Die Donau ist nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Ihre Länge, gemessen ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen, beträgt 2.845 Kilometer; von der Breg-Quelle an gerechnet sind es 2.888 Kilometer. Nach Deutschland und Österreich durchfließt der Fluss noch acht weitere europäische Staaten und mündet im ausgedehnten Donaudelta in das Schwarze Meer.
Donau-Wien-UNOcity.jpg | Regensburg Donaupanorama.jpg | Passau3Fluesse-Denis-Barthel.jpg | Donau-Wien-Nussdorf.jpg
Daneben gab es vor allem für die untere Donau die lateinische Bezeichnung Hister, Ister von griechisch Ἴστρος (Ístros), dieser Name wird bei Hesiod als Sohn des Okeanos und der Thetys bezeichnet (Theogonie 339), wird auch auf die keltischen Worte ys (schnell, reißend) und ura (Wasser, Fluss) zurückgeführt. Nach einer anderen Interpretation steht ys gleichzeitig für hoch und tief und bezeichnet damit die Vertikale. Im Bereich des früheren keltischen Siedlungsgebietes leiten sich, neben den alten Namen der Donau, eine Reihe von weiteren Namen für andere Flüsse von diesem Wort ab:
Hans Bahlow, der Autor des Werks Deutschlands geographische Namenswelt, geht davon aus, dass sich der Name von es, as oder os (Sumpfwasser) ableiten lässt. Dieses ergebe sich auch daraus, dass die Isère in Frankreich ein eher sumpfiger Fluss sei, wie es auch die Isar früher südlich von München gewesen sei. Eine weitere Interpretation bezieht sich auf eine hypothetische indogermanische Wurzel es oder is und leitet daraus eine generische Bezeichnung für „(fließendes) Wasser“ ab.
Die Nebenflüsse, die im Verhältnis am stärksten zur Wassermenge der Donau beitragen, sind:
Hierbei sind alle Angaben über die bayerischen Nebenflüsse auf der Seite des Hochwassernachrichtendienst Bayern des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft nachzulesen.
Faktoren wie etwa Schneeschmelzen und starke Niederschläge im Alpenraum begünstigen dabei das rapide Anschwellen des Flusses und die Entstehung von Hochwassern. Durch die zunehmende Regulierung des Flusses und die teilweise Zerstörung von Auen wurde dieser Effekt noch gesteigert und das Ausmaß der Hochwasser nahm im 20. Jahrhundert zu. Die Höchststände der letzten hundert Jahre waren die Hochwasser von 1954, 1988 und 2002. Nur das neueste Hochwasser im Frühjahr 2006, das zahlreiche rumänische und bulgarische Familien zwang, ihre Häuser fuer immer zu verlassen, übertrifft all diese Hochwasser.
Der Rhein ist der einzige Fluss der Alpen, der nördlich in Richtung zur Nordsee fließt. Dabei nimmt er die nördlich abfließenden Wasser der Europäischen Wasserscheide auf. Diese teilt wie eine unsichtbare Linie Teile von Süddeutschland.
Noch vor der letzten Eiszeit begann der Rhein erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der Urdonau nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl und des Wellheimer Trockentals entlang der Linie Wellheim–Dollnstein–Eichstätt–Beilngries–Riedenburg floss. Die (heute wasserlosen) Schluchten in der jetzigen Landschaft der Schwäbischen Alb sind Teile des Bettes dieses früheren Flusses, der erheblich größer war als die heutige Donau. Nachdem die Oberrheinische Senke gleichsam abgefressen worden war, änderte der größte Teil des Alpenwassers seine Richtung und speist heute den Rhein. Donau Hafenhallen.JPG Es fließen bis heute Teile des Donauwassers durch den porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb in den tiefer liegenden Rhein. Da diese große Menge unterirdischen Wassers sich zugleich mehr und mehr in den umgebenden Kalkstein frisst, wird angenommen, dass die obere Donau eines Tages völlig zugunsten des Rheins verschwinden wird.
Bei Immendingen kommt es im Flusslauf zur Donauversickerung. Hier versickert ein großer Teil des Donauwassers im Boden und gelangt über Höhlen im Karststein zum über 14 Kilometer entfernten Aachtopf, von wo aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt. Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten Versickerung kommen; die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen Krähenbach und Elta gespeist. Da dieses Trockenfallen des Flusses in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen hat, wird ein Teil des Donauwassers durch einen Stollen an der Versickerungsstelle vorbeigeleitet. Der Stollen und das zugehörige Wehr befinden sich hinter dem Ortsausgang von Immendingen, der Stollen selbst führt nach Möhringen. Eine weitere Donauversickerung, die zusätzliches Wasser unterirdisch zum Aachtopf führt, befindet sich bei Fridingen an der Donau.
Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss.
| rechtes Ufer | Donau- kilometer | linkes Ufer | ||
| Land | Anteil in km | Anteil in km | Land | |
| Deutschland Flag of Germany.svg | 658,6 | 2888,77 | 687,0 | Flag of Germany.svg Deutschland |
| 2230,20 | ||||
| Österreich Flag of Austria.svg | 357,5 | |||
| 2201,77 | ||||
| 321,5 | Flag of Austria.svg Österreich | |||
| 1880,26 | ||||
| 172,1 | Flag of Slovakia.svg Slowakei | |||
| 1872,70 | ||||
| Slowakei Flag of Slovakia.svg | 22,5 | |||
| 1850,20 | ||||
| Ungarn Flag of Hungary.svg | 417,2 | |||
| 1708,20 | ||||
| 275,2 | Flag of Hungary.svg Ungarn | |||
| 1433,00 | ||||
| Kroatien Flag of Croatia.svg | 137,5 | 358,0 | Flag of Serbia (state).svg Serbien | |
| 1295,50 | ||||
| Serbien Flag of Serbia (state).svg | 449,9 | |||
| 1075,00 | ||||
| 940,9 | Flag of Romania.svg Rumänien | |||
| 845,65 | ||||
| Bulgarien Flag of Bulgaria.svg | 471,6 | |||
| 374,10 | ||||
| Rumänien Flag of Romania.svg | 374,1 | |||
| 134,14 | ||||
| 0,6 | Flag of Moldova.svg Moldawien | |||
| 133,57 | ||||
| 53,9 | Flag of Ukraine.svg Ukraine | |||
| 79,63 | ||||
| 79,6 | Flag of Romania.svg Rumänien | |||
| 0,00 |
| nach Strom kilometer | rechtes Ufer | beidseitig | linkes Ufer | ||||
| Land | km | % | km | % | km | % | |
| Deutschland | 687,00 | 658,6 | 23 | 658,6 | 36 | 687,0 | 24 |
| Österreich | 357,50 | 357,5 | 12 | 321,5 | 18 | 321,5 | 11 |
| Slowakei | 172,06 | 22,5 | 1 | 22,5 | 1 | 172,1 | 6 |
| Ungarn | 417,20 | 417,2 | 14 | 275,2 | 15 | 275,2 | 10 |
| Kroatien | 137,50 | 137,5 | 5 | 0,0 | 0 | 0,0 | 0 |
| Serbien | 587,35 | 449,9 | 16 | 220,5 | 12 | 358,0 | 12 |
| Rumänien | 1075,00 | 374,1 | 13 | 319,6 | 18 | 1020,5 | 35 |
| Bulgarien | 471,55 | 471,6 | 16 | 0,0 | 0 | 0,0 | 0 |
| Moldawien | 0,57 | 0,0 | 0 | 0,0 | 0 | 0,6 | 0 |
| Ukraine | 53,94 | 0,0 | 0 | 0,0 | 0 | 53,9 | 2 |
Unter den Römern bildete die Donau fast von der Quelle bis zur Mündung die Grenze zu den heidnischen Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie für die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen. Von 37 an bis zur Regierungszeit Kaiser Valentinians I. (364–375) war der Donaulimes mit gelegentlichen Unterbrechungen, etwa dem Fall des Donaulimes 259, die nordöstliche Grenze des Reiches. Die Überschreitung der Donau nach Dakien hinein gelang dem Imperium Romanum erst in zwei Schlachten 102 und 106 nach dem Bau einer Brücke 101 bei der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor. Dieser Sieg über die Daker unter Decebalus ließ die Provinz Dacia entstehen, die 271 wieder verloren ging.
Im neunten Jahrhundert war die Donau Wanderweg für das asiatische Hirtenvolk der Magyaren, die donauaufwärts über die Zwischenstation des Chasarenreichs bis in das heutige Ungarn vordrangen und dort gemeinsam mit der slawischen Vorbevölkerung in den kommenden 150 bis 200 Jahren unter Stephan I. die heutige ungarische Nation begründeten.
Auch die bereits zwischen 1096 und 1099 beim ersten Kreuzzug vom Heer Gottfried von Bouillons genutzte Route Charlemagne zog sich von Regensburg bis Belgrad die Donau entlang. Rund 340 Jahre später verkehrte sich die Richtung, denn für das türkische Heer war die Donau auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa die zentrale Route für den Transport von Truppen und Nachschub. Der Fluss ermöglichte es ihnen, rasch vorzurücken, bereits 1440 führten sie 2000 Kilometer hinter der Mündung die ersten Schlachten um Belgrad. Dessen Eroberung gelang allerdings erst 1521, schon wenige Jahre später, 1526, zerschlug das osmanische Heer in der ersten Schlacht bei Mohács (1526) das ungarische Königreich. Da König Ludwig II. dabei zu Tode kam, fiel Ungarn an das habsburgische Österreich. Dieser Moment gilt als der Keim der Donaumonarchie.
