Der Dodge Charger ist ein Pkw-Modell aus den USA. Die ersten Modelle gehörten zur Sparte der Muscle-Cars und zählen bis heute zu den beliebtesten klassischen US-Fahrzeugmodellen. Der heutige Charger ist eine viertürige Limousine.
Geschichte
Bereits
1964 präsentierte
Dodge die Studie eines sportlichen
Coupés, welches durch das senkrecht abschließende Heck („Fastback“), die flach nach hinten abfallende Dachpartie und den großen
Kühlergrill besonders die jungen Kunden ansprechen sollte.
1965 präsentierte man eine Kleinserie von geänderten
Dodge Darts unter der Bezeichnung „Charger 273“,
1966 kam dann das Serienmodell auf den Markt. Das Design entsprach weitgehend der Studie, die angebotenen Motoren waren ausschließlich die in den USA beliebten V8 (
V-Motor mit 8
Zylindern)-Maschinen.
Da die Verantwortlichen von Dodge der Auffassung waren, der Charger wirke zu schwerfällig und altbacken, kam schon 1968 ein ganz neues Modell des Chargers auf den Markt. Er wirkte noch schnittiger als sein Vorgänger und wurde mit dieser Karosserie bis einschließlich 1970 gebaut. Diese drei Modelljahre waren die beliebtesten und die Verkaufszahlen konnten später nicht mehr erreicht werden. Besonders die R/T („Road and Track“, Straße und Rennstrecke)-Modelle mit dem Hemi-V8 galten als sichere Sieger eines jeden Beschleunigungsrennens, obwohl der Chrysler-Konzern mit den Charger- und den ähnlichen Plymouth Road Runner-Modellen in der NASCAR bis 1970 ewiger Zweiter hinter den Ford-Fahrzeugen blieb.
1971 folgte wieder eine neue Karosserie, die bis 1974 mit nur kleinen Veränderungen gebaut wurde. In dieser Zeit erfolgten aufgrund der Ölkrise immer härtere Emissionsgesetze und die Tendenz der Käufer ging weg von der reinen Rennmaschine zum Komfortmodell. Dodge trug zwar mit üppiger Ausstattung und kleineren Motoren seinen Teil bei(man konnte jetzt sogar den Charger mit für die USA damals kleinen und schwachen Sechszylinder-Motoren ordern), aber letztendlich war das Ende der Muscle-Car-Ära auch das Ende des Chargers. Der Name Charger wurde zwar weiter verwendet, aber ab 1975 war er nur noch ein als Dodge verkaufter Chrysler Cordoba. Dieser war ein luxuriöses Coupé und hatte nichts mehr mit dem früheren Muscle-Car gemein. In den 1980er und 1990er Jahren tauchten wieder Dodge-Fahrzeuge mit dem (Bei-)Namen „Charger“ auf (u.a. mit Volkswagen- und Peugeot-Motoren), aber ein Zusammenhang mit den Urmodellen war auch hier nicht festzustellen. Meist wurde „Charger“ nur als Zusatz für die leistungsstärkeren Varianten verwendet.
Eine Ausnahme war lediglich die 1999 von DaimlerChrysler auf der Detroit Motor Show vorgestellte Studie „Dodge Charger R/T“. Dieses Fahrzeug wurde jedoch nie in Serie gebaut. 2004 begann die Vorserienproduktion eines neuen Chargers für das Modelljahr 2006. Auch hier gibt es wieder eine leistungsstarke R/T-Version, die ebenso mit einem Hemi-V8 angetrieben und mit den Erfolgen der klassischen Charger beworben wird. Letztendlich hat aber auch der aktuelle Charger nichts mit den Muscle-Cars der 1960er Jahre gemein.
