| Dinosaurier |
|---|
| Saurier2.jpg vor dem Frankfurter Senckenbergmuseum]] |
| Zeitraum |
| Mitteltrias bis Holozän |
| 235 bis 0 Mio. Jahre |
| Fossilfundorte |
| {| |- |Landwirbeltiere (Tetrapoda) |- |Amnioten |- |Diapside Reptilien (Diapsida) |- |Herrscherreptilien (Archosauria) |- |Ornithodira |- |} |
| Wissenschaftlicher Name |
| Dinosauria |
| Owen, 1842 |
| Untertaxa |
Nach klassischer Ansicht starben Dinosaurier am Ende des Mesozoikums aus. Aus Sicht der Kladistik schließen die Dinosaurier als systematische Gruppe die Vögel, die aus einer ausgestorbenen Dinosauriergruppe hervorgingen, mit ein. Demnach betraf das Aussterben nur einen Teil der Dinosaurier, die so genannten "Nichtvogeldinosaurier", während eine andere Dinosauriergruppe (die Vögel) bis heute überlebte.
In anderen Wissenschaften als der Paläontologie, etwa der Vogelkunde (Ornithologie), wird weiterhin mit der zoologischen Systematik gearbeitet, nach der die Vögel eine eigenständige Klasse bilden. Das gilt auch für den allgemeinen Sprachgebrauch. Wenn in dem Artikel im Folgenden von Dinosaurieren die Rede ist, sind damit "Nichtvogeldinosaurier" gemeint.
Das Wissen über die Dinosaurier erhalten Paläontologen durch die Untersuchung von Fossilien, die in Form von versteinerten Knochen, Haut- und Gewebeabdrücken sowie durch Spurenfossilien, also Fußspuren, Eier und Nester, Magensteine und versteinerten Kot überliefert sind. Überreste von Dinosauriern wurden auf allen Kontinenten gefunden, einschließlich Antarktikas, da sich die Dinosaurier zu einer Zeit entwickelten, als alles Festland zum Superkontinent Pangäa vereinigt war. Bisher wurden über 800 verschiedene Dinosauriergattungen gefunden und beschrieben und jedes Jahr kommen weitere Funde hinzu.
Obwohl unter ihnen die größten Landtiere aller Zeiten waren, war die Mehrzahl der Dinosaurier eher klein und flink wie beispielsweise Deinonychus. Man geht davon aus, dass zumindest manche Dinosauriergruppen homoiotherm ("warmblütig") waren.
Triceratops 1.jpg-Skelett im Smithsonian National Museum of Natural History.]] Die Gruppe Dinosauria wurde im April 1842 von dem englischen Anatom Sir Richard Owen beschrieben. Die Gruppe der Dinosaurier ist sehr variabel und weist eine hohe Formenvielfalt auf. Viele weitere Reptiliengruppen, darunter die Flugsaurier (Pterosauria) und die das Meer bewohnenden Formen, waren Zeitgenossen der Dinosaurier zählen aber nicht zu ihnen.
Die größten Dinosaurier sind unter den Sauropoden zu finden, zu denen die größten Landtiere aller Zeiten gehörten. Der größte und schwerste Sauropode, der durch ein komplettes Skelett bekannt ist, ist der etwa zwölf Meter hohe und bis zu 70 Tonnen schwere Brachiosaurus. Der längste bekannte Dinosaurier ist Diplodocus, ein Skelettfund zeigt eine Länge von 27 Metern. Es wurden zwar noch weitaus größere Dinosaurier nachgewiesen, allerdings sind diese meist nur durch Knochenfragmente bekannt. So lassen einige große Diplodocus-Knochen bei einigen Tieren eine Länge von weit über 40 Meter vermuten, und anhand von Fragmenten des Argentinosaurus schließen Forscher auf ein Gewicht von bis zu 100 Tonnen. Auch unter den fleischfressenden Dinosauriern gab es Riesen. Der größte, durch gute Skelettfunde bekannte Fleischfresser ist der etwa zwölf Meter lange Tyrannosaurus rex. Auch hier gibt es Skelettfragmente, die auf noch größere Tiere schließen lassen. Beispiele sind der südamerikanische Giganotosaurus oder der afrikanische Spinosaurus, die wahrscheinlich einige Meter länger waren.
Zu den kleinsten Dinosauriern gehören zwei im Jahr 2002 entdeckte Theropoden aus China, Scansoriopteryx und Epidendrosaurus, der letztere ist aber wahrscheinlich nur ein Jungtier des Scansoriopteryx. Diese kleinen, gefiederten Räuber hatten die Größe eines Sperlings. Weitere relativ kleine Dinosaurier waren z. B. Compsognathus, Saltopus, Echinodon oder Juravenator, die mit ihren knapp 60 cm Körperlänge kaum die Größe einer Katze erreichten. Die kleineren Dinosaurier ernährten sich fast ausschließlich carnivor (fleischfressend).
Welche Dinosaurierarten tatsächlich die größten oder kleinsten waren, wird man aufgrund der Unvollständigkeit bei der Überlieferung vorzeitlicher Lebewelten in Form von Fossilien nie herausfinden. Der durchschnittliche Dinosaurier hatte ungefähr die Größe eines großen Schafes.
Warum manche Dinosaurier solche Größen erreichten, ist unter Wissenschaftlern noch nicht geklärt. Der Riesenwuchs begann in der Oberen Jurazeit, und setzte sich in der Kreidezeit fort. Dinosaurier waren jedoch nicht die einzigen Riesen, auch die Flugsaurier – die während der frühen Kreidezeit Flügelspannweiten von zwölf Metern und mehr haben konnten – und die Meeressaurier erreichten beachtliche Größen. Eine Theorie besagt, dass ein erhöhter Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre, der in der Zeit der Dinosaurier und in der Zeit der gigantischen Insekten im Karbon nachgewiesen wurde, zu diesem Riesenwuchs führte.
Eine weitere Theorie ist, dass die Hirnanhangdrüse, die bei den Säugetieren das Wachstum eines Tages einstellt, bei den Dinosauriern anders gebaut war. Dadurch ließ sie die Dinosaurier sowohl riesengroß werden, als auch ihr ganzes Leben lang wachsen. Ein weiterer Faktor, der das Wachstum bedeutsam beeinflusste, war sicherlich die Tatsache, dass es in der Jura- und Kreidezeit eine äußerst üppige Vegetation gab. Somit konnten vor allem die Sauropoden ohne großen Energieaufwand gewaltige Nahrungsmengen aufnehmen. Dadurch stand mehr Energie für das Wachstum zur Verfügung. Bei einem Tier solcher Größe verändert sich auch die Lebensweise und der Skelettbau beträchtlich. Das Tier muss Unmengen Nahrung zu sich nehmen.
Man vermutet auch, dass Sauropoden eine Nervenansammlung in der Beckenregion besaßen, die wie ein zweites Gehirn die Hinterbeine koordinierte und damit die Nervenimpulse verkürzte. Damit wurde möglicherweise auch die geringe Leistungsfähigkeit des relativ kleinen Gehirns kompensiert.
Ähnlich Schildkröten und Krokodilen verfügten manche Dinosaurier über einen harten Knochenpanzer. Beispiele für Dinosaurier mit Knochenpanzern sind z.B. Ankylosaurus, Nodosaurus, Euoplocephalus und Pinacosaurus. Paläontologen um Thorsten Scheyer von der Universität Bonn haben jetzt entdeckt, dass bei einigen Vertretern diese Panzer jedoch deutlich komplizierter aufgebaut waren. Ankylosaurier gehörten zu den am besten gepanzerten Tieren aller Zeiten; bei manchen Gattungen wiesen selbst die Augenlider Knochenplatten auf. Einzig der Bauch war ungepanzert. Die Panzerung bestand aus Hunderttausenden knöcherner Panzerplatten mit Durchmessern von einigen Millimetern bis mehreren Dutzend Zentimetern. Eine Strukturuntersuchung dieser Osteoderme mittels Polarisationsmikroskopie ergab, dass in das Knochenphosphat Matten des Bindegewebsproteins Collagen eingewebt waren. Innerhalb jeder Matte verliefen die einzelnen Kollagenfasern parallel, waren gegenüber denen in benachbarten Matten jedoch um 45° verdreht, so dass in jeder Raumrichtung eine enorme Stabilität erreicht wurde. Ganz ähnlich sind Verbundwerkstoffe aufgebaut, wie sie beispielsweise in schusssicheren Westen oder den Rotoren von Windkraftwerken eingesetzt werden. Dort erfüllen Glas- oder Kohlenstofffasern die Funktion des Collagens. Stegosaurus Struct.jpg-Skelett]] Andere Dinosaurier trugen Hörner. Besonders gut ausgeprägt sind diese bei den Horndinosauriern (Ceratopsia) wie der Gattung Triceratops oder Styracosaurus, aber auch bei einigen Theropoden (beispielsweise bei Carnotaurus) sind Kopfhörner ausgeprägt. Wenngleich solche Hörner abschreckend wirkten ist es unwahrscheinlich, dass sie zur Verteidigung dienten. Wahrscheinlicher ist, dass sie der Zurschaustellung im Rahmen der Paarung dienten, oder, wie für manche Horndinosaurier angenommen wird, bei Kämpfen mit Artgenossen zum Einsatz kamen.
Die Gruppe der Pachycephalosaurier (Dickschädeldinosaurier) weist einen enorm verdickten Schädel auf. Früher dachte man, die Tiere hätten bei Rivalenkämpfen ihre Schädel gegeneinadergeschlagen, ähnlich wie die heutigen Dickhornschafe. Neuere Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Schädel die Schläge nicht abfedern konnten und dass den grazilen Tieren beim Zusammenschlag wahrscheinlich das Genick gebrochen wäre. Goodwin, M.B. & Horner, J.R. (2004) Cranial histology of pachycephalosaurs (Ornithischia: Marginocephalia) reveals transitory structures inconsistent with head-butting behavior Paleobiology: Vol. 30, No. 2, pp. 253–267. Somit ist die Bedeutung der bis zu 25cm dicken Schädeldecke unklar.
Dinosaurier wie der Stegosaurus wiederum trugen große Knochenplatten auf dem Rücken, über deren Funktion man jedoch nur spekulieren kann. Andere Dinosaurier trugen Segel auf dem Rücken, dessen Funktion allerdings ebenfalls nicht geklärt ist (siehe unten).
Die Klassifikation der Dinosaurier ist bis in die heutige Zeit weder abgeschlossen noch unstrittig geregelt. Einerseits bestehen noch viele Lücken, andererseits kann jeder neue Fund neue Erkenntnisse liefern, die eine Neuordnung erforderlich machen können. In der Fachliteratur existieren zahlreiche Klassifikationssysteme und Kladogramme, die oft nur von einer kleinen Gruppe von Fachleuten vertreten werden. Es folgt ein aktuelles Beispiel (vereinfacht nach Fastovsky & Weishampel 2005):
Dinosauria ├─Herrerasaurus ├─Ornithischia │ ├─Lesothosaurus │ └─Genasauria │ ├─Thyreophora │ │ ├─Scutellosaurus │ │ └──Scelidosaurus │ │ └─Cerapoda │ │ ├─Stegosauria │ │ └─Ankylosauria │ └─Cerapoda │ ├─Marginocephalia │ │ ├─Pachycephalosauria │ │ └─Ceratopsia │ └─Ornithopoda └─Saurischia ├─Sauropodomorpha │ ├─Prosauropoda │ └─Sauropoda └─Theropoda ├─Ceratosauria └─Tetanurae ├─Spinosauroidea └─Avetheropoda ├─Carnosauria └─Coelurosauria => einschließlich der Vögel (Aves, Avialae)
Eine Systematik der Dinosaurier bis auf die Ebene der Gattungen findet sich hier.
