| Dinarisches Gebirge
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| Daten
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| Name: | Dinarisches Gebirge, Dinaridi (kroat., bosn., serb.)
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| Lage: | Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Slowenien
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| Flüsse: | Save, Drina, Kupa, Una, Bosna, Neretva, Morača, Cetina, Korana Trebišnjica, Zrmanja, Dobra, Krka
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| Einzugsgebiete: | Schwarzes Meer Adriatisches Meer
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| Größere Orte: | Sarajevo, Banja Luka,Travnik, Zenica, Mostar, Nikšić
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| Besonderheiten: | Größtes Karstgebiet Europas
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| Zahlen
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| Fläche: | ca. 200 000 km²
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| Maximale Höhe: | 2696 m
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| Mittlere Höhe: | 1500 m
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Das
Dinarische Gebirge (auch als
Dinarische Alpen bezeichnet) ist ein südosteuropäisches
Gebirgssystem, das sich an die Ostalpen anschließt.
Gegen die Alpen wird am
Adelsberger Sattel eine konventionelle Abgrenzung gezogen. Aufgrund geologischer Gemeinsamkeiten werden auch die
Julischen Alpen ins dinarische
Orogen eingereiht.
Sie bilden damit einen 700 km NNW – SSO streichenden, meridional zw. 46° – 42° N liegenden Bogen im westlichen
Balkan. Im NW (
Krainer Schneeberg - Notranjski Snežnik und Gorski Kotar-Risnjak 1535 m) ist das Gebirge relativ schmal (50 km) und hat
Mittelgebirgscharakter. Nach SO gewinnt es an Breite und Höhe. Im Scharnier der Prokletije erreicht das ausgedehnteste und unwegsamste Gebirge der Balkanhalbinsel seine größte Höhen- (2694 m; ohne Julische Alpen) und Breitenerstreckung (350 km).
Merkmale
Das Dinarische Gebirge zählt zu den höchsten und steilsten Gebirgen
Europas.
Es besteht größtenteils aus Kalkstein und ist durch seine starke
Verkarstung gekennzeichnet, die in Kroatien (in den historischen Regionen Lika, und entlang der Küstenregion), der Herzegowina und Montenegro besonders hervortritt. Daher quert auch nur ein Flußsystem den dinarischen Hochkarst, die Neretva.
Der montenegrinisch-nordalbanische Raum ist ausgeprägteste Hochgebirgsregion der Balkanhalbinsel. Alpine Formen sind nur hier typisch ausgebildet. Ausgedehnteste Hochgebirge ist das Prokletije. Hier ist sogar das breite Haupttal des Lims im Pleitsozän zu einem Trogtal umgestaltet. Weitere Talgletscher der Dinariden waren ausnahmslos in Seitentälern gebildet.
Die pleistozäne Vergletscherung war in den Dinariden in ganz Südeuropa am intensivsten. Zahlreiche Glazialseen finden sich in den Hochdinariden.
Prägendes Kennzeichnen ist aber die Verkarstung, da in den tektonisch jüngeren äußeren Dinariden Kalksteine dominieren. Geomorphologische und hydrologische Phänomene’ machten die Dinariden damit zum klassischen Untersuchungsgebiet des Karstes.
Die Pionierarbeiten, der Karstforschung nach Roglić: „rich in general ideas and poor in real analysis“ entwickelte Jovan Cvijić (1893, 1924, 1961) aus den Betrachtungen der Formen die er in den Dinariden fand und deren Terminologie er auf weltweite Phänomene des Karstes ausweitete (z.B. in China, Kuba, Vietnam, Philippinen etc.)
Jovan Cvijićs Idee einer geologisch-morphologischen determinierten Klassifizierung in Mero- und Holokarst, führte subsequent zu klimatypologischer Differenzierung. Das Begriffspaar ergänzen die Termine „bedeckter“ und „nackter“ Karst äquivalent vom vegetationskundlich- physiognomischen Aspekt. Typlokalität des Holokarstes sind Herzegowina und West-Montenegro. Hierzu gehört der Orjen mit der Bucht von Kotor. Historische, kulturelle und sozioökonomische Auswirkungen der sterilen Steinwüste sind in der Behinderung gesellschaftlichen Fortschritts und ökonomischer Verkümmerung manifestiert.
