| Wappen | Karte |
|---|---|
| dinkelsb.jpg | Dinkelsbühl.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken |
| Landkreis: | Ansbach |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 444 m ü. NN |
| Fläche: | 75,19 km² |
| Einwohner: | 11.750 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 156 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 91550 |
| Vorwahl: | 09851 |
| Kfz-Kennzeichen: | AN |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 71 136 |
| Stadtgliederung: | XX Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Segringer Straße 30 91550 Dinkelsbühl |
| Offizielle Website: | www.dinkelsbuehl.de |
| E-Mail-Adresse: | info@dinkelsbuehl.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Dr. Christoph Hammer |
- align="center" | Dinkelsbuehl_Altstadt.jpg | - align="center" | Dinkelsbuehl_Georgskirche.jpg | - align="center" | Dinkelsbuehl_3DMuseum.jpg |
Die landwirtschaftlich ergiebigsten Böden liegen in den Talböden der Wörnitz, wobei auch die weniger ertragreichen Böden auf dem Blasensandstein im Westen noch heute hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt werden. Die Burgsandsteinhöhen im Osten der Stadt wurden kaum gerodet und sind heute weitgehend vom Dinkelsbühler Stadtwald, der Mutschach bedeckt. Da an vielen Stellen die wasserstauenden Tonschichten des oberen Keupers anstehen, ist die Teichwirtschaft von regionaltypischer Bedeutung. Noch heute wirkt die Altstadt sehr geschützt und geborgen in der Flussaue der Wörnitz, was in Form des Mottos „Romantik an Wasser und Wiesen“ symbolhaften Charakter für die Stadt bekam.
Gegenwärtig stehen zwei Besetzungen für Gastspiele zur Verfügung - eine große mit ca. 90 Musikern, gegliedert in ein Trommlerkorps mit 30 Buben und ein Musikkorps mit 60 Buben, und eine kleinere Besetzung mit ca. 50 Musikern. Musikalisch und optisch sind beide Besetzungen höchst attraktiv - das Repertoire reicht von den klassischen Märschen und Fanfaren bis zu modernen Jazz- und Poparrangements.
Die geradlinig verlaufende Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl durch die Täler der Wörnitz und der Tauber wurde erst in den 1870er Jahren als Nebenstrecke gelegt, wobei sie auch nur bis Rothenburg führte und zudem immer den Charakter einer langsamen, eingleisigen Nebenstrecke behielt. Auf der 1876 gebauten, 31 km langen Strecke von Nördlingen über Wilburgstetten nach Dinkelsbühl hatte der Zug knapp zwei Stunden Fahrzeit. Seit im Jahr 1985 der Streckenabschnitt zwischen Nördlingen und Dombühl für den Personenverkehr stillgelegt wurde, verkehren nur noch Holztransporte aus einem Wilburgstettener Sägewerk sowie gelegentlich Dampfeisenbahnen des Bayerischen Eisenbahnmuseums in Nördlingen auf dieser Strecke. Gerade im Stadtgebiet Dinkelsbühls ist die Wiedereröffnung der Strecke heute nur noch Spekulationsobjekt, nachdem für Pläne zur Verlegung der B 25 Ansprüche auf einen Schienenabschnitt geäußert wurden, und zudem 2003 ein Großmarkt auf dem Bahngelände errichtet wurde.
Das umliegende Keuperwaldgebiet wurde, wie man aus den Ortsnamensendungen schließt, in der späteren fränkischen Landnahme im 8. Jahrhundert besiedelt. Die aus Verteidigungsgründen der Kreisform angenäherte Stadtmauer ist deutlich im heutigen Stadtbild zu erkennen, wobei die entsprechenden Straßenzüge der Spitalgasse, der Unteren Schmiedsgasse, der Föhrenberggasse und der Wethgasse nicht der Ummauerung entsprechen, sondern dem Verlauf des Stadtgrabens. Die Stadtmauer verlief innerhalb der heutigen Baublöcke, u. a. zwischen Unterer Schmiedsgasse und Elsässer Gasse sowie zwischen Föhrenberggasse und Langer Gasse, wie man aus den Grundstücksgrenzen, den Hofstättenbreiten und der Bausubstanz (die alte Stadtmauer bildet die Rückwand mancher Häuser) erschließen kann.
Im Gegensatz zu den meisten Stadtanlagen des 13. Jahrhunderts (beispielsweise auch in Rothenburg) gibt es in Dinkelsbühl keinen zentralen, rechteckigen Marktplatz, sondern Marktstraßen mit zum Teil trichterförmigen Erweiterungen wie am Weinmarkt, der nach Norden hin auf 36 m Breite anwächst. Die Straßen waren in einzelnen Abschnitten dem Handel mit unterschiedlichen Produkten vorbehalten. Neben dem Weinmarkt war im Bereich der inneren Altstadt die heutige Segringer Straße in Hafenmarkt, Brotmarkt und Schmalzmarkt unterteilt, der heutige Altrathausplatz war der Viehmarkt und die gesamte innere Nördlinger Straße der Ledermarkt. Funktional erwies sich der Aufbau der inneren Altstadt bei der seit dem 14. Jahrhundert erfolgten Stadterweiterung als so leistungsfähig, dass keine Verschiebung des Stadtmittelpunkts und wirtschaftlichen Zentrums vorgenommen wurde. Mit dem 1499 abgeschlossenen Bau der Georgskirche entstand das dominanteste Zeichen kultureller Blüte der Stadt. Das bauliche Erscheinungsbild der Altstadt hat sich seither nicht grundlegend geändert.