Motoren
Nachfolgend die verschiedenen Motoren der Charger-Modelle. Die
Hubraumangaben in cui (cubic inches,
Kubikzoll) entsprechen zwar nicht dem
internationalen Einheitensystem, allerdings ist diese Angabe fester Bestandteil der Motorenbezeichnung. Die Angabe bbl steht für
Vergasermischkammern (barrels) und dient der weiteren Differenzierung, wobei „6bbl“ theoretisch für 3 Doppelvergaser oder auch 2 Dreifachvergaser stehen könnte. Die Motorart beschreibt die Bauweise. „V8“ steht beispielsweise für einen
V-Motor mit 8
Zylindern.
Motoren der Charger-Modelle nach Hubraum
| Bezeichnung | Art | Hubraum (cm³) | Verwendung in Modelljahren | Sonstiges
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| 2,2 L | 4-Zylinder- Reihenmotor | 2.200 (ca.) | 1981-1987 | SOHC; verschiedene Varianten, teilweise mit Turbolader
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| 3,5 L | V6 | 3.515 (Werksangabe) | 2006 | --
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| 225cui Slant Six | V6 | 3.687 (umgerechnet) | 1969-1978 | --
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| 273cui | V8 | 4.474 (umgerechnet) | 1965 | --
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| 4,9 L | V8 | 4.900 (ca.) | 1999 | Erdgasmotor; Kompressoraufgeladen
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| 318cui | V8 | 5.211 (umgerechnet) | 1966-1974 | --
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| 5,7 L | V8 | 5.654 (Werksangabe) | 2006 | 2 Leistungsvarianten
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| 360cui | V8 | 5.899 (umgerechnet) | 1966, 1975-1978 | 2 verschiedene Motoren gleichen Hubraums; oft wird die frühere Version auch als „361“ bezeichnet
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| 6,1 L | V8 | 6.059 (Werksangabe) | 2006 | --
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| 383cui | V8 | 6.276 (umgerechnet) | 1966-1972 | --
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| 400cui | V8 | 6.555 (umgerechnet) | 1972-1978 | --
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| 426cui Hemi | V8 | 6.981 (umgerechnet) | 1966-1971 | --
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| 440cui, 440cui Magnum und 440cui 6bbl Six Pack | V8 | 7.210 (umgerechnet) | 1967-1974 | 3 Leistungsvarianten
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Modelljahre
Da es in den
USA üblich war und ist, den potenziellen Käufern der Fahrzeuge jährlich optische Veränderungen (
Facelift) oder sogar eine ganz neue Karosserieform zu präsentieren, lassen sich die Charger-Modelle nach Baujahren unterscheiden.
1965
Nachdem
1964 die Coupéstudie „Charger“ auf Messen erfolgreich präsentiert worden war, sah man bei Dodge Erfolgsaussichten für ein Mittelklasse-
Coupé.
1965 wurde eine Kleinserie von 180
Dodge Darts umgebaut, die die Anforderungen an ein Coupé erfüllten und unter dem Namen „Dodge Charger 273“ wurde das neue Modell verkauft. Die 273 im Namen wies auf die Motorisierung hin, ein 273 cui-V8. Weiterhin wurden etwa 300 Umbausätze an die Vertragshändler gesendet, damit diese ihre vorhandenen „Dart“-Neufahrzeuge zu „Charger 273“ umrüsten konnten. Gleichzeitig wurde bei Dodge ein Serienmodell entwickelt, jedoch nicht auf Basis des Dart, sondern des
Coronet.
1966
1966 Dodge Charger.jpg
Im Jahr
1966 hatte der erste „echte“ Charger Premiere. Die Plattform und auch einige Teile der Karosserie gehörten zum Dodge Coronet, weshalb vor allem im Bereich der Fahrzeugfront große Ähnlichkeiten bestehen. Das Heck war mit seinem senkrechten Abschluss und der flach abfallenden Dachlinie (Fastback) typisch für ein Coupé. Die Seitenlinie war gerade und die Kofferraumklappe führte die Dachlinie fort, wodurch zumindest ansatzweise kleine Heckflossen entstanden, was 1966 schon als nicht mehr zeitgemäß galt. Der Kühlergrill ging über die gesamte Fahrzeugbreite, die darin befindlichen
Scheinwerfer wurden bei Bedarf elektrisch nach vorne gedreht. Untypisch für diese Zeit waren die vier Einzelsitze; die hinteren beiden waren umklappbar, wodurch sich ein für ein Coupé großes Kofferraumvolumen ergab.
Als Standardmotor wurde der 318cui-V8 mit manuellem Dreiganggetriebe angeboten, zusätzlich konnte der Kunde zwischen den 361cui-2bbl und 383cui-4bbl-V8 wählen, welche optional mit Vierganggetriebe oder der „Torqueflite“-Automatik die Kraft übertrugen. Ab Mitte 1966 bot Dodge den Charger zusätzlich mit dem 426cui-Hemi-V8 an.
In der damaligen NASCAR-Rennserie gewann der Charger die Manufacturer's Championship und die Grand National Championship. Dennoch waren die Verkaufszahlen des 1966er Charger enttäuschend: Nur 37.344 Fahrzeuge konnten verkauft werden. Viele der insgesamt 468 Hemi-Modelle wurden sogar für ein Drittel des Basispreises „verschleudert“.
1967
Für das Modelljahr
1967 wurden einige technische Änderungen vorgenommen, die Karosserie blieb weitgehend die gleiche. Lediglich der Kühlergrill wurde
verchromt und einige Details wie Zierleisten und Logos geändert. Die hinteren Einzelsitze wichen einer durchgehenden Sitzbank. Der 361cui-V8 wurde durch den 383-2bbl-V8 ersetzt und erstmals wurde der 440cui-Magnum-V8 angeboten, passend dazu „Magnum“-Felgen. Fahrzeuge mit dem 440 waren in der Beschleunigung von 0-100 schneller als solche mit dem 426 Hemi, jedoch war der Hemi besser für Renneinsätze geeignet.
Als zusätzliches Verkaufsargument wurde der Charger in allen Versionen mit einer umfangreichen Ausstattung angeboten. Jedoch sanken die Verkaufszahlen weiter: 15.788 Charger fanden ihre Käufer, 118 davon mit dem 426 Hemi. Bei Dodge wurde die Entwicklung neuer Charger- und Coronet-Karosserien vorangetrieben.
1968
1968 erschien dann der neue Charger. Diesmal mit ganz anderer Karosserie, dafür wurde technisch, also bei Motor und Getriebe, kaum etwas verändert. Der durchgehende breite Kühlergrill sollte das Markenzeichen bleiben, jedoch nicht verchromt. Der Grill saß tiefer in der Front, wodurch er entfernt an den Lufteinlass von Flugzeugtriebwerken erinnerte. Die Seitenlinie wies das in den USA beliebte „Cokebottle“-Design auf, was bedeutet, dass über den Rädern je eine Kurve aufwärts an die Karosserien von Rennwagen und eben an die klassische
Coca-Cola-Flasche erinnert (im deutschen Sprachgebrauch wird dieses optische Element auch oft als „Hüftschwung“ betitelt). Bei der Innenausstattung blieb nichts beim Alten: Die Instrumententafel wurde komplett neu gestaltet, die Rücksitze waren nicht mehr umklappbar und alles wurde mehr dem Geschmack dieser Zeit angepasst. Auch einige neue Sicherheitsmerkmale wies der Charger auf. Der Kunde konnte optional ein Vinyldach ordern, was in dieser Zeit sehr beliebt war und auch bei etwa 75% der 1968er Charger gewählt wurde. Weiterhin wurde die „R/T“-Version eingeführt. Diese Variante war standardmäßig mit dem 440cui-V8 ausgestattet, hatte zwei
Auspuffrohre, ein strafferes
Fahrwerk, bessere Bremsen und schwarze Streifen, die quer zur Fahrtrichtung das Heck umschlossen (bumblebee stripes, „Hummelstreifen“).