1529 erreichten die Türken mit Wien das Zentrum Mitteleuropas, wurden dort aber geschlagen. So war die Expansion der Osmanen entlang der Donau gestoppt und ab der Schlacht bei Mohács (1687) verloren sie allmählich wieder Land und Macht. Das allmähliche Zurückdrängen der Türken ging im wesentlichen auf die Initiative Österreich-Ungarns zurück, das daran erstarkte, zumal es gleichzeitig aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verdrängt wurde. Neben den Österreichern sollte das Osmanische Reich weiterhin bis zum endgültigen Verlust seiner Balkangebiete durch die russisch-türkischen Kriege (1768–1774) und die Balkankriege 1912/13 der bedeutendste politische Faktor Südosteuropas bleiben. Die Donau war dabei nicht nur militärische und kommerzielle Hauptschlagader, sondern auch politische, kulturelle und religiöse Grenze zwischen Morgen- und Abendland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 eine neue Regelung des Flussverkehrs in Angriff genommen, die das Pariser Abkommen von 1921 ablösen sollte. Zur Belgrader Konferenz, die 1948 abgehalten wurde, waren alle Anrainerstaaten außer den Kriegsstaaten Deutschland und Österreich zugelassen. Mit Unterzeichnung des fertigen Übereinkommens wurde zugleich ein Anhang signiert, der Österreich anschließend in die Donaukommission aufnahm. Die Bundesrepublik Deutschland konnte dem Übereinkommen und der Donaukommission als Resultat sowjetischer Vorbehalte gegen eine deutsche Mitbestimmung erst im März 1998 beitreten, fast 50 Jahre nach der Belgrader Konferenz.
In Deutschland fließt die Donau von ihrer Quelle bis zur deutsch-österreichischen Grenze über 687 Kilometer und ist damit der drittlängste Fluss Deutschlands. An ihren Ufern liegen als größte Städte Tuttlingen, Sigmaringen, Ulm, Neu-Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Straubing und Passau.
Rechtsseitig der Donau fließen in Neu-Ulm die Iller, der Lech bei Marxheim (östlich von Donauwörth) und die Isar bei Deggendorf zu sowie in Passau der Inn; linkseitig die Wörnitz in Donauwörth, hinter Kelheim die Altmühl, bei Regensburg Naab und Regen. Ein bekannter Merksatz: „Iller, Isar, Lech und Inn fließen rechts zur Donau hin, Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen.“ Dabei sind im ersten Teil des Merktextes die wirklich großen Nebenflüsse genannt; selbst der größte linksseitige Nebenfluss (Naab) bringt mit 40 cbm/s gerade mal halb soviel Wassers wie der kleinste rechtsseitige Nebenfluss (Iller) mit. Auch zahlreiche kleinere Flüsse münden in die Donau, so zum Beispiel die Riß, die Roth, die Große Lauter, die Blau, die Günz, die Brenz, die Mindel, die Wörnitz, die Zusam, die Schmutter, die Paar, die Abens, die Große Laber, die Vils sowie Ilz, Erlau und Ranna. Ulm2-midsize.jpg (vom Ulmer Münster aus gesehen)]] In Passau fließt zunächst die Ilz von links in die Donau und kurz danach von rechts der Inn zu. Das Wasser des Inns, das von den Alpen kommt, ist grün, das der Donau blau und das der aus einem Moorgebiet kommenden Ilz schwarz, so dass die Donau ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss drei Wasserfarben (grün/blau/schwarz) aufweist. Auffallend ist dabei, wie stark das grüne Wasser des Inns das Wasser der Donau beiseite drängen. Dies hängt neben der zeitweise sehr großen Wassermenge des Inn hauptsächlich mit der stark unterschiedlichen Tiefe der beiden Gewässer (Inn: 1,90 Meter, Donau: 6,80 Meter) zusammen – „der Inn überströmt die Donau“. Zwar führt der Inn im Jahresmittel auch etwa fünf Prozent mehr Wasser als die Donau selbst; doch rührt dies hauptsächlich von den starken Hochwässern des Inns bei der Schneeschmelze her, während die Donau eine deutlich konstantere Wasserführung aufweist – sie führt die meiste Zeit des Jahres (sieben Monate, Oktober mit April) mehr Wasser mit sich.
Bedeutende Bauwerke entlang der deutschen Donau sind insbesondere die Erzabtei Beuron, das Fürstenschloss in Hohenzollern-Sigmaringen, das gotische Münster zu Ulm (Ulmer Münster) mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,6 m), die unmittelbar am seichten Ufer errichtete Abtei Weltenburg und die Befreiungshalle, beide nahe Kelheim gelegen, die Steinerne Brücke und Dom St. Peter in Regensburg sowie die Walhalla bei Donaustauf etwa 10 km östlich davon. Zwischen der Abtei Weltenburg und Kelheim liegt der landschaftlich reizvolle und geologisch interessante Donaudurchbruch bei Weltenburg.
