Der so genannte Director’s Cut (Abk. D. C.) eines Filmes ist genau die Schnittversion, die der Director, also der Filmregisseur, als die von ihm selbst favorisierte Endfassung erstellt hat.
Häufig wird ein Film, aufgrund von getesteten Zuschauerreaktionen bei Vorabvorführungen, aus rein kommerziellen Gründen wieder umgeschnitten. Wenn nämlich der Mehrheit der Testpersonen zum Beispiel das Filmende nicht gefallen hat, erwartet man ähnliche Reaktionen auch vom späteren Kinopublikum. Diese Nachbearbeitungen können dann zu beträchtlichen Änderungen in der Aussage eines Filmes führen. So hat beispielsweise der Director’s Cut von Blade Runner, im Gegensatz zur ursprünglichen Kinofassung, ein offenes Ende, und außerdem fehlt ihm der so genannte Off-Kommentar des Hauptdarstellers. Salieri, der Erzähler und Mozarts Gegenspieler im Film Amadeus, wird im Director’s Cut noch schwärzer bzw. abgründiger gezeigt, während der Profikiller im Director’s Cut von Léon – Der Profi etwas menschlichere Züge erhalten hat.
Ein Director’s Cut kommt in der Regel erst einige Zeit nach der ursprünglichen Schnittfassung und vorzugsweise bei besonders erfolgreichen Filmen auf den Markt. Dabei ist es dann nicht selten, dass diese Director’s-Cut-Version einen höheren Kultstatus erreicht als die Erstfassung.
Anders als in Europa ist der Regisseur von Hollywood-Filmen beim Schnitt oft nicht selbst anwesend. Nur einigen wenigen einflussreichen Regisseuren wird dort vertraglich überhaupt das Recht auf den „Final Cut“ (endgültige Schnittfassung eines Filmes nach Abschluss der Produktion) zugestanden. Der Cutter schneidet stattdessen den Film meist alleine und hält erst danach Rücksprache mit dem Regisseur. Dieser „segnet“ dann den ihm präsentierten Schnitt ab oder schlägt weitere Veränderungen vor.
Wenn ein Film für die spätere Weitervermarktung (Video, DVD, Fernsehen) aufbereitet wird, tritt der Regisseur jedoch oftmals selbst hinter das Schnittpult und fertigt eine von ihm bevorzugte Version an, welche häufig einige zusätzliche Szenen enthält, die in der ursprünglichen Kinofassung noch nicht vorhanden waren. Darum ist ein Director’s Cut nicht selten sogar erheblich länger (zum Beispiel 48 Minuten bei Apocalypse Now Redux), was sich aber nicht unbedingt immer positiv auf den Gesamteindruck des Filmes auswirkt. Es kommt weit seltener auch vor, dass ein Director’s Cut sogar kürzer als die Erstfassung gerät (Beispiel: Blood Simple von Regisseur Joel Coen).
Eine Director’s-Cut-Version darf übrigens nicht von Haus aus mit so genannten Langfassungen, Extended-Versionen etc. verwechselt werden, die unter Umständen in dieser Form vom Regisseur nicht einmal autorisiert wurden (Beispiel: Die Langfassung von Der Wüstenplanet von Regisseur David Lynch). Dahingegen darf man bei der Special Extended Edition (Abk. SEE) aller drei Teile von Der Herr der Ringe auch ohne ein entsprechendes Signet problemlos davon ausgehen, dass diese, ebenso wie die Kinofassungen, Director’s Cuts von Regisseur Peter Jackson sind – für die er nämlich auf weiteres Filmmaterial zurückgriff, das unter anderem den zeitlichen Rahmen seiner ohnehin schon sehr großzügig bemessenen Kinoversionen gesprengt hätte.
Siehe auch: Schnitt (Film)
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