Zertifikate bestätigen die Zugehörigkeit eines kryptografischen Schlüssels zu:
Dadurch können Authentizität, Vertraulichkeit und Integrität von Daten gegenüber Dritten garantiert werden.
Man kann sich also ein Zertifikat wie einen Personalausweis in digitaler Form vorstellen: Beim Personalausweis garantiert die vertrauenswürdige Stelle "Meldeamt", dass die Unterschrift, die sich auf dem Ausweis befindet, auch tatsächlich zu der Person gehört, deren Stammdaten und Passbild sich auf dem Ausweis befinden.
Im Gegensatz zum Personalausweis werden Zertifikate aber von vielen verschiedenen Zertifizierungstellen (z. B. GlobalSign, Verisign, Trust Center u. a.) und in vielen verschiedenen Qualitätsstufen ausgegeben. Es ist Sache des Benutzers zu entscheiden, ob er dem Herausgeber des Zertifikates vertraut.
Ein Zertifikat enthält Informationen über den Namen des Inhabers, dessen öffentlichen Schlüssel, eine Seriennummer, eine Gültigkeitsdauer und den Namen der Zertifizierungsstelle. Diese Daten sind in der Regel mit dem privaten Schlüssel der Zertifizierungsstelle signiert und können somit mit dem öffentlichen Schlüssel der Zertifizierungsstelle überprüft werden. Zertifikate für Schlüssel, die nicht mehr sicher sind, können über eine so genannte Zertifikatsperrliste (certificate revocation list) gesperrt werden.
Um die Echtheit des Zertifikates zu garantieren, wird dem Zertifikat eine digitale Signatur einer vertrauenswürdigen Organisation oder Instanz (z. B. eine Behörde) aufgeprägt. Durch dessen Signatur kann die Integrität und Echtheit des Zertifikates nachgewiesen werden. Da auch der öffentliche Schlüssel einer Zertifizierungsstelle schließlich mittels eines Zertifikats überprüfbar sein muss, ergibt sich die Notwendigkeit einer obersten Zertifizierungsinstanz. In Deutschland übernimmt die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (ehemals RegTP) diese Aufgabe. Die Bundesnetzagentur führt eine Liste aller akkreditierten Zertifizierungsdiensteanbieter.
Certificate: Data: Version: 3 (0x2) Serial Number: 1 (0x1) Signature Algorithm: md5WithRSAEncryption Issuer: C=XY, ST=Austria, L=Graz, O=TrustMe Ltd, OU=Certificate Authority, CN=CA/Email=ca@trustme.dom Validity Not Before: Oct 29 17:39:10 2000 GMT Not After : Oct 29 17:39:10 2001 GMT Subject: C=DE, ST=Austria, L=Vienna, O=Home, OU=Web Lab, CN=anywhere.com/Email=xyz@anywhere.com Subject Public Key Info: Public Key Algorithm: rsaEncryption RSA Public Key: (1024 bit) Modulus (1024 bit): 00:c4:40:4c:6e:14:1b:61:36:84:24:b2:61:c0:b5: d7:e4:7a:a5:4b:94:ef:d9:5e:43:7f:c1:64:80:fd: 9f:50:41:6b:70:73:80:48:90:f3:58:bf:f0:4c:b9: 90:32:81:59:18:16:3f:19:f4:5f:11:68:36:85:f6: 1c:a9:af:fa:a9:a8:7b:44:85:79:b5:f1:20:d3:25: 7d:1c:de:68:15:0c:b6:bc:59:46:0a:d8:99:4e:07: 50:0a:5d:83:61:d4:db:c9:7d:c3:2e:eb:0a:8f:62: 8f:7e:00:e1:37:67:3f:36:d5:04:38:44:44:77:e9: f0:b4:95:f5:f9:34:9f:f8:43 Exponent: 65537 (0x10001) X509v3 extensions: X509v3 Subject Alternative Name: email:xyz@anywhere.com Netscape Comment: mod_ssl generated test server certificate Netscape Cert Type: SSL Server Signature Algorithm: md5WithRSAEncryption 12:ed:f7:b3:5e:a0:93:3f:a0:1d:60:cb:47:19:7d:15:59:9b: 3b:2c:a8:a3:6a:03:43:d0:85:d3:86:86:2f:e3:aa:79:39:e7: 82:20:ed:f4:11:85:a3:41:5e:5c:8d:36:a2:71:b6:6a:08:f9: cc:1e:da:c4:78:05:75:8f:9b:10:f0:15:f0:9e:67:a0:4e:a1: 4d:3f:16:4c:9b:19:56:6a:f2:af:89:54:52:4a:06:34:42:0d: d5:40:25:6b:b0:c0:a2:03:18:cd:d1:07:20:b6:e5:c5:1e:21: 44:e7:c5:09:d2:d5:94:9d:6c:13:07:2f:3b:7c:4c:64:90:bf: ff:8e
Begriffsdefinitionen nach § 2 SigG DE (Auszug):
Das deutsche Signaturgesetz (SigG) bzw. die EU-Richtlinie bewerten die Qualität von Zertifikaten in acht Stufen, von denen nur vier für eine nähere Betrachtung von Bedeutung sind:
Einfache und fortgeschrittene Zertifikate: Die einfachen und fortgeschrittenen digitalen Zertifikate sind völlig unreguliert und finden z. B. bei PGP, GnuPG, uws. Anwendung. Je nach Zertifizierungstelle werden andere Informationen in ein einfaches bzw. fortgeschrittenes Zertifikat integriert. Beispielsweise:
Qualifizierte Zertifikate: Qualifizierte Zertifikaten sind der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt. Der Begriff "qualifiziertes Zertifikat" ist eine Abkürzung für fortgeschrittene Signaturen, die mit einer sicheren Signaturerstellungseinheit erstellt wurden, die sich in der alleinigen Verfügung des Inhabers befindet. Bei qualifizierten Zertifikaten sind die gesetzlichen Vorgaben exakt. Unter anderem:
Akkreditierte Zertifikate: Teilweise wird auch der Begriff "akkreditierte digitale Zertifikate" genutzt - die Akkreditierung bezieht sich hierbei jedoch nicht auf das Zertifikat, sondern auf die Zertifizierungsstelle. Dies ist somit kein eigener Zertifikat-Typ: Es sind faktisch qualifizierte Zertifikate, deren Zertifizierungsstelle akkreditiert wurde. Nähere Informationen sind unter dem Punkt "Bedeutung des Status der Zertifizierungsstellen" zu finden.