Der neue Charger hatte Erfolg: 96.100 Fahrzeuge wurden verkauft, davon jedoch nur 467 mit dem 426 Hemi. Jedoch zeigte der Charger erneut, dass die Erfolge im Rennsport nicht unbedingt mit den Verkaufszahlen in Zusammenhang stehen müssen: Die hoch angesehene NASCAR-Serie dominierte mittlerweile der Ford-Konzern mit Ford Torino und Mercury Cyclone-Fahrzeugen.
1969
Dodge Charger 1969 @ Hockenheim.jpg
Nur marginale optische Veränderungen wies der
1969er Charger auf: Der Kühlergrill war mittig geteilt, die vier runden Rückleuchten des 1968er Modells wurden durch zwei große eckige ersetzt. Das vormals ausschließlich schwarze Vinyldach konnte nun in mehreren Farben gewählt werden, jedoch stieg bei den Verkäufen der Anteil von Fahrzeugen ganz ohne Vinylbespannung. Der Charger konnte nun mit der SE-Ausstattung (
Special
Edition) bestellt werden, die mit Holzoptik im Innenraum, Ledersitzen und Tiefbettfelgen auch Käufer von luxuriöseren Automobilen anlocken sollte.
Die Motorenpalette wurde erstmals um einen Sechszylinder erweitert: Der 225cui-Slant Six-V6 stellte nun das Sparmodell der möglichen Chargermotoren dar. 1969 konnten etwa 69.000 Charger verkauft werden, davon etwa 500 mit Slant Six.
Für den Rennsport hatte Dodge sich jedoch etwas besonderes ausgedacht: Den Charger 500. Im wesentlichen ein Serienmodell, hatte er den Kühlergrill des Dodge Coronet, feste Scheinwerfer und eine der Dachlinie angepasste Heckscheibe. Dadurch sollte die Aerodynamik verbessert und so die Höchstgeschwindigkeit erhöht werden. Das damalige NASCAR-Reglement sah vor, dass von einem Fahrzeug mindestens 500 Einheiten produziert und zum Verkauf angeboten werden müssten, um für diese Rennserie zugelassen zu sein. Dodge bot also den Charger 500 auf dem freien Markt an, optional mit 426 Hemi oder mit 440 Magnum-Motor. Verkauft wurden jedoch nur 459, 67 davon mit Hemi. Die Rennerfolge waren ebenfalls dürftig, also machte Dodge noch im gleichen Jahr den nächsten Schritt. Nach einer kurzen Entwicklungszeit und (in den 1960er Jahren nicht unbedingt üblich) einigen Windkanaltests präsentierte man den Charger Daytona. Die Front war um ca. 50cm verlängert und hatte eine aerodynamische Keilform mit eingelassenen Klappscheinwerfern („Schlafaugen“). Nach hinten offene Lufthutzen, die in Wirklichkeit nur Abdeckungen für die Innenkotflügel der Rennversionen waren und keinen aerodynamischen Zweck erfüllten, saßen auf den vorderen Kotflügeln. Auf dem Heck saß ein ca. 60cm hoher Heckspoiler, der den erforderlichen Abtrieb bei hohen Geschwindigkeiten bringen sollte. Unter der Karosserie sorgten ein versteckter Frontspoiler sowie Stabilisatoren für höhere Sicherheit. Mit einem Strömungswiderstandskoeffizient (cw-Wert) von 0,28 ist der Charger Daytona auch mit heutigen Fahrzeugen noch vergleichbar, der VW Golf V beispielsweise hat einen cw-Wert von 0,325.
Auch der Daytona wurde mit den beiden stärksten Motoren angeboten. 505 Daytonas wurden gebaut, davon 433 mit 440 Magnum und 70 mit 426 Hemi verkauft. Die Kundschaft fand den Daytona hässlich und mit 4.000 US-$ Einstiegspreis war er zwar erschwinglich, aber dennoch teuer. Ein eklatanter Nachteil für den Straßenbetrieb war außerdem, dass der Motor bei der im amerikanischen Straßenverkehr gebotenen Höchstgeschwindigkeit von 55mph (knapp 90km/h) überhitzte. Der Fahrtwind reichte nicht aus, was durch die „Nase“, die keinen Kühlergrill oder sonstigen Lufteinlass hatte, verursacht wurde. Der Daytona war in erster Linie für den Rennsport konzipiert.
