article

Deinotherien (auch unter dem Namen Dinotherien bekannt) stellen den frühesten erfolgreichen Zweig der fossilen Rüsseltiere dar. In die Gruppe der Rüsseltiere (Proboscidea) gehören auch die heute lebenden Elefanten. Dinotherium.jpg

Aus einer sehr frühen Abspaltung im Rüsseltierstammbaum im Oligozän entstanden die Deinotherium-Arten, deren Fossilien auch in Deutschland und Österreich gefunden wurden. Bei diesen Tieren befanden sich die Stoßzähne im Unterkiefer und waren abwärts gebogen. Aus diesem Grund bekamen die Tiere auch den deutschen Namen Hauerelefanten. Sie dienten wahrscheinlich als Grabwerkzeuge in sumpfigen Wäldern.

Die Stoßzähne des Oberkiefers, die sowohl bei den Mastodonten als auch bei den Echten Elefanten (Mammut und heutige Elefanten) besonders ausgeprägt waren, fehlten. Deinotherien konnten bis zu 5 m groß werden und übertreffen damit alle Elefanten - und die imposanten Hauer konnten bis zu 1,50 Meter lang sein. Sie lebten in Europa und Asien bis zum oberen Pliozän, in Afrika bis zum Pleistozän.

Der französische Wirbeltier-Paläontologe Georges Cuvier, glaubte anfänglich, Fossilien eines "Riesentapirs" vor sich zu haben, als ihm im frühen 19. Jahrhundert Funde von Deinotherien-Backenzähnen vorgelegt wurden. Johann Josef Kaup vom Großherzoglichen Museum in Darmstadt rekonstruierte 1829 als erster einen Unterkiefer mit Stoßzähnen und gab der neuen Gattung den Namen Deinotherium ("Schreckenstier"). Dass die Stoßzähne beim lebenden Tier nicht nach oben, sondern wie Hauer nach unten gebogen waren, wurde Kaup erst nach der Auffindung eines besser erhaltenen Schädels in den Sandgruben von Eppelsheim klar. Weitere Funde führten bald zur Einordnung der Deinotherien unter die Rüsseltiere.

Deinotherium.jpg

Stammesgeschichte


Der Ursprung der Rüsseltiere liegt in Afrika, sie differenzierten sich zu einer Zeit, als dieser Kontinent nicht durch Landbrücken mit anderen Kontinenten verbunden war. Das älteste bekannte Rüsseltier-Fossil stammt aus dem Eozän vor etwa 50 Mio Jahren. Moeritherium war etwa so groß wie ein Tapir und besaß einen schweineähnlichen Kopf mit einer verlängerten Nasen-Oberlippe (Rüssel) sowie leicht verlängerten Schneidezähnen im Ober- und Unterkiefer. Neben Elefantenmerkmalen trug der Schädel auch gemeinsame Merkmale mit dem der Seekühe. Neben diesen sind wohl die Schliefer, kleine murmeltierähnliche Säuger mit Hufen, die nächsten Verwandten der Rüsseltiere.

Auch das Deinotherium hatte sich, neueren fossilen Funden aus Äthiopien zufolge, schon vor der Entstehung einer Landverbindung nach Eurasien in Afrika herausgebildet. Von dort aus wanderte es in Europa und Asien ein und dürfte auch in Deutschland und Österreich häufig gewesen sein. Knochenfunde bestätigen, dass die Gattung Prodeinotherium in Europa während des Untermiozäns existierte und durch die Gattung Deinotherium vor dem Obermiozän ersetzt wurde. Die Deinotherien starben im Unteren Pleistozän aus.

Weblinks

  • http://www.dinotherium.de.vu Die Entdeckung des Schreckenstieres von Eppelsheim

Ausgestorbenes Säugetier | Rüsseltiere

Deinotherium | Deinotherium | deinoterio

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Deinotherien".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld