Dillingen an der Donau (amtliche Bezeichnung: Dillingen a.d.Donau) ist Große Kreisstadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Geografie
Dillingen liegt nahe der Grenze zu
Baden-Württemberg am Nordufer der
Donau im
Donauried.
Geschichte
Die Ursprünge der Stadt Dillingen lassen sich bis auf eine
alemannische Siedlung zurückverfolgen. Aus
Wittislingen kommend ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im
10. Jahrhundert im Donautal nieder, wobei deren
Burg zum Zentrum der heutigen Kreisstadt Dillingen an der Donau wurde. Dillingen an der Donau fiel
1258 als Schenkung an das
Hochstift Augsburg und war spätestens ab dem
15. Jahrhundert bis zur
Säkularisierung 1803 Residenzstadt der Bischöfe von Augsburg.
1551 erfolgte die Gründung der Universität durch den Augsburger Bischof Kardinal
Otto Truchseß von Waldburg.
1802/
3 kam die Stadt zu Bayern. Die Universität wurde in ein Institut zur Ausbildung katholischer Theologen umgewandelt.
1862 wurde das Bezirksamt Dillingen an der Donau gegründet.
1972 entstand der Landkreis Dillingen an der Donau in seiner heutigen Form.
Eingemeindungen
Zur Stadt Dillingen an der Donau gehören folgende Ortsteile: Donaualtheim, Fristingen, Hausen, Kicklingen, Schretzheim und Steinheim.
Politik
Der Stadtrat hat 24 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2002 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:
- CSU: 8 Sitze
- SPD/Freie Bürger: 6 Sitze
- Schretzheimer Liste: 2 Sitze
- Wählergemeinschaft Steinheim: 2 Sitze
- Wählervereinigung Kicklingen: 2 Sitze
- Wählerschaft Fristingen: 1 Sitz
- Bürgergemeinschaft Hausen: 1 Sitz
- Freie Bürger: 1 Sitz
- Allgemeine Wählerliste Donaualtheim: 1 Sitz
Oberbürgermeister ist seit 1984 Hans-Jürgen Weigl (SPD/Freie Bürger).
Sehenswürdigkeiten
- Basilika St. Peter, dreischiffige Hallenkirche mit Baubeginn 1619, gebaut auf Fundamenten von Vorgängerkirchen, die aus dem 13. und 15. Jahrhundert stammen. 1979 wurde die Kirche zur päpstlichen Basilica minor erhoben.
- Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in der ehemaligen Universität mit Jesuitenkolleg mit dem Goldenen Saal
- Studienkirche, Renaissance-Bau mit Rokoko-Ausstattung. Die Kirche war Teil der ehemaligen Universität und war Weihestätte für die Priester des Bistums Augsburg.
- Klosterkirche der Franziskanerinnen, Kleinod des beginnenden Rokoko, Wessobrunner Stuck
- Schloss, ehemaliger Sitz der Augsburger Fürstbischöfe, älteste Teile aus der Stauferzeit, Ensemble verschiedener Baustile, umfassend restauriert
- Königstraße, zentraler Straßenzug mit Mitteltorturm, Rathaus und gut erhaltenem historischen Straßenbild, u.a. Stadt- und Hochstiftsmuseum
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die
Bundesstraße 16 führt durch Dillingen. Die Stadt hat einen Bahnhof und liegt an der
Donautalbahn (
Ulm–
Donauwörth). Der
Donauradwanderweg führt durch die Stadt.
Öffentliche Einrichtungen
- 6 Kindergärten im Stadtgebiet
- Studienbibliothek (darunter Bestände der ehem. fürstbischöflichen Bibliothek)
- Stadtbücherei
- Krankenhaus St. Elisabeth
- Ökumenische Sozialstation
- Heilig Geist Stift (Senioren- und Pflegeheim)
- Regens-Wagner-Stiftung
Bildung
Behörden
- Die Luitpold-Kaserne am östlichen Stadtrand beherbergt das Führungsunterstützungsbataillon 292 sowie die 8./Bataillon Elektronische Kampfführung der Bundeswehr.
Persönlichkeiten
- Adalbero (aus dem Geschlecht der Grafen von Dillingen), Bischof von Augsburg 887-910.
- Johann Alois Jehle, Landesdefensionsoberst und Kommandant von Braunau während des bayerischen Volksaufstandes 1705, wurde in Dillingen geboren. Am 18. Dezember 1705 berief er für den 21. Dezember das Braunauer Parlament ein.
- Johann Michael Sailer (1751-1832), kath. Theologe, Professor der Ethik und Pastoraltheologie in Dillingen an der Donau, 1821 Domkapitular und 1822 Weihbischof mit dem recht der Nachfolge, 1829 Bischof von Regensburg.
- Johann Evangelist Wagner (1807-1886), kath. Geistlicher, Professor in Dillingen und Gründer der Regens-Wagner-Stiftungen.
- Wilhelm Bauer (1822-1875), der Erfinder des (deutschen) U-Bootes, stammt aus Dillingen an der Donau.
- Barbara Renz (1863-1955), die erste Frau in Süddeutschland, die einen Doktorgrad trug, hat hier lange Zeit gelebt und ist hier gestorben. Es ist auch eine Straße nach ihr benannt.
- Friedrich Rittelmeyer (1872-1938) evangelischer Theologe und Mitbegründer der Christengemeinschaft, geboren in Dillingen an der Donau
- Ingeborg Geisendörfer (1907-2006), deutsche Politikerin (CSU
Städtepartnerschaften
Patenschaft
1988 wurde die Patenschaft für die vertrieben Deutschen aus der Stadt Hostau im Böhmerwald übernommen.
Weblinks
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