Donald Henry Rumsfeld (* 9. Juli 1932 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikaner) und amtierender Verteidigungsminister und der älteste Amtsinhaber in der Geschichte der USA. Bereits 1975 war er unter Gerald Ford Verteidigungsminister, damals der jüngste je dagewesene.
1954 heiratete Rumsfeld seine Schulliebe Joyce Pierson, mit der er drei Kinder hat.
Donald Rumsfeld hat seinen ständigen Wohnsitz im US-Bundesstaat Illinois und ein privates Domizil in Taos, New Mexico; sein Dienstsitz ist das Pentagon in Washington D. C..
Nach Abschluss der High School in New Trier studierte Rumsfeld an der Princeton Universität mit einem Stipendium der US-Streitkräfte (ROTC). Von 1954 bis 1957 war er Marineflieger bei der US Navy, im Anschluss daran dann Mitarbeiter der Investment-Banking-Firma A.G. Becker und Assistent sowie Wahlkampfmanager einiger Kongressabgeordneter.
1962 - im Alter von dreißig Jahren - wurde er Abgeordneter des Repräsentantenhauses für den Bundesstaat Illinois und konnte 1964, 1966 sowie 1968 wiedergewählt werden.
1969 trat Rumsfeld dann von seinem Sitz im Congress zurück, um zur Regierung Richard Nixons zu stoßen. Er arbeitete als Director of the United States Office of Economic Opportunity, Assistant to the President, Counselor to the President, Director of the Economic Stabilization Program und Mitglied des Kabinetts von 1969 bis 1970 bzw. von 1971 bis 1972.
1973 verließ er Amerika, um bis 1974 als US-Gesandter bei der NATO zu dienen.
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Unter Präsident Gerald Rudolph Ford wurde Donald Rumsfeld zunächst Stabschef des Weißen Hauses und von 1975 bis 1977 dann der jüngste Verteidigungsminister der USA. Während dieser Zeit setzte sich Rumsfeld stark für höhere Rüstungsausgaben ein, da, nach seiner Argumentation, die UdSSR ebenso massiv aufrüste. Er wirkte 1975 an der schnellen Beilegung der Affäre um den mysteriösen Tod des Bakteriologen Dr. Frank Olson mit (siehe Die Olson-Affäre), der für die CIA an dem Geheimprojekt MKULTRA gearbeitet hatte. Nach der Abwahl Fords aus dem Präsidentenamt verlor auch Rumsfeld 1977 viele seiner politischen Ämter und wandte sich nun während Jimmy Carters Amtszeit verstärkt der freien Wirtschaft zu.
Von 1977 bis 1985 arbeitete er sich bei der G. D. Searle and Company zum Vorstandsvorsitzenden hoch und sanierte das Unternehmen grundlegend. So wurden durch die Sanierungsmaßnahmen 60% der Arbeitsplätze gestrichen und das Unternehmen damit in die gewinnbringende Zone gebracht. Auch erhielt die Firma in diesem Zeitraum eine Zulassung für den umstrittenen Süßstoff Aspartam, der sich zu einem gewinnbringenden Produkt entwickelte.
Rumsfeld war in dieser Zeit auch Sondergesandter der USA im Irak, während der er Saddam Hussein persönlich traf. 1981 bis 1986 war Rumsfeld Vorsitzender der US-amerikanischen Denkfabrik RAND Corporation, von 1985 bis 1990 arbeitete er als Chefberater für die William Blair and Company und hatte noch viele andere Posten inne. 1990 bis 1993 folgte eine Managertätigkeit für General Instrument Corporation, von 1997 bis 2000 dann für Gilead Sciences Inc. Rumsfeld arbeitete auch aktiv am Project for the New American Century mit, das 1998 und auch im September 2000 vorschlug, in den Irak einzumarschieren.
Nach der Wahl von George W. Bush zum US-Präsidenten wurde er im Jahre 2001 erneut Verteidigungsminister. Nach dem 11. September 2001 ließ Rumsfeld eine Invasion in Afghanistan und im Irak trotz zuletzt harter Kritik durchführen. Während des Irakkrieges verfolgte er - gegen viele Militärs - die Linie, möglichst wenig Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Als mehrere europäische Staaten die Unterstützung durch Soldaten am Krieg verweigerten, bezeichnete er diese als Old Europe, und als man ihm mitteilte, dass Österreich aufgrund seiner Neutralität keine amerikanischen Truppenbewegungen über österreichischem Staatsgebiet in Zusammenhang mit einem möglichen Krieg im Irak erlauben dürfe, kommentierte er dies mit den Worten: "Austria is making problems" (Österreich macht Schwierigkeiten). Er gilt als entschiedener "Falke" innerhalb der Bush-Regierung, wo er indes - wie auch in den Streitkräften - nicht nur Freunde hat. Nach Bushs Wiederwahl im November 2004 wurde er entgegen mancher Prognose in dessen zweites Kabinett übernommen.
Im Zuge des dritten Irakkrieges wird dem Pentagon vorgeworfen, keine ausreichenden Pläne für eine Handhabung Bagdads nach der Eroberung ausgearbeitet zu haben.
Im Zusammenhang mit den Misshandlungsvorwürfen und -videos im Bagdader Abu-Ghuraib-Gefängnis sah sich Rumsfeld im Mai 2004 mit massiven Rücktrittsforderungen der Presse und des US-Senats konfrontiert. Einer erneuten Rücktrittsforderung sah sich Rumsfeld durch den demokratischen Präsidentschaftskandidat John Kerry am 25. August 2004 wegen des Folterskandals im irakischen Gefängnis Abu Ghuraib ausgesetzt. Begründet wird diese Forderung mit den Ergebnissen der Untersuchungskommission vom Vortag. Im Januar 2005 gab Rumsfeld in einem Interview mit CNN an, dem Präsidenten George W. Bush zweimal seinen Rücktritt angeboten zu haben, was dieser jedoch ablehnte.
Auch wurde immer wieder kritisiert, dass er die Briefe an Familienangehörige der in Afghanistan oder im Irak getöteten Soldaten nicht eigenhändig unterschreibt, sondern die Unterschrift drucken läßt.
Geboren 1932 | Goldene-Himbeere-Preisträger | Mann | Stabschef des Weißen Hauses | US-Amerikaner | Verteidigungsminister (USA)
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