Als E-Book (von electronic book) oder eingedeutscht E-Buch (von elektronisches Buch) werden Bücher in digitaler Form bezeichnet. Dabei ist nicht jede digital gespeicherte Information (beispielsweise Webseiten) automatisch ein E-Book. Charakteristisch für ein E-Book ist, dass es einerseits der Form eines Buches (beispielsweise durch ein Inhaltsverzeichnis und Seitenangaben) ähnelt, andererseits die Vorteile einer digitalen Speicherung (Suchfunktionen, Metadaten) beinhaltet.
Nach Auffassung eines amerikanischen Gerichtes ist ein E-Book allerdings kein Buch, da „E-Book eine neue Nutzungsform und nicht mit einem Buch zu vergleichen sei […“."Ein E-Book ist kein Buch" Janko Röttgers in Telepolis, 12. März 2002
Abzugrenzen von E-Books sind die E-Journals (elektronische Zeitschriften) und Hörbücher. Viele E-Book-Ausgaben beinhalten der Einfachheit allerdings die gleiche ISBN wie die Buchausgabe, was allerdings nicht den ISBN Regeln entspricht. Ein E-Book muss aber nicht zwangsläufig eine ISBN besitzen.
Das E-Book ist noch sehr jung. Der chronologisch genaue Startpunkt ist unklar, eines des ersten E-Book entstand Anfang der achtziger Jahre in einem Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Institut für Technische Mechanik der Universität Karlsruhe (TH) und IBM Deutschland. Prof. Dr.-Ing. W. Wedig setzte Vorlesungen im Fach Technische Mechanik und Technische Schwingungslehre in digitaler Form um. Ein anderes frühes Beispiel war im Jahr 1993 die Anleitung der Spiele Ultima Underworld 1 & 2 im PDF-Format auf der Kompendiums-Compact-Disc. Auf der CD war die Anleitung für die zwei Computerspiele und die DOS-Version des Acrobat Readers enthalten. Mit diesem Programm konnte man die Anleitung betrachten, darin suchen und blättern und sie sogar ausdrucken.
In den folgenden Jahren waren E-Books eher ein Nischenmarkt. E-Books wurden durch das Einscannen von Büchern produziert und meistens in Foren oder Mailboxen untereinander ausgetauscht.
Die ersten größeren Versuche zum kommerziellen Vertrieb von E-Books kamen 1999-2000 in der Zeit des Börsenbooms (Dotcom-Blase) und der New Economy auf. Parallel dazu etablierte sich das Untergrundforum eBookz, welches bis 2003 existierte.
Mehrere Verlage experimentierten mit E-Books, unter anderem O’Reilly mit ihren Bookshelf-CDs. Diese umfassten ein reguläres Buch und auf CD-ROM sieben E-Books zu einem entsprechenden Thema im HTML-Format.
Heutzutage haben sich E-Books auf niedrigem Niveau etabliert, mehrere Verlage bieten eine stattliche Anzahl von E-Books an.
In Deutschland werden vor allem Fachbücher in digitaler Form verkauft. Es ist möglich entweder nur Teile (Kapitel) oder ganze E-Books zu beziehen.
Die meisten Verlage für Fachbücher produzieren bereits digitale Publikationen, die Auswahl ist dennoch nicht sehr groß, jedoch im Wachstum begriffen, mehr als 1000 deutschsprachige Fachbücher sind derzeit erhältlich. Die meisten Leser werden die heruntergeladenen Seiten wohl zum Lesen noch selbst ausdrucken, so dass diese Kosten oder gar die individuell in Auftrag gegebene Buchbindung noch zum reinen Preis des Downloads hinzukommen.
Die bisherigen Bereiche sind vor allem Wirtschaft, Recht, Computer/EDV, Medizin/Gesundheit, Psychologie/Pädagogik und Politik/Zeitgeschichte. Pro Monat kommen auf diese Weise etwa 50 bis 100 neue digitale Titel auf den deutschen Buchmarkt.
