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Distanzierung ist umgangssprachlich (und soziologisch) das Markieren einer sozialen Distanz zwischen einer Person (einem Akteur) und einer anderen oder einer Tat/Äußerung. (Ich distanziere mich von dieser Untat.)

  • In der Prozesssoziologie nach Norbert Elias wird sie als Gegenbegriff zum Begriff Engagement verstanden. Je und je bei den einzelnen Akteuren gegeneinander ausbalanciert, bilden beide Begriffe Antipoden eines "Mehr oder Weniger", ohne dass sie in der Realität als Extrem allein für sich als Zustand auftreten können.

Der idealtypische Begriff "Distanzierung" bezieht sich auf eine höchst gefühlsarme bzw. gefühlsneutrale, autonome Perspektive der Bewertung der Realität an sich. Dieses wiederum geht einher mit einer relativ angemessen Erfahrung und Wahrnehmung der Realität und dementsprechend einer hohen Kontrollchance der Zwänge bzw. des Gefahrenniveaus.

Literatur


  • Elias, Norbert, Was ist Soziologie?, München 1970
  • Elias, Norbert, Engagement und Distanzierung. Arbeiten zur Wissenssoziologie I, hrsg. und übers. von Michael Schröter, Frankfurt/M 1983
  • Elias, Norbert, Die Gesellschaft der Individuen, hrsg. von Michael Schröter, Frankfurt/M 1987
  • Elias, Norbert, Etablierte und Außenseiter, gemeinsam mit John L. Scotson, übers. von Michael Schröter, Frankfurt/M 1990

Siehe auch:


Norbert Elias | Prozesssoziologie Homo Clausus Valenz

Sozialpsychologie

 

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