In der wirtschaftlichen Blütezeit der Stadt Dinkelsbühl, dem 14. und 15. Jahrhundert, wurden jenseits der alten Stadttore Vorstädte angelegt, wahrscheinlich in der Reihenfolge Rothenburger, Segringer, Wörnitzvorstadt und Nördlinger Vorstadt. Ab 1372 erhielt die Altstadt von Dinkelsbühl mit dem Bau der Stadtmauer ihre heutige Form, wobei die Wörnitzvorstadt nicht ummauert wurde, da ihr die umgebenden Wasserflächen einen natürlichen Schutz gaben. In der Rothenburger und Nördlinger Vorstadt wurde jeweils zur Hauptachse eine parallele Gasse, im Norden die Bauhofgasse und im Süden die Lange Gasse, zur Erschließung der Vorstädte gezogen. Eng und praktisch ohne Freiflächen ist die Bebauung in der Wörnitzvorstadt. In der Rothenburger Vorstadt war das feuergefährliche Gewerbe (Schmiede) ansässig. Östlich der Schmiedsgassen des Rothenburger Viertels befindet sich der Spitalhof, der heute das Altersheim und das Historische Museum beherbergt, als ein eigener, abgeschlossener Komplex. Die bäuerliche Nördlinger Vorstadt war wegen des Wassers im Stadtmühlgraben auch von Färbern und Gerbern besiedelt. In den locker bebauten Hanglagen der Rothenburger, Segringer und Nördlinger Vorstadt siedelten u. a. auch die Tuchmacher und Weber, die auf Freiflächen angewiesen waren. Außerdem standen hier die Klöster der Kapuziner und Karmeliter sowie der Deutschenordenshof; die verbliebenen Freiflächen wurden von Obstwiesen und Pferdeweiden eingenommen.
Im Gegensatz zu den meisten historischen Städten ist die Altstadt Dinkelsbühls räumlich völlig von allen Stadterweiterungen des 19. und 20. Jahrhunderts getrennt. Die Stadt wird von einer vollständigen Ummauerung umschlossen, an die sich im Westen und Süden der im Blasensandstein ausgehobene Stadtgraben, im Norden der Rothenburger Weiher und im Osten die Überflutungsaue der Wörnitz anschließt. Die Silhouette der Stadt von der Wörnitzseite aus gesehen ist wohl das wesentliche Markenzeichen der Stadt.
Die Unterteilung der Altstadt in eine innere Altstadt und einen Erweiterungsbereich zeigt sich im Eindruck der Stadt insbesondere in der Breite der Häuserfronten der so genannten Hofstätten, die am Marktplatz etwa 15 m, im weiteren Bereich der Kernstadt 12,5 m und in den Vorstädten 10 m oder weniger beträgt.
Das optisch die ganze Stadt beherrschende Bauwerk ist das Münster St. Georg, das als Dominanz erster Ordnung bezeichnet werden kann. Als Dominanten zweiter Ordnung werden die vier Tortürme angesehen, die ihren jeweils zugehörigen Altstadtteil und alle darin befindlichen öffentlichen Bauten überragen. Gerade an den Stadttoren, die mit Ausnahme des Nördlinger Tores nur einspurig befahrbar sind, zeigt sich der Konflikt zwischen Altstadtambiente und motorisiertem Individualverkehr sehr deutlich. Das Erschließungssystem der inneren Altstadt, insbesondere die Hauptstraßenführung parallel sowie senkrecht zur Wörnitz und die Gliederung mittels parallel verlaufender Seitengassen wurde in den Erweiterungen beibehalten. Dasselbe gilt für die Abstände der Erschließungseinheiten, die jeweils die gleiche Länge haben wie vorher die Entfernung der alten Stadttore vom Zentrum war (ca. 150 m).
Eine Ausnahme bildet lediglich die Nördlinger Vorstadt, in der der Abstand zwischen altem und neuem Stadttor 300 m beträgt. Die Nördlinger Straße hebt sich auch baulich von den übrigen Altstadtstraßen ab, da die Häuserfronten nicht parallel zur Straße verlaufen, sondern in einer gedachten Parallele zur inneren Nördlinger Straße, also immer ein Stück versetzt zueinander, was den Straßenzug sehr individuell und einprägsam macht.