Das heutige Österreich hat mit rund 350 Kilometern nur mehr einen sehr kleinen Anteil am Strom, unter den 10 Anrainern liegt es damit auf Platz 6. Allerdings entwässert beinahe das gesamte Staatsgebiet in die Donau (und damit in das Schwarze Meer). Nur das Gebiet des Bundeslandes Vorarlberg entwässert größtenteils in den Rhein (Nordsee) und ein sehr kleines Gebiet in der Nordwestecke von Niederösterreich (Waldviertel) in die Lainsitz (Moldau > Elbe > Nordsee). Wenige Kilometer hinter Passau liegt die deutsch-österreichische Grenze und kurz darauf folgt die Schlögener Schlinge, bei der der Fluss seinen Verlauf um 180 Grad ändert. Nach etwas über 70 Kilometern hinter der Grenze folgt Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs, zu beiden Ufern der Donau. Vorbei an Mauthausen, Enns (Zuflussort des gleichnamigen Flusses) und Grein, wo die Donau ihre tiefste Stelle in Österreich aufweist, erreicht der Strom nach rund 90 Kilometern Melk mit seinem gewaltigen Stift und durchfließt auf den folgenden knapp 35 Kilometern eine der schönsten Donaulandschaften, die Wachau, die an Dürnstein vorüber bis Krems reicht; Anschließend durchquert sie das Tullnerfeld. Bereits nahe der Staatsgrenze zur Slowakei fließt die Donau durch die Hauptstadt Wien. Wien war über Jahrhunderte die größte und bedeutendste aller Donaustädte, muss diesen Rang allerdings mittlerweile mit Belgrad und Budapest teilen. Der Fluss machte die Stadt zu einem bedeutenden Handelszentrum, bis heute ist die Donau eine wichtige Handelsroute zwischen Ost und West. Um die Auswirkungen der Donau-Überschwemmungen in Wien zu vermindern, wurde der Fluss künstlich reguliert. (siehe dazu: Donaucity, Neue Donau, Donauinsel, Alte Donau, Wiener Donauregulierung, Donaukanal) Auch rührt der Name der Stadt von einem Nebenfluss der Donau her, der hier mündet: die Wien.
Wichtige Zuflüsse der Donau in Österreich sind der Inn (rechts; an der Grenze zu Deutschland), die Aist (links), die Traun (rechts), die Enns (rechts) die Ybbs (rechts), die Traisen (rechts), der Kamp (links), die Wien (rechts), die Schwechat (rechts) und die als ehemalige Grenze zu Ungarn (bis 1921) historisch bedeutsame Leitha (rechts).
Auf österreichischem Staatsgebiet liegen elf österreichische Donaukraftwerke.
Wien ist auch der Sitz der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD).
Wichtige slowakische Orte neben Bratislava entlang der Donau sind vor allem Komorn Komárno (dt: Komorn), ein Zentrum der ungarischen Minderheit in der Slowakei, wo die Waag, der größte slowakische Fluss nach der Donau, in die Donau mündet und kurz vor der Staatsgrenze der letzte slowakische Donauort Štúrovo (dt: Parkan), wo noch die Hron (dt: Gran) in die Donau mündet und dann noch in allerletzter kleinere Donauort Chľaba, wo das Nebenflüsschen Ipeľ (slowakisch) bzw. Ipoly (ungarisch; dt: Eipel) in die Donau mündet.
Nahe der Mündung des Ipoly passiert die Donau bei Szob gänzlich die Staatsgrenze und ist nun von beiden Seiten ungarisch. Kurz darauf stößt sie auf das Börzsöny-Gebirge und wird von diesem zwischen die Gerecse- und Pilisgebirge im Süden gedrängt. Der Lauf der Donau wendet sich hier in einem spektakulären Landschaftsabschnitt am Donauknie bei Visegrád (dt: Plintenburg) um rund 90°, und sie fließt statt wie bisher von West nach Ost über rund 500 Kilometer strikt nach Süden.
Nach etwa 40 Kilometern durchfließt die Donau die mit 1,8 Millionen Einwohnern größte Stadt entlang ihres Laufs, die Hauptstadt von Ungarn, Budapest. Zugleich verlässt die Donau hier das ungarische Mittelgebirge und tritt ein in die Große Ungarische Tiefebene, deren westliche Grenze sie selbst markiert. Nachdem sie zahlreiche kleinere Städte wie Dunaújváros (Donauneustadt), Baja (Frankenstadt), Paks und Kalocsa (Kollotschau) passiert hat, verlässt sie kurz hinter Mohács das ungarische Staatsgebiet. Batina.jpg
Weiter stromabwärts passiert der Strom die Stadt Novi Sad (dt: Neusatz an der Donau), deren Brücken 1999 im Zuge des Kosovo-Kriegs schwer beschädigt wurden. Über sechs Jahre wurde der Verkehr zwischen den beiden Stadthälften über eine Pontonbrücke abgewickelt. Da diese nur dreimal pro Woche geöffnet wurde, stellte sie das bedeutendste Hindernis für den Schiffsverkehr entlang der Donau dar. Seit der Wiedereröffnung der Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Donau wieder ungehindert befahrbar.