Die ersten Dinosaurier spalteten sich vermutlich in der mittleren Trias vor etwa 235 Millionen Jahren von anderen Archosauriern ab. Erst 20 Millionen Jahre zuvor, am Ende des Perms, gab es das wohl größte Massenaussterben der Erdgeschichte, als 70 Prozent aller Lebewesen auf der Erde ausstarben. Ein früher Vorfahr der Dinosaurier könnte Saurosuchus, ein großer Archosaurier, sein. Das Hauptinteresse der Forscher erweckte lange Zeit jedoch ein anderes Tier. Lagosuchus, ein in Argentinien entdecktes, etwa 30 cm langes Tier, galt als der Dinosaurierähnlichste der frühen Archosaurier. Lange Zeit galt er auch als der direkte Vorfahr aller Dinosaurier. Einige Kontroversen gab es jedoch 1994, als Paul Sereno die Lagosuchus-Funde erneut untersuchte. Sereno fand heraus, dass das erste als Lagosuchus beschriebene Skelettfragment vielleicht eine Chimäre ist, also dass die Knochenfragmente von verschiedenen Tieren stammen könnten. Andere Lagosuchus-Funde wurden so in Marasuchus umbenannt.
Als die ältesten echten Dinosaurier gelten einige Funde, die in den 225 Millionen Jahre alten Schichten der Ischigualasto Formation und der Santa Maria Formation (in Argentinien und Brasilien) entdeckt wurden: Herrerasaurus, Staurikosaurus und Eoraptor waren wohl flinke Räuber, während Pisanosaurus ein Pflanzenfresser war. In diesen Faunen waren Dinosaurier jedoch noch selten und noch nicht die dominierende Gruppe.
Das änderte sich einige Millionen Jahre später, am Übergang vom Carnium ins Norium, als es, vor allem unter urtümlichen Reptilien und Amphibien, die auch Paleotetrapoden genannt werden, ein Massensterben gab. 42 % der Tetrapoden-Familien starben aus. Die sogenannten Neotetrapoden, darunter die Dinosaurier, besetzten die freigewordenen ökologischen Nieschen. In der Trias-Jura Grenze vor 202 Millionen Jahren kam es zu einem weiteren Massensterben, das die Paleotetrapoden endgültig verschwinden ließ, und in der nachfolgenden Jurazeit war nahezu jedes (uns bekannte) Landtier, das größer als ein Meter war, ein Dinosaurier.
Zwar legen alle diese Nachweise die Warmblütigkeit der Dinosaurier nahe, aber vielleicht waren nicht alle Dinosaurier warmblütig. So zeigen Gruppen wie die riesigen Sauropoden weniger Anzeichen. Die Debatten über die Details laufen weiterhin, obwohl viele Forscher heute davon ausgehen, dass die meisten Dinosaurier wohl warmblütig waren. Die Debatte wird jedoch noch komplizierter, da es mehr als eine Art von Warmblütigkeit gibt. In den meisten Diskussionen werden Dinosaurier mit durchschnittlichen Vögeln oder Säugetieren verglichen, die Energie verbrauchen, um ihre Körpertemperatur über der Umgebungstemperatur zu halten. Kleine Säugetiere und Vögel besitzen auch eine Isolation in Form von Fett, Federn oder Haaren, die die Hitzeabstrahlung verlangsamen. Größere Tiere, wie Elefanten, haben ein ganz anderes Problem. Das Verhältnis zwischen Körpervolumen und Hautfläche, wo die Wärme entweichen könnte, verändert sich: Wenn ein Tier größer wird, vergrößert sich die Hautfläche viel langsamer als das Volumen (Haldane's Prinzip). Im Fall der Elefanten drohen diese sich bei höheren Temperaturen wegen des großen Körpervolumen zu überhitzen. Deswegen haben sie das Fell verloren, und sie besitzen große Ohren, um die Hautfläche zur Hitzeabgabe zu vergrößern. Verhaltensweisen, wie das Abspritzen mit Wasser mit ihren Rüsseln, führen ebenfalls zur Abkühlung durch Evaporation.
Bei größeren Dinosauriern könnte die gleiche Situation gegeben sein; ihre Größe hätte dafür gesorgt, dass wenig Wärme an die umgebene Luft abgegeben wird, und die Tiere erreichten die Warmblütigkeit durch die schiere Größe besser als durch Federn, wie man sie bei kleineren Dinosauriern findet.
Einige Forscher vermuten heute einen der Gründe für den großen Erfolg der Dinosaurier in der Warmblütigkeit. Warmblütige Tiere sind gegenüber Kaltblütigen immer im Vorteil, da sie zu jeder Tages und Nachtzeit jagen oder fressen können – fast unabhängig von der Umgebungstemperatur. Einige Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Dinosaurier den Aufstieg der ebenfalls warmblütigen Säugetiere gar nicht so lange hätten unterdrücken können, wenn die Dinosaurier nicht warmblütig gewesen wären.