Das E-Book bietet eine flexible und rasche Möglichkeit, mit nur geringen Kosten in der Logistik weltweit zu publizieren. E-Books wurde ein großes Wachstum vorhergesagt, sie haben sich aber, wohl aufgrund von fehlenden praktischen E-Book-Lesegeräten, noch nicht vollständig durchgesetzt. Dies ist auch der Grund, warum E-Books im Vergleich zu Filmen und Musik wesentlich seltener raubkopiert werden. Da die Bücher bei den Verlagen fast immer schon digital vorliegen, wäre es relativ einfach, diese auch als E-Book anzubieten. Da diese Vorlagen allerdings meist sehr groß sind (um die Druckqualität der Bilder und Schriften zu garantieren), müssten die Vorlagen angepasst und für den E-Book-Markt auf eine annehmbare Größe konvertiert werden.
Gründe für den noch fehlenden Durchbruch von E-Books liegen in der Besonderheit des Mediums Buch:
Auch jetzt kursieren in den Tauschbörsen des Internets allerdings bereits eingescannte E-Books. Interessant sind E-Books durch ihre Metainformationen. Meist kann in ihnen gesucht werden, Teile können ausgedruckt werden, oder es kann über mehrere E-Books nach Patterns gesucht werden.
Für den E-Book-Autor bietet sich weiterhin der Vorteil, dass er durch relativ wenig Anfangskapital ein komplettes Buch online vertreiben kann. Dadurch ergibt sich auch für Leute mit wenig Anfangskapital die Möglichkeit, ihre literarischen Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.
E-Book-Anbieter kann man grob in den kommerziellen und den nichtkommerziellen Bereich einordnen.
Kommerzielle E-Book-Anbieter können Privatpersonen oder Unternehmen sein.
Privatpersonen profitieren durch den Vertrieb ihrer E-Books über das Internet durch Preisersparnis in der Logistik und können zusätzlich ein viel größeres Publikum erreichen.
Im Bereich der Belletristik sind es vor allem ältere, bekannte Titel, die in dieser Form eine Neuauflage erfahren. Serien aus dem Bereich SciFi und Horror oder auch Thriller sind bei E-Book-Verlagen als auch bei Autoren und Lesern geschätzt. So erscheint die Reihe Kommissar X von Walter Appel nun wieder neu als E-Book. Aber auch neue Verlage suchen verstärkt diesen Weg der Vermarktung. Während Perry Rhodan schon länger auch digital zu haben ist, vertreibt der noch relativ junge Omnia-Verlag sein Heftroman-Programm ebenfalls zusätzlich als E-Books.
Hinzu kommen Verlagsangebote wie Addison-Wesleys E-Book-Abteilung und E-Book-Portale wie Inform IT.
Einen anderen Weg des Erwerbs geht der Online Verlag new-ebooks.de. Hier wird eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Autoren und Verlag sowie die direkte Partnerschaft mit weiteren Buchverlagen angestrebt. Dieses Erwerbsmodell stützt sich auf erweiterte Dienstleistungen für Autoren und Verlage im Bereich der elektronischen Bucherstellung und Vermarktung.
Safari bietet ein E-Book-Mietmodell an. Dabei gehen die E-Books nicht in den eigenen Besitz über, sondern man hat die Möglichkeit, eine bestimmte Anzahl von E-Book-Slots (E-Book-Stellplätze) pro Monat zu erwerben. In diese kann man aus einer Auswahl von über 3.000 E-Books die Gewünschten hineinlegen und anschließend lesen. Frühestens nach einem Monat können einzelne/alle E-Books ausgetauscht oder weiter im Slot belassen werden. Für dieses Modell muss der Benutzer unbedingt online sein, die E-Books werden nicht auf dem eigenen Computer gespeichert.
Es gibt eine Reihe von Anbietern, die Werke, deren Urheberrecht abgelaufen ist, kostenlos zum Download anbieten. Das O’Reilly-OpenBook-Portal stellt eine Auswahl von O’Reilly-E-Books kostenlos zur Verfügung.
E-Books können entweder durch entsprechende E-Book-Lesegeräte angezeigt werden oder man verwendet handelsübliche Personal Computer, Laptops oder PDA als Lesegeräte oder unter Verwendung so genannten elektronischen Papiers.
