Direkter Unterricht ist eine Unterrichtskonzeption (ein "didaktisches Modell"), die von der Prämisse ausgeht, es sei Aufgabe des Lehrers, den Schülern etwas beizubringen, und daraus Regeln für die möglichst effektive Gestaltung von Klassenunterricht ableitet.
Direkter Unterricht ist ein Gegenentwurf zu Entwicklungen, die Anfang des 21sten Jahrhunderts an vielen Schulen vorherrschen: in der Theorie werden "Lehrerzentrierung" und "Frontalunterricht" in abgelehnt, in der Praxis überwiegt hingegen eine suboptimale Variante von Frontalunterricht: ein zähes Frage-und-Antwort-Spiel ("Quiz ohne Preise" und Grell, siehe dazu fragend-entwickelnder Unterricht). Einer Verabsolutierung der konstruktivistischen Auffassung, der Schüler lerne nur, was er sich selbst erschließe, wird entgegengehalten, bevor der Schüler etwas erschließen könne, müsse man ihm erst einmal Informationen zur Verfügung stellen.
Direkter Unterricht ist kleinschrittig: die Phasen
Direkter Unterricht steht in einer Tradition, die bis zu den Herbartianern und Comenius zurückreicht, aber im letzten Drittel des 20sten Jahrhunderts von entgegengerichteten Reformbemühungen und Moden verschüttet wurde. In den USA ist aus dem allgemeineren Ansatz die "Direct Instruction" hervorgegangen, die in den 1970er Jahren in der mit 79'000 Schülern umfangreichsten je unternommenen Langzeitstudie die besten Ergebnisse erzielt hat; Jochen Grell hat die deutsche Bezeichnung "Direkter Unterricht" eingeführt.
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