| Flag of Dominica.svg | Dominica coa.png | (Details) | (Details) |
Dominica ist eine Insel der Kleinen Antillen in der östlichen Karibik und liegt zwischen den französischen Karibikinseln Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Die Insel ist 46,4 km lang und 25,6 km breit. Die Inselrepublik bildet einen eigenständigen Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations. Dominica ist nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik.
Ein Kuriosum ist die Schwierigkeit der Zuordnung Dominicas zu einer der beiden karibischen Inselgruppen Inseln über dem Winde und Inseln unter dem Winde. Je nach Autor, Landsmannschaft oder Epoche wechselt Dominica seine Zugehörigkeit.
Dominica ist auch bekannt als die „Naturinsel der Karibik“ wegen ihrer spektakulären, üppigen und verschiedenartigen Tier- und Pflanzenwelt, welche durch ein umfassendes System von Naturparks geschützt wird. Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen, über 300 Flüsse und Bäche sowie etliche geothermisch aktive Seen befinden sich auf der Insel. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs, der Morne Diablotins ist mit 1.447 m die höchste Erhebung Dominicas und der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen, überragt nur noch vom aktiven Vulkan Soufrière auf der Insel Basse-Terre des französischen Überseedépartements Guadeloupe.
Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch nordöstliche Winde, mit schweren Regenfällen, die besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können. In den letzten Jahren blieb Dominica von den zerstörerischen Wirbelstürmen weitestgehend verschont, da die meisten Hurrikane nördlich oder südlich der Insel vorbeizogen. Zuletzt hinterließ der Hurrikan Lenny im November 1999 eine Spur der Verwüstung an der Westküste.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005).
Siehe auch: Liste der Städte auf Dominica
Dominica hat ungefähr 70.000 Einwohner, das Bevölkerungswachstum ist aufgrund der starken Abwanderung (überwiegend in andere karibische Inseln, die USA und Kanada) rückläufig (-0,45 %, Stand Mai 2005).
Ca. 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 15 % protestantisch (5 % Methodisten, 3 % Pfingstkirchler, 3 % Adventisten, 2 % Baptisten, 2 % Andere). Voodoo und voodooähnliche Religionen sind ebenfalls verbreitet und werden oft ohne Scheu parallel zu den christlichen Religionsbekenntnissen ausgeübt.
Neben der Amtssprache Englisch ist Patois (Insel-Französisch), eine französische Kreolsprache mit arawakischen Einflüssen, als Umgangssprache weitverbreitet.
In einem Reservat (Carib Territory) leben die letzten ca. 500 Indianer vom Stamm der Kariben, die der Karibik ihren Namen gegeben haben.
Auf Dominica leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre. Legenden ranken sich heute noch um einen der angeblich ältesten Menschen der Welt, die Dominicanerin Mione Elizabeth George Israel oder einfach Ma Pampo, die am 14. Oktober 2003 im sagenumwobenen Alter von 128 Jahren auf Dominica gestorben ist. Es gibt jedoch bis dato kein Dokument, welches zweifelsfrei ihren Geburtstag (27. Januar 1875) belegen könnte (siehe auch den Artikel Ältester Mensch).
Die Staatsangehörigen Dominicas sollen laut StAGN im Deutschen als „Dominicaner“ bzw. „Dominicanerinnen“ bezeichnet werden. (Zu unterscheiden von den Staatsangehörigen der Dominikanischen Republik, die mit der orthographischen Variante „Dominikaner“ bzw. „Dominikanerinnen“ bezeichnet werden sollen.)
Dominica wurde am 3. November 1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (spanisch Domingo).
Dominica war die letzte karibische Insel, welche von Europäern kolonialisiert wurde, da dort der Widerstand der Ureinwohner besonders stark war. Im Jahr 1763 übergaben die Franzosen die Insel an Großbritannien, welches sie 1805 zur Kolonie erklärte. Nachdem Dominica von 1958 bis 1962 eine Provinz der Westindischen Föderation war, gewährte die Kolonialmacht ab 1967 eine innere Selbstverwaltung Dominicas. Am 3. November 1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.