Bei manchen Dinosauriern fand man stark verlängerte Wirbelfortsätze, die wohl auf dem Rücken zu Lebzeiten der Tiere ein Segel bildeten. Unter anderem fand man solche Segel bei Theropoden wie Spinosaurus, bei Sauropoden wie Amargasaurus, oder bei Ornithopoden wie Ouranosaurus. Die Funktion dieser Segel liegen noch im Dunkeln, eine verbreitete Theorie besagt, die Segel hätten zur Regulierung der Körpertemperatur gedient. So hätte ein Segel nicht nur bei Hitze Abkühlung gegeben, sondern auch am kühlen Morgen das Aufwärmen des Körpers erleichtert, wenn es quer zu den Sonnenstrahlen gehalten wird. Auch die berühmten Knochenplatten des Stegosaurus könnten eine ähnliche Funktion gehabt haben. Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Segel zur Brautwerbung Verwendung fanden und zu Lebzeiten des Tieres bunt verziert waren. Denkbar wäre auch, dass das Segel zur Abschreckung von Feinden diente.
Vögel und Dinosaurier haben viele Gemeinsamkeiten. So gibt es über hundert verschiedene anatomische Merkmale, die Vögel und Theropoden gemeinsam haben, letztere gelten heute als die engsten ausgestorbenen Verwandten der Vögel.
Seit den 90er Jahren kamen neue gefiederte Dinosaurierarten hinzu, die die enge Verwandtschaft zwischen Dinosauriern und Vögeln noch deutlicher werden ließen. Hauptsächlich wurden solche Fossilien in der Provinz Liaoning im nordöstlichen China entdeckt, besonders in der Yixian-Formation, die für ihre hervorragend erhaltenen Fossilien berühmt ist (siehe unten). Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es auch in anderen Teilen der Welt gefiederte Dinosaurier gab.
Im Dezember 2005 tauchte ein unbekanntes Fossil eines Archaeopteryx’ in bisher nicht gekannter Qualität auf. Daran ließ sich erstmalig erkennen, dass das Tier nicht über die nach hinten gerichtete Zehe verfügte, mit der sich moderne Vögel an Ästen und Zweigen festklammern können. Für einen endgültiges Ergebnis müssen aber noch weitere Untersuchungen abgewartet werden.
So habe Archaeopteryx mit dem Alter von 150 Mio. Jahren schon Konturfedern gehabt wie die heutigen Vögel, einige wesentlich spätere Arten der Theropoden wie Caudipteryx oder Protarchaeopteryx, die für Vorfahren der Vögel gehalten werden, hätten aber wesentlich primitivere Federn gehabt. Das sei besser so zu erklären, dass diese angeblichen Theropoden Nachkommen flugunfähig gewordener Vögel seien, wofür sie den Ausdruck "Vogelnichtdinosaurier" prägen.
Auch halten sie die zweifelsfrei gefiederten Funde wie Microraptor nicht für Dinosaurier, sondern bereits für Vögel.
Ihre Studie aus dem Jahr 2005 kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei den körperumhüllenden Fasern, die einige der in der Jeholgruppe gefundenen Theropoden aufweisen, nicht um Federn, sondern um Bindegewebe in Form von Collagenfasern handele.
Schließlich wenden sie ein, dass die Finger der Theropoden sich aus den Fingern I-III entwickelt hätten, bei den Vögeln hätten sich diese aber aus den Fingern II-IV der ursprünglich fünf Finger entwickelt, was die Abstammung der Vögel von den Theropoden unwahrscheinlich mache.
Die Mehrheit der Paläontologen teilt die Auffassung Feduccias aber nicht.
Die im Jahr 2005 aufgetauchte Meldung, dass selbst der im Jahr 1886 in Alkohol eingelegte Welpe des heute ausgerotteten Tasmanischen Tigers (Thylacinus cynocephalus) kein brauchbares Erbgut mehr aufwies, machte alle Hoffnungen für ein Dinosaurierklonen zunichte. Die erfolgreiche Gewinnung von Dinosaurier-DNA wurde zwar in zwei Fällen gemeldet, keine dieser beiden Studien konnte jedoch bestätigt werden. Jedenfalls wurde eine visuelle Peptide eines theoretischen Dinosauriers erarbeitet, wobei die Gene der heute lebenden Verwandten (Reptilien und Vögel) der Dinosaurier als Grundlage für phylogenetische Untersuchungen dienten.
Ein aufregender Teil der Dinosaurierforschung befasst sich mit den Spurenfossilien. Spurenfossilien von Dinosauriern, wie Fußspuren, fossile Eier und Nester, Magensteine und versteinerter Kot, sind keine Seltenheit. Solche Spurenfossilien geben besonders über das Verhalten der Dinosaurier wichtige Aufschlüsse. Mit diesen Spurenfossilien beschäftigt sich die Palichnologie.
In der Vergangenheit galten Dinosaurier-Eier nur als Kuriositäten, die zwar im Museum ausgestellt wurden, aber von der Wissenschaft vernachlässigt wurden. Als Konsequenz daraus kamen in der Öffentlichkeit viele Missverständnisse auf, und in Filmen wurden Dinosauriereier gezeigt, die größer als Menschen waren. Tatsächlich waren die größten bekannten Dinosauriereier kleiner als ein Basketball. In der Öffentlichkeit wurden Dinosauriereier erst mit den spektakulären Entdeckungen der Mongolei-Expedition des American Museum of Natural History bekannt. Dinosauriereier sind jedoch schon viel früher gefunden worden. Die ersten Dinosauriereier wurden bereits vor mehreren tausend Jahren in der Mongolei gefunden. Archäologen entdeckten hier Schalen mit Ritzzeichnungen, die vermutlich als Schmuck dienten. In historischer Zeit wurden die ersten Dinosaurier-Eierschalen im Jahr 1859 in Südfrankreich entdeckt.
