kulturinstitut Gundelsheim dem Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) in Ulm angliedern - wegen "veränderter historischer Lage seit der Zeitenwende in Osteuropa". Politiker und Zeitungen warnten vor falschem Sparen, Betroffene sind demotiviert und verweisen auf völlig verschiedene Geschichte und Traditionen der beiden Volksgruppen. Inzwischen werden die Unterschiede auch von Rumänien akzeptiert.
Die Donauschwaben in Rumänien sind also nun eine Minderheit unter einem Prozent, aber kulturell lebendig. Auf ihre frühere Bausubstanz achtet man. Die Ungarn und Székler machen ca. sieben Prozent der Gesamtbevölkerung von 22 Millionen aus, die Roma etwa drei Prozent.
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