| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen dohna.png | Karte_Dohna_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Dresden |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz |
| Fläche: | 28,57 km² |
| Einwohner: | 6.103 (30. April 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 214 Einwohner je km² |
| Höhe: | 130 -150 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 01809 |
| Vorwahl: | 03529 |
| Geografische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 87 100 |
| Gemeindegliederung: | 12 Ortsteile |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Markt 11 01809 Dohna |
| Offizielle Website: | www.stadt-dohna.de |
| E-Mail-Adresse: | info@stadt-dohna.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Dipl. Ing. Friedhelm Putzke (seit 1990) |
Die Stadt Dohna ist eine Stadt im Freistaat Sachsen. Sie befindet sich im Landkreis Sächsische Schweiz und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dohna-Müglitztal.
Die Stadt Dohna liegt südlich von Heidenau am Eingang zum Müglitztal als Tor zum Osterzgebirge. Sie befindet sich damit am westlichen Rand der Nordabdachung des östlichen Erzgebirges, dem so genannten Elbtalschiefergebiet zwischen Gottleuba und Dohna.
Burg_Dohna.jpg | Burg_Dohna_2006.jpg | Marienkirche_Dohna.jpg
1152 kommt sie als Reichslehen von Kaiser Friedrich I. Barbarossa an Heinrich von Rothowa (Rötha), der urkundlich erstmals als Zeuge 1144 erwähnt und zum Begründer des edelfreien Adelsgeschlechts der Donins (erstmalige Erwähnung 1127 im Pleißeland zwischen Altenburg, Chemnitz und Zwickau beiderseits der Pleiße) wird. Als reichsunmittelbare Burggrafen hatten die Donins großen Einfluss auf die Besiedlung des Osterzgebirges. Mit der Anlage einer Vielzahl von Dörfern gelangten sie zu großem Besitz und dadurch auch zu Macht und Einfluss. Ihre Burggrafschaft lag zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen und reichte von Gottleuba im Osten bis Lockwitz im Westen sowie von der Elbe im Norden bis zum Erzgebirge im Süden (einschließlich Lauenstein, Bärenstein und Frauenstein). Die Burg Dohna war bis zur Niederlage der Donins in der Dohnaischen Fehde 1402 Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Herrschaft.
Wie die gesamte Region wechselte auch die Zugehörigkeit des Ortes Dohna zwischen Böhmen und der Mark Meißen. Die Wettiner belehnten nach der militärischen Niederlage der Donins im Jahr 1402 ihre Vasallen für Treue und militärische Verdienste mit den Gütern der Burggrafschaft Dohna, beispielsweise 1410 Günther und Heinrich von Bünau mit Liebstadt und der Burg Kuckuckstein sowie den dazugehörigen Dörfern. Die Burg Dohna blieb bis 1460 Verwaltungssitz (dieser wurde 1457 nach Pirna in die Burg Sonnenstein verlegt) und verfiel danach. Auf dem benachbarten Taschenberg entstand unter dem Schutz der Burg eine Ansiedlung. Diese wird 1445 erstmalig als „Stettichin“ (Kleinstadt) bezeichnet und erscheint ab 1590 in den Urkunden als Stadt. Die volle Stadtverfassung erhielt Dohna allerdings erst 1845. Der Name des Städtchens variierte von Donin (1107, 1160, 1206), Donyn (1288, 1408), Doneyn (1454) bis Dhonin, Donow und schließlich Dohna. Seine Herkunft erklärt Hey mit „Besitz des Doň“ (vom böhmischen Personennamen Zdoň). Die Wirtschaft wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerkern geprägt, insbesondere von Fleischern, Posamentierern und der Strohhutherstellung. Die Fleischerzunft von Dohna hatte 1462 das Recht erhalten, nach Dresden zu schlachten. vergleiche auch . Davon zeugt noch heute das „Freigut“ am Markt sowie der 1912 geweihte Fleischerbrunnen. Da die gesamte Region oft von Kriegen betroffen war, hatte selbstverständlich auch Dohna unter Not, Elend und Krankheiten im Dreißigjährigen, im Siebenjährigen und im Napoleonischen Krieg zu leiden. Im Letzteren wurde in der „Kaisernacht“ 1813 die Stadt während der Kämpfe zwischen russischen und französischen Truppen stark verwüstet. Daran erinnern noch eine Reihe von Kanonenkugeln und Hausinschriften.
