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Dolchzeit (dan. Dolktid) wird in Südskandinavien, primär in Dänemark und Schleswig-Holstein, die endneolithische Periode genannt, die von 2.300 bis 1.800 v. Chr., gebietsweise auch bis 1.600 v. Chr., andauerte. Früher wurde sie auch Steinkistenzeit (dän. Hellekisten) genannt, weil die vorherrschende überlieferte Grabform die Steinkiste war. Die tragenden Kulturen sind in Westjütland immer noch die Schnurkeramische Kultur und auf den Inseln eher die Grübchenkeramische Kultur. Das vorherrschende Fundgut sind Dolche aus Feuerstein, die Kupferdolche imitieren und an die Stelle der Axt treten.

Die offene Landschaft war zur dieser Zeit für Dänemark und Schleswig-Holstein charakteristisch geworden. Die bäuerliche Kultur hatte sie in zwei Jahrtausenden umgestaltet, viele Wälder waren dem extensiven Ackerbau zum Opfer gefallen bzw. stark reduziert. Die Streusiedlungen wurden wieder größer und zahlreicher, was auf eine Bevölkerungszunahme deutet. In dieser Phase sind erstmals echte Handelsbeziehungen zum mittleren Europa festzustellen, die die Voraussetzungen für die Bronzezeit schaffen. Metalle bleiben im Norden aber noch lange rar.

Stattdessen ahmte man die Form der hier seltenen Metalldolche in Stein nach. Ihre Form entwickelte sich vom frühen lanzettenförmigen Dolch mit angedeutetem Griff, der einer Speer- oder Lanzenspitze ähnelt, zum fischschwanzähnlichem Griff, der zum Ende der Dolchzeit aber nur noch schwach ausgebildet ist. Zu dem in Wiepenkathen, Krs. Stade, in Niedersachsen gefundenem Dolch gehörte eine Scheide aus Schafleder. Das Griffende dieser Statussymbole war in Holz gefasst. Für Jahrhunderte war der Feuersteindolch die Prunkausstattung der Grablegen. Daneben gab es noch dicknackige und breitschneidige Beile und einfache Äxte, oft mit gebogenen Seiten und abgerundetem Nacken in schweren Ausführungen, die ihren einstigen Prestigewert aber weitgehend verloren hatten und vielleicht nur mehr Arbeitsgeräte darstellten.

Die Zahl der Bronzegegenstände wächst in der Dolchzeit an. Als Herkunftsgebiet kann vor allem die Aunjetitzer Kultur identifiziert werden. Die Gesellschaftsstruktur des nordischen Endneolithikums begünstigt diese Entwicklung. In der Endphase ist offenbar eine neue Herrschaftsstruktur mit einer sozialen Führungsschicht ausgebildet. Das Bestreben dieser Gruppe, sich mit Prestigegut auszustatten, begründete die nun umfangreicheren Metallimporte.

Weblinks


* Bild eines Fischschwanzdolches Jungsteinzeit | Archäologische Kultur

 

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