Erster Premierminister wurde Patrick John von der Sozialdemokratischen DLP. Seine Regierungszeit wurde geprägt durch persönliche Vorteilsnahme und Korruption, was u.a. zu blutigen Demonstrationen führte. Ein nationales Komitee (CNS) wählte am 25. Juni 1979 den integren Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premier. Seiner umsichtigen und neu-ordnenden Regierungstätigkeit wurde durch eine Verleumdungskampagne, an der die spätere Regierungschefin Mary Eugenia Charles nicht gerade unbeteiligt war, ein jähes Ende gesetzt. Bevor er rehabilitiert war, gewann Charles mit ihrer DFP im Juni 1980 die Wahl und blieb als erste weibliche Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre im Amt.
Dominica ist eine parlamentarische Republik mit einem Einkammerparlament.
Es ist unter anderem Mitglied des Commonwealth of Nations, der Caribbean Community (CARICOM), der Organisation of Eastern Caribbean States (OECS) und der OAS.
Siehe auch:
Dominica ist in zehn Verwaltungsbezirke (Parishes) eingeteilt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 12. Mai 2001.
| Nr. | Parish | Fläche in km² | Einwohner insgesamt | Einwohner je km² |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Saint Andrew | 179,6 | 10.240 | 57 |
| 2 | Saint David | 126,8 | 6.758 | 53 |
| 3 | Saint George | 53,5 | 19.825 | 371 |
| 4 | Saint John | 58,5 | 5.327 | 91 |
| 5 | Saint Joseph | 120,1 | 5.765 | 48 |
| 6 | Saint Luke | 11,1 | 1.571 | 142 |
| 7 | Saint Mark | 9,9 | 1.907 | 193 |
| 8 | Saint Patrick | 84,4 | 8.383 | 99 |
| 9 | Saint Paul | 67,4 | 8.397 | 125 |
| 10 | Saint Peter | 27,7 | 1.452 | 52 |
| Dominica Gesamt | 739,0 | 71.474 | 97 |
Das Straßennetz hat eine Länge von 780 km, davon sind 387 km unbefestigt (Stand 1999). Seehäfen gibt es in Portsmouth und Roseau.
Dominica verfügt über zwei Flughäfen: Melville Hall Airport (IATA-Code DOM) und Canefield Airport (IATA-Code DCF), die jedoch beide keine internationale Zulassung haben.
Die Wirtschaft Dominicas ist von der Landwirtschaft, vor allem von Bananen, abhängig und bleibt durch die klimatischen Bedingungen und der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit sehr verwundbar.
Die Hurrikane Marilyn und Luis zerstörten 1995 die Bananenernte fast vollständig, nachdem bereits 1994 tropische Stürme ein Viertel der Ernte zunichte machten. Die Wirtschaft erholte sich später wieder durch Wachstum in der Baubranche, der Seifenproduktion und durch den Tourismus. Die touristische Entwicklung geht jedoch nur zögerlich vonstatten, hauptsächlich wegen der rauen Küste, des fast vollständigen Fehlens von Sandstränden (mit wenigen Ausnahmen an der Westküste, z. B. bei Salisbury) sowie des Nichtvorhandenseins eines internationalen Verkehrsflughafens. Das wirtschaftliche Wachstum ist träge, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 %. Die Regierung versucht, den Finanzsektor zu stärken, um unabhängiger von der Insellage zu werden.
| Datum | Name | Deutscher Name | Anmerkungen | 1. Januar | Neujahr | 2. Januar | 2. Januar | Februar/März | Karneval | Rosenmontag | Februar/März | Aschermittwoch | März/April | Karfreitag | März/April | Ostern | Ostermontag | Mai | Erster Mai | Dieser Feiertag fällt immer auf den ersten Montag im Mai. | Mai | Pfingsten | Pfingstmontag | 1. August | Tag der Emanzipation | 3. November | Unabhängigkeitstag | 4. November | Tag zum Wohl des Volkes | 25. und 26. Dezember | Weihnachten | 1. und 2. Weihnachtsfeiertag |
|---|
Insel (Karibik) | Staat | Dominica
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