Nach noch einmal 75 Kilometern erreicht die Donau Belgrad, die mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt an der Donau und mit 7.000 Jahren eine der ältesten ständig bewohnten Siedlungen an ihren Ufern überhaupt. Sie ist um den Zufluss der Save gebaut, ihr Kern ist die gewaltige Festung Kalemegdan auf einer Anhöhe über der Mündung.
Auf ihrem weiteren Weg durch Serbien fließt die Donau vorüber an den Industriestädten Pančevo mit dem Zufluss des Temesch und Smederevo, wo die Morava in die Donau mündet, bevor sie an der Ruine der serbischen Festung Golubac vorbei in die beeindruckende Donauschlucht das Eiserne Tor eintritt. Die Donau fließt als Grenzfluss zwischen Serbien und Rumänien bis zu den beiden Staudämmen Djerdap 1 und 2. Auf serbischer Seite befindet sich der Nationalpark Djredap. Eisernes Tor Durchbruch.JPG
Noch vor dem spektakulären Eisernen Tor, vor der Entschärfung zu Beginn der 1970er Jahre der gefährlichste Teil der gesamten Strecke, beginnt ihr Verlauf südwestlich des Banater Gebirges, dort mündet bei Izlaz der Olt in die Donau. Nachdem sie Orşova erreicht hat, stößt sie durch den berühmten Donaudurchbruch und kommt nach Drobeta Turnu Severin. Nun macht der Fluss einen Knick nach Süden vorbei an Gruia, Pristol, Cetate und Calafat. Dann beginnt die Donau ihre 400 Kilometer lange Reise gen Osten als Grenze zu Bulgarien. Dabei fließt sie an den Städten Dabuleni, Corabia, Turnu Măgurele, Zimnicea, Giurgiu (direkt gegenüber auf bulgarischer Seite liegt die Stadt Russe), Oltenita, wo der Argeş in die Donau mündet, und Călăraşi vorbei. Nun begrenzt sie die Dobrudscha-Erhebung nach Westen hin, vorbei an Cernavodă, Topalu, Hirsova, Giurgeni und Gropeni, bis sie die beiden größeren Städte Brăila und Galaţi erreicht. Kurz dahinter wird sie wieder Grenzfluss zur Ukraine, um in Richtung Osten bald das Donaudelta zu erreichen; zuvor berührt sie aber noch die Städte Tulcea und Pardina. OrjachowoBGHafen.jpg
So sind die Donauauen der Schnittpunkt des Gebietes Neusiedlersee, Donauraum und March und beherbergen vor allem im Winter sowohl große Mengen an Tieren wie Gänse, Seeschwalben, Gänsesäger, Schellenten, Limikolen, Stockenten, aber auch viele eher seltene Arten wie Schelladler, Fischadler oder Singschwäne.
Auch Kopački rit, ein noch unberührtes Sumpfgebiet an der Draumündung in die Donau im Nordosten Kroatiens ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet; über 260 Vogelarten nisten hier, darunter auch so seltene wie der Seeadler. Zahllose weitere Arten nutzen es als Rast- und Überwinterungsgebiet.
Am wichtigsten für die Vogelwelt an der Donau ist das Donaudelta, ein zentraler Punkt der europäischen Vogelzugstraße und zugleich Übergangszone von europäischer und asiatischer Fauna. Weit über 300 Vogelarten rasten, überwintern oder brüten hier, darunter zum Beispiel Pelikane, Reiher, Löffler, Greifvögel oder auch die seltene Rothalsgans.
Typische Donaufische sind Barbe, Nase, Blaunase, Aitel, Hasel, Brachse, Karpfen, Güster, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Schied, Huchen, Sterlet und Welse, sowie Bitterling, Gründling, Schleimpeitzger, Schrätzer, Zingel und Streber, wobei die Störartigen anders als früher durch den Bau der Staustufe am Eisernen Tor nicht mehr bis Wien gelangen können. Einige Arten sind gar in der Donau bzw. ihren Nebenflüssen endemisch, so zum Beispiel das Donaubachneunauge. Begünstigt durch verstärkten Landschaftsschutz und Renaturierungen von Donaueinzugsgebieten konnten seltenere Fischarten vor allem in Deutschland und Österreich wieder etabliert werden. So wurde der eigentlich seit 1975 ausgestorben geglaubte Hundsfisch (Umbra krameri), ein Hechtverwandter, 1992 wiederentdeckt und konnte im Rahmen von Nachzuchtprogrammen wieder angesiedelt werden. Im Donaudelta finden sich über 150 Fischarten, etwa Stör, Hausen, Karpfen, Wels, Zander, Hecht und Barsche.
