Die Domaine de la Romanée-Conti (kurz: DRC) ist das prestigeträchtigste Weingut der Erde, sowohl was den Wert des Produktes Wein anbelangt, als auch den Wert des Hektars Ackerland.
Sie liegt in der Gemeinde Vosne-Romanée zwischen Beaune und Dijon in Frankreich. (Gesprochen: Wohn-Romaneh, mit Betonung auf dem E.)
Der Name leitet sich von einem Weinberg her, der sich im Alleinbesitz der DRC befindet, wie die Weinfreunde kurz die Domaine bezeichnen. Er setzt die Lage La Romanée fort (daher ..-Conti), in deren Besitz sich auch andere Weingüter teilen. Die Grand Cru-Lage Romanée-Conti jedoch steht im Allein-Eigentum nur dieses Weingutes.
Das Weingut wurde bereits im Jahre 1512 von den Mönchen der Abtei Saint Vivant unter dem Namen Le Cloux des Cinq Journeaux gegründet und ging 1760 in die Hände des Prinzen von Conti über. Erst nach der Französischen Revolution wurde es dann auch nach ihm benannt.
Das Gut hat heute zwei Anteilseigner: die Familien de Villaine und Leroy. Produziert werden fast ausschließlich Grand Cru - Weine, einzigartig im gesamten Burgund. Es gibt einen – allerdings selbst Weinprofis kaum bekannten – Vosne-Romanée 1er Cru Cuvée Duvault-Blochet *. Der Besitz verteilt sich auf insgesamt 25,53 ha. Produziert werden hier durchschnittlich ungefähr 7.500 Kisten Wein.
Die Weinlage La Romanée Conti ist die wohl beste, zumindest aber prestigeträchtigste und teuerste Grand Cru - Lage im ganzen Burgund. Daher hat diese Lage keinen Preis; er wäre unvorstellbar hoch. Gute Nachbarlagen (Grand Cru) werden teils mit deutlich mehr als 1.000.000 Euro pro Hektar bezahlt.
Das Prestige dieser Lage macht sich die Domaine zunutze, indem sie den Wein der Conti-Lage nicht einzeln verkauft, sondern nur in einer Zwölfer-Kiste mit allen anderen Weinen des Weingutes gemischt. Oder besser gesagt: zuteilen läßt.
Denn es gibt nur einen Händler für DRC-Weine: man muss sich auf dessen Liste setzen lassen, sehr lange warten, bis man zum Zuge kommt, und dann bereit sein, in schlechten Jahren um die 3.500 Euro für eine Kiste Wein auszugeben, in guten Jahren bis zu 12.000 Euro. Wer angesichts solch horrender Preise beim Vorkasse-Bezahlen kneift, hat kein Problem: er fliegt von der Liste. Da immer genügend Nachrücker auf der Liste warten, gibt es auch für den Händler kein Problem. Ca. alle drei Jahre bekommt man seinen aktuellen Warteplatz-Rang mitgeteilt. Und vielleicht hat dereinst ein Enkel einmal die nächste Chance, zum Zug zu kommen. Der Wein ist also nach Marktgesetzen noch weitaus zu billig.
Die Hälfte dieses Kisten-Wertes bekommt man von Raritäten-Händlern umgehend zurück, wenn man sich von der einen Flasche Romanée-Conti trennen kann.
Der Ehre halber muss aber auch gesagt werden, dass die Weine der gesamten Domaine ungeheuer aufwändig bereitet werden, und die Weinpalette der Domaine innerhalb der Burgunder-Lagen immer an der Spitze des Geschmacks liegt.
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