Manchmal werden auch fossil erhaltene Nester gefunden, es gibt sogar ganze fossil erhaltene Nestkolonien. Solche Funde können Aufschluss über das Brutverhalten der Dinosaurier geben. Eine Maiasaura (Gute Mutterechse) Nestkolonie, die Jack Horner im Jahr 1978 in Montana/USA entdeckt hat, zeigt, dass einige Dinosaurier ihre Jungen noch lange nach dem Schlüpfen betreuten und beschützten. Ein spektakulärer Fund stammt aus der Mongolei, wo ein Oviraptor (ein kleiner Theropode) beim Brüten wahrscheinlich von einem Sandsturm überrascht wurde und in der Brutposition samt Nest fossil erhalten geblieben ist. Referenz zum Abschnitt „Dinosaurier-Eier und Nester“: K. Carpenter, K.F. Hirsch, J.R. Horner, Eds.: Dinosaur Eggs and Babies. Cambridge University Press, 1994, ISBN 0-521-56723-8
Bei manchen Fundstellen in den USA mit den Spuren der pflanzenfressenden Sauropoden kann man erkennen, dass die größten Tiere der Herde stets außen liefen, damit die kleineren und jüngeren Tiere im Innern geschützt waren. Ein notwendiges Verhalten, findet man doch häufig nahe der einstigen Herde Spuren von großen, fleischfressenden Theropoden, die in die gleiche Richtung wie die Herde verlaufen. Wissenschaftler vermuten deshalb, dass diese Räuber die Herden auf ihren Wanderungen verfolgt haben, um auf schwache und kleine Tiere zu lauern. Referenz zum Abschnitt „fossile Fußspuren“: Lockley, M, Meyer, C: Dinosaur Tracks and other fossil footpints of Europe, Columbia University Press New York, 2000, ISBN 0-231-10710-2
Später, im Jahr 1677, beschrieb Dr. Robert Plot, der erste Kustos des Ashmolean Museums, das ungewöhnlich große Fragment eines Oberschenkelknochens, das in einem Steinbruch bei Cornwell, Oxfordshire, entdeckt wurde. Plot vermutete zuerst, es handele sich um die Knochen eines Elefanten, der mit den Römern nach Britannien gekommen war. Nachdem sich jedoch zeigte, dass Elefantenknochen völlig anders aussahen, bemerkte Plot eine scheinbare Ähnlichkeit mit Menschenknochen, und schrieb die Knochen einem Riesen der biblischen Vorsintflut zu.
Der erste, der über diese Gruppe urzeitlicher Riesenreptilien wusste und danach forschte, war der englische Arzt Gideon Mantell. Bereits im Jahre 1820 fand seine Frau Marry Mantell den ersten fossilen Zahn, den er einige Jahre später und nach weiteren Funden Iguanodon nannte. Der erste Dinosaurier, der als solcher erkannt und beschrieben wurde, war jedoch ein Kieferfragment mit Zähnen, das der Amateurpaläontologe William Buckland nahe Oxford gefunden hatte. Das Tier, das zum ersten mal in einem von James Parkinson im Jahr 1822 veröffentlichten Artikel erwähnt wurde, wurde Megalosaurus bucklandi („Bucklands Riesenechse“) genannt. Man stellte sich das Tier als riesiges, auf vier Beinen laufendes, waranähnliches Wesen vor. Buckland jedoch interessierte sich erstmal weniger für diese Riesenechsen, und suchte vielmehr nach Beweisen für die biblische Sintflut. Nach seinen Vorstellungen musste man diese neue Wissenschaft der Urzeitwesen, von Buckland „Untergrundwissenschaft“ genannt, mit der Kirche in Einklang bringen, damit sie im damaligen strenggläubigen Europa Anerkennung fand. Erst als er im Jahr 1824 einen Artikel Gideon Mantells las, wo dieser die fossilen Zähne erwähnte, die er nun Iguanodon nannte, sah Buckland seinen Ruhm, das erste Riesenreptil entdeckt zu haben, gefährdet, und brachte selbst eine umfangreichere wissenschaftliche Beschreibung des Megalosaurus heraus. Im Jahr 1825 veröffentlichte auch Gideon Mantell die Beschreibung des Iguanodons. Den Namen leitete er von den leguanähnlichen Zähnen ab, übersetzt bedeutet Iguanodon „Leguan-Zahn“. Zwar hatte er bereits um 1820 auch Knochen, und nicht nur Zähne gefunden, allerdings schrieb er diese Funde noch einem Ichthyosaurus zu. Den Begriff Dinosauria prägte jedoch ein anderer, der englische Anatom Richard Owen. Im Jahr 1842 fasste er Megalosaurus und Iguanodon zusammen mit einer weiteren Gattung, Hylaeosaurus, zu einer Gruppe zusammen, die er Dinosauria nannte. Referenz zum Abschnitt "Frühe Funde und die Beschreibung der Dinosaurier": Deborah Cadbury, 2000: Dinosaurier Jäger, Rowohlt Verlag, ISBN 3-498-00924-9
Im Jahr 1858 wurde dann das erste fast vollständige Dinosaurierskelett in Nordamerika entdeckt. William Parker Foulke hörte von dem Fund eines Arbeiters, der im Mergel einer Farm nahe Haddonfield (New Jersey) Knochen fand. Er stellte schnell die Wichtigkeit dieses Fundes fest. Der Anatom Joseph Leidy, der das Tier genauer untersuchte, nannte es zu Ehren des Entdeckers Hadrosaurus foulkii. Der Fund zeigte zur Überraschung vieler Forscher auch, dass dieser Dinosaurier wohl zweibeinig lief. Foulkes Fund löste in den USA eine wahre Dinomanie aus.
