Der Begriff Diversifikation bezeichnet eine Ausweitung des Sortiments. Er ist insbesondere im Bezug auf die Produkte eines Unternehmens und für Geldanlagen gebräuchlich.
Diversifizierung ist die Ausweitung des Produktionsprogramms und Erschließung neuer Absatzmärkte durch ein Unternehmen, mit dem hauptsächlichen Ziel, weniger anfällig gegen Konjunkturschwankungen und Übernahmen anderer Konzerne zu werden.
Zumeist verfolgen große Konzerne dieses Ziel durch Übernahmen völlig artfremder Unternehmen.
Unter Diversifizierung wird zudem das Bestreben einer Kommune oder Region verstanden, sich von einer Monostruktur zu befreien, d. h. die große wirtschaftliche Bedeutung eines einzelnen Unternehmens oder einer einzelnen Branche durch Ansiedlung anderer Unternehmen bzw. Unternehmen anderer Branchen aufzulockern.
Diversifizierung findet z. B. auch im Ruhrgebiet statt, wo man aufgrund der monostrukturierten Wirtschaft abhängig von lediglich einem Industriezweig ist (in dem Fall der Montanindustrie). Es wird versucht auch andere Bereiche zu erschließen (z. B. durch größere Beachtung des Dienstleistungssektors etc.) Diversifizierung findet somit vor allem in strukturschwachen Räumen statt (wie z. B. dem Ruhrgebiet).
Die Produktdiversifikation liegt vor, wenn ein Unternehmen eine neue Produktlinie einführt. Das Gegenteil ist der Rückzug oder die Elimination.
Ein mögliches Maß zur Messung der Diversifikation ist der Berry-Index.
Im Geldanlagebereich wird von Diversifikation gesprochen, wenn möglichst in unterschiedliche Finanzanlagen investiert wird.
Als Risikodiversifikation bezeichnet man den Effekt der sich daraus ergibt, dass man zwei oder mehr Wertpapiere miteinander in einem Portfolio kombiniert. Das so gewonnene Portfolio hat ein geringeres Risiko als die beiden einzelnen Wertpapiere. Voraussetzung ist, dass sie nicht 100% positiv korreliert sind; sie besitzen zueinander einen Korrelationskoeffizienten, welcher kleiner als 1 ist.
Aktien, Rentenpapiere, Immobilien, Optionen und Futures oder alternative Anlagen. Dabei gibt es selbst erhebliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Assetklassen. Zum Beispiel können Rentenpapiere mündelsichere Anlagen sein wie Bundesanleihen und Pfandbriefe, aber auch riskantere Formen wie Unternehmensanleihen, Auslandsanleihen (zum Beispiel in US-Dollar oder beispielsweise ukrainische Währung). Das Anlagerisiko unterscheidet sich dabei erheblich.
Das Anlageziel kann auf zwei Arten definiert werden:
Rendite und Risiko stehen in enger Abhängigkeit zueinander. Dieser Zusammenhang wird häufig als Chance/Risiko-Verhältnis bezeichnet. Es wird vereinfachend Aktien/Renten-Verhältnis in einem Depot genannt.Als Risiko bezeichnet man die Varianz bzw. die Standardabweichung der Wertpapiere bzw. des Portfolios. Ein varianzminimales Portfolio lässt sich in Abhängigkeit des Korrelationskoeffizienten herleiten. Wenn alle Wertpapiere im Portfolio zu 100 Prozent korreliert sind, gewichtet man das Wertpapier mit dem kleineren Risiko stärker.
Maß für das Risiko sind die Volatilität und der shortfall-approach. Alle Maße in der Finanzanlage sind statistische Größen und geben nur eine Verlust- oder Gewinnwahrscheinlichkeit an. Folglich kann ein maximaler Verlust/Gewinn nicht garantiert werden, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zugesichert werden. In ausgeprägten Haussephasen oder bei Marktanomalien werden diese Größen oft verfehlt, d.h. es gibt keinen Gewinn. Es können sogar erhebliche Verluste entstehen, die über das erwartete Risiko hinausgehen.
Aufgabe eines erfahrenen Anlageberaters ist es, genau diese richtige Mischung der verschiedenen Assetklassen zu erreichen und damit langfristig eine positive Wertentwicklung des investierten Kapitals zu erzielen.
Moderne Computerverfahren ermöglichen für ein Gesamtportfolio das enthaltene Risiko und weitere Maße zu berechnen. In einen Stresstest werden worst-case- und best-case-Situationen im Computer simuliert und die Auswirkungen auf das Portfolio analysiert. Entsprechend dem Simulationsergebnis können Gegenpositionen aufgebaut werden, um diese Risiken zu neutralisieren. Da dies ein sehr aufwendiges Verfahren darstellt, wird es aus Kostengründen nur bei besonders großen Portfolios (vor allem für institutionelle Anleger oder für das Portfolio eines Fonds) durchgeführt.
Der Diversifikationseffekt ist, dass das Risiko gemessen durch die Varianz eines Porfolios ohne Leerverkäufe niedriger ist als das Risiko des Wertpapiers mit dem minimalen Risiko.
Nicht diversifizierbare systematische Risiken sind das Währungsrisiko, Zinsen, Inflation und die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.
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