Mit dem Charger Daytona konnten einige Rennen gewonnen werden, die Meisterschaftstitel blieben jedoch beim Ford-Konzern.
1970
1970 wurde erneut der Kühlergrill und die Rückleuchten geändert. Der Grill war jetzt wieder durchgehend, mit einer verchromten Zierleiste mittig über die gesamte Breite. Die klassische Stoßstange („bumper“) wurde durch einen verchromten Rahmen ersetzt, der etwas hervorstand und den Kühlergrill umfasste (ebenfalls als „bumper“ bezeichnet). Die Ausstattungsvarianten wurden verändert, die „R/T“-Version war jetzt wieder das Topmodell, das „SE“-Paket gab es nach wie vor. Lediglich das Spitzenmodell des Vorjahres, der Charger 500, wurde zum „etwas besserem Basismodell“ herabgestuft, was die Kundschaft verwirrte. Wer nun einen standardmäßigen 500 bestellte, bekam als Motor nicht den 440 Magnum, sondern lediglich den 318cui-V8. Die „R/T“-Version bekam angedeutete Lufthutzen an den Seiten und ein horizontaler Streifen ersetzte die „bumblebee stripes“. Die Motorenpalette wurde mit dem 440cui-6bbl „Six-Pack“-V8 nach oben erweitert, bei der Lackierung wurden einige poppige Farben ins Programm genommen. 49.768 Charger wurden verkauft, 10.337 davon als „R/T“. Die Verkaufszahlen stagnierten etwas, da man sich innerhalb des
Chrysler-Konzerns Konkurrenz im eigenen Hause machte: Der neu gestaltete Coronet und der gänzlich neue
Dodge Challenger sowie Plymouths
Barracuda und
Road Runner fielen alle (fast) in die gleiche Kategorie.
Die Rennerfolge des Daytona wurden fortgesetzt. Dem NASCAR-Fahrer Buddy Baker gelang am 24. März 1970 ein Geschwindigkeitsrekord von 200,447mph (322,588km/h), der erst 1983 in der NASCAR gebrochen werden konnte. Aber auch hier kam Konkurrenz aus eigenem Hause: Der Plymouth Road Runner Superbird war zwar mit der markanten Front und dem großen Heckspoiler ähnlich gestaltet, aber keineswegs (wie fälschlicherweise oft angenommen) baugleich mit dem Charger Daytona.
1971
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Ab
1971 ging ein Ruck durch die Modellpaletten des Chrysler-Konzerns. Die Fahrzeuge von Dodge und Plymouth teilten sich nicht mehr nur die Plattformen, oftmals tauchten sogar fast baugleiche Modelle der Firmen auf. Der
Dodge Super Bee, von 1968 bis 1970 noch die zweitürige Spitzenversion des Coronet, wurde nun auf die Charger-Serie übertragen. Somit waren alle Viertürer der „B-Bodies“ genannten Dodge-Modelle nun Coronets und die Zweitürer eben Charger. Der 1971er Charger hatte nun eine ganz neue Karosserie, die er bis
1974 mit den üblichen leichten Änderungen behalten sollte. Die Front erinnerte stark an frühere
Pontiac GTOs, das gesamte Design wirkte runder – innen wie außen. Abgesehen vom Super Bee blieben die Ausstattungsvarianten und ihr Umfang die gleichen wie im Vorjahr. 1971 gilt als der Anfang vom Ende der Muscle Cars; durch strengere Umweltgesetze und hohe Versicherungsbeiträge hatten andere Hersteller bereits damit begonnen, ihre leistungsstärkeren Motoren und auch ganze Fahrzeugserien einzustellen. Beim Chrysler-Konzern hielt man weitgehend am bisherigen Angebot fest. Lediglich der 426 Hemi wurde aus dem Programm genommen, eine Enttäuschung für alle Rennsportfans. Da dies im Laufe des Modelljahres geschah, gibt es durchaus 1971er Hemi-Charger. Ganze 63 Stück wurden in den USA verkauft, plus 2.659 Charger mit anderer Motorisierung.
