Albert Anker 001.jpg: Das Mädchen mit den Dominosteinen, 2. Hälfte des 19. Jh.]] Domino ist ein Legespiel mit rechteckigen Spielsteinen, meist aus Holz oder Kunststoff. Professionelle Spielsteine können eine Größe von ca. 56 x 28 x 13 mm haben. Die Steine sind in zwei Felder geteilt, auf welchen zwischen null und 18 Augen in jeweils allen möglichen Kombination abgebildet sind. Die Augenzahlen verschiedener Felder sind oft unterschiedlich coloriert, um das Spielen zu erleichtern. Nach der höchsten Augenzahl im Spiel unterscheidet man Doppel-6er, Doppel-9er, Doppel-12er, Doppel-15er und Doppel-18er Dominosets.
Die Anzahl der Spielsteine errechnet sich aus *÷2, wobei n für die höchste im Spiel vorhandene Augenzahl steht. Es gibt somit Spielsets mit 28, 55, 91, 136 oder 190 Steinen.
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts erschien in der Schweiz die erste Domino-Fach- und Satire-Zeitung "Das schwarze Auge", redigiert von Grossmeister (GM) Beat Melcher.
Der erste deutsche Dominosportverein "FIDO Deutschland e.V." wurde am 22. August 2004 in Hagenow gegründet.
Wie mit Spielkarten und Würfeln, so können auch mit Dominosteinen sehr viele verschiedene Spiele gespielt werden. Gewinner ist meist, wer zuerst alle seine Steine abgelegt hat. Einige Varianten heißen:
Daneben wurden viele Kartenspiele für das Spiel mit Dominosteinen adaptiert, so z.B. Poker, Einundzwanzig, Euchre, Cribbage, Auction Pitch (unter dem Namen "Forty Two"), Pinochle, Bésique (unter dem Namen "Bingo"), Loo, Hearts, ..., ebenso wie Patiencen.
Diese Spiele wurden vor allem im amerikanischen Bible Belt entwickelt, da dort Spielkarten als "the devil's prayer" verpönt sind, das Spiel mit Dominosteinen aber (gerade noch) toleriert wird. Umgekehrt findet sich das von den Dominospielen her bekannte Anlegen auch in gewissen Kartenspielen, so in Fan Tan, das darum auch als Kartendomino bekannt ist. Domino wird in der Karibik mit 4 Spielern gespielt (vgl. Domino Whist). Ähnlich wie bei dem deutschen Skat ist es wichtig, sich zu merken, welche Steine von welchem Spieler herausgelegt wurden. Spielt man diese Version des Domino, so erkennt man relativ schnell, dass es sich hier nicht mehr um ein Kinderspiel handelt. Ziel ist es, seine Steine als erstes abzulegen. Jeder legt im Uhrzeigersinn jeweils einen Stein ab, falls überhaupt angelegt werden kann. Falls nicht, muss man solange aussetzen, bis man anlegen kann. Auf alle Fälle ist das Dominospiel, wie es in der Karibik gespielt wird, ein hochinteressantes Spiel.
African Dominoes bezeichnet keine Form des Dominospiels, sondern Spielwürfel mit scharfen, d.h. nicht abgerundeten Kanten, welche beim Craps verwendet werden.
Für dieses Spiel werden häufig Steine ohne Augenaufdruck verwendet. Wenn die Steine in verschiedenen Farben gefärbt sind, ergeben sich interessante grafische Effekte.
siehe auch: Domino Day
Wie wird man Domino-WeltmeisterIn? Immer zum Jahresende findet eine dezentrale FIDO-Domino-Weltmeisterschaft statt. Das heißt überall dort, wo sich Gruppen zu fünf SpielerInnen zusammenfinden. Diese spielen drei Runden mit einem Zwölfer-Dominospiel auf Divisor Sieben. Die Ergebnisse der drei Spiele werden an FIDO eingesandt, wo die Auswertung vorgenommen und die WeltmeisterIn am darauffolgenden Tag bekanntgegeben wird.
Bisherige Domino-WeltmeisterInnen
2005: Irène Bader, Schweiz
2004: Walti Bader, Schweiz
2003: Ingo Rickmann, Deutschland
2002: Verena Huser, Schweiz
2001: Luzia Würsch, Schweiz
2000: Walti Bader, Schweiz
1999: Roland Behring, Deutschland
1998: Frank Lindemann, Deutschland
1997: Roswitha Siedelberg, Deutschland
1996: Sigrid Sagevik, Norwegen
1995: Anne Marie Hartvigsen, Norwegen
Die nach der WM zweitwichtigste jährliche Wettkampf-Veranstaltung im europäischen Domino-Sport ist noch vor der Europameisterschaft der Maria-Theresa-Cup, der erstmals 2002 im schleswig-holsteinischen Hochdonn ausgespielt wurde. Seitdem fand er jeweils im Spätsommer in Kollow (Schleswig-Holstein), Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) und Schwarmstedt (Niedersachsen statt).
Miguel LUGO: How to Play Better Dominoes, Sterling Publishing Co., Inc. New York, 1998
Albert H. MOREHEAD, Richard L. FREY, Geoffrey MOTT-SMITH: The New Complete Hoyle Revised, Doubleday, New York 1991
Reiner F. MÜLLER: Spielend Domino lernen. Grundregeln und Variationen, Falken Verlag Niedernhausen/Ts 1994
David PRITCHARD: Das große Familienbuch der Spiele, Nikol Verlag, 1996
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