Spezielle, proprietäre E-Book-Lesegeräte haben den Vorteil, dass sie genau für ihren Einsatzzweck, das Lesen von E-Books, konzipiert sind. PCs oder Laptops sind anderseits universell einsetzbar, aber meist auch "unhandlicher" in der Handhabung.
1996 kam das Rocket eBook, das erste Lesegerät für E-Books, auf den Markt. Obwohl damals bereits viele davon ausgingen, dass es den traditionellen Büchern den Todesstoß versetzen würde, wurde stattdessen die Produktion des Rocket eBook nach kurzer Zeit eingestellt.
Nach einigen ähnlich gescheiterten Versuchen in der Zwischenzeit hat sich nun der Elektronikriese Sony an das Thema gewagt und 2004 das Lesegerät LIBRIE EBR-1000EP auf den japanischen Markt gebracht (für 40.000 Yen = ca. 300 Euro). Diesem Gerät soll der Durchbruch als echte Alternative zumindest für Taschenbücher gelingen, denn:
Allerdings hat es noch keine Farbdarstellung und das Blättern mit Pfeiltasten gilt vielen auch nicht als so komfortabel wie das Umblättern von Papierseiten mit dem Daumen. Der Kontrast ist im Vergleich zu Papierschrift (schwarz auf weiß) auch bei weitem nicht erreicht, er entspricht eher der von Zahlen auf einem Taschenrechner mit mattgrauem Hintergrund. Im Vergleich zu einem aufgeschlagenen Buch ist das Netto-Lesedisplay relativ klein; abzüglich des Displays und der Tastatur bleiben etwa 20 % Gehäuserand-Abstände, die bei einem echtem Buch kaum akzeptabel wären.
Proprietäre E-Book-Lesegeräte sind 2005 fast vom Markt verschwunden.
2006 gibt es etliche Neuerscheinungen auf dem Markt, die auf speziell als eBook Reader konzipiert sind und auf elektronischem Papier der Firma E-Ink aufbauen. Insbesondere sind hier der iLiad der Firma iRex Technologies, der Sony Reader (Nachfolger des Librie) und von Jinke Electronics die Hanlin V2 und V8.
Den normalen PC, Laptop oder PDA als Lesegerät zu verwenden, hat einige Vorteile. Es muss meist nur eine E-Book-Software installiert werden, und schon ist das eigene Lesegerät in der Lage, E-Books anzuzeigen. Weitere Investitionen in zusätzliches Zubehör sind nicht notwendig.
Auf der anderen Seite sind diese Geräte meist recht unhandlich und können, abgesehen vom PDA, daher nicht überall hin mitgenommen werden. Zusätzlich sind manche PC-Bildschirme durch die Röhrentechnologie augenfeindlich und laden nicht zum langen Schmökern ein.
Alternativ zu einem PDA eignen sich auch moderne Mobiltelefone bzw. Smartphones als Lesegeräte, sie sind weit verbreitet und haben den Vorteil, die Funktionen mehrerer mobiler Einzelgeräte zu vereinen. Der Lesekomfort kann allerdings durch die Bildschirmgröße eingeschränkt sein, auch können teilweise nicht alle gängigen E-Book-Formate gelesen werden. Für manche Geräte existiert nur Software zum Anzeigen von unformatierten Textdateien als Midlet.
Um das Urheberrecht auch praktisch schützen zu können, wurde für viele E-Books ein Digital Rights Management eingeführt. Dieses führt durch technische Einschränkungen dazu, dass der Benutzer des E-Books nicht mehr alles damit machen kann. Beim Adobe Acrobat DRM kann das E-Book beispielsweise an die Hardware gebunden und bestimmte Rechte (wie Ausdrucken, Benutzungsdauer, Copy-and-Paste-Funktionalität …) eingeschränkt werden. Es gibt auch leichtere Formen, in denen das E-Book nicht an die Hardware gekoppelt wird, aber beispielsweise das Drucken nicht möglich ist.
Digital Rights Management sollte im Prinzip auch User Management sein. Allerdings wird es heutzutage hauptsächlich als Rechteeinschränkung des Benutzers gesehen.
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