1972
1972 musste Dodge die Leistung der Motoren herabsetzen, um den neuen Emissionsgesetzen zu entsprechen. Zusätzlich wurde die in den USA übliche Leistungsangabe (
bhp) durch die realistischere SAE-Messung ersetzt. Die Einheit war noch immer bhp, die Werte waren aber deutlich niedriger. So verloren die Charger in diesem Jahr einige PS, obwohl weitgehend die gleichen Motoren angeboten wurden. Nur der 383cui-V8 erreichte die geforderten Emissionswerte nicht und wurde durch einen 400cui-V8 ersetzt. Mit der Ausstattung ging der Charger einen Schritt weiter vom Muscle Car zum luxuriösen Coupé. Die Super Bee- und R/T-Versionen gab es nicht mehr, statt dessen die Rallye-Ausführung. Äusserlich veränderte der Charger sich 1972 kaum.
1973 und 1974
Der Charger wurde schon seit 1972 immer mehr Richtung Luxus getrieben. Lediglich die auffällige Rallye-Ausstattung (was nur ein Name war, der Dodge Charger hatte mit
Rallye recht wenig zu tun) bediente die Kundschaft, welche sich noch optisch wie technisch ein Muscle Car wünschten. Der 400cui-V8 stand nun in zwei Leistungsvarianten zur Verfügung. Dodge beugte sich dem Willen der Käufer, indem man die Produktion der Charger- und Challenger-Modelle einstellte. Jedoch wurden beide Namen weiter verwendet, der Charger warb schon im nächsten Jahr wieder um die Gunst der Kunden.
1975-1978
Der Charger dieser Jahre war bis auf kleinste Details identisch mit dem Chrysler Cordoba, einem „normalen“ US-Mittelklasse-Pkw. Lediglich der Name „Charger“ sollte verkaufsfördernd wirken, mit einem Muscle Car hatte der Charger nun nichts mehr gemein. Standardmotor war ein 360cui-V8, den Slant Six-V6 und den 400cui-V8 gab es noch immer.
1975 gab es nur die SE-Ausstattung, ab
1976 konnte man zwischen dem Varianten Base, Sport, SE und Daytona wählen, letztere bestand nur aus einem Paket von auffälligen Zubehörartikeln, die Motoren blieben die gleichen.
1978 ließ man (vorerst) den Namen „Charger“ verschwinden, die weiteren Modelle dieses Fahrzeugs hießen nun
Dodge Magnum, welcher nahezu identisch mit dem Charger SE war.
1981-1987
1981 tauchte „Charger“ wieder auf, jedoch nicht als eigenständiges Fahrzeug, sondern nur als sportliche Ausstattungsvariante des
Dodge Omni mit 2,2 Litern Hubraum. Dass der „neue Charger“ mit einem Vierzylindermotor ausgestattet war, mag in Europa befremdlich wirken – aber da der Omni nichts anderes als eine US-Version des
Talbot Horizon (Vorläufer des
Peugeot 309) war, zog er den Namenszusatz „Charger“ schon beinahe ins Lächerliche. So urteilten jedenfalls die Freunde der frühen Muscle Cars. Tatsächlich bot der Kompaktwagen aber durchaus ein sportliches Fahrverhalten bei geringem Platzbedarf. Die Karosserie war im Gegensatz zum Ur-Omni mit einem Coupé-ähnlichem „Fastback“-Heck und geänderter Frontpartie ausgestattet. Die 2,2 Liter-Maschine war von Chrysler und auch die einzige von Chrysler in der Omni-Familie; alle anderen Motoren stammten von
Peugeot oder
Volkswagen.