Orjen_Glaziokarst_Landschaft.jpg]]
Lage
Das Dinarische Gebirge schließt sich an die
Julischen Alpen in
Nordostitalien und
Slowenien an und verläuft über die
Balkanhalbinsel (
Kroatien (insb. Regionen
Lika,
Gorski Kotar Dalmatien),
Bosnien-Herzegowina und insb.
Montenegro) bis zum
Drin in
Nordalbanien.
Die Dinariden (Dinarisches Gebirge i. e. S.) begleiten die Küste Kroatiens. Die küstenparallelen kroatischen Inseln (Krk, Brač, Hvar etc.) sind dabei Teile des Orogens und durch die postpleistozäne Ingression des Mittelmeeres vom Festland getrennt worden.
Die höchsten Gipfel sind der Bobotov Kuk im Durmitor in Montenegro mit 2.522 m sowie der Maja Jezerce im Prokletije in Nordalbanien mit 2.694 m.
Abgrenzung
Die Dinariden werden geomorphologisch in drei Subsysteme geteilt:
a) die Küstennahen litoralen Dinariden
b)die Hochdinariden
c)die äußeren Dinariden
Geologisch spricht man von inneren und äußeren Dinariden.
Geologie
Geologie Montenegro.jpg]]
Der Hauptteil der dinarischen Geosynklinale wird fast ausschließlich von karbonatischen und dolomitischen Sedimenten (devonisch bis neuzeitlich) gebildet. Die Verbreitung der Karbonate und Position zu nicht Karbonaten variiert als Konsequenz unterschiedlicher Sedimentationsbedingungen, wie der unterschiedlichen geologischen Evolution individueller Teile der dinarischen Geosynklinale. Die Mächtigkeit der kretazischen und jurassischen Kalke ist min 4 km. Die Verkarstung reicht damit bis unter das Meeresniveau hinab. Außerhalb der Hochkarstzone, im Bereich der
Durmitordecke, sind Werfener Schiefer als Schichtgesteine mit Kalken vergesellschaftet, das östliche Prokletije ist sogar großteils aus Schiefern aufgebaut. Zudem finden sich noch Sand- und Eruptivgesteine, die selten massig entwickelt sind. Neben paläozoische Schiefern, sind triasische Kalke nur linsenförmig, zumeist in den höchsten Partien vom Kom und Zentralprokletije, verbreitet.
Glazialmorphologie_Orjen.jpg]]
Das strukturelle System der Dinariden ist Teil der perimediterranen alpinen Ketten, deren Kontinuität aufgrund plioquartärer Tektonik, dem Generator der heutigen geologischen Strukturen unterbrochen ist. Durch die paläografische und strukturelle Einheit mit den Helleniden werden diese als dianrisch-hellenidisches Orogen zusammengefasst. Die morfostrukturelle, geotektonische und geomorphologische Einheit des Dinarischen Gebirges (serbo.kroat. Dinarsko gorje, Dinaridi) ist auch ein Teilstück der jungalpidischen Gebirgssysteme.
Das Dinarische Gebirge entstand ebenso wie die Zentralalpen durch die Kollision der afrikanisch-arabischen und der eurasischen Platte im
Oligozän, die sich bis heute fortsetzt.
Das strukturelle System der Dinariden ist damit Teil der perimediterranen alpinen Ketten, deren Kontinuität aufgrund plioquartärer Tektonik, dem Generator der heutigen geologischen Strukturen unterbrochen ist. Durch die paläografische und strukturelle Einheit mit den Helleniden, werden diese als dianrisch-hellenidisches Orogen zusammen gefasst. Die morfostrukturelle, geotektonische und geomorphologische Einheit des Dinarischen Gebirges (serbo-kroat. Dinarsko gorje, Dinaridi) ist ein Teilstück der jungalpidischen Gebirgssysteme.
Relief
Durmitor- Schwarze See.jpg]]
Im NW (Krainer Schneeberg - Notranjski Snežnik und Gorski Kotar-Risnjak 1535 m) ist das Gebirge relativ schmal (50 km) und hat Mittelgebirgscharakter. Das
Velebit- Gebirgsmassiv erstreckt sich über 140 km länge. Nach SO gewinnt es an Breite und Höhe. Im Scharnier der Prokletije erreicht das ausgedehnteste und unwegsamste Gebirge der Balkanhalbinsel seine größte Höhen- (2694 m Maja Jezerce; ohne Julische Alpen) und Breitenerstreckung (350 km).