Aber auch Säugetierarten wie Steinmarder, Edelmarder, Wiesel, Dachs oder gar Wildkatze, Biber und Otter sind hier heimisch, im Delta finden sich unter anderem Europäischer Nerz, Fischotter, Steppeniltis und Ziesel. Ebenso bietet die Donau zahlreichen Amphibien und Reptilien Raum, darunter Äskulapnatter, Westliche Smaragdeidechse, Mauereidechse, Ringelnatter, Glattnatter und Zauneidechse, Griechische Land- und Europäische Sumpfschildkröte sowie Endemiten wie dem Donau-Kammmolch. Eine besonders hohe Artendichte weist auch hier wiederum das Delta auf, siehe dazu auch *.
Der Nationalpark Donau-Auen wurde nicht durch die Regierung Österreichs initiiert, sondern 1983/1984 durch Bürgerproteste vor dem beabsichtigten Bau eines Donaukraftwerks gerettet, der die Auen zerstört hätte. Dabei kam es zur spektakulären Besetzung der Hainburger Au durch mehrere tausend Menschen und einem von über 350.000 Menschen unterzeichneten Volksbegehren. Diese Bürgerbewegung gilt als die Geburtsstunde der österreichischen Grünen Partei. 1996 wurden die Auen zum Nationalpark erklärt.
Heute ist dieser Nationalpark durch die geplante Lobauautobahn bedroht. Sie soll großteils unter dem Nationalpark als Tunnel verlaufen, müsste aber zahlreiche Oberbauten aufweisen. Das für die Donau-Auen wichtige, heikle Grundwassersystem könnte durch den Bau gestört werden.
Trotz dieses Naturreichtums war der Mensch in diesem Gebiet stets präsent, was die zahlreichen Funde bezeugen. Lepenski Vir, Tabula Traiana und Traians Brücke sind nur einige der bedeutenden archäologischen Funde in diesem Nationalpark. Tragischerweise sind noch viele Funde auf dem Grund des riesigen Stausees des Eisernen Tores. Viele geborgene Funde finden sich im Museum Lepenski Vir.
Weitere serbische Nationalparks entlang der Donau: Spezial-Naturreservat Gornje Podunavlje, Nationalpark Fruška Gora
Donaudelta_2.jpg | 1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und zu der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1.000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser Grüne Korridor wurde damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas.
Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich das Gebiet zunehmend zum Touristenziel. Allein zwischen Mai und Juli 2004 kamen fast 54.000 Gäste, was eine Steigerung von fast 50 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Neben der zunehmenden Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und der Zuleitung von Abwässern sowie der Regulierung durch Wehre, Dämme, Staustufen und Kanäle, letzteres vor allem in Deutschland und Österreich, sind es vor allem Großprojekte, die dem Lebensraum Donau stark zusetzen. Da gleich 10 Staaten, darunter einige der ärmsten Länder Europas, zum Beispiel Moldawien, Rumänien, die Ukraine und Bulgarien ihre vor allem wirtschaftlichen Interessen am Fluss wahrnehmen und von seiner Lage profitieren wollen, ist ein grenzüberschreitender Schutz schwierig.
Für den Stausee, dessen Ausläufer bis Belgrad reichen, mussten unter anderem die Stadt Orşova und fünf Dörfer weichen und die seit 1669 von Türken bewohnte Insel Ada Kaleh wurde überflutet. Die meisten Türken verließen Rumänien und gingen in die Türkei. Insgesamt mussten 17.000 Menschen umgesiedelt werden, ihre angestammten und teils kulturell bedeutenden Wohnorte wurden vom Wasser begraben. Auch für die Umwelt hat die Errichtung des Damms Folgen gehabt, so können seither Störe nicht mehr zum Ablaichen die Donau hinaufschwimmen.
Um den kulturellen und ökologischen Schaden zu begrenzen, sind Objekte der Flora und Fauna, ebenso wie geomorphologische, archäologische und kulturhistorische Artefakte in zwei Nationalparks und Museen bewahrt worden, in Serbien im Djerdap Nationalpark, der seit 1974 besteht und 63.608 Hektar umfasst, und in Rumänien im Portile de Fier Nationalpark, der 2001 eingerichtet wurde und eine Fläche von 115.655 Hektar besitzt.
Von dem Bau wurden von ungarischen und dann zum Teil auch von österreichischen Experten zerstörerische Auswirkungen auf die nahen österreichischen Donauauen, die Landschafts- und Siedlungsräume entlang der slowakisch-ungarischen Grenze sowie die Budapester Wasserversorgung befürchtet. Nachdem bereits seit 1983 die Arbeiten daran verlangsamt wurden, gründete sich 1984 in Budapest Duna Kör, der „Donau-Kreis“. Diese Umweltbewegung, die vielfach als Keim der „samtenen Revolution“ in Ungarn angesehen wird, fand starken Rückhalt in der Bevölkerung, 140.000 Menschen unterzeichneten ihre Petition gegen den Staudamm und 1988 kam es zu einer Demonstration mit rund 40.000 Teilnehmern vor dem ungarischen Parlament. Im Rahmen der politischen Erschütterungen des Ostblocks 1989 zog sich Ungarn dann unter dem Druck der Bevölkerung von dem Projekt zurück.