Allerdings sind dies oft Firmen, von denen man als Benutzer noch nie etwas gehört hat, geschweige denn ihnen vertraut. Natürlich gründet sich das Vertrauen in diese Stellen darin, dass es ihr Geschäft ist, sorgsam mit Zertifikaten umzugehen. Dennoch ist es so, dass der Webbrowser oder das Mailprogramm automatisch einer Liste von unbekannten Stellen vertraut, ohne dass der Benutzer Informationen darüber hat, wo sich diese Firmen befinden, nach welchen Regeln sie Zertifikate erstellen oder wie die Registrierung abläuft: Man gründet sein Vertrauen in digitale Unterschriften implizit auf unbekannte Stellen. ''Anmerkung: siehe hierzu auch Hinweise unter Lösung 1
Ein zweites Problem ist, dass dem Zertifikat selbst nur schwer anzusehen ist, unter welchen Qualitätsansprüchen die Registrierung zustande gekommen ist. ''Anmerkung: siehe hierzu auch Hinweise unter Lösung 1
Abschreckendes Beispiel ist die Ausstellung von Microsoft-Zertifikaten durch VeriSign an Personen, die sich fälschlicherweise als Microsoft-Mitarbeiter ausgegeben hatten. Mit diesen Zertifikaten hatten die Betrüger nun eine vertrauenswürdige Garantie, dass sie zur Firma Microsoft gehören. Es wäre z. B. möglich gewesen, authentische Mails im Namen von Microsoft zu verschicken oder signierten Programmcode im Namen von Microsoft ausführen zu lassen.
Obwohl diese Zertifikate sofort zurückgezogen wurden, nachdem der Fehler bemerkt wurde, ist dieser Fall ein Zeichen dafür, dass man sich nicht immer auf die Vertrauenswürdigkeit von Zertifizierungsstellen verlassen kann. Obendrein sind viele Browser so eingestellt, dass sie nicht ständig überprüfen, ob Zertifikate zurückgezogen wurden. In diesen Fällen würde die Sperrung gar nicht bemerkt und die falschen Zertifikate würden immer noch als echt angesehen.
(Wer nachsehen möchte: Im Internet Explorer sind die beiden zurückgezogenen Zertifikate unter "Extras"->"Internetoptionen"->"Inhalte"->"Zertifikate"->"Nicht vertrauenswürdige Herausgeber" zu sehen. Sie sind als "Fraudulent, NOT Microsoft" gekennzeichnet.)
Das Zertifikat des Endnutzers ist entweder direkt oder über sog. Zwischenzertifikate an das Stammzertifikat des TrustCenters (Root CA) gebunden. Dieser "Baum" wird als Zertifikatshierarchie bezeichnet:
- GlobalSign Root CA - GlobalSign Primary PersonalSign Class3 CA - GlobalSign PersonalSign Class3 CA - Endnutzerzertifikat (Name Vorname)
In dieser Struktur ist die Klasse des Zertifikates abgelegt, in diesem Fall ein Klasse 3 Zertifikat (ebenso Klasse 2 oder Klasse 1 möglich).
Die Klasse des Zertifikates gibt die Art der Prüfung bei Ausstellung des Zertifikates wieder: Klasse 1: keine Prüfung, nur E-Mail-Adresse verifiziert Klasse 2: schriftliche Dokumente, Vorlage und Prüfung Ausweiskopie Klasse 3: persönliche Prüfung, Ausweisprüfung, Dokumente
Zertifikate der Klasse 2 und Klasse 3 können weitere Angaben zur Firma/Organisation führen, zu der die Person angehört. Diese Information sind hilfreich, wenn z. B. Verträge elektronisch signiert werden sollen. Soll eine Firma/Organisation im Zertifikat benannt werden, wird diese und sowie auch die Zugehörigkeit der Person zu dieser überprüft.
Zertifikate für einfache Signatur
Zertifikate für fortgeschrittene Signatur (E-Mail, Vertragsunterzeichnung, PDF-Signatur, ..)
1) = geeignet auch zur elektronischen Rechnungslegung(AT))
Zertifizierungsdiensteanbieter ohne Anbieterakkreditierung, vertrauenswürdige Anbieter:
Zertifizierungsdiensteanbieter mit Anbieterakkreditierung nach SigG, DE
Trustcenter zertifiziert nach Bundesgesetz über die elektronische Signatur (ZertES) und internationalen Standards (ETSI), CH
Ausländische TrustCenter:
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"Digitales Zertifikat".
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