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Dieter Baumann - DM 2006.jpg während der Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter 2006 in Tübingen]] Dieter Baumann (* 9. Februar 1965 in Blaubeuren) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet und einer der erfolgreichsten Langstreckenläufer der deutschen Sportgeschichte. Allein auf nationaler Ebene konnte er 40 deutsche Meistertitel (der 41. wurde durch die IAAF aberkannt) auf knapp einem halben Dutzend Streckenlängen (von 1500 Meter bis 10.000 Meter, auch im Crosslauf) gewinnen.

Auf seiner Spezialstrecke, den 5000 Metern, errang er zwei olympische Medaillen: 1988 in Seoul musste er noch mit Silber vorlieb nehmen, 1992 in Barcelona errang er in einem dramatischen Spurtfinale (die letzten 100m legte er in 11,9s zurück) dann die Goldmedaille. Im Jahr seines Olympiasieges wurde er auch zum Sportler des Jahres gewählt. Weitere Erfolge sind die Europameisterschaft 1994 und der Sieg beim Weltcup 1998.

Bei einer Dopingkontrolle am 19. Oktober 1999 sowie bei einer Kontrollprobe am 12. November wurde er positiv auf den Wirkstoff Nandrolon getestet. Bei der Verhandlung vor dem DLV wird Baumann aufgrund der Funde von Norandrostendion in seiner Zahnpasta (daher wird dieser Fall oft als Zahnpastaaffäre bezeichnet) und eingereichten Haarproben ohne Befund am 13. Juli 2000 vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. Die IAAF erkennt diesen Freispruch des nationalen Verbandes jedoch nicht an und sperrt ihn am 18. September 2000 rückwirkend bis zum 21. Januar 2002. Er selbst bestritt bis zuletzt die wissentliche Einnahme der Mittel.

Nach Ablauf der Sperre Anfang 2002 startet er wieder in Rennen und kann im August desselben Jahres noch einen Vizemeistertitel über 10000 Meter bei den Europameisterschaften erringen. Der erfolgreiche Umstieg auf die Marathonstrecke gelang ihm jedoch nicht und auch auf seinen gewohnten Strecken kann er nicht mehr die nötige Leistung bringen. Deshalb beendet er im September 2003 nach 22 Jahren Leistungssport seine aktive Karriere. Heute lebt er mit seiner Familie in Tübingen.

Dieter Baumann hat zudem mehrere Bücher veröffentlicht.

  • "Ich laufe keinem hinterher", 1995 - Autobiografie
  • "Lebenslauf", 2002 - Autobiografische Schilderung der Doping-Affäre
  • "Laufen Sie mit", 2003 - Lauf-Ratgeber

Seit 1995 ist er journalistisch tätig als Kolumnist für die taz und das Fachblatt Runner's World.

Dieter Baumann startete zunächst für den Sportverein LG Alb Donau, später für den VfL Waiblingen und Bayer Leverkusen. Seit 2001 startet er für die LAV Tübingen, deren erster Vorsitzender er im März 2004 wurde. Bei einer Größe von 1,77 m hatte er ein Wettkampfgewicht von 62 kg.

Dieter Baumann wurde von seiner Ehefrau Isabelle (geborene Hosang) trainiert. Das Paar hat eine Tochter und einen Sohn. Am 8. September 2003 verabschiedete Dieter Baumann sich aus dem aktiven Sport.

Der Regisseur Diethard Klante hat 2004 die Geschehnisse um den Doping-Skandal in einem Fernsehfilm verarbeitet: "Ich will laufen! Der Fall Dieter Baumann" (Erstausstrahlung: 4. August 2004, ARD).

Leistungsentwicklung


Jahr 5000 Meter
(in Minuten)
1982 15:42,96
1983 14:40,4
1984 14:21,59
1985 13:48,0
1986 13:35,04
1987 13:30,85
1988 13:15,52
1989 13:18,58
1990 verletzt
1991 13:24,58
1992 13:09,03
1993 verletzt
1994 13:12,47
1995 13:01,72
1996 13:08,81
1997 12:54,70
1998 13:04,10
1999 13:02,63
2000 13:13,84
2001 gesperrt
2002 13:07,40
2003 13:15,07

Weblinks


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