Die Tschechoslowakei bzw. ab 1993 die Slowakei betrieb den Weiterbau des Kraftwerks an einer anderen Stelle und verklagte Ungarn 1993 und erneut 1997 beim Internationalen Gerichtshof auch auf die Erfüllung des Budapester Vertrages von 1977. Ungarn warf nun der Slowakei zusätzlich vor, teilweise Wasser aus dem Grenzfluss in den neu gebildeten künstlichen Gabčíkovo-Kanal entzogen zu haben. Der Gerichtshof hat im Prinzip entschieden, dass der Vertrag von 1977 gilt und die beiden Länder vereinbaren sollen, wie sie ihn erfüllen. Die entsprechende Einigung ist bis heute nicht zustande gekommen. Durch diese Situation sind die Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei bis in die Gegenwart belastet.
Da das Donaudelta sehr nahe ist, würden Einträge belastenden Materials insbesondere im Falle von Havarien schnell und unverdünnt dorthinein gelangen und das Schutzgebiet stark gefährden. Entsprechend führten diese Pläne zu Protesten durch Umweltschutzverbände, von der moldawischen Regierung werden sie aber konsequent weiterverfolgt.
Österreich dagegen bezieht zu 99 Prozent sein Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, nur sehr selten, zum Beispiel während Hitzeperioden, wird Wasser der Donau entnommen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Dasselbe gilt in Ungarn, das zu 91 Prozent Grundwasser verwendet. Auch die anderen Staaten entlang des Mittellaufs verzichten aufgrund der starken Verschmutzung auf die Verwendung von Donauwasser als Trinkwasser. Nur Orte an der Donau in Rumänien, wo der Strom wieder sauberer ist, versorgen sich noch weitgehend mit dem Wasser aus der Donau (Turnu-Severin, Donaudelta).
In Deutschland wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts erste Wasserkraftwerke gebaut, insbesondere in der Region der Oberen Donau, aber auch zum Beispiel bei Ulm. Allerdings erlangte die Donau als Energielieferant niemals die Bedeutung wie weiter flussabwärts, da sie vergleichsweise schwach und energiearm ist.
In Österreich hingegen ist die Situation bereits gänzlich anders, wenn auch der Bau des ersten Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug erst relativ spät begann, nämlich 1953. Heute hat Österreich in Europa nach Island und Norwegen den höchsten Anteil an Wasserkraft überhaupt, auch im Donauraum ist Österreich führend, insgesamt werden rund 20 Prozent des öffentlichen Energiebedarfs durch die Donaukraftwerke gedeckt. Diese Entwicklung gilt allerdings nicht als durchweg positiv: Die reine Wasserkraft-Monokultur, die sich in Österreich insbesondere an der Donau konzentriert, die von der deutschen Grenze an, mit Ausnahme der Wachau, bis nach Wien mit Laufkraftwerken besetzt ist, verändert den Lauf und die Fließgeschwindigkeit des Gewässers und beeinträchtigt die reguläre Überflutung der ökologisch wertvollen Auwälder. Daneben bilden die Staustufen Barrieren für Fische und andere Lebewesen, die sich nicht mehr frei im Fluss bewegen können.
In der Slowakei ist die Wasserkraft mit gut 16 Prozent Anteil am Energiemix die zweitwichtigste Energiequelle nach der Braunkohle. Der größte Anteil davon, nämlich 11 Prozent der Gesamtproduktion der elektrischen Energie entstammt dem Wasserkraftwerk Gabčíkovo, das ursprünglich als Teil der Doppelstaustufe Gabčíkovo-Nagymaros in Kooperation mit Ungarn geplant war, aus dessen Bau sich Ungarn allerdings später zurückzog und das daraufhin von der Slowakei allein vollendet wurde.
Das bis heute größte Wasserkraftwerk Europas am Eisernen Tor wurde 1972 nach achtjähriger Bauzeit gemeinsam von Jugoslawien (heute Serbien) und Rumänien in Betrieb genommen. Bis heute stellt dadurch die Wasserkraft mit 37,1 Prozent (Serbien) bzw. 27,6 Prozent (Rumänien) eine der bedeutendsten Energiequellen der beiden Länder dar.
Containerschiff_in_Linz.jpg bestehend aus einem Containerschubkahn (auf dem Bild rechts) und einem Massengutschubkahn (links) auf der Donau in Linz.]] DDSG-Eugen.JPG Die Donau ist erst ab Kelheim, fast 500 Kilometer hinter der Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 Kilometern bis zur Mündung für die Binnenschifffahrt befahrbar. Mit dem Main-Donau-Kanal, welcher bei Kelheim in die Donau mündet, ist auch eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee über den Rhein, so wie Main bis ins Schwarze Meer gegeben.
