Dipl.-Kfm..jpg einer Diplom-Urkunde einer Universität]]
Als Diplom-Kaufmann (Dipl.-Kfm.) bzw. Diplom-Kauffrau (Dipl.-Kffr.) werden Hochschulabsolventen von Universitäten und gleichgestellten Hochschulen oder Fachhochschulabsolventen der Fachhochschulen bezeichnet, die eine betriebswirtschaftliche Fachrichtung, als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, abgeschlossen haben und deren jeweilige Studien- und Prüfungsordnung den akademischen Grad eines Diplom-Kaufmanns bzw. einer Diplom-Kauffrau vorsehen. Fachhochschulabsolventen müssen den akademischen Grad mit dem Zusatz (FH) für Fachhochschule führen. Der Regelabschluss für Fachhochschulabsolventen der Betriebswirtschaftslehre lautet jedoch Diplom-Betriebswirt/in (FH).
Diplom-Kaufleute und akademische Betriebswirte bilden zusammen mit den Ökonomen und Volkswirten sowie unter Umständen anderen wirtschaftswissenschaftlich orientierten Akademikern (z.B. Wirtschaftspädagogen, -informatiker, -geographen, -ingenieure, -juristen, -statistiker, -historikern, Ökonometriker) die Gruppe der Wirtschaftswissenschaftler.
An Universitäten liegt der Studienschwerpunkt im wissenschaftlichen Bereich, wobei an Fachhochschulen diese wissenschaftlichen Erkenntnisse besonders praxisnahe vermittelt und angewandt aber auch weiterentwickelt werden.
An staatlichen Berufsakademien kann eine staatliche Abschlussbezeichnung als Kaufmann und als Diplom-Betriebswirt (BA) erlangt werden, die kein akademischer Grad und entsprechend mit dem Zusatz Berufsakademie (BA) zu kennzeichnen sind.
(Hinweis: Einen Diplom-Kaufmann (BA) gibt es nicht.)
Ein Beispiel für den Aufbau des Grundstudiums:
Ein Beispiel für den Aufbau des Hauptstudiums:
Es können durchaus auch zwei Wahlpflichtfächer und nur eine Besondere Betriebswirtschaftslehre gewählt werden und Ergänzungsfächer wegfallen. Eine weitere Bezeichnung für Besondere ist Spezielle Betriebswirtschaftslehre.
Das Grundstudium endet mit dem Vordiplom. Das Hauptstudium endet mit dem akademischen Grad Diplom-Kauffrau bzw. Diplom-Kaufmann, welcher einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss eines einstufigen Studiengangs darstellt.
Ein gutes universitäres Diplom ist Voraussetzung für eine Promotion in einem wirtschaftswissenschaftlichen Teilgebiet (z.B. BWL, VWL, Wirtschaftspädagogik, Statistik, Ökonometrie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsgeschichte). In Ausnahmefällen genügt auch ein sehr gutes FH-Diplom.
In der Schweiz ist der Grad Dipl.-Kaufmann als Abschluss einer Hochschule nicht bekannt. Lange Zeit gab es den Betriebsökonomen HWV, der heute als Betriebsökonom FH bezeichnet wird. Der klassische universitäre Abschluss ist das Lizentiat. Dementsprechend bei Wirtschaftswissenschaften: lic. oec. Meistens wird noch die Abkürzung der Hochschule verwendet. Als Beispiel sei hier die Universität St. Gallen genannt, welche als Kürzel 'HSG' verwendet.
Beispielsweise in Lateinamerika herrscht immer noch die Abschlussform von "Licenciado", abgekürzt Lic. Problematisch ist dabei, dass dieser Abschluss nicht weltweit anerkannt wird. Ein Lizenziar der Wirtschaftswissenschaften kann nicht mit einem Diplom-Kaufmann verglichen werden und umgekehrt. Ein Diplom-Kaufmann wird in Lateinamerika als Lizenziar eingestuft.
In den letzten Jahren wird der Diplomstudiengang "Diplom-Kaufmann" durch das gestufte Bachelor-Mastersystem (M.Sc. oder M.A.) substituiert. Seit 1999 findet bei bestehenden Diplomstudiengängen eine Modularisierung statt, d.h. es gibt studienbegleitende Fachprüfungen, die mit Kreditpunkten gewichtet in die Endnote eingehen. Auch die Diplomarbeit selbst kann mit Kreditpunkten gewichtet werden.
Zuvor war es so, dass am Ende des Grund- und des Hauptstudiums große Zwischen- und Abschlussprüfungen stattfanden. Studienleistungen während des Studiums gingen selten ein. Die Folge ist, aus wenigen sehr großen Prüfungen plus Diplomarbeit, sind nun viele kleine Prüfungen (durchaus 30 Prüfungen/Klausuren/Seminararbeiten jeweils im Grund- und im Hauptstudium) geworden, plus das Anfertigen einer Diplomarbeit (Dauer: 3 bis 12 Monate; Gewichtung in der Endnote: 15 % bis 25 %).
Betriebswirtschaftslehre | Beruf | Akademische Bildung | Abschlüsse und Zertifikate
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