Von den heute 11.720 Einwohnern Dinkelsbühls wohnten 1999 noch 2203 im Altstadtgebiet. Sozialstrukturell hatte die Altstadt in den letzten Jahrzehnten mit den beiden ineinander greifenden Problemfeldern Überalterung und Abwanderung zu kämpfen. Wohnten 1966 noch 3766 Menschen im Altstadtgebiet, waren es zehn Jahre später lediglich 2753 – ein drastischer Rückgang, der insbesondere eine Folge des Wegzugs junger Menschen in Neubaugebiete war. So lag in den 1970er Jahren der Anteil an Über-65-Jährigen im Altstadtgebiet bei 22, in den anderen Stadtteilen jedoch bei 13 Prozent. Die Überalterung ergibt sich durch aging-in-place infolge selektiver Abwanderung junger Familien, die ihre gestiegenen Flächen- und Freiraumansprüche in der Altstadt nicht mehr befriedigen können und zudem mobiler sind als ältere Menschen. Die Stadt wirkte der Problematik insbesondere mit der Verbesserung der Erreichbarkeit der Grünflächen vor der Altstadt durch den Bau neuer Altstadtzugänge entgegen. Einen Kinderspielplatz (der Spielplatz am Muckenbrünnlein gehört zu einer kirchlichen Einrichtung und ist nicht öffentlich zugänglich) als essentielle familienbezogene Infrastruktur gibt es jedoch im Altstadtgebiet nicht; der altstadtnächste öffentliche Spielplatz ist zwar durch das Bleichtor relativ schnell zugänglich, reichte jedoch nicht für das gesamte Altstadtgebiet. Ergänzungen wurden deshalb in den letzten Jahren auf dem Gelände der Christoph-von-Schmidt-Volksschule und im Stadtpark nordwestlich der Mauern mit einer Rutsche angelegt. Ein überdachter Spielplatz in einer großen Halle wurde 2005 im Westen der Altstadt an der Ellwanger Straße von einem Unternehmen errichtet.
Diese Sage wird im folgenden so beschrieben:
Der katholische Rat der Freien Reichsstadt, an der Spitze drei Bürgermeister, die sich in der Regierung abwechselten, erkannte die Ausweglosigkeit. Auf Drängen der Bürger neigten die einen zu der von den Schweden geforderten bedingungslosen Kapitulation, die anderen verlangten weiterhin Treue gegenüber Kaiser und Kirche. Als sich die Verantwortlichen zur Übergabe durchgerungen hatten, erschien in höchster Not die Turmwächterstochter- die Kinderlore – und zog singend mit einer Schar unmündiger Kinder den einziehenden Feinden entgegen.
Eigenes Leid aus jüngster Vergangenheit stimmte den Feldherrn milde; er verschonte die Stadt vor Plünderung und Brandschatzung. Die Kinder waren die Retter Dinkelsbühls.
Dieses Ereignis, in einem Festspiel aufbereitet, spielt sich in der Schranne und am Wörnitztor ab und ergreift seit über hundert Jahren durch markante Sprache und spannende Handlung die Herzen der Zuschauer aus nah und fern. Die hochragenden Giebel der Patrizierhäuser, die trutzigen Mauern, Tore und Türme der gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt, das spätgotische Münster von St. Georg, aber auch verträumte enge Gässchen bilden die steinerne Kulisse zu diesem Heimatfest.
Termin dieser für die Stadt Dinkelsbühl überaus wichtigen Veranstaltung ist in jedem Jahr das Wochenende vor und nach dem drittem Montag im Juli.
Die Kinderzeche hat sich in Dinkelsbühl zu dem zentralen Fest der Bürger der Stadt entwickelt. Es ist gelungen, die Wurzeln des Festes als Schulfest mit den historisierten Teilen um die Sage von der Kinderlore zu einer Einheit zu verbinden. Knabenbataillon, Auszug der Schüler und die Kinderzechgucken sind als Gabe der Bürgerschaft erhalten und mit Festspiel und Schwedenlager vervollständigt worden.
Die Kinderzeche verbindet Dinkelsbühler rund um den Erdball und stiftet Identität und Heimatgefühl nicht nur bei den Teilnehmern. So ist es sicherlich nachvollziehbar, dass Tradition und Brauchtum für die Kinderzeche und ihre mehr als 1100 Aktiven, aber auch für die Bürger unserer Stadt einen besonderen Stellenwert haben.
Die Finanzierung erfolgt zum größten Teil aus eigenen Kräften d.h. aus Festabzeichenverkauf, Eintrittsgeldern und Spenden der Bevölkerung. Organisiert und durchgeführt wird die Kinderzeche von den drei Vorständen der Kinderzeche, die dabei vom sog. Arbeitsausschuss unterstützt werden. Der Verein Brauchtumspflege-Dinkelsbühl e.V. sorgt durch seine gemeinnützige Anerkennung für den nötigen Beistand in finanzieller Hinsicht.
Die Kinderzeche kann aber nur so erfolgreich sein, weil fast alle Dinkelsbühler Bürger und Gewerbetreibende mithelfen, das Werk zu schultern.
immer am letzten Feriensonntag der (bayerischen) Sommerferien
Am letzten Samstag im Oktober im Schrannenfestsaal
immer in der Woche um den 1. November
im Spitalhof in der Adventszeit
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