Der montenegrinisch-nordalbanische Raum ist die ausgeprägteste Hochgebirgsregion der Balkanhalbinsel, alpine Formen sind nur hier typisch ausgebildet. Ausgedehnteste alpine Gebirge ist das
Prokletije. Hier wurde sogar das breite Haupttal des Lims im Pleitsozän zu einem Trogtal umgestaltet. Weitere Talgletscher waren ausnahmslos in Seitentälern gebildet.
Die pleistozäne Vergletscherung war in den Dinariden in ganz Südeuropa am intensivsten.
Prägendes Kennzeichnen ist aber die Verkarstung, da in den tektonisch jüngeren äußeren Dinariden Kalksteine dominieren. Geomorphologische und hydrologische ‚Phänomene’ machten die Dinariden damit zum klassischen Untersuchungsgebiet des Karstes. Karstforschung beherrschte, auch ökonomisch begründet, naturwissenschaftlich-geographische Inhalte in Exjugoslawien.
Klima
Orjen_Adria.jpg zur Adria]]
Die Barriere der Hochdinariden ist insgesamt eine effektive Klimascheide zwischen dem mediterranen Küstensaum und gemäßigt kontinentalen Bereichen. Der pluviometrische Einfluß des mediterranen Klimas ist Küstenparallel noch 90-130 km weit in die Dinariden zu verfolgen.Am wenigsten schlägt sich dies in der Niederschlagsverteilung, besonders ausgeprägt aber in der Quantität aus. Eine klimatische Differenzierung wird noch durch Beckenlandschaften und das stark gekammerte Relief gegeben. Insbesondere sind hygrische und ventilatorische Bedingungen dadurch modifiziert. Tellurisch sind Adria, und NW-SO streichende Gebirgsketten wirksame Komponenten für die Zirkulation. Besondere Bedingungen herrschen wegen des direkten mediterranen Einflussesin in den südöstlichen litoralen Dinariden. Der Untertyp dieses speziellen submediterran oromediterran perhumid südadriatischen Variante, beschränkt sich auf eine engen litoralen Bereich der Dinariden -
Orjen,
Lovčen und Rumija. Die grundsätzliche Charakteristik dieser Variante der oromediterranen Klimas ist die sehr hohe jährliche Niederschlagsmenge, die bei 4500 bis 6500 mm liegt. Die Verteilung ist ungleichmäßig und konzentriert sich auf das Winter-, Früh- und Herbst Jahr. Da Niederschläge auch im Sommer nicht selten sind, bleibt die Trockenperiode, die für das mediterrane Klima charakteristisch ist, hier aus und wird von einer Halbtrockenzeit geprägt. Die mittleren Jahrestemperaturen variieren zwischen 5 bis 7°C, und die mittleren Januartemperaturen liegen um -2°C. Nur die höchsten Teile der küstenländischen Dinariden sind durch eine kurze Frostperiode (1 bis 3 Monate) gekennzeichnet.
Vegetation
Vegetation Montenegro.jpg Massiv und in den Südost-Dinariden in
Montenegro am reichsten. Auch die submediterrane
Mazedonische Eiche Quercus trojana tritt in der Niederung um den
Skutarisee auf]]Die Vegetation großer Ökosysteme (phytogeographische Territorien oder Vegetationsgürtel) ist ökologisch, chorologisch, floristisch-entwicklungsgeschichtlich sehr einheitlich. Durch Relief und den Beziehungen, die sich aus der Lage, insbesondere zu den Meeren ergeben, erfolgt innerhalb dieser Horione eine aus den klimatischen Faktoren und den Aspekten des Naturraumes differenzierte Teilung . Die Balkanhalbinsel Teil des holarktischen Florenreiches. Sie ist weiter in eine mediterrane-, sowie zirkumboreale Region zu ordnen. BECK-MANNAGETTA (1901) und ADAMOVIĆ (1907) teilten die westliche sowie östliche zentrale Balkanhalbinsel in zwei Phytohorione, illyrisch und moesisch (nach den röm. Provinzen
Illyria und
Moesia). Als Subhorione der mitteleuropäischen Florenregion, ist Illyrien mit basophilen, Moesien mit azidophilen Typen verbunden.