Aus der Sicht der Donauschifffahrt wird die Donau in drei Bereiche eingeteilt:
Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Bereits zur Römerzeit wurde Schifffahrt betrieben, wenn auch bis in die Neuzeit Boote, die nach dem langen und damals noch sehr gefährlichen Weg ihren Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Bauholz verkauft wurden. Wenn mit dem beschwerlichen und langsamen Rückweg auf Schiffen nicht genug verdient werden konnte, wurde dieser vermieden. Typisch für die Donauschifffahrt waren deshalb einfache Schiffskonstruktionen wie Zillen (siehe auch Ulmer Schachteln) und Plätten, die am Oberlauf ab Ulm (am Inn ab Hall in Tirol) verkehrten, und den Holzverbrauch im Vergleich zum Bau von Flossen reduzierten. Größere Zillen mit Längen bis ca. 30 Metern und 2 Tonnen Zuladung, die sog. Kelheimer, oder Ulmer Ordinarischiffe wurden gelegentlich mit lohnender Ladung wie Wein, Salz u. ä. stromaufwärts zurückgezogen. In der Regel zog man jedoch nur kleinere Zillen mit den Habseligkeiten der Schiffer stromaufwärts.
Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts nur durch Treideln entlang der hier Treppelpfade genannten Leinpfade vorankommen. Dabei wurden die Boote zuerst von Menschen, ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von Zugtieren stromaufwärts gezogen. Diese späteren Schiffszüge waren streng organisiert und umfassten bis zu 60 Pferde und ebensoviel Mannschaft, als Schiffe einen Kelheimer (Hohenau genannt) oder deren mehrere (Nebenbei) und stets mehrere Zillen und Plätten als Funktionsschiffe für Tauwerk, Pferde und Vorräte. Wegen des weit verästelten Flusssystems mit wechselnden Untiefen war ein solcher Schiffszug sehr langsam unterwegs. Oft kam man an einem Tag nur wenige Kilometer voran. Häufig musste mitsamt Pferden die Flussseite gewechselt werden, Wetter und Wasserführung behinderten das Vorankommen.
Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt und später der Lokomotiven begann der Niedergang der historischen Donauschifffahrt, die letzten Schiffszüge wurden um 1900 stromaufwärts gezogen. Im Jahr 1812 wurde in Wien das erste Donaudampfschiff in Betrieb genommen. Kurze Zeit später, im Jahre 1829, wurde die erste Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ins Leben gerufen. Dadurch wurden die Schiffe schneller, zum Beispiel fuhr das erste Dampfschiff „Franz I“ im Jahre 1830 die Talfahrt von Wien nach Budapest in 14 Stunden 15 Minuten. Für die Bergfahrt von Budapest nach Wien benötigte er 48 Stunden 20 Minuten. Im September 1837 fuhr das erste Schiff, die „Maria Anna“ von Wien nach Linz. Eines der letzten Exemplare dieses Schiffstyps ist in Regensburg als Museumsschiff zu besichtigen (http://www.dsmr.de/). Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der Kettenschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss „hinaufzogen“. Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke Wien–Pressburg verlegt, 1891 aber auch bei Ybbs und Regensburg.
Ursprünglich war die Donau ein offener Handelsfluss, nutzbar für jedermann, trotzdem nahm jedes Uferland Handelszölle. Im Pariser Frieden 1856 wurde das Recht des freien Handels auf der Donau erstmals kodifiziert und eine Europäische Donaukommission gegründet. Angelehnt an die Bestimmungen der Wiener Kongressakte von 1815 zur freien Schifffahrt. 120 Jahre später, am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der „Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau“ dieses Recht erneut festgeschrieben, das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt. Die Einhaltung der Regeln und die Erhaltung der Schifffahrtstauglichkeit wird durch die Internationale Donaukommission [http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.d/d689411.htm überwacht.
In Ungarn wird Wein fast überall entlang der Donau zwischen Visegrád und der Südgrenze des Landes kultiviert, die Hauptstadt des ungarischen Weins war Vác. In der sozialistischen Ära verloren die früher berühmten ungarischen Weine stark an Qualität, seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebt der ungarische Weinbau eine Renaissance.
Das angesprochene dritte Weinbaugebiet liegt in Deutschland bei Bach an der Donau zwischen Regensburg und Straubing und ist eine wirtschaftlich unbedeutende Kuriosität, zugleich aber ein letztes Relikt der bis auf die Römer zurückgehenden, ursprünglich lebendigen Kultur des Baierweins an der deutschen Donau. Der Wein wird unter der Bezeichnung Regensburger Landwein vermarktet.
Insbesondere auf der nicht schiffbaren und daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeit zu Kanu-, Paddel- und Bootstouren. Entlang der Donau führt der Donauradweg, ein Radfernweg, der besonders in Deutschland und Österreich stark frequentiert wird.
Auch der Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, neben der vielbefahrenen Strecke von Wien nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch von Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison befahren über 70 Kreuzfahrtschiffe den Fluss.
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