OthnielCharlesMarsh.jpg | Cope ED.jpg In den Folgejahren begann dann eine Feindschaft zwischen zwei berühmten Dinosaurierforschern, Edward Drinker Cope und Othniel Charles Marsh, die in den berühmten „Knochenkriegen“ eskalierte. Vielleicht begann der Streit, als Cope scharfe Kritik seitens Marsh erhielt, als er den Schädel des neu entdeckten, seltsamen Meeresreptils Elasmosaurus am falschen Ende des Körpers platzierte. Dies startete die Missgunst und Eifersucht der beiden Forscher und einen Streit, der erst nach 30 Jahren im Jahr 1897 nach dem Tod Copes endete. Die beiden Kontrahenten und ihre Teams versuchten beide, immer mehr Dinosaurierknochen zu finden als der andere, mit allen Mitteln. Sie zerstörten sich gegenseitig viele Knochenfunde, weitere Knochen fielen auch dem Dynamit zum Opfer, mit dem damals Knochen freigesprengt wurden. Das beeindruckende Resultat waren 142 neue Dinosaurierspezies, wovon Marsh 86 neue Arten und Cope 56 neue Arten entdeckte. Seitdem wurden auf der ganzen Welt Dinosaurierfossilien gefunden.
Obwohl Dinosaurier anfangs als lebhafte, agile Tiere galten, wurde dieses Bild durch die Entdeckungen von Marsh und Cope verändert. So hielt man Dinosaurier zunehmend für dumme, langsame und unbeholfene Kreaturen. Einen Sauropoden beschrieb Marsh aufgrund seines im Vergleich zur Körpergröße lächerlich klein erscheinenden Kopfes sogar als „Morosaurus“ („dumme Echse“), später hatte sich jedoch Copes Bezeichnung Camarasaurus durchgesetzt. Erst seit den 70er Jahren näherte sich die wissenschaftliche Meinung wieder dem ursprünglichen Bild von lebhaften, aktiven Tieren an.
Von den gefiederten Dinosauriern aus China sticht eine Gattung hervor, die für besonders viel Aufregung gesorgt hat. Ende 2000 entdeckte man in der chinesischen Jiufotang-Formation der Jehol-Gruppe, die für ihre einzigartig erhaltenen Fossilien weltweit bekannt ist, das Fossil eines etwa krähengroßen, gefiederten Dinosauriers, dem man den Namen Microraptor zhaoianus gab. Anfang 2003 machte man dann den Sensationsfund. In der gleichen Formation entdeckte man ein weiteres Microraptor-Fossil, welches Microraptor gui genannt wurde. Das Tier besaß an den Armen sowie an den Füßen Flugschwingen. Neuere Untersuchungen gehen von einer doppeldeckerähnlichen Anordnung der Flügel aus. Der Fund hat die Diskussionen über die Evolution des Fluges neu entfacht.
Triassische Fleischfresser stammen aus Baden-Württemberg. Hier wurden das Teilskelett des kleineren Procompsognathus sowie die größeren Skelette von Halticosaurus und Liliensternus entdeckt.
Fußspuren von Dinosauriern aus der Trias finden sich besonders in Franken, wo die Spuren vieler kleiner Theropoden gefunden wurden. Charakteristisch ist die Ichnogenus Coelurosaurichnus. Ein weiteres Gebiet mit Spurenvorkommen ist Baden-Württemberg, wo ebenfalls die Spuren kleiner theropoder Dinosaurier (hier die Ichnogenus Grallator) vorherrschen.
Aus dem Jura wurden in letzter Zeit besonders in Oker, in der Harzer Umgebung in Niedersachsen, seit 1998 Dinosaurierknochen gefunden. Bis heute hat das Grabungsteam über 100 Tonnen knochenführendes Gestein geborgen, unter den Überresten sind die Knochen von mindestens zehn Sauropoden-Individuen. Sogar ein Sauropoden-Schädel konnte geborgen werden, eine große Seltenheit. Weitere Funde sind Flugsaurier und Dinosaurier-Fußspuren.
Aus dem frühjurassischem Posidonienschiefer von Holzmaden, Baden-Württemberg, stammt der frühe Sauropode Ohmdenosaurus liasicus. Die spärlichen Überreste (Schienbein und Zehenknochen) wurden zuerst einem Plesiosaurier zugeschrieben.
Aus Norddeutschland stammen zwei vermutliche Stegosaurier-Knochenfunde. Besonders bezeichnend ist der Fund aus der frühen Jura aus Mecklenburg-Vorpommern, der einen fast vollständigen Schädel und weitere Knochenfragmente umfasst und als Emausaurus ernsti beschrieben wurde. Falls sich seine Identität als Stegosaurier bestätigen sollte, wäre es der älteste bisher bekannte Vertreter dieser Gruppe.
Erst im März 2006 wurde ein neuer, fast vollständiger Fund aus Schamhaupten, Süddeutschland, beschrieben. Der kleine, nur 65cm lange Theropode erhielt den Namen Juravenator starki.
Eine der bedeutendsten Fundstellen Deutschlands sind die Solnhofener Plattenkalke. Hier wurden der kleine Theropode Compsognathus longipes und verschiedene Exemplare des Archaeopteryx entdeckt. Ein weiteres Fundstück ist der im Jahr 2001 beschriebene Wellnhoferia grandis, der mit dem Archaeopteryx wohl nah verwandt war.