Die reich-gegliederte Küste Kroatiens gehört zur adriatischen Provinz der mediterranen Florenregion.
Die Genese der balkanischen Flora vollzog sich während tertiärer, glazialer und postglazialer Phasen. Rezent sind keine alten mesozoischen Vertreter vorhanden (wie z.B. in den Floren Ostasiens oder Argentiniens). Der Basisbestand insbesondere der Waldflora ist dennoch seit der Kreide bekannt (z.B. Quercus, Fagus, Castanea, Alnus, Salix). Die thermophilere tertiäre Flora war an tropischen Elementen reicher als heute, wo nur eine kleine Zahl reliktischer Arten (Adiantum capillusveneris), Gattungen (Dioscorea) und Familien (Gesneraceae) überlebt hat. Außertropische tertiäre Formen sind dagegen reichlich vertreten (z.B. Platanus, Aesculus, Scopolia, Sibiraea, Thelygonum, Picea omorika, Pinus peuce, Forsythia europaea, Syringa vulgaris). Durch die isolierte Stellung, die nächsten Verwandten sind zumeist in Ostasien oder dem vorderen Orient zu finden und die heterogene phytogeographische Genese, sind alle paläoendemischen Tertiärrelikte ökologisch und horologisch sehr differenzierte Vertreter unterschiedlicher Vegetations-geographischer Einheiten. Seit dem Tertiär erfolgte die Evolution der mediterranen Gebirgsflora, dies unabhängig arktoalpiner Einflüsse.
Die Grenze zwischen den florenhistorisch determinierten alpinen- und oromediterranen Systemen stimmt außerdem mit den Gebieten der stärksten pleistozänen Vereisung der Gebirge überein. Die südliche Grenze der arktoalpinen Gemeinschaften ist zugleich auch die nördliche Grenze der Hochgebirgspflanzen südlicher Herkunft.
Die vergleichsweise höhere Artenvielfalt der Dinariden zu Alpen und Pyrenäen, durch größere petrographische Heterogenität als Pyrenäen und gegen die Alpen die Einbettung zwischen Florenprovinzen macht die komplexen Dinariden zu dem auffälligen Endemitenzentrum mit hohem Artenpotential.
Die illyrische Provinz besitzt vier endemische Gattungen: Petteria, Halacsya, Haberlea, Jankaea. Endemiten sind: Picea omorika (Serbien, Bosnien), Pinus peuce (Gebirge zwischen 41°-43° N), Saxifraga ferdinandi-coburgii, Petteria ramentacea (Dalmatien, Herzegowina, Montenegro, Nord Albanien), Oxytropis prenja, Acer heldreichii, Forsythia europaea (Nord Albanien, Kosovo), Moltkia petrea, Wulfenia baldaccii (Montenegro, Nord Albanien), Ramonda serbica, Amphoricarpos neumayeri (Orjen), Cicerbita pancicii, Lilium jankae, Dioscorea balcanica (Montenegro, Nord Albanien). Reliktarten der illyrisch-balkanischen Provinz sind: Ostrya carpinifolia, Juglans regia, Syringa vulgaris, Corylus colurna, Aesculus hippocastanum etc. Reliktische Pflanzengesellschaften finden sich zumeist in Schluchten, die der Flora als Refugium dienten. Eiserne Tor (Donau), Neretva, Drina, Tara, Cijevna, Morača, Vikos Aoos, Radika etc. sind die bekanntesten.
Bevölkerung
Orjen_Kultivierung.jpg
Die Dinariden sind insgesamt spärlich besiedelt. Nur wo bessere Verkehrswege und größere Einebnungen existieren, gibt es auch kleinere Städte. Die Einwohner sind ethnisch unterschiedlich, im Norden
Slowenen und
Kroaten, im Zentrum
Bosniaken und
Serben, im Süden
Montenegriner und
Albaner.
Fernweidewirtschaft ist insbesondere in Montenegro und der
Herzegowina,
Transhumanz in den küstenländischen Gebirgen (
Orjen),
Almwirtschaft in
Bosnien entwickelt. Der Hausbau ist in den waldreichen zentralen Dinariden zumeist aus Holz mit steilen Dachfirsten, im Hochkarst wird Kalkstein benützt.
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