1927 wütete ein starkes Hochwasser im Ort und die Müglitz richtete schwere Schäden an. Mit der Gemeindegebietreform im Freistaat Sachsen von 1994 wurden die Orte Köttewitz und Krebs eingemeindet. 1999 kamen dann auch die Dörfer Borthen, Bosewitz, Burgstädtel, Gamig, Gorknitz, Meusegast, Röhrsdorf, Sürßen und Tronitz zur Stadt Dohna. Seit dem 1. Januar 2002 bildet die Stadt Dohna mit der Nachbargemeinde Müglitztal eine Verwaltungsgemeinschaft.
Dohna verfügt über ein Heimatmuseum mit der Dauerausstellung zu Burgen und Gräberfelder am „Kulmer Steig“ (Dohna von der Steinzeit bis zur Eisenzeit), zu Burg, Burggrafen und Burggrafschaft Dohna, mit einem Mineralien- und Fossilienkabinett und zur Ackerbürgerstadt Dohna und dem Dohnaer Handwerk (insbesondere Fleischer, Strohflechterei, Strohhutherstellung). Dazu gibt es jährlich Sonderausstellungen zum Beispiel zu Ostern und Weihnachten.
Seit 1975 findet jährlich Anfang Mai zur Apfelblüte das Blütenfest im Obstanbaugebiet Borthen-Röhrsdorf statt.
Dohna verfügt über eine Grund- und eine Mittelschule. Die Schule wurde bereits am 7. September 1891 eingeweiht und bereits ab 1897 erweitert (Einweihung des Anbaus mit Aula am 7. September 1908). Die Turnhalle stammt aus dem Jahr 1892, an die ein neuer Anbau mit moderner Technik gebaut und 2003 eingeweiht wurde. Am 4. Oktober 1969 erhielt die Schule den Namen „Marie Curie“.
Dohnas Wirtschaft ist einerseits durch einige Industriebetriebe und andererseits durch Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau geprägt.
Die Fluorchemie Dohna GmbH produziert innerhalb der Fluorchemiegruppe Fluorwasserstoff, Fluorwasserstoffsäure und Anhydrit sowie die Dohna Anhydrit Mischwerk GmbH hochwertige Füllstoffe.
Innerhalb der DGH-GROUP bietet die Zerspanungs- und Industrietechnik Dohna GmbH Leistungen im Bereich mechanischer Bearbeitungen, Oberflächenveredlungen und Montage von Baugruppen an.
Die Firma F&S Prozessautomation GmbH erstellt Automatisierungslösungen weitgehend auf der Basis marktverfügbarer Produkte. Ergänzend dazu entwickelt und pflegt diese Firma eigenständig oder in Kooperation Soft- und Hardwarekomponenten zur Produktreife.
Neben diesen Beispielen für industrielle Produktionsbetriebe bietet Dohna natürlich auch eine Vielzahl von Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsbetrieben. Besondere Bedeutung hat aber auch der Obstanbau auf den linksseitigen Höhen des Müglitztales um Borthen, Röhrsdorf, Gamig, Gorknitz, Bosewitz, Sürßen und Tronitz. Die Eigenvermarktung des hier angebauten Obstes (Äpfel, Süß- und Sauerkirschen usw.) gelingt in einem Kooperationsmarkt, der auch von böhmischen Händlern genutzt wird, dem Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt in Röhrsdorf.
Dohna ist über die S 178 von Heidenau (Abfahrt von der B 172) zu erreichen. Die Straße führt weiter nach Altenberg und zur Grenzübergangsstelle in Zinnwald. Von Pirna aus kommt man über die S 51 nach Dohna. Mit der Freigabe der Autobahn A 17 bis zur Abfahrt Pirna, führt diese Straße als Autobahnzubringer dann als B 172a) vier-bzw. zweispurig bis Dohna.
Die Autobahn führt unmittelbar an Dohna vorbei (etwa ein Kilometer Luftlinie bis zum historischen Markt der Stadt). Die Abfahrt Pirna liegt direkt am Stadteingang zwischen den Ortsteilen Köttewitz und Krebs.
Der Regionalverkehr wird zum einem durch Busverbindungen nach Heidenau, Pirna und Altenberg sowie durch die Stadtlinie Dresden nach Borthen und Röhrsdorf, zum anderen durch die Müglitztalbahn von Heidenau nach Altenberg realisiert.