GreekDigamma-01.png Das Digamma (Majuskel Ϝ, Minuskel ϝ) war ursprünglich der sechste Buchstabe des griechischen Alphabets und hatte den Lautwert //. Es stammt vom phönizischen Buchstaben „Waw“ ab. Die Bezeichnung Digamma („doppeltes Gamma“) beruht auf seiner F-förmigen Form (zwei ineinander verschlungene rechtsgedrehte „Galgen“ ergeben mit gemeinsamem hochkantem Strich ein F).
Als das Digamma noch im griechischen Alphabet existierte, wurde es (über die Etrusker vermittelt) von den Römern übernommen und gelangte so in Form des F als sechster Buchstabe in das lateinische Alphabet. Im klassischen Altgriechisch verschwand es als Konsonantenzeichen, da das /w/ in den meisten Dialekten nicht mehr ausgesprochen wurde (vgl. griech. oinos, früher woinos, mit deutsch Wein, oder griech. eideinai, früher weideinai, mit deutsch wissen). Es wurde daraufhin nur noch als Zahlzeichen (6) benutzt, wobei aber oft eine andere Form, das Stigma, eine Ligatur aus Sigma und Tau, oder die Wort-End-Form des Sigma (ς) oder auch Sigma-Tau (στ) als zwei getrennte Buchstaben, geschrieben wird. Der ursprüngliche Buchstabenname „Wau“ ging verloren und wurde durch Digamma ersetzt.
Das Digamma wurde von Richard Bentley (1662–1742) wiederentdeckt, als er versuchte, die Metrik in Homers Epen zu rekonstruieren. Worte, die ursprünglich mit Digamma begannen, kommen bei Homer teilweise an Stellen vor, an denen ein konsonantisch anlautendes Wort zu erwarten wäre. Zu Homers Zeiten wurde das Digamma wohl nicht mehr gesprochen, wirkte aber in mündlich überlieferten Versen teilweise noch nach.
Ϝ | Дигама | Digamma | Digamma | Digamma | Ϝ | Digamma | Digamma | דיגאמא | Digamma | Ϝ | Digamma | Ϝ | Digamma | Digamma