Ab 1983 wurde der Dodge Omni O24 Charger endgültig zum Dodge Charger. Carroll Shelby arbeitete seit kurzem eng mit Dodge zusammen und 1983 wurde der Dodge Shelby Charger präsentiert, eine leistungsgesteigerte und technisch wie optisch sportlichere Version des Chargers, vorgestellt. 1984 wurde die Leistung noch etwas mehr erhöht und ein Automatikgetriebe in die Ausstattungsliste aufgenommen.
Bis 1987 gab es noch die verschiedensten Varianten: Dodge Charger, Dodge Charger Shelby, Dodge Shelby Charger und Shelby Charger Turbo. 1988 war der Name „Charger“ wieder verschwunden, nicht aber das Fahrzeug, welches weltweit unter verschiedensten Marken und Typbezeichnungen weiter existierte.
1999 (Studie)
Auf der
Detroit Motor Show zeigte
DaimlerChrysler eine
Sportwagenstudie mit dem Namen „Dodge Charger R/T“. Nicht nur der Name sollte an die erfolgreichen Modelle der
1960er Jahre erinnern, auch das
Design der Heckpartie war stark an das der 1968er-
1970er Charger angelehnt. Ansonsten handelte es sich um einen windschnittigen Sportwagen, dessen große Lufteinlässe an den Seiten auch Assoziationen zur
Dodge Viper zuließen. Der Kühlergrill trug das Dodge-Kreuz der aktuellen Modelle, die Seitenlinie hatte wieder die beliebte „Cokebottle“-Form und angetrieben wurde das Fahrzeug von einem 4,7l-V8. Ungewöhnlich für ein Muscle Car der Neuzeit waren lediglich der Treibstoff (
Erdgas) und die vier Türen. Nach einigen Präsentationen für die Presse, welche sogar Probefahrten beinhalteten, verschwand die Studie wieder von der Bildfläche. Ein Serienmodell gab es nicht.
2006
Chargerfront.jpg
Bereits Mitte
2005 präsentiert und seit Ende 2005 verkauft, lautet das offizielle Modelljahr des neuen Chargers
2006. Es handelt sich um ein viertürige
Limousine mit beinahe gar keinen Gemeinsamkeiten mit den früheren Charger-Modellen. Lediglich einige Lackfarben, Logos und Motorentypen lassen einen verkaufsfördernd herbeigeführten Vergleich zu. Weiterhin gibt es wieder Varianten mit den bekannten Namen R/T und Daytona (letzteren jedoch auch mit dem Zusatz R/T). Nachfolgend die Modelle mit den aktuellen Motoren, deren Hubraum auch in den USA heute in Litern angegeben wird:
- SE: 3,5 L V6, 186 kW (253 PS) / 339 Nm
- SXT: 3,5 L V6, 186 kW (253 PS) / 339 Nm
- R/T: 5,7 L Hemi-V8, 254 kW (345 PS) / 475 Nm
- Daytona R/T: 5,7 L Hemi-V8, 261 kW (355 PS) / 529 Nm
- SRT-8: 6,1 L Hemi-V8, 317 kW (431 PS) / 569 Nm
Der Charger steht auf der Chrysler LX Plattform, welche unter anderem auch vom aktuellen Chrysler 300 bzw. dem Dodge Magnum genutzt wird. Mit dem Magnum hat der Charger auch einen großen Teil des Interieurs gemein.
Auftritte in Film und Fernsehen
General Lee scale model.JPG
Der Charger ist in vielen Filmen und Serien zu sehen. Nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Auftritte:
- Bullitt: In der berühmten Verfolgungsjagd fahren die Kriminellen ein 1968er R/T-Modell
- Ein Duke kommt selten allein: Der „General Lee“, Baujahr 1969, gehört zu den bekanntesten TV-Fahrzeugen überhaupt
- The Fast and the Furious: Das Fahrzeug, welches von Vin Diesel im finalen Rennen auf die Hinterräder gestellt wird, ist ein stark modifizierter Charger 500
PKW-Modell | Dodge
Dodge Charger (B-body) | Dodge Charger | Dodge Charger