Dinosaurierfährten kann man in Barkhausen an der Hunte (Niedersachsen) besichtigen. An einer fast senkrechten Felswand sind mehrere Fährtenfolgen von großen Theropoden und Sauropoden zu sehen. Die größte Fundstelle für Dinosaurierspuren ist Münchehagen (Niedersachsen). Neben den Sauropodenspuren, die von einem Besucherzentrum umgeben sind, wurde im Jahr 2004 nahe der alten Fundstelle eine neue, noch größere Spurenfundstelle mit wunderbar ausgeprägten Eindrücken des Iguanodons entdeckt.
Aus der frühkreidezeitlichen Dinosaurierfauna Deutschlands ist besonders das Iguanodon charakteristisch. Berühmt ist die Fundstelle bei Nehden im Sauerland, wo sogar unter anderem die Skelette von Jungtieren entdeckt wurden.
Aus dem Sandstein von Niedersachsen stammen auch unzählige Iguanodon-Spuren, die beim Abbau des Sandsteins geborgen werden. Viele Platten mit Spuren wurden Anfang des 18. Jahrhunderts jedoch, mangels Interesse, zerstört oder zum Straßenbau verwendet. Aus den Bückebergen (Niedersachsen) stammt die Spur eines sehr großen Theropoden (Bueckeburgichnus) sowie die Spuren eines Ankylosauriers.
Ein weiterer bezeichnender Dinosaurierfund aus der frühen Kreide ist Stenopelix valdensis, der bereits 1857 beschrieben wurde durch ein Teilskelett ohne Schädel bekannt ist. Wahrscheinlich war er ein früher Verwandter der Pachycephalosaurier und der Ceratopia.
In den deutschen spätkreidezeitlichen Gesteinsschichten gibt es keine Dinosaurierfunde mehr. Ein Grund dafür könnte der sehr hohe Meeresspiegel zu der Zeit sein, der den Großteil Deutschlands mit Wasser überflutete. Referenzen zum Abschnitt "Dinosaurier in Deutschland": Probst & Windolf (1933): Dinosaurier in Deutschland, C. Bertelsmann;
Internetseiten:
Eine andere wichtige Lagerstätte der oberen Trias ist die Chinle-Gruppe in Nordamerika, wo im Jahr 1947 bei Ghost Ranch, New Mexico (USA), eines der weltweit größten Massengräber einer einzelnen Dinosaurierspezies entdeckt wurde. Bei Ghost Ranch konnten über hundert Skelette der Art Coelophysis geborgen werden, wahrscheinlich eine Herde, die damals von einer Sturmflut erfasst wurde.
Die Newark-Supergroup, eine Sedimentgesteinseinheit im östlichen Nordamerika, wurde in der späten Trias und dem frühen Jura gebildet. Sie ist zwar arm an Dinosaurierknochen, aber eine wichtige Fundstelle für exzellent erhaltene Dinosaurierfußspuren, an denen man den Aufstieg der Dinosaurier gut verfolgen kann. Intensive Studien an diesen Spuren führte bereits Edward Hitchcock im Jahr 1836 durch. Hitchcock mutmaßte, es könnte sich um Spuren großer flugunfähiger Vögel handeln.
Alosaurio.jpg Großartige Fundorte in der Morrison-Formation sind Como Bluff, das bereits im Jahr 1877 in Südostmontana entdeckt wurde und wo auf einer kleinen Fläche mit nur 15 km Länge und 1,5 km Breite fünf verschiedene Sauropodengattungen, verschiedene Ornithischier sowie Theropoden entdeckt wurden. Auch das Dinosaur National Monument an der Grenze von Colorado und Utah ist eine berühmte Fundstelle. Die Hauptattraktion ist eine Felswand, an der Knochen zur Hälfte freipräpariert an ihrem ursprünglichen Platz belassen wurden. Noch heute sind die etwa 1500 Knochen zu bestaunen.
Eine andere große Fossillagerstätte für spätjurassische Dinosaurier sind die Tendaguru-Beds in Tansania/Afrika (siehe oben). Die Dinosaurierfauna ist der der Morrison-Formation sehr ähnlich, in Tendaguru fehlen allerdings Knochenfunde großer Theropoden wie Allosaurus aus der Morrison-Formation, ihre Vorkommen ist jedoch durch Zahnfunde belegt.
Die Santana-Formation in Brasilien, die wahrscheinlich aus einem mit Süß oder Brackwasser gefüllten Binnensee entstand, sowie die Cloverly-Formation in Wyoming und Montana, sind weitere nennenswerte Fossillagerstätten der frühen Kreide.
Von großer Bedeutung ist die (bereits oben erwähnte) Jehol-Gruppe im Nordosten Chinas, die vor allem durch ihre gefiederten Dinosaurier berühmt geworden ist. Die Vollständigkeit der Fossilien liegt wohl in der hohen Vulkanaktivität zur Zeit der Sedimentation begründet. Die Vulkanaschen versiegelten die fossilführenden Sedimentschichten nahe gelegener Seen und schufen um die toten Körper ein sauerstoffarmes Milieu, so dass die bakterielle Zersetzung verzögert wurde.
Die Ablagerungen der Hell-Creek-Formation, deren Aufschlüsse sich in den USA (Montana, North Dakota und South Dakota) finden, stammen aus der späten Kreide (spätes Maastrichtium) und reichen bis in die Nähe der K-T-Grenze. Die Dinosaurierfauna dieser Formation schließt auch die äußerst populären Dinosauriergattungen Triceratops und Tyrannosaurus mit ein. Zur Bildungszeit der überwiegend fluviatilen Ablagerungen war das Gebiet der Hell-Creek-Formation feucht und bewaldet.
