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Bei der Diphtherie handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege mit dem Corynebacterium diphtheriae. Gefürchtet sind die Bakteriengifte (Toxine), welche zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Spätfolgen führen können. Eine schützende Impfung ist verfügbar.

Wortherkunft


Die Bezeichnung wurde von Pierre Fidèle Bretonneau (1778-1862) als diphtherite in den medizinischen Sprachgebrauch eingeführt ("Des inflammations spéciales du tissu muqueux, et en particulier de la diphthérite. Ou inflammation pelliculaire, comme sous le nom de croup, d’angine maligne, d’angine gangréneuse, etc.", Paris, 1826). Es handelte sich dabei um einen französischen Gräzismus, abgeleitet von διφθέρα, diphthéra, „die Gerbhaut“ und der Endung -itis für Entzündung, womit er sich auf die so genannte Halsbräune, dunkle Pseudomembranen aus abgestorbener Schleimhaut und Blutbestandteilen bezog. Im Französischen entwickelte sich daraus diphthérie, daher die deutsche Form), früher als (Echter) Krupp oder Croup (von schottisch croup, „Heiserkeit“) bezeichnet.

Erreger


Die Diphtherie wird durch das toxinbildende (giftstoffbildende) Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst und von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Toxine (Giftstoffe) - vor allem das nach dem Erreger benannte Diphtherietoxin - des Erregers schädigen die Proteinbiosynthese durch Hemmung des Elongationsfaktors. Die Erreger bilden das Toxin allerdings nur, falls sie mit einem Bakteriophagen infiziert sind; das Toxin ist phagenkodiert. Mit dem Blut werden sie auch zu entfernt von der Entzündungsstelle liegenden Organen transportiert, wie beispielsweise Herz, Leber, Niere. Dies kann zu den (lebens)gefährlichen Komplikationen der Diphtherie führen.

Häufigkeit und Verbreitung


Die Häufigkeit der Erkrankung ist durch die vom Mediziner und Nobelpreisträger Emil von Behring eingeführte Impfung sehr stark zurückgegangen. Die Krankheit ist jedoch nicht, wie beispielsweise die Pocken, ausgerottet. Sobald die so genannte Durchimpfungsrate unter einen bestimmten Wert sinkt, nehmen die Erkrankungszahlen wieder erheblich zu. Das war in der ehemaligen Sowjetunion zu beobachten, wo nach dem Zusammenbruch des Systems 1994 48.000 Fälle auftraten.

Symptome


Die Schwere und Ausgestaltung der Symptome, die zwei bis sechs Tage nach der Infektion auftreten, hängen ab von der Immunlage des Erkrankten. Sie ist differenzialdiagnostisch vom Pseudo-Krupp und von der Epiglottitis abzugrenzen.

  1. Bei lokalisierten Diphtherien (Mandel- und Rachendiphtherie) treten zu Beginn Abgeschlagenheit, Übelkeit und Schluckschmerzen auf, häufig verbunden mit Bauch- und Gliederschmerzen; Erbrechen ist eher selten. Zunehmendes Fieber.
  2. Die Nasendiphtherie tritt bevorzugt bei Säuglingen und Kleinkindern auf, verbunden mit behinderter Nasenatmung, Unruhe und gestörter Nahrungsaufnahme. Seröser oder eitrig-blutiger Schnupfen tritt auf, häufig verbunden mit Gewebszerstörung und Krustenbildung am Naseneingang.
  3. Als Ersterkrankung tritt die Kehlkopfdiphtherie meist im Gefolge der Rachendiphtherie auf. Symptomatisch sind bellender Husten, zunehmende Heiserkeit und Stimmlosigkeit (Aphonie), zusammengefasst als Echter Krupp. Das Einatmen ist erschwert und mit Pfeifgeräuschen verbunden.
  4. Seltenere Diphtherieformen sind die Hautdiphtherie mit auftretenden Geschwüren und Verletzungen und die Bindehautdiphtherie mit blutig-wässriger Absonderung und häufiger Hornhautbeteiligung.
  5. Im fortgeschrittenen Stadium der Diphtherie weitet sich die Membranbildung rasch und intensiv auf die Mandeln, den Gaumen, und Gaumenzäpfchens und die Nasenschleimhaut aus; lokale Lymphknotenschwellungen treten auf.

Untersuchung


Die Diagnose durch einen bakteriologischen Test ist frühestens in 12 Stunden zu erhalten. Deshalb muss im Verdachtsfall, besonders bei der toxischen Diphtherie, sofort anhand des klinischen Bildes therapiert werden.

Behandlung


  • Antitoxin
Zur Behandlung werden Antikörperseren (Antitoxin) verabreicht. Das Antikörperserum bindet die Bakterientoxine und machst sie dadurch unschädlich. Das Antitoxin ist über Medikamentendepots der Bundesländer für toxikologische Notfälle erhältlich.

  • Antibiotika
Penicillin wird für mindestens 10 Tage eingesetzt um die Bakterien abzutöten.

Bei Verschluss der Atemwege muss ein Luftröhrenschnitt erfolgen. Strenge Bettruhe für fünf bis sechs Wochen ist notwendig, um die Gefahr einer Herzschädigung zu minimieren. Bei guter und richtiger Behandlung der Diphtherie bleiben kaum Schäden und die Letalität ist gering.

Komplikationen


Als toxische Komplikationen treten v. a. eine Myokarditis(Herzmuskelentzündung]] und eine Polyneuritis(Nervenentzündung]] auf: So mussten während der Diphtherie-Epidemie 1995 in Kirgistan 656 Patienten stationär behandelt werden, wobei von diesen bei 22 % eine Herzmuskelentzündung und bei 5 % eine Polyneuritis diagnostiziert wurde.

Geschichte der Diphtherie


Entdeckung des Erregers

Immunisierung

Weblinks


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