In den letzten 550 Millionen Jahren gab es fünf große Massenaussterben bei denen jeweils etwa die Hälfte aller Tierspezies ausstarben. Das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren, bei dem auch alle Dinosaurier ausgestorben sind, ist das letzte große Massenaussterben und eines der größten Rätsel der Paläontologie. Es gibt mehr als 80 Hypothesen, die das Aussterben der Dinosaurier zu klären versuchen. Die beiden wichtigsten Theorien werden unten erläutert.
Kritiker der Meteoriten-Theorie meinen allerdings, dass der Nachweis eines solchen Meteoriteneinschlags keineswegs zwingend die alleinige Ursache für das Massensterben bedeuten muss. Eine ähnliche Theorie besagt, dass das Massenaussterben nicht nur durch einen, sondern durch einen ganzen Meteoritenschauer ausgelöst wurde.
Hauptartikel: KT-Impakt
Nach dieser Theorie könnte auch das weltweit verteilte Iridium aus solchen Vulkanausbrüchen stammen. Dagegen spricht allerdings die Chrom-Isotopenverteilung in der selben Schicht, die auch die Iridium-Anomalie enthält, denn die beobachtete Isotopenanomalie ist nur durch Beimischung von extraterrestrischem Material zu erklären.
Durch das Absinken des Meeresspiegels wurde das Klima unbeständiger, aus einem tropischen Klima wurde ein eher gemäßigtes mit heißeren Sommern und kälteren Wintern. Schon durch diese zunehmenden Temperaturunterschiede könnten viele Arten ausgestorben sein. Der zusätzliche Meteoriteneinschlag und die zur selben Zeit zunehmenden Vulkanausbrüche haben den Dinosauriern offenbar den Rest gegeben. Siehe dazu auch: The Campanian diversity explosion The effect climate change may have had on the extinction of the Dinosaurs
Fast so bekannt wie die Dinosaurier selbst ist die Tatsache, dass sie innerhalb kürzester Zeit ausgestorben sind. Daher wird der Name Dinosaurier oft auch als Metapher für Leute oder Dinge benutzt, die als veraltet oder als nicht mehr zeitgemäß und zum Aussterben verurteilt empfunden werden.
Breites öffentliches Interesse an Dinosauriern erregte erstmals der Crystal Palace Park in London, wo im Jahr 1853 eine Urlandschaft mit verschiedenen, lebensgroßen Modellen ausgestorbener Tiere modelliert wurde, die noch heute zu bestaunen ist. Der Bildhauer Benjamin W. Hawkins fertigte, unter Beratung von Owen, auch vier Dinosauriermodelle an. Die Popularität der Dinosaurier im Crystal Palace Park wurde so groß, das Hawkins für einen ähnlichen Park im Central Park in New York engagiert wurde. Eine neue Verwaltung des Parks ließ diesen Plan jedoch fallen, und die halbfertigen Modelle wurden zerstört.
Seit Anfang des 19 Jahrhunderts zogen aufgebaute Skelette urzeitlicher Säugetiere eine Vielzahl von Besuchern an. Mit Reiseausstellungen, die durch die USA und Europa zogen, konnte man viel Geld einnehmen. Daher wollte man schon bald nach der Entdeckung vollständiger Dinosaurierskelette diese auch ausstellen. Im Jahr 1868 wurde Hawkins beauftragt, erstmals Dinosaurier-Skelette (Hadrosaurus und Dryptosaurus) zu montieren und der Öffentlichkeit zu präsentieren. In einen New Yorker Museum ausgestellt gab es einen regelrechten Besucheransturm. In den folgenden Jahrzehnten wurden durch diese neuen Attraktionen in den Museen viele Skelette anderer urtümlicher Tiere in die Museumskeller verbannt, und noch heute üben Dinosaurierskelette eine große Faszination auf die Besucher aus.
Anfang des 20 Jahrhunderts entdeckten die Medien zunehmend, dass sich mit Dinosauriergeschichten Geld machen lässt. Eine der ersten, und eine der berühmtesten Sciencefiction-Geschichten ist "Die vergessene Welt" (The lost World, 1912). Viele dieser Geschichten (wie auch Die vergessene Welt) handeln von der Entdeckung eines bis dahin isolierten Gebietes, z.B. im Regenwald oder auf einer Insel, wo Dinosaurier bis in unsere Zeit überlebt haben. Später erschienen eine Reihe von Hollywood Action-Filmen, in denen die Dinosaurier jedoch, mit Ausnahme von "Die vergessene Welt" (verfilmt 1925) und "Jurassic Park" (1993), extrem übertrieben und nicht den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend dargestellt wurden. So wurden Dinosaurier meist als menschenfressende Monster, oft mit Höhlenmenschen zusammenlebend, dargestellt. Im Jahr 1954 zeigte der Nicht-Action Film "Journey to the Beginning of Time", wo Kinder auf einem Fluss immer tiefer in die Vergangenheit reisen, erstmals die Urzeittiere in den richtigen Zeitaltern.
Die Beliebtheit solcher Filme lag wahrscheinlich an der inneren Sehnsucht der Menschen nach Abenteuer, unentdeckten Welten und Gefahr, und daran, dass es tatsächlich reale „Monster“ waren.
Moderne Dinosaurierfilme sind oft Dokumentarfilme, z.B. der BBC-Dreiteiler „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ (englischer Titel: "Walking with dinosaurs"), „Die letzten Jahre der Dinosaurier“, „Kampf der Dinosaurier - Die letzten Geheimnisse der Urzeit-Giganten“, wo man Dinosaurier in ihrem Lebensraum darzustellen versucht.
weitere Referenz:
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